Kahle Stellen und Lücken in einer ansonsten gepflegten Rasenfläche können einem die Freude an dem Grün erheblich vermiesen. Es versteht sich beinahe von selbst, dass man dagegen vorgehen möchte. Rasenlücken zu schließen ist glücklicherweise sehr leicht möglich. Das Zauberwort heißt hier Nachsäen. Damit das aber auch wirklich erfolgreich funktioniert, kommt es entscheidend auf das Wann und natürlich das Wie an.

Ursachen

Weist der Rasen im eigenen Garten kahle Stellen auf, tut man gut daran, zunächst einmal herauszufinden, warum diese Stellen überhaupt entstanden sind. Es macht
schließlich wenig Sinn, sie zu schließen und dabei Gefahr zu laufen, dass das Problem kurze Zeit später erneut auftaucht. Die Gründe für derartige Kahlflächen können vielfältig sein. Am häufigsten kommen diese vor:
  • starke Beanspruchung einer bestimmten Rasenfläche
  • Verbrennungen durch einen Grill
  • Verbrennungen durch Überdüngung
  • ein zu starker Moos- bzw. Unkrautwuchs
  • Befall mit Pflanzenschädlingen
  • falsche Pflegemaßnahmen
Hat man die Ursache für die Kahlstellen festgestellt, sollte man natürlich alles unternehmen, um diese zukünftig zu vermeiden. Bei einem Schädlingsbefall ist dabei das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln aus dem Fachhandel unerlässlich. Liegt ein zu starker Bewuchs mit Moss oder Unkräutern vor, kommt man nicht umhin beides zu entfernen - entweder durch ausreißen bzw. ausgraben oder durch chemische Mittel zur Unkrautbekämpfung. Erst wenn die Ursachen beseitigt sind, kann es an das Nachsäen von Grassamen gehen.

Zeitpunkt

Typischerweise wird Rasen- bzw. Grassamen im März oder im September ausgebracht. Dann nämlich herrschen die idealen klimatischen Bedingungen, damit es schnell zu einem üppigen Wachstum kommt. Beide Monate sind folglich auch ideal, wenn es um das Nachsäen und einen Lückenschluss geht. Das bedeutet unter Umständen allerdings, dass man einige Zeit abwarten muss, bis man die vorhandene Lücke schließen kann. Im Hochsommer macht eine derartige Maßnahme schon mal keinen Sinn, da Trockenheit und die heiße Sonne den jungen Pflanzen sehr schnell erheblich zu schaffen machen würden. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Spätherbst oder gar dem Winter. Drohende Nachtfröste würden ein Keimen von vorne herein verhindern.

Saatgut

Rasen Saatgut
Für das Nachsäen bzw. den Lückenschluss kann man natürlich das Saatgut verwenden, mit dem der Rasen ursprünglich angelegt wurde. Allerdings empfiehlt es sich, die Sorte neu zu kaufen und nicht auf noch vorhandene Reste zurückzugreifen. Es ist nämlich gar nicht so unwahrscheinlich, dass altes Saatgut nicht mehr oder nur sehr schwer keimt. Die bessere Lösung ist sowieso, sich eine spezielle Nachsaat-Rasenmischung zu kaufen. Dabei handelt es sich um eine besondere Züchtung, die ausgesprochen schnell keimt und auch sehr schnell Wurzeln ausbildet. Der Vorteil liegt also klar auf der Hand: Eine vorhandene Kahlstelle kann viel schneller und sicherer geschlossen werden.

Nachsäen

Wer schon mal einen Rasen gesät hat, weiß natürlich, dass der Samen nicht einfach so auf dem Boden verteilt werden kann. Das Erdreich muss zunächst einmal vorbereitet werden. Das ist auch beim Nachsäen nicht anders. Dabei muss man grundsätzlich zwischen kleineren kahlen Stellen und einer größeren Fläche unterscheiden. Konkret geht man beim Nachsäen so vor:

1. Flächen vorbereiten

Bei kleineren Rasenlücken reicht es vollkommen aus, den Boden mit einer Harke etwas aufzulockern und anschließend gut zu wässern. Sind die Lücken hingegen größer oder gar großflächig steigt auch der Aufwand bei der Vorbereitung des Bodens. Dann nämlich sollte die Fläche in einer Tiefe von vier bis sechs Zentimetern ausgehoben und mit Humus sowie mit Sand angereichert werden. Anschließend wird das Erdreich gut festgetreten bzw. gewalzt. Zur Klarstellung: Von einer größeren Fläche kann man ausgehen, wenn zwischen zwei und drei Quadratmeter oder mehr betroffen sind.

2. Aussäen

Nachdem der Boden wie oben beschrieben vorbereitet wurde, geht es an das Aussäen des Saatgutes. Dazu wird der Samen einfach mit der Hand großzügig auf der kahlen Stelle verteilt. Keinesfalls sollte am Samen gespart werden. Man kann getrost davon ausgehen, dass nicht alle Samenkörner keimen bzw. aufgehen werden. Insofern darf es durchaus ein bisschen mehr sein. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Fläche bringt man zwischen 20 und 30 Gramm an Samen aus. Dabei sollte unbedingt auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung geachtet werden.

Tipp: Die Aussaat sollte nur bei feucht-warmem, eher trübem
Wetter erfolgen. Auf keinen Fall darf es zu heiß oder zu sonnig sein.

3. Samen einbringen

Sind die Samenkörner auch der Fläche verteilt, müssen sie ins Erdreich gedrückt werden. Dazu verwendet man am besten ein Brett bzw. mehrere Bretter, die auf die Fläche gelegt werden. Je nach Größe stellt man sich entweder mit dem gesamten Körpergewicht mehrfach auf die Bretter oder klopft sie mit einem Hammer fest. Es versteht sich von selbst, dass die Bretter nach getaner Arbeit wieder entfernt werden müssen.

4. Angießen

Stecken die Samenkörner fest im Erdreich, geht es ans Bewässern bzw. ans Angießen. Dabei sollte die Methode einer sanften Berieselung gewählt werden, um die Körner nicht sofort wieder aus dem Boden zu spülen. Ideal ist der Einsatz eines Rasensprengers. Das Erdreich sollte anschließend gut feucht, allerdings nicht unbedingt klatschnass sein.

5. Einzäunen

Die neu angesäten Stellen im Rasen dürfen für mindestens zwei Monate nicht mehr betreten werden. Damit das auch gewährleistet ist, empfiehlt es sich, diese Stellen einzuzäunen oder zumindest zu kennzeichnen. Es muss jedenfalls klar ersichtlich werden, dass hier kein Fuß etwas zu suchen hat.