Wenn Sie Ihren Garten ebnen wollen, bieten sich verschiedene Methoden an, die problemlos umsetzbar sind und kein schweres Gerät benötigen. Die hier vorgestellten Tipps werden Ihnen bei diesem Projekt helfen.

Höhenunterschied ermitteln

Bevor Sie die Fläche ebnen können, müssen Sie den anfallenden Höhenunterschied ermitteln und visualisieren. Das trifft vor allem bei Gartenböden und Rasenflächen zu, die sehr uneben sind und komplett begradigt werden müssen. Der Höhenunterschied lässt sich mit den folgenden Hilfsmitteln herausfinden:

  • Holzpfosten für jeden Flächeneckpunkt
  • Schnur
  • Wasserwaage
  • Lot
  • Zollstock oder Maßband

Es kann nicht schaden, wenn Sie zusätzlich Stift und Papier oder Ihr Smartphone zur Verfügung haben, wenn Sie die Höhe abmessen. So können Sie sich Notizen machen, was das Nivellieren erleichtert. Anschließend gehen Sie wie folgt vor:

  • Fläche mit Holzpfosten abstecken
  • Schnüre zwischen die Pfosten spannen
  • mit Wasserwaage Schnüre ausrichten
  • das Lot an die Schnur hängen
  • höchsten Punkt dafür auswählen
  • Abstand von Schnur bis Boden notieren
  • nun niedrigsten Punkt auswählen
  • Abstand von Schnur bis Boden notieren
  • wählen Sie einen Wert zwischen den Punkten
  • dieser stellt die gewünschte Endhöhe der Fläche dar

Boden begradigen: 5 Tipps

Fläche vorbereiten

Während Sie bei Rasenflächen nur selten etwas vor der Begradigung ausbessern müssen, ist das bei Gartenböden ein anderer Fall. Die Böden können zahlreiche Hindernisse enthalten, die es unmöglich machen, die Fläche zu begradigen. Vor allem wenn Sie die Fläche abziehen müssen, stellen verschiedene Materialien und Utensilien ein Problem dar. Entfernen Sie aus diesem Grund alle unnötigen Hindernisse:

  • Steine jeder Größe
  • Pflanzenteile wie Wurzeln oder
    Äste
  • Unkraut
  • Möbel
  • Abfall
  • Werkzeuge
  • Baustoffe
  • Sperrmüll

Tipp: Beachten Sie bei der Vorbereitung unbedingt standorttreue Gewächse, die nur schwer umzupflanzen sind. Setzen Sie diese entweder so vorsichtig wie möglich um oder arbeiten Sie um die Pflanze herum.

Löcher ausgleichen

Unebenheiten müssen ausgeglichen werden, um die Böden in Ihrem Garten zu ebnen. Wenn Sie Glück haben, reicht es vollkommen aus, die Fläche auf diese Weise so eben wie möglich zu machen. Mit Unebenheiten sind vor allem Löcher gemeint, die über die Jahre durch dauerhafte Belastung entstanden sind. Ist der Rest der Fläche gerade, müssen Sie keine weiteren Methoden anwenden. Aus diesem Grund bietet sich dieser Tipp vor allem als kleine "Schönheitskur" für die Böden an:

  • Löcher mit neuem Material füllen
  • mit der Hand verdichten
  • weiteres Material einfüllen
  • wieder verdichten
  • Schritte wiederholen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist
  • zum Auffüllen Gartenerde verwenden
  • mit Quarzsand oder Kies anreichern
  • schützt vor Verdichtung

Hinweis: Der ideale Zeitpunkt für die Begradigung von Böden und Rasenflächen ist im Frühling von April bis Anfang Juni. Wählen Sie einen Tag aus, an dem die Erde nicht gefroren oder zu feucht ist, um sich die Arbeit zu erleichtern.

Motorhacke umgraben nutzen

Erdaushub neu verteilen

Falls Sie es nicht mit Löchern, sondern zahlreichen, unebenen Stellen zu tun haben, sollten Sie die gesamte obere Erdschicht neu strukturieren. Dadurch sparen Sie sich die aufwendige Begradigung einzelner Stellen und nehmen die komplette Fläche in Angriff, was vor allem bei kleinen Grundstücken empfehlenswert ist. Ebenfalls ist dieser Tipp nutzbar für Gartenböden, die deutlich zu hoch sind oder für Hänge, die angepasst werden sollen. Sie benötigen dafür die folgenden

Utensilien:
  • Spaten
  • Schaufel
  • Rüttelplatte
  • Arbeitshandschuhe
  • festes Schuhwerk
  • Richtlatte

Falls die Böden in Ihrer Region steinhaltig sind, sollten Sie zusätzlich eine Spitzhacke zur Verfügung haben. Rüttelplatten können Sie bei Baumärkten für Tagesbeträge von 25 Euro bis 50 Euro mieten. Sobald Sie alle Utensilien zur Verfügung haben, gehen Sie wie folgt vor:

  • Grasnarbe komplett entfernen, falls vorhanden
  • Grasnarbe anschließend entsorgen
  • Fläche auf gewünschte Tiefe abtragen
  • dafür Spaten und Schaufel verwenden
  • Erdaushub gründlich mischen
  • optional Mutterboden verwenden
  • Erdaushub kann vorher gesiebt werden
  • eine Schicht Erdaushub auf Fläche ausbringen
  • verdichten
  • wiederholen, bis gewünschte Höhe erreicht wurde
  • lockeren Überschuss mit Richtlatte abziehen
  • optional: Drainagematerial (Quarzsand, Kies) einarbeiten
  • danach erneut abziehen

Walzen

Falls Sie es nur kleine Unebenheiten ausbessern müssen, können Sie auf den Einsatz einer Walze setzen. Mit dieser lässt sich der Boden gründlich nivellieren. Wählen Sie hierfür eine Handwalze mit einem Gewicht von mindestens 50 Kilogramm. Es spielt keine Rolle, ob sie mit Sand oder Wasser befüllt wird. Handwalzen können für etwa 15 Euro pro Tag gemietet werden.

Gehen Sie wie folgt vor:

  • Grasnarbe entfernen und entsorgen
  • Fläche gründlich rechen
  • Walze in Bahnen über Fläche führen
  • Kurven so eng wie möglich nehmen
  • so lange Walze nutzen, bis Boden eben ist

Rollwalze auf Rasen

Fundament nutzen

Eine weitere Möglichkeit, den Gartenboden als ebene Fläche zu gestalten, ist die Nutzung eines Fundaments. Falls Sie den Garten nicht bepflanzen wollen, sondern für Gartenmöbel, zum Grillen oder zum Platzieren von Kübelpflanzen verwenden wollen, bietet sich diese Methode hervorragend an. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn Sie ein Plattenfundament gießen oder Betonplatten verlegen. Sogar ein Gartenhaus kann auf diesen platziert werden. Orientieren Sie sich in Bezug auf die Ausmaße an der abgesteckten Fläche.

Rasenfläche ebnen: 5 Tipps

Kleine Unebenheiten auffüllen

Diese Methode erinnert ein wenig an das Ausgleichen der Löcher in einem Gartenboden. Dennoch wird sie nicht auf die gleiche Weise angewandt, da der Rasen nach dem Auffüllen nicht verdichtet wird. Die kleinen Unebenheiten verfügen immer noch über Gräser, die weiter wachsen. Aus diesem Grund darf das frisch aufgefüllte Substrat nicht verdichtet werden. Wählen Sie zum Auffüllen frischen Mutterboden, der mit etwas Quarzsand angereichert wird. Abschließend gut wässern und nach einigen Wochen ist die Fläche wieder komplett dicht und begehbar. Eine Neuaussaat ist nicht erforderlich.

Erhöhungen ausbessern

Fallen die

betroffenen Stellen nicht mehr klein und ist die gesamte Fläche uneben, sollten Sie diese komplett umstrukturieren. Vor allem für das Ebnen großer Rasenflächen ist diese Methode ideal geeignet.

Dafür benötigen Sie nur das richtige Equipment:

  • Rasenmäher
  • Vertikutierer
  • Spaten
  • Schaufel
  • Arbeitshandschuhe

Falls Ihre Rasenfläche sehr groß ist, empfiehlt sich eine helfende Hand. Die Methode ist recht anstrengend, da Sie die einen Großteil der Fläche umgraben. Die folgenden Punkte erklären den Vorgang:

  • den Rasen mähen
  • anschließend vertikutieren
  • fallt notwendig: alte Grasnarbe an bestimmten Stellen entfernen und entsorgen
  • Unebenheiten anschließend abtragen
  • Verdichtungen auflockern
  • optional: gesamten Rasen umgraben
  • Rasen für einige Tage ruhen lassen
  • anschließend Rasenfläche mit einer Schicht Muttererde bestreuen
  • wieder ruhen lassen
  • mit Walze oder Trittbrettern ebnen
  • abschließend gründlich düngen

Trittbretter verwenden

Tretbretter sind ein weiterer Tipp, um Ihren Rasen zu begradigen. Das Prinzip läuft wie bei der bereits genannten Walze ab, nur sind Sie selber das Gewicht. Natürlich könnten Sie die Walze auf die gleiche Weise für den Rasen verwenden, manchmal reichen die Bretter aber vollkommen aus. Vor allem bei kleineren Rasenflächen ist diese Variante empfehlenswert. Sie ziehen sich hierfür die Bretter an, fixieren Sie und laufen in geraden Bahnen über die gesamte Rasenfläche. Das geht so lange, bis die Fläche begradigt wurde.

Trittbretter verhindern neue Schäden

Einzelne Stellen ausbessern

Seltener kann es vorkommen, dass ein einzelnes Stück des Rasens uneben ist. In diesem Fall müssen Sie die entsprechenden Stellen ausbessern, was mit der Hilfe eines Rasenkantenstechers geschieht:

  • Unebenheit ausfindig machen
  • Stelle mit Rasenkantenstecher in einem X bearbeiten
  • von der Mitte der Unebenheit ausgehen
  • dadurch entstehende Stücke nicht von der restlichen Rasenfläche abtrennen
  • Rasenstücke nach außen klappen
  • nun offenbart sich der Boden
  • gründlich auflockern
  • zu viel Erde abheben
  • Fläche muss gerade sein
  • dafür mit etwas Kraft auf die Erde drücken
  • Rasenstücke zurückklappen
  • bei Bedarf anwässern

Ganz wichtig: Rasensaat

Einer der wichtigsten Punkte nach dem Begradigen der Rasenflächen ist die Aussaat neuer Rasensamen. Durch diese werden kahle Stellen ausgebessert, die während der Nivellierung entstanden sind. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn Sie die betroffenen Stellen großflächig mit Saatgut bestreuen und es anfeuchten. Nach wenigen Wochen zeigen sich die ersten Gräser und die Rasenfläche wird sich mit der Zeit wieder schließend. Belasten Sie die entsprechenden Stellen über die Wachstumszeit nicht.