Fischkrankheiten im Gartenteich - erkennen und behandeln

Fischkrankheiten im Gartenteich - erkennen und behandeln

Wer Fische in seinem Gartenteich hält, muss damit rechnen, dass diese auch von Krankheiten befallen werden können. So etwas kommt immer mal vor und kann verschiedenste Ursachen haben.

teich-naturstein flDer Teich sollte möglichst naturnah angelegt werden und die Wasserqualität muss konstant gut sein. Außerdem sollten die Fische keinem Stress ausgesetzt werden. Keinesfalls darf zu viel gefüttert werden! - Man unterscheidet parasitäre und bakterielle Erkrankungen, sowie Pilz- und Viruserkrankungen. Folgende treten in unseren Breiten

häufig auf:

Parasitäre Erkrankungen

Weißpünktchenkrankheit
  • Kleine weiße Flecken auf der Fischhaut, 0,5 bis 1 mm groß
  • Punkte meist an Kopf und Schleimhaut
  • Fische sind desorientiert, apathisch und wirkt krank
  • Fische scheuern am Teichboden, um Flecken loszuwerden
  • Kaum Futteraufnahme zu verzeichnen
  • vermehrte Schleimbildung und Trübung des Fischschleims tritt auf

Als Gegenmaßnahme sollten Sie die Temperatur im Teich langsam auf 30 °C anheben und mindestens 10 Tege halten. Bei diesen Bedingungen sind die Parasiten nicht lebensfähig. Zusätzlich sollten Sie Malachitgrün anwenden. Auch Kaliumpermanganat und Formalin helfen. Bei leichtem Befall hilft es den Fische, sie in Salzwasser zu baden.

 

Flossenfäule
  • meist durch Parasiten ausgelöst
  • fast alle Fischarten können betroffen sein
  • Flossen fransen anfangs aus und lösen sich später von außen nach innen auf
  • befallene Fische in Quarantäne geben - mit Antiseptikum behandeln
  • bei Früherkennung der Krankheit für Verbesserung der Wasserqualität sorgen
Fischegel    
  • Egel leben am Grund des Teichs in der Schlammschicht - je dicker die Schicht, umso mehr Egel
  • vorbeischwimmende Fische werden befallen - sie werden förmlich angebohrt und ausgesaugt
  • die Krankheit ist nur mit Medikamenten
    heilbar
  • gegen Egel hilft regelmäßiges Absaugen des Schlammes
Bakterielle Erkrankungen

Fleckenseuche
  • durch verschiedene Bakterien ausgelöst
  • zu erkennen an fleckenartigen Rötungen
  • später Schuppenablösung und Entstehung von Geschwüren, diese breiten sich an den Seiten großflächig aus
  • Schwanzflosse meist zerfasert, After vorgestülpt
  • Krankheit tritt häufig auf, wenn das Teichwasser mit organischem Abwasser belastet wird
goldfisch-teich flPilzerkrankungen

Saprolegnia
  • zeigt sich als weißer Schleier über Haut und Flossen
  • Auslöser ist oft eine schlechte Wasserqualität
  • Infektion wird durch Wunden (Bisswunden) gefördert
  • mit Malachid Grünchlorid behandelbar
Taumelkrankheit
  • Pilz wird mit der Nahrung aufgenommen (nur hochwertiges Futter verwenden!)
  • Pilz verändert sich im Darm. Plasmodien gelangen durch die Darmwand in das Blutgefäßsystem und so in die Organe - dort kommt es zu ihrer Vermehrung.
  • Geschwüre bilden sich, brechen auf und breiten sich aus

  • beim Fisch treten Gleichgewichtsstörungen auf: er taumelt
  • weitere Anzeichen: Apptitlosigkeit, Abmagerung bis zum Tod
  • die Krankheit ist sehr ansteckend, eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich
  • Gegenmaßnahme: stark befallene Bestände vernichten und Teichwasser entfernen, Teich desinfizieren!
Kiemenfäule
  • tritt anfangs innerhalb der Kiemenepithelien auf und bricht später nach außen durch
  • besonders im Sommer bei hohen Wassertemperaturen zu beobachten
  • kommt häufig vor, wenn zu viele Fische den Teich befölkern

  • Anzeichen: Fische schnappen nach Luft, Kiemenschwellung und Blutergüsse an den Kiemen
  • gelbliche bis bräunliche Verfärbung des Kiemengewebes
  • fast alle Fische können befallen werden

  • sauberes Teichwasser verhindert das Auftreten der Erkrankung
  • organische Ablagerung im Teich vermeiden
  • bei Verdacht der Erkrankung Durchfluss im Teich erhöhen

  • Krankheit nicht behandelbar - befallene Fische entfernen und vernichten!
  • Teichwasser entfernen und desinfizieren (mit Kalkstickstoff oder Chlorkalk)
Viruserkrankungen

Bauchwassersucht und Glotzaugen
  • Anzeichen: aufgeblähter Bauch, Augen treten aus dem Kopf
  • Fische schwimmen apathisch unter der Wasseroberfläche und fressen kaum
  • Virus kann jeden Fisch befallen
  • Schwankungen

    der Wassertemperatur und des Sauerstoffgehaltes fördern Ausbruch und Ausbreitung
  • vitaminreiche Nahrung und eine geringe Fischdichte können die Krankheit weitestgehend verhindern
Fazit der Redaktion

Die meisten Fischerkrankungen können verhindert werden, wenn man für sauberes Teichwasser sorgt. Die Werte müssen regelmäßig kontrolliert werden!

Allerdings kann man Krankheiten auch einschleppen. Deshalb macht es Sinn, neu gekaufte Fische erst einmal zu isolieren und zu beobachten, bevor man sie zum vorhandenen Fischbestand gibt. Krankheiten können aber auch durch Pflanzen eingeschleppt werden oder durch Vögel und Tiere, welche den Teich besuchen. Man kann nicht alles verhindern.