Waldgarten anlegen und gestalten

Waldgarten anlegen und gestalten

Der Waldgarten ist nicht nur eine Anpflanzung von Bäumen, sondern eine Komposition aus Bäumen, Stauden, Farnen, Bodendeckern und vielleicht auch Blumen, die nur in ihrem Zusammenspiel ein ökologisches System bilden und sich einander in ihrer Existenz günstig bedingen können.

gartengestaltungBei der Gestaltung eines Waldgartens sollte man im ersten Schritt begutachten, wie der Garten beschaffen ist, welche Eigenschaften der Gartenboden hat und ob es bereits vorhandene Bäume und Sträucher sowie weitere Gewächse und Pflanzen gibt, die man in diesen Waldgarten integrieren

möchte.

Einen Waldgarten anlegen - Grundlagen

Der Waldgarten lässt sich dann besonders gut anlegen, wenn es bereits Bäume im Garten gibt, die auch schon ein paar Jahre alt sind. Dies können Nadelhölzer, aber auch Laubbäume sein. Gibt es noch keine Bäume im Garten, muss man wissen, dass man alle Bäume und Pflanzen sowie Sträucher und Stauden, die man pflanzen will, ein paar Jahre brauchen, um eine gewisse Größe zu erreichen. Erst dann sieht der Garten wie ein Waldgarten aus. Vor allem die sogenannten Bodendecker müssen dann sorgfältig ausgewählt werden, da sie meist nur dann gedeihen, wenn es bereits altes Baumwurzelwerk gibt.

So ist zum Beispiel die Pflanzung von jungen Bäumen in Kombination mit Farngewächsen schwierig, da Farn nur in Böden gedeiht, auf dem bereits mehrjährige oder alte Bäume stehen. Ein weiterer Nachteil, wenn man den Garten von Grund auf selbst mit Bäumen bepflanzen muss, um einen Waldgarten anzulegen, ist der fehlende Schatten. Auf diesen Schatten, den der Waldgarten spenden soll, muss man mehrere Jahre warten. Wer auf große Bäume und den Schatten nicht verzichten will und auch nicht mehrere Jahre warten möchte, bis der Garten wie ein Waldgarten aussieht, der kann auch bereits große Bäume kaufen. Hierbei muss man allerdings wissen, dass die Preisspanne beim Einkauf eines großen Baumes zwischen 100 bis 1000 Euro liegen kann oder in manchen Fällen sogar noch höher ist.

Die Basis - der richtige Boden für einen Waldgarten

Basis, damit das Anlegen des Waldgartens gelingt, ist der Boden.
Dieser muss humos sein. Man hat die Möglichkeit, den Boden so herzustellen, indem man ihn mit viel Rindenhumus, Torf, Pflanzenerde und Kompost aus Laub anreichert. Anschließend sollte der Boden mit Rindenmulch abgedeckt werden, da sich so die Feuchtigkeit in der Erde hält und der Boden humos bleibt. Rindenmulch sollte regelmäßig, also alle drei Monate, auf den Boden gegeben werden. Der Rindenmulch vermodert und bildet so neuen Humus für den Boden. So entsteht ein optimales Bodenklima, wie es auch im „richtigen“ Wald gibt. Das Auslegen von alten Baumstümpfen und Wurzelwerk begünstigt die Bildung von Flechten und Moos.

Welche Bäume für den Waldgarten?

Die Mischung von Laubbäumen und Nadelhölzern ist optimal für einen Waldgarten. Dies wirkt natürlich und ist ein optischer Blickfang. Wer sich nur für eine Baumsorte entscheidet, dem kann es passieren, dass der Waldgarten wie eine Baumzucht aussieht und jegliche Natürlichkeit verloren geht. Das abfallende Laub der Laubbäume garantiert zudem die weitere Bildung von natürlichem Humus.

Bei der Auswahl der Bäume sollte man die jeweiligen Eigenschaften der ausgewählten Baumsuche kennen. Kiefern bieten zum Beispiel eher einen

lichten Waldgarten. Rotfichten und einige Laubbaumsorten spenden viel Schatten. Auch bezüglich der dazugehörigen Bodendeckern gibt es ein paar Aspekte zu berücksichtigen. Nicht zu jedem Baum kann jeder Bodendecker gepflanzt werden. Wer sich zum Beispiel für Fichten entscheidet, kann diese nur mit kräftigen bzw. robusten Bodendeckern umpflanzen, da die Wurzeln der Fichte sehr flach sind. Geeignete Bodendecker für Fichtenbäume sind zum Beispiel Johanniskraut, Farne, Waldmeister und Staudengewächse, wie zum Beispiel Bergenien.

waldgarten flWeitere Bodendecker, die man mit anderen Baumarten wie zum Beispiel Ahorn, Tannen oder Birken kombinieren kann, sind Waldvergissmeinnicht, dass zudem einen blauen Blickfang bietet, Magnolien, Hortensien, Freilandkamelien, Purpurglöckchen, Bärlauch, Waldmeister, Eisenhut, Glockenblumen und Doppelsporn.

Bei der Umpflanzung der Bäume im Waldgarten mit Bodendeckern sollte man aber nicht mehr wie zwei Arten von Bodendeckern an einen Baum pflanzen. Man kann grundsätzliche jede Laubbaumsorte oder jedes Nadelgehölz für das Anlegen eines Waldgartens verwenden. Zur Auswahl in Baumschulen stehen meistens Ulmenarten, wie die Hänge-Ulme, Schwarzkiefern, Lärche, Robinien, Birkenarten, wie zum Beispiel die Trauerbirke, Ahornarten und Tannen zur Auswahl.

Das Konzept beim Anlegen eines Waldgartens

Welche Baumsorten letztendlich für den eigenen Waldgarten gepflanzt werden, hängt auch von dem Konzept ab, dass man sich für den Waldgarten erstellen sollte. So kann man sich für einen Wald mit einer Lichtung, einen Schattengarten, einen japanischen Waldgarten oder einen Waldgarten in Kombination mit Elementen eines Steingartens entscheiden. Auch ein Teich oder ein See sowie Pfade und Quellen können in das Konzept für einen Waldgarten eingebunden werden, sofern dies der Platz im Garten zulässt.