Alte gegen Kraut- und Braunfäule resistente Tomaten-Sorten

resistente TomatensortenHobbygärtner setzen immer mehr auf alte Tomaten-Sorten, die aufgrund ihrer Genetik resistent gegen Kraut- und Braunfäule sind. Diese Sorten sind robust in der Haltung und bieten trotzdem einen guten Ertrag. Da alte Tomatensorten zumeist nicht vorgezogen in Gärtnereien zu kaufen sind, müssen die Tomatenpflanzen in der Regel aus Samen selber gezogen werden.

Folgende Tomaten-Sorten sind genetisch resistent gegen Kraut- und Braunfäule
  • Phantasie
  • De Berao
  • Philovita
  • Golden Currant
  • Tigerella
  • Rote Murmel
  • White Wonder
Die Samen der alten Tomatensorten können über den Fachhandel bezogen werden. Eine Nachzucht aus den

Samen der geernteten Tomaten ist zumeist nicht möglich, da es sich meistenteils um Hybriden handelt. Würden Tomatenpflanzen aus den selber gewonnenen Samen gezogen, hätten die Tomatenpflanzen aus der Nachzucht andere genetische Eigenschaften als die Mutterpflanze.

Die Anzucht

Bei der Anzucht alter Tomatensorten gelten die gleichen Vorgaben, wie bei der Verwendung anderer Tomatensamen. Bereits im Februar können die Tomatensamen in temperierten Räumen ausgesät werden. Die Verwendung von Anzuchttöpfen in Kombination mit Anzuchterde ist empfehlenswert. Sobald die kleinen Tomatenpflanzen mehrere Zentimeter groß sind, sollten sie pikiert werden, damit sie sich zu einer kräftigen Pflanze entwickeln können. Bei sehr wertvollen und hochpreisigen Samen lohnt sich auch die Einzelaussaat. Wird nur ein Samenkorn pro Anzuchttopf verwendet, kann auf das Pikieren verzichtet werden.

Die Vorbereitung des Pflanzbeetes

Bevor die angezüchteten Tomatenpflanzen ins Freiland gepflanzt werden, sollte das ausgewählte Beet auf die Bedürfnisse der Tomaten vorbereitet werden. Die beste Düngung für Tomaten ist biologischer Kompost. Dieser kann schon einige Zeit vor der geplanten Pflanzung in die Erde eingearbeitet werden. Bei der Auswahl des passenden Standorts ist auf die Fruchtfolge zu achten. Es sollte kein Standort gewählt werden, an dem in den letzten 2 bis 3 Jahren schon einmal Tomaten angebaut wurden. Die Gefahr einer Botritiserkrankung wäre zu groß.

Tomaten mögen keine Staunässe. Ausgediente Pflanztöpfe können da Abhilfe schaffen. Sie werden einfach direkt neben der Tomatenpflanze im Erdreich vergraben. Die Tomatenpflanzen lassen sich auf diese Art einfach und gefahrenlos wässern. Das Gießwasser wird einfach in die vergrabenen Pflanztöpfe gegossen und kann dann über die Wasserlöcher, im Boden der Pflanztöpfe, langsam im Erdreich neben der Pflanze versickern. Die ausgedienten Pflanztöpfe können direkt nach der Bodenvorbereitung schon im ausreichenden Abstand im Erdreich vergraben werden. Je größer der Pflanzabstand gewählt wird, desto gesünder entwickeln sich die Tomatenpflanzen und desto größer ist der Ertrag. Beim Setzen der Pflanztöpfe sollte daher der Pflanzabstand genau eingehalten und eher großzügiger berechnet werden.

Die Pflanzung der Tomatenstauden

TomatenpflanzeIm Mai, nach den Eisheiligen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, beginnt die Pflanzzeit für Tomaten. Die jungen Tomatenpflanzen sollten vorsichtig neben die schon vergrabenen Pflanztöpfe gesetzt werden. Bei der Pflanzung ist es wichtig, dass keine Blätter oder Wurzelteile verletzt
werden, das könnte eine Schwächung der Pflanze zur Folge haben. Schon bei der Pflanzung macht es Sinn, wenn Rankhilfen gleich neben die jungen Tomatenpflanzen gesetzt werden. Die kleinen Pflanzen müssen zwar noch nicht sofort durch Rankhilfen gestützt werden, allerdings ist es danach jederzeit, ohne viel Aufwand, möglich, die Pflanzen anzubinden, wenn diese sich gut entwickeln und größer werden.

Warum sind alte

Tomaten-Sorten so robust?


Bei vielen alten Tomaten-Sorten ist der Wuchs, im Vergleich zu neuen Züchtungen, etwas anders. Die Blätter alter Sorten sind so geformt, dass Regenwasser nicht auf den Blättern verbleiben kann, sondern, auch aufgrund der Blattgestaltung, sogleich herunterläuft. Die Art des Wuchses ist daher entscheidend für die Robustheit einer Tomatenpflanze. Pilze und Pilzkrankheiten können zumeist nur dann entstehen, wenn Regenwasser oder Tau das Wachstum der Pilzkrankheiten auf der Pflanze ermöglichen können. Bei einigen der alten Tomatensorten ist es daher auch vollkommen überflüssig, Überdachungen oder Schutzvorrichtungen zu bauen. Sie können einfach auf dem freien Land wachsen.

Wo können alte Tomatenpflanzen angepflanzt werden?

Aufgrund ihrer Robustheit können alte Tomatenpflanzen fast überall angepflanzt werden. Sie gedeihen gut an folgenden Pflanzorten:
  • im Beet
  • in Kübel (mindestens 15 Liter Volumen)
  • auf Terrassen und Balkonen
  • in Balkonkästen (wenn diese ausreichend groß sind)
Pflege und Düngung

Auch alte Tomaten-Sorten benötigen ein wenig Pflege, damit der Ernteertrag besonders hoch ist. Auf das Ausgeizen der Seitentriebe darf auch hier nicht verzichtet werden. Das Ausgeizen ermöglicht es einer Tomatenpflanze, die Hauptkraft für den Haupttrieb zu erhalten und die Fruchtbildung zu unterstützen. Es sollte daher in regelmäßigen Abständen ein Gang durch das Tomatenbeet erfolgen, damit die neu gewachsenen Seitentriebe schon im Ansatz beseitigt werden können.

Tomaten benötigen während ihrer Wachstumsphase sehr viele Nährstoffe. Nährstoffe sorgen nicht nur für einen guten Wuchs und eine erfolgreiche Ernte, sie werden auch für die Pflanzengesundheit benötigt. Eine zweimalige Gabe von zusätzlichem Kompost, während der Wuchs- und Tragzeit, der Tomaten, sorgt für eine ausreichend gute Nährstoffversorgung. Das Besprühen der Stauden mit einem Sud aus Moringablättern kann auf natürliche Weise das Wachstum und die Gesunderhaltung der Pflanze fördern.

Bevor der erste Frost kommt

Viele Tomatenstauden tragen noch unreife Tomaten, wenn schon der erste Frost angesagt wird. Wer diese Früchte noch ausreifen lassen möchte, sollte daher die Stauden ausgraben und mit dem Blattwerk nach unten im Keller (oder anderen dunklen, frostfreien Räumen) aufhängen. So können die unreifen Tomaten noch Nährstoffe aus der Pflanze ziehen und komplett ausreifen.
Alte Tomaten-Sorten, die resistent gegen Kraut- und Braunfäule sind, können die Freude am Tomatenanbau steigern, wenn die Ernteerfolge deutlich höher sind. Die Sorten überzeugen nicht nur durch Robustheit, sondern auch geschmacklich.
 
Wissenswertes

Gegen einige der Erkrankungen gibt es schon resistente Sorten, aber gegen die Kraut- und Braunfäule ist noch kein Kraut gewachsen.

Resistente Tomaten tragen eine oder mehrere Resistenzen gegen eine oder mehrere Tomaten-Krankheiten, zum Beispiel gegen den Tomatenmosaikvirus. Wirklich 100-prozentig resistente Sorten gibt es nicht, aber einige zeigen eine gewisse Toleranz, den Ausbruch einer der Pilzkrankheiten betreffend. Sie verzögern ihn.

Ansonsten helfen chemische Bekämpfungsmittel, wenn es zum Ausbruch gekommen ist. Besser ist, einige Pflegemaßnahmen zu beherzigen, um dem Ausbruch der Erkrankung vorzubeugen. So z.B. dürfen Tomaten niemals von oben, also über die Blätter gegossen werden. Das Abmulchen des Bodens mit Rasenschnitt oder Stroh ist zu verhindern, denn die Pilzsporen werden durch Regentropfen auf die untersten Blätter geschleudert.  Günstig ist, die untersten Blätter der Pflanze zu entfernen. Vorteilhaft ist die Behandlung mit Pflanzenstärkungsmitteln (Meeresalgen). Am Besten wählt man robuste Sorten aus und installiert einen Regenschutz über den Pflanzen. Durch viel Feuchtigkeit wird der Pilz gefördert und kann sich gut ausbreiten. In regenreichen Jahren tritt die Kraut- und Braunfäule viel häufiger auf.

Eine gegen sämtliche bei Tomaten auftretende Krankheiten resistente Sorte gibt es nicht.