Foto: pixelio.de / B. Taubitz
Jetzt ist die Zeit zum Ernten der Brombeeren. Die reifen Früchte fallen durch ihre tiefschwarze Farbe auf. Diese Farbstoffe aus der Gruppe der Flavonoide ebenso wie die für das Aroma mitverantwortlichen Phenolsäuren leisten im menschlichen Organismus wertvolle Dienste. Ein weiter Vorteil dieses Sommerobstes ist, dass es kaum Kalorien hat. Wer die schwarzen Früchte nicht in seinem Obstgarten hat aber sie gerne genießt, dem fallen derzeit bestimmt die hohen Preise für Beerenobst auf. Grund genug sich Gedanken über den eigenen Anbau dieses gesunden Obstes zu machen.
Brombeeren (Rubus fructicosus) reifen nach der Ernte nicht nach. Deshalb sollte man die Früchte zum perfekten Reifezeitpunkt pflücken. Auch noch ein Grund sie selbst im eigenen Garten anzubauen.
Wissenwertes
Brombeeren zählen wie Himbeeren (Rubus idaeus) zu den Halbsträuchern. Deren Charakteristikum ist es, dass das Holz nur zwei Jahre alt wird und sie bis auf sehr wenige Ausnahmen eine Rankhilfe benötigen. Neue Ruten kommen aus den bodennahen Adventivknospen beziehungsweise aus der Wurzel. Neuere Brombeersorten wachsen kräftiger und erreichen eine Rutenlänge von bis zu vier Metern. Im Allgemeinen ist das Holz nicht ganz winterhart. Damit es in ausgesprochenen Kaltlagen nicht erfriert sollte man die jungen Ruten abdecken. Einteilen kann man das Sortiment in Sorten mit und ohne Dornen.
Krankheitsursachen
Gerade in heißen und trockenen Sommern kann es zu einem verstärkten auftreten der Brombeergallmilbe (Acalitus essigi) kommen. Die Milben saugen während der Fruchtreife an den Beeren. Diese reifen dann nicht mehr aus. Das heißt sie bleiben rot und sind meist sauer. Hingegen kommt in feuchten Jahren oftmals eine Fruchtfäule (Botrytis cinerea) vor. Dieser kann man jedoch mittels offener luftiger Bestände, geringer Stickstoffdüngung und Regenüberdachung vorbeugen. Einige Sorten können aber auch durch Falschen Mehltau (Peronospora sparsa) und die Brombeerrankenkrankheit (Rhabdospora ramealis) geschädigt werden.
Resistente Brombeersorten
Auf dem Markt werden daher auch resistente Sorten angeboten. Dazu gehört etwa die mittelfrühreifende Sorte Navaho. Sie gehört im Übrigen zu den Dornenlosen Sorten. Ihre aromatischen Früchte sind mittelgroß. Navaho-Brombeeren sind widerstandsfähig gegen die Pilzkrankheit Anthraknose und nur sehr gering rostanfällig. Ihre Winterfrosthärte ist jedoch nur mittelgut. Resistent gegen die Rutenkrankheit ist die nicht bestachelte Sorte ‘Chester Thornless’.
Sorten mit Dornen
‘Wilsons Frühe’ wird schon im Juli reif. Sie bringt kleine feste und recht süße Früchte hervor. Diese früh reifende Sorte wächst zwar aufrecht aber dafür ist sie nicht so stark. Die mit Stacheln bewehrt Brombeersorte eignet sich aufgrund ihrer Frostfestigkeit auch für kühlere Lagen. Eine altbekannte Standardsorte heißt ‘Theodor Reimers’. Sie ist nicht überall frostfest. Ihre sehr dichte Bestachlung macht bei der Ernte der mittelgroßen Beeren nicht gerade Freude. Dafür wird man danach aber durch ein wunderbares Aroma und einen hoher Ertrag belohnt. Um sie besser ernten zu können, bindet man die ‘Theodor Reimers’ streng an ein Gerüst.
Sorten ohne Dornen
Die früheste unter den stachellosen Sorten ist ‘Black Satin’. Besonders beliebt ist sie auch wegen ihrer großen Früchte. Die weichen Beeren schmecken leicht säuerlich. Die Ranken der ‘Black Satin’ wachsen sehr stark. Daher empfiehlt sich ein weiter Pflanzabstand. Dank ihrer Winterfestigkeit eignet sie sich auch für rauere Lagen. Je nach Witterung kann man ihre Früchte von Ende Juli / Anfang August an bis hinein in den Oktober ernten. Eine für den Hausgarten weitere beliebte dornenlose Sorte ist ‘Loch Ness’, die von manchen Anbieter auch ‘Nessy’ genannt wird. Ihre länglichen, großen bis sehr großen Beeren weisen ein ausgeglichenes Zucker-Säure-Verhältnis auf. Zu den neueren Sorten ohne Dornen gehören neben ‘Navaho’ und ‘Chester Thornless’ auch ‘Ashton Cross’, ‘Hull Thornfree’ und ‘Orkan’.

hallo!
ich habe die brombeersorten black satin, thornless und eine unbekannte sorte. da ich daraus wein bereite
habe ich schwierigkeiten mit dem extrem hohen säuregehalt (ca. 25 g/ltr.)
giebt es sorten mit weniger fruchtsäre?
für eine antwort wäre ich sehr dankbar.
freundliche grüsse
richard bensmann
Feine Informationen zum Beerenobst habt Ihr hier bereit gestellt- eine Antwort auf meine Frage habe ich aber noch nicht gefunden. Was ich schon immer wissen wollte: braucht es unbedingt Insekten/ Bienen zur Bestäubung? Ich wunder mich über unsere immensen Brombeerhecken am Ferienhaus, an denen nicht *eine einzige* Beere reift- fehlt es hier an fleissigen Tierchen? Fragt interessiert eine Jungimkerin aus Köln
.Larissa