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Tee aus Minze selber machen – Welche Wirkung hat frischer Minztee?

Ob im Topf auf dem Balkon oder in einer Gartenecke: Minze wächst fast überall. Die frischen, aromatisch duftenden Blätter geben einen vorzüglichen Tee ab, der zudem gegen allerlei körperliche Beschwerden hilft. Doch Vorsicht: Frischer Pfefferminztee kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, weshalb Sie ihn nicht immer trinken sollten. Wann selbst gemachter Tee aus Minze schmeckt und wie Sie ihn zubereiten, erfahren Sie in diesem informativen Beitrag.

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Positive Wirkungen von frischem Minztee

Vor allem die Pfefferminze (bot. Mentha x piperita) ist schon seit Jahrhunderten als Heilkraut bekannt. Die scharf schmeckenden Blätter der hübschen Gartenpflanze enthalten hohe Anteile des ätherischen Öls Menthol, welches eine anregende und erfrischende Wirkung auf den Körper hat. Ein Tee aus frischen Pfefferminzblättern empfiehlt sich deshalb vor allem in den warmen Sommermonaten, weil das enthaltende Menthol die in der Haut befindlichen Kälterezeptoren aktiviert und somit den Körper erfrischt. Diese Wirkung zeigt das Getränk sogar dann, wenn Sie es heiß genießen – kein Wunder also, dass Pfefferminztee in den arabischen Ländern so beliebt ist.

Tipp:

Die höchste Konzentration an Menthol enthält die beliebte Pfefferminze, weshalb diese Minzsorte für heilkräftige Tees am besten geeignet ist.

Minztee statt Kaffee

Können Sie auf Ihren täglichen Kaffee nicht verzichten, wollen dessen Konsum jedoch aus gesundheitlichen Gründen reduzieren? Dann trinken Sie morgens stattdessen eine Tasse Pfefferminztee. Dieser regt die Durchblutung an, bringt den Kreislauf auch ganz ohne Koffein in Schwung und sorgt so dafür, dass Sie frisch und munter in den Tag starten. Die verbesserte Durchblutung hilft zudem gegen Spannungskopfschmerzen und lindert Migräne.

Erkältungen

Pfefferminze - Mentha piperita

Des Weiteren gehört Pfefferminztee zu den klassischen Erkältungstees und hilft, typische Schnupfensymptome und Hustenreiz zu lindern:

  • Menthol-Dämpfe regen Durchblutung an
  • befreien Nase und obere Atemwege von Schleim
  • wirken abschwellend

Trinken Sie bei Schnupfen und Heiserkeit am besten heißen Minztee, den Sie zudem mit einem Löffel echten Honig süßen. Honig wiederum beruhigt den Hals und lässt Halskratzen und -schmerzen erträglicher werden. Genießen Sie den heißen Tee in kleinen Schlucken und atmen Sie die aufsteigenden Menthol-Dämpfe tief ein.

Magenbeschwerden

Die entkrampfende Wirkung frischer Pfefferminze hilft außerdem bei Magenproblemen, etwa infolge

  • einer fettigen, reichhaltigen Mahlzeit
  • einer Magenverstimmung
  • ungewohnten Essens (beispielsweise im Urlaub)
  • eines Reizdarms

Minztee regt die Gallenproduktion an und sorgt so für eine Linderung des Völlegefühls sowie für eine bessere Verdauung nach einem schweren Essen. Der Gallensaft ist für eine funktionierende Fettverdauung unverzichtbar, weshalb eine Tasse des frischen Tees den Körper bei der Verarbeitung unterstützt. Bei einer Magenverstimmung oder Symptomen eines Reizdarms wiederum wirkt das Getränk entspannend und beruhigt die Nerven im Magen- und Darmtrakt.

Tipp:

Auch wer abnehmen will, profitiert von frischem Pfefferminztee. Das Getränk, vornehmlich vor einer Mahlzeit oder bei Heißhunger genossen, beruhigt den Magen und dämpft den Appetit. Achten Sie jedoch darauf, zu Abnehmzwecken keinen Zucker oder Honig in den Tee zu rühren und möglichst nicht mehr als vier Tassen am Tag zu trinken.

Wann Sie auf Minztee besser verzichten

Frischer Pfefferminztee hat jedoch nicht nur positive, sondern auch einige unerwünschte Nebenwirkungen. Treffen eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Sie zu, sollten Sie auf den Genuss dieses Getränks verzichten oder es in nur geringen Mengen (beispielsweise maximal ein bis zwei Tassen am Tag) trinken.

  • Sie sind hochschwanger oder stillen ein Baby.
  • Sie haben eine empfindliche Magenschleimhaut.
  • Sie neigen zu Sodbrennen / Reflux.
  • Sie haben Gallensteine.

Der hohe Menthol Gehalt von frischer Pfefferminze hat einerseits eine abstillende Wirkung, reduziert also die Produktion Ihrer Muttermilch. Aus diesem Grund sollten Sie nur dann zu Pfefferminztee greifen, wenn Sie tatsächlich abstillen wollen. In diesem Fall kann das Getränk Ihnen dabei helfen, einen möglichen Milchstau zu vermeiden.

In größeren Mengen genossen, kann reiner Pfefferminztee die Magenschleimhaut schädigen und die Bildung von Magengeschwüren begünstigen. Durch die entspannende Wirkung des ätherischen Öls ist es zudem möglich, dass der Magenpförtner nicht mehr richtig schließt und Sie anschließend unter Sodbrennen leiden.

Minze - Mentha

Wer zudem zu Gallensteinen neigt, sollte ebenfalls auf Pfefferminze verzichten. Das Kraut regt die Bildung von Gallensekret an, was wiederum starke Bauchkrämpfe zur Folge haben kann.

Tipp:

Auch Babys und Kleinkinder sollten keinen Pfefferminztee trinken, da ihre Mägen noch empfindlich sind und sie außerdem anschließend spucken könnten.

Tee aus Minze selber machen

Pfefferminztee gibt es in jedem Supermarkt zu kaufen. Allerdings sollten Sie, um von den gesunden Wirkungen des Getränks zu profitieren, auf selbst geerntete Blätter aus dem eigenen Garten zurückgreifen. Haben Sie keinen Garten, lässt sich die hübsche Pflanze problemlos in einem Topf oder Kübel auf dem Balkon oder der Fensterbank kultivieren. Weshalb jedoch ist frische Minze gekauften Tees vorzuziehen? Der Grund ist ganz simpel: Viele gekaufte Minze-Tees sind mit Pestiziden belastet, wie verschiedene Verbrauchertests in den letzten Jahren gezeigt haben. Außerdem schmeckt ein Tee aus frischen Blättern ungleich aromatischer als ein aus getrockneten (und wer weiß wie alten) Pflanzenteilen zubereiteter.

Welche Minzen eignen sich?

Für die Hausapotheke sollten Sie ganz klassisch Pfefferminze verwenden, da nur diese die beschriebenen gesundheitlichen Wirkungen zeigt. Von allen Minzen besitzt Mentha x piperita den höchsten Menthol Gehalt. Wollen Sie hingegen gerne Minztee trinken, aber auf die unangenehmen Nebenwirkungen verzichten, so bieten sich verschiedene andere Minzarten an. Diese enthalten weniger Menthol, sind daher deutlich milder und eher als tägliches Getränk geeignet. Als Teeminzen eignen sich besonders diese Sorten sehr gut:

  • Fruchtminzen wie Apfelminze, Zitronenminze, Ananasminze, Erdbeerminze
  • Marokkanische Minze oder Nanaminze (bot. Mentha spicata ‚Marokko‘)
  • Grüne Minze oder Spearmint (bot. Mentha spicata)

Vor allem die Fruchtminzen sind sehr mild und schmecken auch Kindern. Nicht als Getränk geeignet ist hingegen die leicht giftige Poleiminze (bot. Mentha pulegium), die auch als Flohkraut bezeichnet wird und leicht mit der Pfefferminze zu verwechseln ist.

Dosierung und Zubereitung

Für einen frischen Aufguss zupfen Sie pro Liter Wasser zwischen fünf und sieben gesunde Blätter oder die oberen Enden der Stängel ab. Legen Sie diese in eine Kanne und übergießen Sie sie mit kochend heißem Wasser. Idealerweise hat das Wasser eine Temperatur von 95 Grad Celsius, sollte also nicht mehr sprudeln. Lassen Sie den Tee etwa zehn bis 12 Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen. Dies ist wichtig, da das flüchtige Menthol sonst entschwindet und das Getränk nicht mehr so aromatisch schmeckt.Anschließend können Sie den Minztee nach Belieben mit Zucker, braunem Zucker, Kandiszucker, Stevia oder Honig süßen. Auch ein Esslöffel frisch gepresster Zitronensaft schmeckt im Sommer herrlich erfrischend. Abgekühlten Pfefferminztee garnieren Sie als Eistee mit Eis- oder gefrorenen Apfelsaftwürfeln und ein paar Zitronenscheiben.

Tipp:

Genießen Sie das Getränk nicht nur pur, sondern mischen Sie die Minze mit Zitronenmelisse, Brombeer- oder Erdbeerblättern, einer Messerspitze Kardamom, grünem oder schwarzem Tee, Zitronengras oder etwas Ingwer.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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