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Tulpen blühen nicht und treiben nur Blätter: was tun?

Vor allem mehrjährige Knollen benötigen eine intensive Pflege, um ihre alljährliche Blütenpracht zu entfalten. Die Ursachen für das Ausbleiben der Blüten und dazu passende Maßnahmen zur Behandlung sind daher nachstehend aufgeführt.

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Unpassender Standort

Die Tulpen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Dieser sollte mindestens sechs Stunden am Tag der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Eine Ausrichtung nach Norden scheidet daher aus. Wählen Sie eher einen Platz in Süd- oder Süd-West-Richtung, um für eine ausreichende Bestrahlung zu sorgen. Darüber hinaus sollte der gewählte Platz Schutz vor Wind bieten. Starke Böen können zu einem Abknicken der Stiele führen.

Zudem sollte das vorhandene Substrat eine lockere und humose Konsistenz aufweisen. Vor allem zu stark verdichteten Böden vertragen die Zwiebeln nicht. Lockern Sie daher den Boden vorab mit Sand, Lehm oder Kies auf.

Ungünstige Witterungsbedingungen

Für die Ausbildung der Blüten benötigt die Zwiebel ein angemessenes Verhältnis aus Wärme und Feuchtigkeit. Mit besonders widrigen Witterungsbedingungen wie anhaltendem Frost oder hohem Niederschlag kommen die Knollenpflanzen nur bedingt zurecht. In der Folge werden statt der opulenten Blüten die eher schlichten Blätter ausgebildet. Um die Sprösslinge zu schützen, empfiehlt sich daher das Aufstellen einer Überdachung. Diese kann entweder aus Plastik, aber auch aus Glas sein. Neben dem Abhalten der störenden Feuchtigkeit wird auch die Temperatur deutlich stabiler gehalten.

Tipp:

Achten Sie bei der Nutzung einer lückenlosen Haube, dass diese regelmäßig gelüftet wird. Durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt droht ansonsten Schimmelgefahr!

Ungenügende Düngung

Das jährliche Austreiben der Blätter und Blüten erfordert von Tulipa den Einsatz immer Nährstoff- und Energievorräte. Sollten diese sich auf einem zu niedrigen Niveau befinden, wird ausschließlich das Blattwachstum forciert. Für eine vollumfängliche Nährstoffversorgung ist der Einsatz eines Volldüngers auf organischer Basis empfehlenswert.

Geeignete Düngemittel sind:

  • Mulch
  • Kompost
  • Gülle
  • Mist
  • Brennnesseljauche
  • Hornspäne
  • organischer Flüssigdünger

Nach dem vollständigen Abtrocknen der alten Blüten und Blätter im Herbst sollte der Boden mit einem Langzeitdünger auf die nächste Blütezeit vorbereitet werden. Nach Ausbildung der ersten Triebe sollte darauf aufbauend eine neuerliche Düngung erfolgen.

Schädlings- oder Krankheitsbefall

Hauptsächlich bereits geschwächte Tulpenzwiebeln werden von Schädlingen und Krankheitserregern befallen. Die Hauptursache für eine kraftlose Knolle ist eine ungenügende Pflege oder ein unpassender Standort. Verschiedenste Erreger wie Pilze und Viren haben bei diesen Pflanzen leichtes Spiel. In der Folge sorgen sie oftmals für das komplette Absterben. Mittels Luft oder Feuchtigkeit können jedoch auch scheinbar gesunde Gewächse befallen werden. Erkennbar veränderte Tulipa sollten daher schnellstmöglich entsorgt werden.

Der häufigste anzutreffende Schädling ist die Wühlmaus. Diese nähert sich über ihre unterirdischen Gänge und verspeist im Anschluss große Teile der Zwiebel. Das Töten der Nagetiere ist hierzulande verboten, weshalb sie ausschließlich vertrieben werden dürfen.

Adäquate Hausmittel sind:

  • vergorene Buttermilch
  • Knoblauch
  • Kräuteröl
  • Fichten- oder Thuja Jauche
  • Alkohol
Hinweis:

Alternativ können auch im Fachhandel erhältliche Drahtgeflechte rund um die Pflanzen gesetzt werden. Hierbei ist allerdings eine regelmäßige Kontrolle auf Löcher vorzunehmen.

Falsche Pflanzung

Bei dem Setzen neuer Knollen ist sowohl auf den richtigen Zeitpunkt als auch eine angemessene Pflanztiefe zu achten. Idealerweise erfolgt die Pflanzung im Herbst vor dem ersten Frost. Die maximale Temperatur sollte dennoch bei höchstens 10 Grad Celsius liegen. Dies ermöglicht der Zwiebel, sich vor der Winterruhe im Boden ausreichend zu verwurzeln. Falls die Pflanzung zu spät erfolgt, wird diese entweder absterben oder erst im nachfolgenden Frühjahr ihr Wurzelwerk ausbilden.

Tulpen

Darüber hinaus verbraucht eine zu hohe Pflanztiefe wichtige Nährstoffreserven. Diese werden eigentlich für die Ausbildung der Blüten benötigt. Achten Sie daher auf das Graben eines angemessenen Lochs. Als Faustformel lässt sich festhalten, dass das Loch maximal doppelt so tief wie die Knolle hoch ist sein sollte. Die tiefste Stelle sollte dennoch einen Abstand von 30 Zentimetern zur Erdoberfläche nicht unterschreiten.

Hinweis:

Um jede einzelne Knolle ausreichend Platz für ihr Wachstum zur Verfügung zu stellen, sollte darüber hinaus ein Pflanzabstand von 15 Zentimetern eingehalten werden.

Zu zeitiger Rückschnitt

Mit dem Vertrocknen der Blätter beginnt Tulipa die verbleibenden Nährstoffreserven einzulagern. Dies dient vorrangig der Vorbereitung der neuerlichen Blüte im nächsten Jahr. Ein zu früher Rückschnitt der oberirdischen Pflanzenteile unterbindet genau diesen Aspekt. Auch wenn die vertrocknete Pflanze optisch keinen Hingucker darstellt, sollten die Blätter bis zum vollständigen Verwelken am Gewächs verbleiben.

Hinweis:

Vollständig ausgetrocknete Blätter erkennen Sie an einer durchgängig braunen Färbung und einer dürren Struktur. Spätestens zum Ende des Herbstes können die oberirdischen Teile aber in jedem Fall zurückgeschnitten werden.

Zu viele Brutzwiebeln

Neben der Vermehrung über Samen bildet Tulipa Brutzwiebeln aus. Diese wachsen direkt neben der Mutterzwiebel und beziehen über diese ihre Nährstoffe. Eine große Anzahl von Tochterzwiebeln geht daher mit einem hohen Mineralstoffbedarf einher. Sollte dieser nicht gedeckt werden können, quittiert die Tulpe dies mit dem Ausbleiben von Blüten.

Tulpen-Zwiebeln

Graben Sie daher jährlich alle Knollen aus und untersuchen diese auf neue Zwiebeln. Der ideale Zeitpunkt für die Kontrolle ist der Herbst. Im besten Fall werden die Arbeiten direkt mit der Düngung verbunden. Die Brutzwiebeln sollten im Anschluss an einer anderen Stelle wieder eingegraben werden.

Vorherige Samenausbildung

Nachdem die Blütenstände verblüht sind, beginnt die Tulpe mit der Ausbildung der Samen. Dieser Prozess kostet die Pflanze viel Kraft und zehrt an den Nährstoffvorräten. Um die vorhandenen Depots nicht unnötig zu belasten, sollten daher die verwelkten Blüten regelmäßig entfernt werden. Eine weitere Möglichkeit ist das frühzeitige Abschneiden der Blütenstiele zur Nutzung als Schnittblume.

Autor Heim-Redaktion

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