Pimpernelle (Sanguisorba minor): Kräuter Tipp Kleiner Wiesenknopf

Pimpernelle (Sanguisorba minor): Kräuter Tipp Kleiner Wiesenknopf

Die bei uns auf den Wiesen zu findende Pimpernelle trägt im Volksmund viele Namen. Blutströpfchen, Drachenblut, Herrgottsworte, Sperberkraut, Wurmkraut und Körbelskraut sind nur einige davon.

pimpernelle otDie reguläre deutsche Bezeichnung lautet jedoch Kleiner Wiesenknopf. Die Pimpernelle gehört zur Familie der Rosengewächse und ist in Süd- und in Zentraleuropa beheimatet.

Pflanzenbeschreibung Pimpernelle

Anders als ihre Rosenverwandtschaft, setzt die Pimpernelle bei der Bestäubung auf den Wind. Dazu produziert die Pflanze auf ihren Stängeln runde

Blütenköpfe, die zuoberst rotfarbene weibliche Blüten, in der Mitte neutrale und zuunterst männliche Blüten tragen. Die Reifung der Blüten erfolgt von oben nach unten. Das rosettig heranwachsende Laub ist mit gegenständigen, ovalförmigen Fiederblättern geschmückt. Der Kleine Wiesenknopf erreicht bei guten Bedingungen eine Wuchshöhe von 100 cm. In milderen Gegenden behält die Pflanze auch im Winter ihr grünes Kleid.

Bevorzugter Standort der Pimpernelle

Die Pimpernelle möchte einen warmen Standort mit reichlich Lichteinfall. In der Natur ist sie deshalb inmitten sonnig gelegener Wiesen oder an Wegrändern außerhalb des Waldes anzutreffen. Obwohl die Pimpernelle auch auf trockenen, lehmhaltigen Böden wächst, entwickeln ihre Blätter bei guter Wässerung einen intensiveren Geschmack, der sich direkt
nach einem Regen noch verstärkt.

Kräuter Tipp Kleiner Wiesenknopf

Das Aroma der Pimpernelle lässt sich als nussiger Gurkengeschmack beschreiben. Außer Kerbel, Petersilie, Zitronenmelisse, Borretsch, Schnittlauch und Sauerampfer, zählt die Pimpernelle zu den klassischen sieben Kräutern der in Hessen so beliebten „Grünen Soße“. Darüber hinaus gibt es für das Kraut in der Küche noch etliche weitere Verwendungsmöglichkeiten:
  • Als köstliches, nach Gurken schmeckendes Gewürz verfeinert die Pimpernelle Salate.
  • Kleingeschnittene, junge Blätter geben Butterbroten oder Quarkschnitten einen exzellenten Geschmack.
  • Eierspeisen, Gemüse, Salzkartoffeln, Rühreier, Suppen und Fischgerichte erhalten mit Pimpernelle ein köstliches Aroma.
  • Zur Herstellung von Kräuteressig eignet sich das Würzkraut ebenfalls.
Pimpernelle in der Naturheilkunde

Pimpernelle enthält viel Vitamin C und kann dadurch zu einer optimalen Vitaminversorgung beitragen. In der Vergangenheit wurde das Kraut zudem in der Heilkunde eingesetzt. Pimpernelle werden harntreibende, entzündungshemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Verwendet wird immer das frische Kraut, das mit Wasser aufgekocht und nach 5 minütigem Ziehen getrunken wird.

Pimpernelle ernten und lagern

Pimpernelle wird prinzipiell nicht getrocknet, sondern immer frisch verwendet. Da sich das Kraut im Winter nicht in den Boden zurückzieht, kann es nahezu das ganze Jahr geerntet werden, am besten direkt nach einem Regenguss, denn dann ist das Aroma am stärksten. Als Aufbewahrungsmöglichkeit für einen längeren Zeitraum hat sich der Gefrierschrank bewährt, denn durch das Einfrieren geht der Geschmack nicht verloren.

Pimpernelle gedeiht auch prima im Garten. Pflanzen oder Samen gibt es in Gärtnereien oder bei Gartenversandhäusern, die ein breites Sortiment an Kräuterpflanzen führen.

Bildquelle: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885.