Lavendel - Anbau, Pflege und Vermehrung

Lavendelstauden bereichern jeden KräutergartenLavendel weckt Urlaubserinnerungen und zaubert mediterranes Flair in den Garten. Weltweit sind etwa 30 unterschiedliche Lavendelsorten mit zahlreichen Züchtungen und Unterarten bekannt. Der betörende Duft, die wunderschönen Blüten, die sich im zarten Weiß, Rosa, Blau oder Violett präsentieren und die Gewinnung ätherischer Öle sind alles Gründe, um den Lippenblütler im heimischen Garten anzupflanzen. Dabei gestaltet sich die Pflege der mediterranen Pflanzen einfach, da sie recht anspruchslos und robust sind. Stimmen die Grundvoraussetzungen von Standort und Pflege verströmt der Lippenblütler seinen typischen

Duft, der von Mensch und Tier gleichermaßen geschätzt wird.

Standort

Die mediterrane Pflanze benötigt in erster Linie einen sonnigen und trockenen Standort. Denn Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit verträgt Lavendel überhaupt nicht. Arten wie der Schopflavendel oder der wollige Lavendel gedeihen auch an halbschattigen Plätzchen, da sie weniger sonnenhungrig sind. Wichtig ist außerdem ein windgeschützter Standort.

Substrat

Der sonnenverwöhnte Lavendel ist auch in Bezug auf die Bodenverhältnisse sehr genügsam.:
  • durchlässiger, magerer Boden
  • sandiger und steiniger Boden ebenso möglich, wenn Wasser ablaufen kann
  • nährstoffarm und kalkhaltig
  • mit Sand gemischte Kräutererde
Ist der Boden zu feucht oder zu nährstoffreich, wird der Lavendel frostempfindlicher.

Gießen

Lavendel liebt es trocken. Gegossen wird nur dann, wenn der Boden durchgetrocknet ist. So kann sich kein Schimmel oder Wurzelfäule bilden, da keine Staunässe entsteht. Demzufolge sollte das mediterrane Schätzchen nur mäßig bewässert werden. Sind die Wurzeln erst einmal eingewachsen, übersteht die Pflanze auch kurzzeitige Trockenperioden problemlos. Die optimale Zeit zum Gießen ist früh am Morgen. So trocknen die Blätter tagsüber und können durch anhaltende Nässe nicht verschimmeln. Tipp: Wer seinen Lavendel ernten möchte, darf ihn während der Blüte nicht mehr wässern. Denn die hohe Feuchtigkeit reduziert die Ölbildung.

Lavendel blüht im Frühjahr in herrlichem LilaWird der Lavendel im Topf oder Kübel kultiviert, muss er öfters gegossen werden. Staunässe und Trockenperioden sind allerdings auch hier nicht erwünscht. Daher öfters nachschauen, ob der Boden trocken ist. Bei jungen Topfpflanzen des Öfteren gießen. Hier darf der Boden auch ruhig feucht - aber nicht nass - sein.

Düngen

Lavendel sollte nicht alle zwei Wochen gedüngt werden. Daher empfiehlt es sich, den Mittelmeerbewohner gelegentlich mit einem stickstoffarmen Dünger zu versorgen. Zu viel Dünger macht die Pflanze frostempfindlicher. Außerdem sorgt zu viel Stickstoff dafür, dass die Triebe in die Länge schießen und die gesamte Pflanze auseinanderfällt. Daher reicht das Düngen einmal im Jahr völlig aus. Verwendet wird Kalidünger oder Kompost. Auch bei Mulch ist Vorsicht geboten. Er speichert nämlich Feuchtigkeit und bewirkt die Bildung von Schimmel. Vorsicht bei Hornspänen. Diese enthalten große Mengen an Stickstoff.

Schneiden

Als Halbstrauch sollte Lavendel mindestens einmal im Jahr kräftig gekürzt werden. Besser ist sogar zweimal im Jahr. Dazu bieten sich das Frühjahr (kurz vor dem Austrieb) und der Spätsommer (kurz nach der Blüte) an. So bleibt der mediterrane Vertreter blühfreudig und kompakt. Bleiben die Pflanzen über mehrere Jahre unbeschnitten, fallen die Stängel auseinander und der Lippenblütler verholzt an der Basis. Verholzte Äste treiben nicht neu aus und selbst nach einem kräftigen Rückschnitt bilden sich kaum noch neue Triebe und Blätter aus.
  • unmittelbar nach der Blüte im Frühherbst um ein Drittel kürzen
  • alle verwelkten Blütenstände entfernen, jedoch die beblätterten

    Zweigabschnitte erhalten.
  • stärkerer Rückschnitt im Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist
  • Pflanze großzügig um zwei Drittel gekürzt
Wichtig! Beim Schnitt im Frühjahr sollten Triebe aus dem vergangenen Jahr mit einigen Blättern erhalten bleiben. So treiben die Schätzchen besser aus. Tipp: Ist der Lavendel bereits stark verholzt, kann im Frühjahr ein radikaler Rückschnitt bis ins Holz wieder zu neuem Wuchs verhelfen.

Überwintern

Unter den vielen bekannten Lavendelarten gilt der echte Lavendel mit seinen Sorten als winterhart. Sinken die Temperaturen allerdings dauerhaft auf unter -15 °C Celsius, müssen auch diese Vertreter geschützt werden.
  • Pflanzen mit Vlies, Kokos- oder Strohmatten abdecken
  • liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum und scheint dazu noch die Sonne, schützt Laub oder Reisig vor dem Austrocknen
  • Geernteten Lavendel hängt man in Bündel zum Trocknen auf
  • junge Pflanzen immer abdecken
  • im Winter nur gießen, wenn der Boden durchlässig und frostfrei ist
Da Kübelpflanzen frostempfindlicher als die Freilandkollegen sind, ist es besser, sie an einen unbeheizten, frostfreien und trockenen Ort im Haus unterzubringen. Das kann eine Garage, ein Keller oder Gewächshaus sein. Geht das nicht, wird eine Unterlage aus Holz oder Styropor unter Kübel oder Topf
gelegt. Dies sorgt zusätzlich als Schutz vor Bodenfrost. Bei zu niedrigen Temperaturen wird der Topf oder Kübel mit Strohmatten ummantelt.

Vermehren

Samen
  • Aussaat im Freien ab März
  • Mindestabstand beträgt 60 cm
  • Samen nur leicht mit Erde bedecken
  • Boden sollte je nach Sorte entweder sandig, kalkhaltig, nährstoffarm oder kiesig sein
  • Aussaat mit Anzuchterde in Saatschalen
  • Samen leicht in Boden drücken
  • Schale mit Frischhaltefolie bedecken
Stecklinge
  • als Stecklinge werden entweder der Verschnitt oder Ableger aus der Mutterpflanze genutzt
  • Stecklinge am besten im Spätsommer setzen (allerdings mit Plastikfolie als Winterschutz abdecken)
  • etwa 10 cm tief im Topf in geeignete Erde setzen
  • je nach Topfgröße etwa drei bis fünf Stecklinge
  • nach Wurzelbildung in einzelne Töpfe setzen
  • Stecklinge, die im März gesetzt wurden, können im Mai nach den Eisheiligen ins Freiland
Absenker
  • im Frühjahr langen Zweig auf den Boden drücken
  • an der Stelle Furche graben
  • Zweig von Blättern befreien und in die Furche stecken
  • Zugraben und eventuell mit Draht fixieren
  • im Herbst prüfen, ob sich Wurzeln gebildet haben
  • ist dies der Fall, Absenker von der Mutterpflanze durch einen Schnitt trennen
  • haben sich keine Wurzeln gebildet, einfach bis zum Frühjahr warten
Sorten

In der Regel wird Lavendel zwischen Zier- Topf- und Gartenlavendel unterschieden. Zu den drei wichtigsten Arten des Gartenlavendels zählen:
  • Lavandula angustifolia (echter Lavendel) - englischer Lavendel - Lavendelöl
  • Lavandula latifolia (Speiklavendel) - großer Lavendel - Speiköl
  • Lavandula Intermedia (Provence-Lavendel) - Putzlavendel - Lavandinöl
Gartenlavendel dient nicht nur dekorativen Zwecken. Aus ihm werden auch Duftstoffe für Parfüme gewonnen. So wird Lavendelöl aus dem echten Lavendel, Speiköl aus Speiklavendel und Lavandinöl aus Provence-Lavendel hergestellt. Weitere Lavendelarten, die sich als Topf- und Kübelpflanzen bewährt haben, sind:
  • Schopflavendel - Lavandula stoechas
  • Farnblättriger Lavendel - Lavandula multifida
  • Wolliger Lavendel - Lavandula lanata
Aus der Nähe: Lavendelblüten in ihrem typischen ViolettHäufig gestellte Fragen
  • Wie wird Lavendel getrocknet und wann muss er geerntet werden? - Um die ätherischen Öle zu erhalten, wird Lavendel kurz vor dem Aufblühen geerntet. Anschließend ist es am einfachsten, wenn die Stängel gebündelt und kopfüber aufgehängt werden. Der Ort zum Trocknen darf nicht zu warm sein.  
  • Wie erklären sich plötzlich vertrocknete Äste und Blätter am Lavendel? - Meistens liegt es an Pflegefehlern. Lavendel verträgt keine Staunässe und sollte nicht regelmäßig gedüngt werden. Außerdem führt ein unsachgemäßer Schnitt zum Vertrocknen der Pflanze.
Wissenswertes zu Lavendel in Kürze

Der Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler und ist wild wachsend im Mittelmeerraum zu finden, bei uns ist der Halbstrauch mit seinem charakteristischen Duft eine beliebte Gartenpflanze im Kräutergarten (Kräuter), einige Arten können auch als Kübelpflanze gehalten werden.
  • Im Garten wird Lavendel gerne zusammen mit Rosen gepflanzt, da er Blattläuse von diesen fernhält.
  • Der Lavendelstrauch wird bis zu 60 cm groß und wächst auf sandigen, kalkhaltigen und durchlässigen Böden.
  • Er bevorzugt einen sonnigen Standort, die meisten Lavendelarten sind frosthart und können auch als Kübelpflanze an einem windgeschützten Platz stehen.
Pflege & schneiden
  • In der Pflege ist Lavendel nicht sehr anspruchsvoll, er braucht nur wenig Wasser (Kräuter gießen), alle ein bis zwei Wochen sollte er außerdem gedüngt werden.
  • Zweimal jährlich sollte die Pflanze geschnitten werden. Ein kräftiger Schnitt sollte dabei im Frühjahr erfolgen, so bleibt die Pflanze vital und wächst schön buschig.
  • Nach der Blüte im Herbst werden lediglich die verblühten Triebe entfernt.
Vermehren & verwenden
  • Lavendel kann durch Aussaat oder Stecklinge vermehrt werden.
  • Die Aussaat beginnt im März im Haus, Mitte Mai erfolgt dann die Anpflanzung im Freien.
  • Für die Vermehrung durch Stecklinge wird im Frühsommer ein Lavendelzweig in die Erde gesetzt.
  • Nach ein bis zwei Jahren ist dieser so gut verwurzelt, dass er verpflanzt werden kann.
Bekannt ist Lavendel als Heilpflanze, deren getrocknete (Kräuter trocknen) Blüten als Tee oder Badezusatz bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und Magenbeschwerden verwendet werden. Mit den getrockneten Blüten gefüllte Säckchen halten außerdem den Kleiderschrank frei von Motten. Zum Trocknen werden die Blüten zu Beginn der Blütezeit samt Stiel abgeschnitten und aufgehängt.

Tipps für Schnellleser

Lavendel kann bis 30 Jahre alt werden. Ausschlaggebend dafür sind ein guter Boden, der perfekte Standort und einige Schnittmaßnahmen. Ohne Schnitt verkahlen die Lavendelbüsche und werden unansehnlich. Ansonsten benötigt die Pflanze kaum Pflege. Man braucht so gut wie nie gießen. Auf schlecht durchlässigem Boden muss man dagegen aufpassen, das die Wurzeln durch Dauerfeuchte nicht faulen. Dagegen sind Krankheiten und Schädlinge bei Lavendel die absolute Seltenheit.

  • Lavendel mag kalthaltigen, kieseligen und steinigen Boden.
  • Schopflavendel dagegen bevorzugt sandige Böden.
  • Pflanzabstand beachten, mindestens 30 bis 40 cm, besser mehr.
  • Schopflavendel ist nicht winterhart.
  • Lavendel nach Kauf entweder umtopfen oder auspflanzen!
  • Wer Lavendel ernten möchte, muss darauf achten, während der Blüte nicht zu gießen. Durch hohe Feuchtigkeit wird die Ölbildung reduziert.
  • Lavendel im Topf öfter gießen als ausgepflanzte Exemplare!
  • Wird Lavendel zu viel gedüngt, wird die Pflanze frostempfindlich und verholzt schneller.
  • Deshalb empfehlen viele Experten, statt 14 tägig lieber nur einmal im Jahr mit Kompost oder Kalidünger für Nährstoffe zu sorgen.
  • Im Winter kann Lavendel vertrocknen. Ist der Boden gefroren, kann kein Wasser aufgenommen werden.
  • Beim Rückschnitt nicht bis ins alte Holz schneiden. Daraus treibt sie Pflanze nicht neu aus.
  • Nicht später als im August schneiden, denn sonst können die Triebe nicht ausreifen.
  • In rauen Gegenden besser erst im Frühjahr schneiden!
  • Der Duft von Lavendel hält Motten ab

Wozu kann man Lavendel nutzen?

Das Öl des Lavendel wird für Doftöle verwendet. Es kommt in Seifen, Badezusätzen, Parfümen und Körperölen zum Einsatz. Der Duft hat eine entspannende Wirkung. Deshalb wird Lavendelöl auch in der Medizin genutzt, zur Beruhigung, gegen Herz- und Kreislaufbeschwerden und gegen Einschlafstörungen. Auch als Gewürzpflanze wird Lavendel verwendet bzw. seine jungen Blatttriebe. Sie werden getrocknet und zerkleinert und sind Bestandteil der Gewürzmischung „Kräuter der Provence“.

Der im Garten geerntete Lavendel kann auch gut genutzt werden. Duftsäckchen, die in Schränke gelegt werden, sorgen nicht nur für angenehmen Geruch, sie vertreiben auch Motten und ander Schädlinge. Zu kleinen Sträußen gebundene Lavendelrispen sind auch optisch sehr ansprechend. Die getrockneten Blüten können auch in Badewasser gegeben oder für die Seifenherstellung genutzt werden.

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