Goldtröpfchen, Chiastophyllum oppositifolium - Pflege-Infos

Goldtröpfchen - Umbilicus oppositifoliusWer sich einen Goldregen in Miniaturform vorstellt, landet beim anspruchslosen Goldtröpfchen, auch Walddickblatt genannt. Das zu den Dickblattgewächsen gehörende Staudengewächs ist eng mit den Fetthennen der Gattungen Hylotelephium und Sedum verwandt, wie leicht an den fleischigen Blättern erkennbar ist. Die filigranen Blütenrispen unterscheiden sich jedoch stark von den Fetthennen. Sie sind mit winzigen, zitronengelben Blüten gefüllt, die vor allem dunkle Hintergründe und Felswände wunderschön beleuchten. Goldtröpfchen eignen sich perfekt zur Bepflanzung von Mauernischen oder halbschattigen Steingärten, bilden aber auch einen tollen Blickfang in schmalen Randbeeten.

Steckbrief

  • botanischer Name: Chiastophyllum oppositifolium (Umbilicus

    oppositifolius)
  • andere Namen: Walddickblatt, Goldglöckchen
  • gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae)
  • Staudenpflanze
  • Wuchsform: teppichartig bis 20 cm Höhe
  • Blätter: einfache, blaugrüne Blätter, gekerbt, rosettenartig angeordnet
  • Blüte: gelbe, radförmige Blüten (traubenförmig) im Juni
  • immergrün

Arten und Vorkommen

Ursprünglich stammt das Goldtröpfchen, botanisch Chiastophyllum oppositifolium, aus dem westlichen Kaukasus bis Westasien und wächst dort in mäßig trockenen bis frischen Mischwäldern. Zwar hat die immergrüne Pflanze in seiner Familie, den Dickblattgewächsen, eine ganze Menge Verwandte, die auch in unseren Gärten beliebt sind, in seiner Gattung ist das Goldtröpfchen jedoch das einzige seiner Art. Bei Gärtnern gilt das Gewächs mit seinen gelben, überhängenden Blütenrispen zu den begehrten und seltenen Wildstauden, das Jahrzehnte der Kultur immer noch ohne nennenswerte Zuchtformen überstanden hat. Neben der ursprünglichen grünblättrigen Form gibt es noch:
  • Jims Pride: leuchtend grün-weißes Laub
  • Variegatum: weiß-grünes Laub

Standort

Die Bodendeckerstaude bevorzugt einen absonnigen bis halbschattigen Standort auf mäßig feuchten Böden. Die fleischigen Rosettenblätter vertragen keine pralle Mittagssonne. Gehölzränder wie auch schattigere Bereiche des Steingartens sind die idealen Standorte für das Dickblattgewächs. Goldtröpfchen machen sich aber auch in Rabatten und Beeten ausgesprochen gut, als Friedhofsgrün oder als Bodendecker für sonnenabgewandte Standorte, an denen sich der Gärtner mit der Auswahl an geeigneten Pflanzen ansonsten schwertut. Goldtröpfchen fühlen sich vor allem auf alkalischen Böden wohl, tolerieren aber auch leicht saure Böden und sind gut winterhart. Bis zu -18 Grad übersteht die filigrane Pflanze problemlos. Bei einer guten Standortwahl ist nahezu keine Pflege der Pflanze notwendig. Obwohl das Walddickblatt sukkulente Eigenschaften hat, wie unschwer an den dickfleischigen Blättern erkennbar ist, eignet sich die Pflanze nicht für trockene, vollsonnige Standorte.
  • Lichtbedarf: hell bis halbschattig
  • keine Mittagssonne im Sommer
  • nach Norden ausgerichtete Orte sind ideal
  • Boden: lehmig-sandig oder sandig-tonig
  • pH-Wert: 8 bis 10
  • verträgt aber auch leicht saure Böden
  • humoser, durchlässiger Boden, mineralisch
  • sehr anpassungsfähig
Tipp: Besonders gut zur Geltung kommen Goldtröpfchen in Gesellschaft von Alpenpechnelken, Lewisia (Bitterwurz), Porzellanblümchen und anderen Mitgliedern der Steinbrechgewächse. Es kann auch im Schatten von Gebäuden mit niedrigen Farnen oder Horstgräsern eingesetzt werden.

Pflanzen

Ohne das Goldtröpfchen bleiben halbschattige Plätze im Steingarten oder der Gartenmauer sowie etliche weniger sonnendurchflutete Stellen im Garten oft karg und schmucklos. Das Walddickblatt, wie die robuste Pflanze auch genannt wird, liebt kalkhaltige Böden und kommt mit extremer Kälte nicht nur wunderbar zurecht, sondern behält auch ganzjährig ihr schmückendes Laub. Einmal gepflanzt vermehrt sich das Goldtröpfchen ganz von selbst, ohne jemals zur Plage im Garten zu werden. Im Winter trotzt die Pflanze eisigen Winden und auch Schnee, ab Juni bilden sich leuchtende, goldgelbe Blütenrispen, die leicht überhängen.
Goldtröpfchen - Chiastophyllum oppositifolium
Angesichts dieser vielen Vorteile verwundert es ein wenig, dass das Goldtröpfchen nicht deutlich stärker in unseren Gärten verbreitet ist. Chiastophyllum oppositifolium gilt als wertvolle Wildstaude im Garten. Der Zierwert entsteht nicht nur durch die hübschen gelben Blüten, sondern vor allem durch das saftige Laub. Stauden wie das Goldtröpfchen werden überwiegend im Frühjahr oder Herbst gepflanzt. Wichtig bei der Pflanzung ist ein gut durchwurzelter Ballen, damit die Pflanze gut anwachsen kann.
  • Pflanzzeit: März bis Oktober
  • Pflanzabstand: 25 cm
  • Pflanzen pro
    Quadratmeter: 15
  • am besten in Gruppen von 5 bis 10 Stück pflanzen
  • Boden muss gut durchlässig sein
  • ein wenig Kompost in den Boden einarbeiten
  • gegebenenfalls schwere Böden mit Sand und Splitt aufarbeiten
  • bis die Wurzeln gut eingewachsen sind, Boden feucht halten
Tipp: Goldtröpfchen wirken besonders schön an oder in Steinmauern, Steingärten, alpinen Gärten und beleuchten schattige Ecken im Garten.

Gießen

Neben einem halbschattigen Standort ist noch eine weitere Bedingung wichtig für ein optimales Wachstum des filigranen Goldtröpfchens: ein gut durchlässiger und feuchter Boden. Je nach Standort und Temperatur muss die Bodendeckerpflanze, die sich gerne ausbreitet, regelmäßig gewässert werden. Kurze Trockenperioden sind für die sukkulente Pflanze unproblematisch, Staunässe verträgt das Goldtröpfchen jedoch nicht. Chiastophyllum oppositifolium sollte nie bei voller Sonneneinstrahlung gewässert werden, sondern lieber in den Morgenstunden oder am Abend. Je sonniger der Standort ist, umso mehr muss gegossen werden.

Düngen

Ein entscheidender Wachstumsfaktor ist ein fruchtbarer, humoser Boden. Es empfiehlt sich daher das Einarbeiten von Kompost oder organischem Langzeitdünger wie Hornmehl oder Hornspäne im Frühjahr, damit die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist eine leichte Nachdüngung wünschenswert. Danach muss lediglich alle zwei bis drei Jahre eine Nährstoffgabe erfolgen.

Schneiden

Chiastophyllum oppositifolium gehört zu den wintergrünen Pflanzen, die weder im Herbst noch im Frühjahr zurückgeschnitten werden müssen. Mit dem Neuaustrieb im April bis Mai wird das alte Laub durch neue Blätter verdeckt. Bekommt das untere Laub dadurch nicht mehr genügend Licht, stirbt es ab und bildet wertvollen Humus für die Pflanze. Lediglich die Blüten dürfen nach dem Verblühen ausgeschnitten werden, die restliche Pflanze bleibt in ihrem Wuchs lieber sich selbst überlassen. Wird das Goldtröpfchen zu groß, kann es im Herbst geteilt werden.

Vermehrung

Goldtröpfchen können über Stecklinge, Samen oder durch Teilung der Rosetten vermehrt werden. Die pflegeleichte Pflanze vermehrt sich in der Regel von ganz alleine durch die Ausbreitung von Samen oder Tochterrosetten. Dabei neigt die Pflanze nicht dazu, zu verwildern oder invasiv zu werden. Selbst wenn einige Teile von Chiastophyllum oppositifolium absterben, bildet sie immer einen grünen Teppich auf dem Gartenboden und wächst bei guten Standorten langsam aber stetig.

Teilung

Die einfachste Methode ist die Teilung älterer Pflanzen im Herbst. Die einzelnen Teilstücke (Rosetten) des Goldtröpfchens werden dann an anderer Stelle wieder in die Erde gepflanzt.
  • Zeitpunkt: Herbst
  • Pflanze vorsichtig mit dem Spaten aus der Erde holen
  • Wurzeln gut abschütteln
  • Pflanze vorsichtig auseinanderziehen
  • einzelne Rosetten oder Teilstücke entnehmen
  • eventuelle Verbindungen kappen
  • Spaten oder scharfes Messer benutzen
  • nach dem Einpflanzen vorsichtig angießen

Samen

Samen des Goldtröpfchens können jederzeit ausgesät werden. Am besten ist jedoch der Winter oder das zeitige Frühjahr, da die Samen zu dieser Zeit von einer Kälteperiode profitieren. Die Samen sind Kaltkeimer und wirklich einfach aus Samen zu ziehen, allerdings sehr fein und etwas schwer zu handhaben. Für enge Stellen (beispielsweise Mauernischen) eignet sich die Aussaat ausgesprochen gut, da das Wurzelwerk größerer Pflanzen hier schwer einzubringen ist.
  • Zeitpunkt: November bis Februar
  • in komposthaltigen Boden säen
  • direkt ins Freiland
  • Samen mit einer feinen Schicht Sand bedecken
  • Keimzeit: 6 bis 12 Wochen
  • alternativ in feuchtem Sand im Kühlschrank stratifizieren

Überwintern

Goldtröpfchen - Chiastophyllum oppositifolium
Das fleischige Laub der Goldtröpfchen bleibt das ganze Jahr über grün und bildet damit einen schönen Kontrast im sonst so kargen Ambiente in der kalten Jahreszeit. Die Pflanze ist gut winterhart und übersteht selbst Temperaturen bis zu -18 Grad völlig problemlos. Die Staude ist sehr robust und benötigt keinen speziellen Winterschutz. Damit der Boden nicht so schnell austrocknet, kann ein wenig Rindenmulch (aus Laubgehölzen) auf den Boden aufgebracht werden.

Krankheiten und Schädlinge

Das Goldtröpfchen ist sehr robust und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich wird das zarte Gewächs von Dickmaulrüsslern heimgesucht, die ihre Eier in den Boden legen. Nach dem Schlüpfen fressen die Maden dann die Wurzeln des Walddickblattes, sodass dies kränkelt und bei starkem Befall abstirbt.

Fazit
Wer eine robuste, bodendeckende Pflanze für unwegsame, eher schattige Stellen im Garten sucht, ist mit dem Goldtröpfchen auf der sicheren Seite. Die Staude behält das ganze Jahr über ihr dickfleischiges, zierendes Laub und stellt keine großen Ansprüche. Lediglich die pralle Sommersonne verträgt die goldgelb blühende Pflanze nicht. Eine empfehlenswerte Staude, mit der auch Gartenanfänger schnell und einfach schwierige Standorte im Garten begrünen können.

Tipps für Schnellleser

  • halbschattiger Standort
  • hell aber ohne Mittagssonne
  • perfekt für absonnige Standorte
  • schattiger Steingarten, Trockenmauern oder Randbeete
  • blühender Bodendecker
  • breitet sich von alleine aus, neigt nicht zu invasivem Verhalten oder Wildwuchs
  • normaler, durchlässiger Gartenboden
  • mäßig feucht halten
  • bei Trockenheit gießen
  • verträgt kurze Trockenperioden
  • sehr anpassungsfähig
  • beim Einpflanzen mit Kompost düngen
  • danach nur noch alle paar Jahre im Frühjahr düngen
  • bleibt die Blüte aus, steht das Goldtröpfchen zu dunkel
  • immergrün, muss nicht geschnitten werden
  • Vermehrung durch Teilung, Samen und Stecklinge
  • wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge
  • gelegentlich Befall von Dickmaulrüsslern