Ein Steingarten mit winterharten Kakteen

Ein Steingarten mit winterharten Kakteen

Es gibt unter den sukkulenten Pflanzen für den Garten richtige Kakteen, und zwar im hiesigen Klima hauptsächlich Feigenkakteen, botanisch Opuntia.

Sie bilden die für sie typischen rundlichen oder ovalen, scheibenförmigen Glieder. Der ärgste Feind dieser so ungewöhnlichen erscheinenden Pflanzen ist keinesfalls Kälte, sie halten Temperaturen bis –20°C ohne Probleme aus. Man muss vielmehr darauf achten, dass die Erde leicht und durchlässig genug ist und zuviel Regen vor Beginn und nach Ende des Winters ausreichend von Ihnen ferngehalten wird. Darum stehen sie besonders gut vor Hausmauern mit Dachüberständen.



Damit sie reich blühen ist eine vollsonnige Südlage Vorraussetzung. Optimal ist eine Mauer im „Rücken“ des Pflanzplatzes. Sie schützt nicht nur vor Nordwestwinden, die Kälte und viel Feuchtigkeit bringen. Sie reflektiert die Sonneneinstrahlung, speichert die Wärme und gibt sie über Nacht langsam wieder ab.

Am besten man erschafft einen leichten „Hang“. Eine Drainage gegen das faulen der Kakteen kann man aus groben Kies  (2-4cm) schaffen. Darauf eine Pflanzschicht die 15-20cm dick ist, aus 1/3 Gartenerde,1/3 Kies/ Splitt  und 1/3 staubfreien Sand. Bei einem zu hohen Sandanteil droht eine Art „Verschlammung“, daher ist gewaschener Sand vorzuziehen. In das Beet integrierte Bruchsteine unterschiedlicher Größe sind nicht nur dekorativ, sondern wirken auch positiv auf den Wärme- und Wasserhaushalt in ihrer Umgebung. Sie werden vor der Bepflanzung ordentlich gesetzt, möglichst so, das der Eindruck einer natürlichen

Landschaft entsteht. Den Abschluss sollte um die eingesetzten Pflanzen unbedingt eine Kiesabdeckung mit  2-5cm Dicke bilden. Durch den Kies bleiben die Wurzelhälse trocken und die Pflanzen liegen im Winter nicht auf dem nassen Boden auf. Als angenehmen Nebeneffekt spart man sich das Unkrautjäten im Sommer, ideal ist auch dafür Granitkies.

Als Lückenfüller kann man, wenn man möchte, verschiedene winterharte Sukkulenten (Sedum, Delosperma oder Sempervivum) zwischen den Kakteen und Steinen einpflanzen.
Zur Pflege winterharter Opuntien: Die Vegetation beginnt im zeitigen Frühjahr. Der über den Winter stark reduzierte Wassergehalt des Zellsaftes muss zunächst wieder erhöht werden.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist nun wichtig. Durch die Wasseraufnahme steigt der Zelldruck, und die durch den Winter umliegenden Pflanzen richten sich auf. Falls natürliche Niederschläge ausbleiben oder der Standort extrem trocken ist, sind zusätzlich Wassergaben angebracht.

Je nach Standort und Witterungsverlauf sind ab Mitte Mai bis Juni mit den gelben, orange bis roten Blüten zu rechnen. Auch neue „Ohren“ werden nun gebildet. Zum zügigen Wachstum benötigen die Opuntien bis zur Jahresmitte eine gleichmäßige Wasserversorgung. Opuntien die infolge von Wassermangel ihr Wachstum eingestellt haben, kann man nur schwer in gleichen Jahr zum wachsen bringen. Niemals bei starker Sonneneinstrahlung gießen! Ab Juni benötigen die Opuntien weniger Wasser. Jetzt muss die Drainage für die in unseren Breiten reichlichen Niederschläge sorgen. Die warmen Tage benötigen die Triebe zum ausreifen. Aufgrund des sinkenden Zelldrucks zum Spätherbst hin werden die Pflanzen schrumpelig, und legen sich im Winter ganz auf´s „Ohr“. So vorbereitet überstehen Opuntien jeden Frost, und nehmen nun kein Wasser auf auch wenn das Erdreich noch so feucht ist. Im kommenden Jahr wird gute Pflege bestimmt durch gesunden Wuchs und reichlich Blütenansatz belohnt.

Weitere Winterharte Kakteensorten:
Escobaria – z.B- E. missouriensis
Echinocereus – z.B. E. reichenbachii ssp. Bailey

Von Claudia Wünsch