Arzneipflanze des Jahres 2007: Hopfen

pixelio.de(Bild: pixelio.de) Zur Arzneipflanze des Jahres 2007 hat der Studienkreis “Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen” an der Universität Würzburg den Hopfen (humulus lupus) gewählt. Denn der Hopfen spielt nicht nur eine wichtige Rolle im Brauereiwesen, sondern ist auch eine geschätzte Heilpflanze. Während viele andere Heilpflanzen bereits auf eine lange Medizingeschichte zurück blicken können - manche Arzneipflanzen und –kräuter werden seit mehr als 2000 Jahren verwendet - so gehört der Hopfen zu den eher jungen Arzneipflanzen.

Hopfen wurde zwar bereits in den frühmittelalterlichen Klostergärten angebaut, jedoch nicht als Heilpflanze, sondern als Konservierungsmittel für Getränke. Das leckere Hopfenbier ist also eine Erfindung der Mönche. Einer der bedeutendsten Ärzte der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, Christoph Wilhelm Hufeland, verwendete Hopfen als Bittermittel für die Verdauung und als Nervenmittel zur Beruhigung. Als pflanzliches Beruhigungsmittel, meist in Kombination mit der Baldrianwurzel etablierte sich der Hopfen dann im 20. Jahrhundert. In den weiblichen Hopfendolden (lupuli stobuli) sind ätherische Öle, Bitterstoffe und Flavonoide enthalten. Diese Inhaltsstoffe machen den Hopfen zur Heilpflanze. Eingesetzt werden hopfenhaltige Präparate bei Einschlafstörungen, Nervosität sowie bei leichten Depressionen und nervösen Beschwerden während des Klimakteriums. Wer bei leichten Schlafstörungen keine hopfenhaltigen Mittel einnehmen möchte, der kann auch die einschlaffördernde Wirkung des Hopfenkissens ausprobieren. Durch ihren Bitter- und Gerbstoffgehalt hat der Hopfen auch eine appetitanregende Wirkung und wird deshalb auch bei Störungen des Magen-Darm-Trakts eingesetzt. Als Kletterpflanze im Garten macht sich der wilde Hopfen sehr dekorativ. Allerdings braucht er eine Rankhilfe.

Für die Teezubereitung verwendet man einen Teelöffel zerkleinerter Hopfenzapfen pro Tasse und gießt diese mit 150 ml kochendem Wasser auf, lässt es 10 Minuten ziehen und seiht es anschließend ab. Mehr Informationen über die Arzneipflanze Hopfen gibt es unter www.arzneipflanze-hopfen.de vom Deutschen Hopfenmuseum im bayrischen Wolnzach in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.

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