Hummelburg - Zuhause der Hummeln

Hummelburg Hummel an LavendelHaben Sie sich schon mal gefragt, wo die Hummel wohnt? Wer den Hummelvölkern eine so genannte Hummelburg bereitstellt, weiß es künftig ganz genau. Mit einer Hummelburg bietet man den emsigen Brummern nicht nur ein sicheres Zuhause, sondern tut damit auch gleich etwas für den eigenen Garten.

Das Wichtigste vorweg:
  • Aufstellung: im Frühjahr bis März, kurz über dem Boden, die Öffnung sollte nach Osten zeigen
  • Nistmaterial: Nistwolle, Schafwolle, trockenes Moos
  • Reinigung: im Herbst mit Wasser, Nistmaterial entfernen
  • Besonderheit: Hummeln mögen die Farbe

    blau, die Nesttemperatur beträgt 30 bis 33°C,
  • im Hummelnest sorgen Milben für Hygiene
So haben die eigenen Blumen im Frühjahr als erste die Befruchtungshelfer in Bereitschaft stehen. Schon mit den wärmenden Sonnenstrahlen im März krabbeln die verschlafenen Hummeln aus ihrer Burg und machen die ersten Summ- und Brummversuche. Meist genügt es, die Nisthilfe mit der Öffnung nach Osten im Garten aufzustellen, dann finden sich die Hummeln von ganz allein ein.

Ist der Eingang zur Hummelburg blau eingefärbt, werden sie ihn schnell finden. Wichtig für den Standort ist, dass er möglichst nur von der Morgensonne beschienen werden darf, damit die Hummeln gut in den Tag kommen, aber über Mittag nicht überhitzen. Sind Hummeln eingezogen, darf der Standort der Hummelburg nicht mehr verändert werden.

Die Hummelburg sollte ausreichend isoliert und feuchtigkeitsresistent sein, winterfest sein und saubere Nistwolle bieten, damit die Jungköniginnen den Winter gut überstehen.

Anders als Bienen fliegen die pelzigen Brummer auch an kühleren Tagen, im Regen oder auch wenn sich Schneeflocken am Himmel zeigen. Zudem machen sie der sprichwörtlich fleißigen Biene große Konkurrenz. Sie fliegen am Tag früher los und schwärmen auch in der beginnenden Abenddämmerung aus. Die Hummel bestäubt zudem mehr Blüten als es eine Biene in gleicher Zeit tut. In etwa
zehn Stunden besucht die Hummel bis zu 1000 Blüten.

Hummelburg

Hummeln erwachen im Frühjahr aus ihrem Winterschlaf. Das ist die Zeit, in der sich ihre Königin auf die Suche nach einer passenden Nistmöglichkeit macht. Sie sucht nach einem passenden Ort für ihr Nest. Die Königin braucht einen kleinen Raum, den sie warm halten kann. Er sollte nicht zu groß sein. Sie sucht dicht über dem Boden umher fliegend jede interessante Lücke und Öffnung, die wie ein Mäuseloch aussieht, ab und krabbelt in diese hinein.

Im Herbst stirbt das Volk der Hummelkönigin und die neue, junge Königin sucht sich ein Winterquartier.

Mit einer Hummelburg kann der Mensch der nützlichen Tieren eine naturnahe Nistmöglichkeit bieten und sie gezielt im Garten ansiedeln. Hummeln werden von der Farbe Blau angelockt. Deshalb sollte der Einflugloch blau umrandet werden.

Umgedrehte und eingegrabene Blumentöpfe sollten als Hummelburg nicht verwendet werden, denn diese laufen bei Regen voll und die Nützlinge würden ertrinken. Auch von unterirdischen Kästen ist abzuraten.

Anbringung

Die Einflugöffnung der Hummelburg sollte immer nach Osten zeigen und wird direkt auf den Boden des Gartens gestellt. Je näher sich das Einflugloch am Boden befindet, desto leichter wird die Hummelburg besiedelt.Günstig wäre auf eine kleine aber schwere Bodenplatte zum Schutz vor Bodenfeuchtigkeit.

Die Burg sollte niemals dort aufgestellt werden, wo die Mittagssonne

direkt darauf scheinen kann. Sie darf nicht überhitzt werden. Ideal wäre ein Platz mit Morgensonne und unter Bäumen und Sträuchern, die Schatten spenden. Als Füllmaterial hat sich Nistwolle, Schafwolle, trockenes Moose oder Ähnliches bewährt. Absolut ungeeignet sind Viskose- oder Baumwollwatte, Glaswolle oder Filterwatte (Aquaristikbedarf). Die Tiere können sich darin verschlingen und bei Feuchtigkeit klumpen diese Materialien zusammen. Im März kann mit der Suche der ersten Königinnen gerechnet werden. Bis dahin sollte die Hummelburg unbedingt aufgestellt sein. Nach erfolgtem Einzug der Hummeln darf der Standort nicht mehr verändert werden, denn nach dem ersten Anflug prägen sie sich diesen ein und kehren nur dorthin wieder zurück. Zu einen anderen Standort würden sie nicht finden.
Reinigung und Kontrolle

Im Herbst sollte die verlassene Hummelburg vom Nistmaterial geleert und grob mit Wasser gereinigt werden.

Hummeln gehören zu den wichtigsten Insekten. Sie sind temperaturunempfindlicher wie unsere Bienen und sind länger auf Nahrungssuche wie diese. Sie fliegen täglich, auch bei schlechtem Wetter, in fast 18 Stunden über 1000 Blüten an. Damit sind sie in regnerischen Sommern, neben den Bienen, wichtige Helfer zur Bestäubung der Obst- und Gemüsearten.

Im deutschsprachigen Raum gibt es 36 Hummelarten, die unter strengem Naturschutz stehen. Ihre Nester dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen entfernt werden.

Mit nektarreichen Blumenarten, die von Spätsommer bis Herbst blühen, kann jeder Kleingärtner seinen aktiven Beitrag zum Hummelschutz leisten.