Schnittlauch im Topf ziehen - So gelingt die Pflege in der Wohnung

SchnittlauchSchnittlauch ist nicht nur eine Pflanze für das Gartenbeet, auch im Topf in der Wohnung lässt sich das Lauch gut kultivieren. Voraussetzung hierfür ist genügend Luft und Licht. Wer nur die kleinen Töpfchen aus dem Supermarkt kennt, denkt, dass der Schnittlauch auf diese Weise nicht kultiviert werden kann, da es schnell gelb wird. Doch was viele nicht wissen, ist das diese Töpfe für den sofortigen, frischen Verbrauch konzipiert wurden. Doch Allium schoenoprasum ist nicht einjährig und kann bei der richtigen Pflege lange leben und regelmäßig

geerntet werden.

Standort

Der ideale Standort für den Schnittlauch in der Wohnung ist hell und luftig. Daher eignet sich hier am besten eine helle Fensterbank, bei der im Sommer das Fenster geöffnet werden kann. In der Regel sollte das Kraut in der Küche stehen, da es hier auch verwendet wird. Ist hier keine Fensterbank vorhanden, kann der Platz auch anders gestaltet werden:
  • auf einem Tisch unter dem Fenster in einer hellen Ecke
  • hierauf kann ein kleiner Kräutergarten angelegt werden
  • auf Arbeitsplatte in der Nähe des Fensters
  • Topf hängend von der Decke vor dem Fenster platzieren
  • bei Dachgeschosswohnung den Topf draußen auf dem Dach befestigen
  • hierzu einen Platz suchen, der bequem vom Fenster zu erreichen ist
  • ist der Fensterplatz in der Küche zu dunkel, Alternative suchen
  • Fensterbank im Treppenhaus
  • Fensterbank im Esszimmer
  • wenn vorhanden, im Sommer auf Balkon oder Terrasse 
Tipp: Allium schoenoprasum sollte nie mit anderen Kräutern in einem Kübel oder einer Schale gepflanzt werden. Ein eigener Topf sollte dem Lauch dem immer geboten werden, der dann gemeinsam mit anderen Topf-Kräutern einen dekorativen Platz finden kann.

Substrat & Boden

Für das Substrat eignet sich Blumenerde, Kübelerde oder auch Kräutererde für den Topf, in dem es kultiviert wird. Diese bringt bereits die Durchlässigkeit mit, die sich das Lauchgewächs wünscht. So sieht die ideale Erde wie folgt aus:
  • nährtstoffreich
  • leicht feucht
  • alternativ Gartenerde mit Lehmpulver oder Sand mischen

 Aussaat

SchnittlauchFür die Aussaat wird Blumenerde benötigt, denn die im Handel erhältliche Anzuchterde besitzt für die Samen des Lauchgewächses zu wenige Nährstoffe. Schnittlauch ist ein Kaltkeimer sowie ein Dunkelkeimer. Die Aussaat erfolgt direkt im Gefäß, das für die Kultivierung ausgesucht wurde. Da der Lauch keinerlei Staunässe verträgt, muss der Topf bereits vor dem Einfüllen der Erde und der Aussaat mit einer Drainage angelegt werden. Hierzu werden kleine Kiesel über den Abflusslöchern ausgebreitet, darüber kommt ein Pflanzenvlies. So wird verhindert, dass mit dem Gießwasser Erde zwischen die Steine gelangt und den Abfluss so verstopft. Wurde der Topf vorbereitet, wird mit der Aussaat wie folgt weiter vorgegangen:
  • Schnittlauch kann zu jeder Jahreszeit in der Wohnung eingesät werden
  • die Samen aus dem Handel in die Erde stecken
  • gut im Topf verteilen, nicht zu nah zusammen einstecken
  • mit Erde bedecken
  • gut angießen und feucht halten
  • hilfreich ist eine durchsichtige Folie über den Topf gezogen
  • täglich gut lüften
  • den Topf nicht in die direkte Sonne stellen
  • da es Kaltkeimer sind, nicht zu warm stellen
  • je wärmer es ist, desto länger dauert die Keimung
Ideal ist eine Keimtemperatur zwischen 5° und 10° Celsius. Stehen daher eine helle Garage oder ein heller, kühler Kellerraum zur Verfügung, ist dies der ideale Standort, bis sich die ersten Keimlinge zeigen.

Tipp: Werden zu viele Samen in einen Topf gesteckt, dann könnten die späteren Pflanzen ersticken. Pro Topf reichen daher nur wenige Samen aus, die nicht zu eng beieinander liegen sollten. Denn Allium schoenoprasum benötigt viel Luft und

Platz, auch zwischen den Halmen der einzelnen Pflanzen.

Pflanzen

Die im Supermarkt erhältlichen kleinen Töpfchen mit Schnittlauch sind in der Regel zum sofortigen Gebrauch gedacht und halten daher auch nicht lange auf der Fensterbank. Es können jedoch Sofortmaßnahmen ergriffen werden, damit auch dieser Schnittlauch wächst und gedeiht. Der Topf, in dem die Schnittlauchpflanzen im Supermarkt angeboten werden, ist in der Regel zu klein, die Erde oft trocken und ohne Nährstoffe. Soll eine solche Pflanze daher in der Wohnung für länger kultiviert werden, sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden:
  • größeres Gefäß wählen
  • Drainage anlegen
  • Blumenerde mit genügend Nährstoffen zur Hälfte einfüllen
  • den Schnittlauchtopf gut wässern
  • insgesamt dem Topf entnehmen
  • vorsichtig die alte Erde entfernen, so gut es geht
  • in neues Gefäß einsetzen
  • restliche Erde auffüllen und gut andrücken
  • gut wässern
  • nach einer halben Stunde überschüssiges Wasser vom Teller abschütten
Tipp: Auf diese Weise kann auch der Schnittlauch aus dem Supermarkt ein hohes Alter erreichen. Verbleibt es jedoch im mitgelieferten Topf, wird es nach einiger Zeit gelb und wird keine neuen oder nur verkümmerte Lauchstängel bilden.

Gießen

SchnittlauchDer Vorteil von Allium schoenoprasum ist, dass er sehr gut kalkverträglich ist. Daher kann er ohne weiteres mit Leitungswasser gegossen werden, das ja immer, je nach Gemeinde, einen Anteil von Kalk enthält. Das Lauchgewächs mag es feucht, daher muss es regelmäßig gegossen und darauf geachtet werden,
dass die Erde nicht austrocknet. Sollte dies doch einmal passieren, dann schadet dies nicht nur den Lauchhalmen, die dann gelb und trocknen werden, sondern auch den Wurzeln. Schnittlauch, das längerer Zeit einer Trockenheit der Erde ausgesetzt wurde, erholt sich in der Regel nicht mehr. Bei dem Gießvorgang sollte auf das Folgende geachtet werden:
  • wenn die obere Erde abtrocknet, gießen
  • immer von unten an die Wurzeln
  • nicht über den Lauch gießen
  • Staunässe vermeiden
  • austrocknen vermeiden
  • nicht bei voller Sonneneinstrahlung gießen

Düngen

Schnittlauch sollte regelmäßig alle zwei bis drei Wochen gedüngt werden. Hierzu kann Flüssigdünger mit dem Gießwasser nach Packungsangabe zugeführt werden. Idealerweise sollte bei Kräutern und Lauchpflanzen immer ein auf biologischer Basis hergestellter Dünger genutzt werden, da es sich um eine Pflanze handelt, die verzehrt wird. Dünger auf chemischer Basis können den Geschmack verändern und sind bei häufiger Aufnahme über die gedüngte Pflanze für den menschlichen Körper nicht so ideal.

Schneiden

Allium schoenoprasum wird in der Regel nicht geschnitten, sondern der Schnitt erfolgt durch die Ernte. Das Lauchgewächs kann das ganze Jahr über immer bei Bedarf geerntet werden. So ist auch ein Verjüngungsschnitt nicht notwendig, wie dies oft bei anderen Kräutern der Fall ist. Handelt es sich um eine junge Schnittlauchpflanze, dann sollte diese kaum geschnitten werden, so kann sie besser Anwachsen. Eine kleine Ernte ist jedoch in der Regel nach sechs Wochen nach der Aussaat möglich. Die Ausdünnung der Pflanze hingegen erfolgt, wenn sie geerntet wird, auch, wenn nur einzelne Halme in der Küche benötigt werden, kann hierfür täglich frisch geschnitten werden. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • Halme etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Boden schneiden
  • immer die äußeren Halme schneiden
  • die neuen Triebe bilden sich im Inneren nach
  • rechtzeitig vor einer Blüte schneiden
  • Halme, die blühen, schmecken nicht
  • nur Blüten stehen lassen, wenn Samen geerntet werden sollen
  • Blüten sind zudem dekorativ und sogar essbar
  • für das Schneiden eine saubere und scharfe Schere verwenden
Tipp: Bilden die einzelnen nachwachsenden Halme braune Stellen an den Spitzen, dann hat dies keine Bedeutung. Hierbei handelt es sich um die Verletzung, die dem Halm beim Schneiden zugeführt wurde, bevor er wieder groß nachgewachsen ist. Vor dem Verzehr können diese braunen Stellen einfach entfernt werden.

Vermehren

Vermehrt werden kann das Schnittlauch durch Teilung. Dies ist jedoch nicht nur deswegen sinnvoll, um weitere Pflanzen zu erhalten, sondern auch ein wichtiger Teil der Pflege. So sollte das Lauch in der Regel alle drei Jahre geteilt werden, denn wird es nicht regelmäßig verkleinert, haben die Halme zu wenig Platz und Luft und wachsen dann immer weniger und feiner. Bei der Teilung sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • nicht während der Winterruhe
  • ansonsten kann die Teilung bei Topfpflanzen zu jeder Zeit erfolgen
  • das Lauch insgesamt aus dem Topf nehmen
  • den Wurzelballen mit einem scharfen, sauberen Messer teilen
  • alle Teile einzeln in weitere Töpfe einpflanzen
Tipp: Da Schnittlauch regelmäßig geerntet werden sollte, da die Halme ansonsten gelb werden und absterben, kann es bei vielen Schnittlauchpflanzen auch mal zu einem Überschuss in der Ernte kommen. Die Halme können jedoch kleingeschnitten und portionsweise eingefroren werden

Überwintern

SchnittlauchDamit die Pflanze lange lebt und sehr alt wird, muss auch Allium schoenoprasum in der Wohnung kultiviert für den Winter vorbereitet werden. Denn das Lauchgewächs ist winterhart und sollte in der Wohnung nicht bei gleichbleibenden warmen Temperaturen über den Winter gebracht werden. So ist es besser, wenn ihm ein paar Wochen Winterruhe an einem kühleren Platz geboten werden, damit es im nächsten Jahr wieder schnell austreiben kann. Daher sollte die Winterruhe für den Schnittlauch wie folgt aussehen:
  • Schnittlauch ganz herunterschneiden
  • Halme in der Küche verwenden oder kleingeschnitten einfrieren
  • danach den Topf für etwa zwei Monate in einen hellen, kühlen Raum stellen
  • Topf kann auch draußen überwintern, dann sollte er mit Mulch bedeckt werden
  • ansonsten ist ein unbeheizter Wintergarten ideal
  • auch eine Fensterbank in einem Treppenhaus kann der Winterruhe dienen
  • nicht austrocknen lassen
  • dennoch nicht zu viel gießen
  • das Düngen über die Winterruhe einstellen
  • nach der Ruhephase wieder an ursprünglichen Standort zurückstellen
Tipp: Mit der richtigen Pflege kann der etwa 50 cm hohe Schnittlauch bis zu 20 Jahre und älter werden, ohne seinen Standort wechseln zu müssen. So muss Schnittlauch nicht jedes Jahr wieder neu ausgesät werden.

Pflegefehler & Krankheiten

Ein großes Problem, das beim Schnittlauch auftreten kann, sind dürre und gelbe Blätter. Diese vermehren sich sehr schnell, sind für die Küchenverwendung allerdings absolut nicht geeignet. Daher muss sofort bei ersten Anzeichen der Gelbfärbung gehandelt werden. Dies kann die folgenden verschiedenen Gründe haben:
  • Schnittlauch steht zu trocken oder zu heiß
  • zum Beispiel hinter einer Fensterscheibe mit langer Sonneneinstrahlung
  • dann Standort wechseln oder häufiger gießen
  • Schnittlauch steht zu nass
  • es entsteht Wurzelfäule
  • dann Pflanze der Erde entnehmen
  • alle schadhaften Wurzeln abteilen
  • danach weniger gießen
Tipp: Bei in der Wohnung kultivierten Pflanzen treten Pilzerkrankungen, die die Gewächse aufgrund von zu feuchten Sommern befallen, in der Regel nicht auf.

Schädlinge

Eigentlich wird Schnittlauch ja auch zur Bekämpfung von diversen Schädlingen in die Gartenbeete gepflanzt. Es kann jedoch auch selbst von Blattläusen befallen werden, gerade wenn es auf der Fensterbank in der Wohnung kultiviert wurde. Denn die Schnittlauchpflanzen im Topf sind weniger robust, als solche im Gartenbeet ausgepflanzt. Zudem haben die Schädlinge oft keine andere Alternative und setzen sich aus diesem Grund auf dem Schnittlauch nieder. Damit die Halme genießbar bleiben, sollten Sie mit Brennnesselsud besprüht werden. Aufgrund des Verzehrs sind Insektizide aus dem Handel keine gute Wahl.

Fazit
Schnittlauch ist ein sehr genügsames Gewächs, das nur regelmäßige Dünger- und Wassergaben benötigt. Wird es hell und warm gestellt, dann kann er das ganze Jahr über in der Wohnung kultiviert und regelmäßig geerntet werden. Zudem ist blühendes  Allium schoenoprasum auch hübsch anzusehen, die Blüten sind ebenfalls essbar und werden in modernen Küchen gerne in einem Salat verwendet. Einzig im Winter sollte der Pflanze eine kurze Ruhephase gegönnt werden, in der sie nicht gedüngt und nur sehr sparsam gegossen wird. Danach treibt das Schnittlauch umso schöner noch einmal aus. Eine einzige Pflanze kann bis zu 20 Jahre und älter werden, da sie auch nach einer großen Ernte immer wieder nachwächst.