Störe - Haltung im Gartenteich: 9 Tipps

Störe - Haltung im Gartenteich: 9 Tipps

Möchten Sie gerne einen Streichelfisch in Ihrem Gartenteich? Dann bietet sich ein Stör an, einige Arten dieser Fische können in großen Teichen gehalten werden:
  • teich-naturstein fl(1) Die liebenswerten Störe gibt es schon seit ungefähr 250 Millionen Jahren auf unserer Erde, es sind friedliche und robuste Fische. Wenn Störe sich gut eingelebt haben, werden sie handzahm und so zu richtigen Familienmitgliedern. Denn sie kennen überhaupt keinen Fluchtreflex, weshalb es sie wenig stört, wenn man sie streichelt.

  • (2) Der

    Stör ist aber nur für einen Gartenteich geeignet, der eine gewisse Größe und Tiefe hat. Denn der Stör ist ein starker Schwimmer, der eigentlich in Fließgewässern lebt, die Haltung im zu kleinen oder zu flachen Teich ist also nicht nur Tierquälerei, sondern bringt den Stör schlichtweg um. Aufgrund ihrer natürlichen Lebensweise in fließenden Gewässern brauchen Störe sehr viel Sauerstoff, der Teich muss deshalb vor allem im Sommer wirklich gut belüftet werden. Am glücklichsten ist der Stör natürlich, wenn Sie ihm eine Strömung im Teich installieren. Auch zu warm, d. h. über 20 Grad, darf das Wasser nie werden, was bei genügend Durchlüftung in der Regel vermieden wird.

  • (3) Der Platzbedarf richtet sich natürlich nach der Störart, für die Sie sich entscheiden. Auch wenn ein Stör Ihnen vom Aussehen noch so gut gefällt, entscheidend ist die Körpergröße, die er erreichen wird. Immer wieder wird behauptet (wohl von gewissenlosen Verkäufern), dass ein Stör sich der Teichgröße anpasse, man könne also ruhig Baby-Störe in kleine Teiche setzen. Das stimmt nicht, das Einzige, was sich anpasst, ist die Lebensdauer des Störs, der im kleinen Teich schnell sterben wird. Die tiefste Zone des Teichs sollte 1,5 bis 2 Meter Wassertiefe haben. Diese Zone sollte so groß sein, dass der Stör eine Strecke vom 12-fachen seiner (ausgewachsenen) Körperlänge gerade in eine Richtung schwimmen kann. Das ist das Mindeste, das ist seine Fluchtstrecke, wenn er die nicht hat, lebt er dauerhaft im Stress (wohl auch schon als Baby, die Empfindung richtet sich wahrscheinlich nach der späteren Erwachsenengröße).

  • (4) Der beste Stör für einen größeren Gartenteich ist ein Sterlet, diese Störart wird nur etwa einen Meter lang und bis zu 10 kg schwer. Er ist auch die einzige Störart von den gartenteichgeeigneten Stören, für die Süßwasser die natürliche Umgebung ist. Es gibt noch andere Süßwasser-Störe, z. B. die nordamerikanischen Schaufelstöre und See-Störe, die aber als Planktonfresser im Teich verhungern würden oder wegen ihrer Größe dort absolut nichts zu suchen
    haben.

  • (5) Von den anderen rund 26 Störarten erreichen nur wenige Größen, die ihre Haltung im Gartenteich denkbar machen. Dazu gehört der Sternhausen (Acipenser stellatus), der allerdings mit einer Länge von bis zu 1,5 Metern und ca. 25 kg Gewicht wirklich nur für große Teiche geeignet ist. Ebenso der Waxdick oder Güldenstaedti (Acipenser güldenstaedtii), der bis zu 2 Meter lang und rund 80 kg schwer wird, einzelne Exemplare erreichen ein Gewicht von 200 kg. In Teichen gehalten wird auch der Sibirische Stör (Acipenser baerii), auch bis 2 Meter lang und bis 100 kg schwer, und der Diamantstör (Osster), eine Kreuzung aus Sterlet und Waxdick.

  • (6) Wenn sich irgendwelche anderen Mitfresser im Teich

    befinden, müssen Sie gut achtgeben, dass Ihre Störe überhaupt überleben. Denn die Störe sind langsame Fresser, die keine Futterräuber und damit kein Abwehrverhalten kennen, deshalb verhungern sie häufig in Teichen, in denen auch andere Fische leben. Es ist also nicht ganz einfach, ihre Störe satt zu kriegen. Viele Teichbesitzer haben für die Fütterung der Störe bzw. Sterlets diverse Tricks entwickelt, mit denen sie sicherstellen, dass die Fische nie Hunger leiden. Denken Sie auch daran, dass Ihr Stör im Winter aktiv ist und gefüttert werden muss (je nach Art, meist mit halber Futtermenge).

  • (7) Ein Problem für kleine Störe stellen Fadenalgen dar, die Störe wickeln sich mit ihrer rauen Haut darin ein und sterben, wenn sie noch nicht kräftig genug sind, um die Algen zu durchreißen. Denn rückwärts schwimmen können Störe nicht, ein Flussfisch kennt eben nur den Vorwärtsgang. Sie sollten Ihren Teich also am besten noch vor dem Einsetzen kleiner Baby-Störe gründlich von Fadenalgen befreien, auch später müssen die Algen immer gründlich bekämpft werden.

  • (8) Wer einem Stör in einem großen, wasserbewegten Teich geeignete Lebensbedingungen zur Verfügung stellt, kann sich im Bewusstsein sonnen, dass ein kleiner Schatz in seinem Becken schwimmt: Aus dem Rogen des Sternhausen wird der Sevruga-Kaviar, vom Waxdick kommt der Ossetra-Kaviar und vom Hausen (Huso huso) der Beluga-Kaviar . Der Hausen ist mit bis zu 4 Meter Länge und 1.200 kg Gewicht übrigens der größte Süßwasserfisch der Welt. Ein Schatz, der nicht zu heben ist: Falls Sie wider Erwarten in den Besitz eines Weibchens kämen, wären Sie sicher nicht in der Lage, es zu töten: Wenn das geschlechtsreife Weibchen den ersten Rogen entwickelt, kennen Sie Ihren schwimmenden Lebenspartner dann schon mindestens 8 Jahre. Was allerdings immer noch ein jugendliches Alter ist, schon die kleinen Störarten werden etwa 50 Jahre alt.

  • (9) Wenn es Sie interessiert, ob Sie mit Ihrem Gartenteich die Welt ein bisschen besser machen, lohnt es sich, vom Aussterben bedrohte heimische Arten zu halten. Viele Zierfische für den Gartenteich sind Fremdlinge, die bei uns eigentlich nichts zu suchen haben und sogar die Umwelt gefährden. Der Stör dagegen ist nicht nur bei uns heimisch, sondern fast alle Störartigen (das ist die Ordnung, zu der die Familie der Störe gehört) sind gefährdet oder stark gefährdet.