Es beginnt mit einer einzelnen Pflanze und kann sich rasend schnell zu einem dichten Teppich entwickeln - der Giersch breitet sich in kürzester Zeit aber nachhaltig aus und ist nur schwer wieder zu entfernen. Ein einzelnes Wurzelstück reicht aus, damit der Baumtropf wieder austreiben kann. Mit den richtigen Mitteln und Maßnahmen kann er aber dennoch effektiv bekämpft werden.

Giersch erkennen

Die Blätter des Baumtropfs erinnern an die Blätter des Holunders. Die Pflanzen werden meist bis zu 30 Zentimeter hoch, können aber auch Größen von 100 Zentimetern erreichen. Sie blühen weiß, wobei die Blüten eher unscheinbar sind und keine
Hüllblätter aufweisen. Am besten lässt sich der Giersch an seiner Ausbreitung erkennen. Er wächst sehr schnell und in dichten Teppichen.

Frühzeitig bekämpfen

Da sich der Baumtropf so schnell ausbreitet, sollte er möglichst frühzeitig bekämpft werden. Bereits, wenn sich die ersten Triebe im Frühjahr zeigen, ist schnelles Handeln gefragt. Das verhindert, dass sich das Unkraut unkontrolliert verbreiten und dabei andere Pflanzen schädigen kann.

Verbreitung

Der Giersch verbreitet sich sowohl über Samen als auch über Wurzelausläufer. Die Pflanzengruppen können also immer mehr an Umfang gewinnen und sich durch den Wind auch im ganzen Garten ausbreiten.

Oberflächliche Entfernung

Eine oberflächliche Entfernung ist zwar keine dauerhafte Lösung aber doch hilfreich. Hierdurch wird die Pflanze - wenn auch nur leicht - geschwächt, das Wachstum reduziert und die Ausbildung von Samen verhindert. Sinnvoll ist es, in allen zugänglichen Bereichen mit einem Rasenmäher, einem Rasenkantenschneider oder bei kleinen Ansammlungen mit einer Schere das überirdische Grün zu entfernen. Alternativ kann es auch knapp über dem Boden abgerissen werden.

Wurzeln entfernen

Bleiben Wurzelreste in der Erde, kann der Giersch noch nach bis zu einem Jahr später neue Triebe ausbilden. Für eine vollständige Entfernung ist es daher wichtig, alle Rhizome zu beseitigen.
Wir empfehlen dafür die folgenden Schritte:

1. Die Erde gegebenenfalls ein wenig wässern, damit der Boden leichter bearbeitet werden kann.

2. Den Boden bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern abstechen und ausheben.

3. Die einzelnen Erdstücke lockern und sehr fein sieben, damit keine Wurzelstücke übrigbleiben.

Bei dieser Maßnahme sollte sehr gründlich vorgegangen werden, um keine Rhizom-Reste in der Erde zu belassen. Anderenfalls war der Aufwand vergebens und der Giersch wird sich in der umgegrabenen Erde nur erneut verbreiten.

Baumtropf ersticken

Girsch GierschIn manchen Fällen ist es nicht möglich, den Boden umzugraben und dabei die gesamten Wurzeln des Baumtropfs zu entfernen, beispielsweise auf Baumscheiben, rund um Sträucher und bei dichtem Wachstum an anderen Pflanzen.
Bei diesen Gegebenheiten kann es sinnvoll sein, den Giersch zu ersticken. Das lässt sich mit den folgenden Schritten bewerkstelligen:

1. Den Giersch abhacken, abschneiden oder mähen. Die Stängel sollten so bodennah wie möglich gekürzt werden.

2. Undurchlässige Folie, dicke Pappe oder Gartenvlies auslegen. Lücken und Löcher sollten vermieden werden.

3. Die Folie dick mit Kies oder Rindenmulch bedecken. Wenigstens fünf bis zehn Zentimeter sollten es sein.

4. Regelmäßige Kontrollen durchführen. Bereits einzelne Triebe des Baumtropfs sollten umgehend entfernt werden. Da er von Frühjahr bis Herbst sehr schnell wächst, sollten die Kontrollen wöchentlich erfolgen.

5. Geduld bewahren! Der Giersch ist sehr ausdauernd und kann auch nach vielen Monaten bis zu einem Jahr erneut austreiben, wenn er eine Gelegenheit dazu erhält. Die Abdeckung sollte daher für wenigstens ein bis zwei Jahre auf der

Baumscheibe verbleiben, um das Unkraut wirksam und nachhaltig abzutöten.

Giersch entsorgen

Landet der Baumtropf auf dem Kompost, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit nur wieder erneut austreiben und Samen verteilen. Besser ist es daher, ihn über den Biomüll oder Hausmüll zu entsorgen. Haben die Gewächse bereits ihre kümmelähnlichen Samen ausgebildet, sollte bei der Entfernung und Entsorgung besondere Vorsicht herrschen. In diesen Fällen empfiehlt es sich, die Pflanzen und Samen abzubrennen. Alternativ können die samentragenden Triebe vorsichtig abgeschnitten und direkt in einer Tüte oder einem Beutel verpackt werden. Dadurch wird das Risiko reduziert, dass sich die Samen in der Umgebung verteilen. Auch bei einer derartig gründlichen Entfernung und Entsorgung kann es dennoch vorkommen, dass einzelne Samen bereits durch Wind, Tiere oder Gartenarbeit verbreitet wurden. Daher ist es wichtig, weiterhin regelmäßige Kontrollen durchzuführen.

Tipp: Der Baumtropf kann auch als Dünger verwendet werden, wenn aus ihm eine Pflanzenjauche hergestellt wird.

Konkurrenzpflanzen einbringen

Starkzehrende und schnellwachsende Pflanzen, wie Kartoffeln, Auberginen und Zucchini machen dem Giersch Wasser, Nährstoffe und Platz streitig. Dadurch kann das Wachstum des Unkrauts gebremst werden. Zur Vorbereitung des Bodens und als einfache Variante der Bekämpfung empfiehlt sich also der Anbau von Starkzehrern mit dichtem Laub. Ein netter Nebeneffekt dieser Variante ist die anschließende Ernte.

Herbizide verwenden

Der Einsatz von Herbiziden sollte der letzte Ausweg sein, denn er wird auch nützliche oder dekorative Pflanzen beeinträchtigen und den Boden belasten. Daher sollte bei der Auswahl auf schonende Mittel geachtet werden. Zudem sind Herbizide nicht in der Nähe anderer Gewächse anzuwenden.

Wurzelsperren einbringen

Wurzelsperren und Rasenkantensteine rund um Bäume und Sträucher, Beete und Rabatten einzusetzen, erleichtert die Bekämpfung von Unkraut im Allgemeinen und Giersch im Speziellen. Die Ausbreitung über Wurzelausläufer wird reduziert. Samen können aber weiterhin in der Umgebung verteilt werden. Sie sind daher nur dann sinnvoll, wenn der Baumtropf möglichst kurz gehalten wird und Blüten sofort entfernt werden.

Giersch: Lästig aber lecker

Bevor der Giersch als lästiges Unkraut galt, wurde er als würziges Kraut, Blattgemüse und im Salat verwendet und auch in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Die Pflanzen müssen also nicht entsorgt werden, sondern können auch auf dem Teller landen.