Goldfische - Anleitung zu Haltung und Vermehrung

Goldfische im Teich: pflegeleicht, aber nicht anspruchslosGoldfische gelten nicht nur hierzulande zu den Klassikern unter den Teich- und Aquariumsfischen, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die golden schimmernden Fische im Vergleich zu anderen Fischarten als besonders pflegeleicht gelten. Doch wenngleich Goldfische sich tatsächlich sehr leicht pflegen lassen, sollte man sich vor dem Kauf ausführlich mit der artgerechten Goldfischhaltung auseinandersetzen, zumal es einen gravierenden Unterschied macht, ob man die Fische in einem Teich oder in einem Aquarium halten möchte.

Die artgerechte Haltung im

Aquarium


Wohl jeder kennt das typische Bild vom Goldfisch im Glas. Allerdings ist die Haltung eines einzigen Fisches in einem kleinen Glas die reinste Tierquälerei, die einen frühen Tod des Tieres zur Folge hat. Ein Aspekt, der gegen die Haltung im Glas spricht, ist, dass Goldfische von Natur aus einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben, weshalb letztendlich auch von Delta-Aquarien Abstand genommen werden sollte. Hinzu kommt, dass bei kleinen Aquarien nahezu unmöglich ist, ein stabiles Ökosystem aufrechtzuerhalten. Daher rät das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ausdrücklich zu Aquarien mit einer Mindestfüllmenge von 200 Litern, obgleich das Aquarium je nach Anzahl an Goldfischen gerne etwas größer ausfallen darf.
Abgesehen vom Platzbedarf, der von Laien gerne unterschätzt wird, sind Goldfische aber tatsächlich sehr pflegeleicht, zumal sie von Lebendfutter bis Trockenfutter nahezu alles fressen. Selbst auf eine spezielle Aquariumsheizung kann verzichtet werden, da für gewöhnlich schon alleine die Raumtemperatur völlig ausreicht, um für eine für Goldfische Wassertemperatur von 12 bis 23 °C zu sorgen.

Einzig der pH-Wert muss regelmäßig geprüft werden, da er weder zu hoch noch zu tief sein darf, sondern möglichst konstant zwischen 6,5 und 8,3 pH liegen sollte. Ebenfalls wichtig ist, dass das Aquarium in einem möglichst ruhigen Zimmer steht, da Goldfische ausgesprochen sensibel auf laute Geräusche reagieren. Laut einer amerikanischen Studie könne Lärm sogar dazu führen, dass Goldfische nach einer Lärmeinwirkung für gut eine Woche keine leisen Geräusche mehr wahrnehmen können und zumeist orientierungslos durch das Aquarium irren. Ungeachtet dessen versetzt eine laute Geräuschkulisse die Tiere in Stress.

Goldfische vermehren sich unter günstigen PflegebedingungenDie artgerechte Haltung im Gartenteich

Die artgerechte Haltung von Goldfischen im Gartenteich beginnt bereits beim Kauf. Damit ist gemeint, dass längst nicht alle Goldfischarten bedenkenlos in einem Teich im Freien gehalten werden können. Als geeignet gelten der gemeine, normale oder einfache Goldfisch, der sogenannte Kometenschwanz und der Grasgoldfisch sowie Shubunkins, die derzeit sogar zu den beliebtesten Teichfischen überhaupt gehören.

Doch wenngleich es relativ viele Arten gibt, die sich für die Haltung im heimischen Gartenteich anbieten, sollte man sich beim Kauf ein wenig zurückhalten. Goldfische sollten nämlich in relativ kleinen Gruppen gehalten, zumal sie sich unter optimalen Bedingungen sehr schnell vermehren, sodass das Platzangebot im Teich schon nach kurzer Zeit knapp werden könnte. Außerdem droht das Wasser, bei zu vielen Fischen zu kippen. Daher sollten auf einen Kubikmeter Wasser maximal zwei Fische kommen, da sonst abgesehen vom Platz auch die natürliche Nahrung nicht mehr ausreichend würde, sodass nachgefüttert werden müsste. Allerdings sollte das Füttern bei fallenden Temperaturen eingestellt werden, da Goldfische in die sogenannte Winterstarre verfallen und dann kaum noch Nahrung benötigen. Neben ausreichend Platz und Futter brauchen

Goldfische selbstverständlich auch Luft zum Atmen.

Da der Sauerstoffgehalt in Wasser mit zunehmender Temperatur abnimmt, sollte der Goldfischteich demzufolge im Schatten oder zumindest im Halbschatten liegen. Zudem sollte der Teich mit vielen Wasserpflanzen, wie zum Beispiel
Seerosen, versehen werden, da sie zusätzlichen Schutz vor der Sonne bieten und sich die Goldfische darunter verstecken können. Abgestorbene Pflanzenteile sowie von Bäumen und Sträuchern herabgefallene Blätter müssen aber umgehend entfernt werden, da sie sonst zum Teichboden sinken und dort biologisch abgebaut werden, wodurch wiederum Faulgase freigesetzt würden. Außerdem empfiehlt es sich zumindest bei sehr kleinen Teichen und bei Teichen mit großer Goldfischpopulation, ein Filtersystem zum Reinigen des Wassers zu installiert.

In Bezug auf die Wassertemperatur ist noch anzumerken, dass sie nicht nur aufgrund des Sauerstoffgehalts relativ niedrig sein sollte. Denn wenngleich Goldfische Temperaturen von bis zu 30 °C ertragen können, fühlen sie sich bei Wassertemperaturen um die 20 °C und weniger deutlich wohler. Außerdem bekommen Goldfischen zu rapide Temperaturschwankungen nicht so gut, weshalb die Wassertemperatur möglichst konstant bleiben sollte. Daher sollte der Gartenteich im Schnitt mindestens einen Meter tief sein, da der Einfluss der Sonne auf die Wassertemperatur mit zunehmender Teichtiefe abnimmt.

gartenteich-schoen-300-flGoldfische können im freien überwintern!

Goldfische ertragen nicht nur recht warme Temperaturen, sondern können ebenso sehr niedrige Wassertemperaturen nahe dem Gefrierpunkt unbeschadet überstehen. Damit die Wassertemperaturen im Winter aber nicht zu sehr abfallen und der Teich bis zum Grund hinab gefriert, sollte die Teichtiefe zumindest partiell 1,5 Meter oder mehr betragen. In besonders rauen Wintern kann zudem noch eine Folie über den Teich gelegt werden. Da Goldfische in Winterstarre verfallen und dadurch kaum Luft benötigen, ist es zumindest bei kleineren Fischpopulationen für gewöhnlich kein Problem, wenn die Teichoberfläche komplett mit Eis bedeckt ist. Dennoch empfiehlt es sich, einen Teil der Oberfläche eisfrei zu halten, damit die besagten Faulgase entweichen können. Allerdings darf eine geschlossene Eisdecke niemals mit Gewalt zerschlagen werden, da die damit einhergehende Lärmentwicklung den Goldfischen schaden könnte. Stattdessen sollte so lange heißes Wasser auf die Eisfläche gegossen werden, bis sich ein Loch darin gebildet hat.

Wissenswertes zur Goldfisch-Haltung in Kürze

Da bei der Goldfischhaltung tatsächlich relativ wenig beachtet werden muss, prädestinieren sich Goldfische als die idealen Aquariumsfische für Laien und sogar Kinder. Daneben bieten sich bestimmte Goldfischarten für die Haltung im heimischen Gartenteich an, zumal sie unter optimalen Bedingungen noch nicht einmal gefüttert werden müssen und selbst eisige Winter bei einer ausreichenden Teichtiefe unbeschadet im Freien überstehen können.
  • Beachten Sie bei der Wahl der Fische, dass es auch Arten der Goldfische gibt, die so hochgezüchtet sind, dass sie nicht im Gartenteich gehalten werden sollten.
  • Wenn man Goldfische im Gartenteich überwintern möchte, ist es wichtig, dass man eine Teichtiefe von 80 oder 100 cm einhalten kann.
  • Im Gartenteich ernähren sich diese bewegungsintensiven Fische von Insekten, Würmern und anderen Lebewesen.
  • Selbst eine Eisschicht auf dem Wasser macht diesen munteren Gesellen nur sehr wenig aus.
  • Goldfische können sehr alt werden und sind sehr leicht zu halten. Dennoch haben Goldfische einen großen Platzbedarf, weil sie sich sehr gern bewegen.
  • Wer Goldfische im Gartenteich hält, sollte bedenken, dass er nicht viel von seinen Fischen hat. Sie sind recht klein und dadurch im Teichbecken kaum sichtbar.
  • Für die Haltung im Gartenteich eignen sich vor allem der einfache Goldfisch, der Kometenschwanz, der Grasgoldfisch oder auch Wakin genannt und der Shubunkin.
Wenn sich Goldfische wohl fühlen, vermehren sie sich. Goldfische laichen vornehmlich im Frühjahr. Dabei legen sie weiß-silbrige Raupen ab, die kurz unterhalb der Wasseroberfläche an der Teichfolie kleben und mit dem bloßen Auge gut zu erkennen sind. Nach etwa einer Woche sind die Fische bereit zu schlüpfen. Die jungen Fische sind schwarz-silbrig und entwickeln ihre Farbe erst nach etwa einem Jahr. Diese Jungfische sind sehr klein und messen nur etwa ein bis zwei Millimeter. Allerdings sind Goldfische Kannibalen und fressen ihre eigenen Jungen. Daher wird es empfohlen, die Jungfische abzufischen und in einem getrennten Becken aufzuziehen. Auf diese Weise kann man gewährleisten, dass zumindest ein Teil der Nachkommen überlebt.
  • Allerdings kann man auch beim Anlegen des Teiches flache Stellen mit dichtem Pflanzenbewuchs gestalten. Dorthin können sich die Goldfischjungen zurückziehen.
  • Junge Goldfische wachsen sehr schnell und benötigen dafür kein spezielles Futter.
  • Es dauert sechs bis zwölf Monate bis die Fische eine gute Größe erreicht haben.
  • Wer die Goldfischjungen separat aufzieht, kann sie zu den erwachsenen Fischen geben, sobald sie eine Größe von 4 cm erreicht haben.
  • Ab dieser Zeit können sie nicht länger von ihren Artgenossen gefressen werden.