Bärlauch blüht - ist er blühend noch essbar?

Bärlauch blüht - ist er blühend noch essbar?

Immer wieder ist zu lesen, dass der Bärlauch nur bis zur Blüte gepflückt werden dürfe. Wenn Sie gerade ein ganzes Bärlauchfeld gefunden haben und einen richtigen Vorrat sammeln könnten, werden Sie sich über diesen Rat Ihre eigenen Gedanken machen.

Ein Bärlauch-Wildbestand mit blühenden ExemplarenWas steckt hinter dieser Anweisung? Ist der Bärlauch während der Blüte nicht mehr essbar? Oder ist er blühend sehr wohl noch essbar, und es steckt etwas ganz anderes dahinter?


/>Bärlauch ist im Ganzen essbar

Zuerst: Natürlich ist Bärlauch auch noch essbar, wenn er blüht. Wenn eine Pflanze Inhaltsstoffe enthält, die uns Menschen nicht zuträglich sind, verteilen sich diese Inhaltsstoffe grundsätzlich über die ganze Pflanze. Es kann schon sein, dass sich die toxischen Substanzen in einzelnen Teilen einer Pflanze so konzentrieren, dass es im Volksmund heißt, die Beeren dieser Pflanze seien giftig. Aber es würde Ihnen auch nicht gut bekommen, wenn Sie die Blätter oder die Blüten einer solchen Pflanze zu sich nehmen würden. Sie müssten von ihnen sehr viel mehr verzehren, bis es Ihnen richtig schlecht geht.

Bärlauch dagegen ist komplett essbar! Die Knospen können wie Kapern eingelegt werden, sogar die Blüten selbst kann man essen. Diese sollen jedoch nicht mehr sehr viel vom typischen Bärlauchgeschmack erkennen lassen.

Es gibt jedoch einen handfesten geschmacklichen Grund dafür, wenn empfohlen wird, den Bärlauch nur bis zur Blüte zu sammeln: Das meiste Aroma haben die
jungen Blätter, wenn sie gleich nach ihrem Auftauchen im März gesammelt werden. Wenn die Blüte erscheint, wandert das Aroma der Blätter in die Blüte. Die Blätter schmecken deutlich weniger würzig. Außerdem sind die Blätter bis zu diesem Zeitpunkt natürlich auch älter und damit weniger zart geworden.

In Ihrem Garten können Sie vom Bärlauch jedoch alles ernten, wann Sie möchten, und auch alles essen, bis hin zur Zwiebel. Wenn Sie einen bestimmten Teil vom Bärlauch testen möchten und ihn dadurch aus Versehen fast ausgerottet haben, können Sie im Zweifel ja einfach ein paar neue Zwiebeln setzen.

Bärlauch in der freien Natur oder im Garten

Wenn es heißt, nur bis zur Blüte sammeln, hat das bei wilden Bärlauchbeständen auch noch andere Gründe: Die Wildbestände an Bärlauch sollten so behandelt werden, dass der Bärlauch an diesen Stellen erhalten bleibt.

Der Bärlauch ist eine Pflanze, die sich sehr langsam entwickelt: Die Bärlauchpflanzen beginnen erst im 4. Jahr, sich vegetativ und sexuell zu reproduzieren, indem sie Samen ausbilden und zusätzliche Zwiebeln ansetzen. Sobald die Blüte beginnt, setzt der Bärlauch alle Kraft in den Weiterbestand: in den ersten Jahren in die Hauptzwiebel, ab der Fortpflanzungsreife in die Bildung von Samen und Zwiebelkindern. Da Bärlauchpflanzen im Durchschnitt nicht älter als acht Jahre werden, haben sie keine lange Zeitspanne der Fortpflanzung. Sie brauchen also alle Chancen, die sie bekommen können.
  • Am schonendsten ist es für den Bärlauch, wenn Sie von jeder Pflanze nur ein Blatt ernten und ihn ansonsten in Ruhe wachsen lassen.
  • Falls Sie Geschmack am köstlichen Bärlauch-Pesto gefunden haben und mit dieser Ernte nicht auskommen, sollten Sie wirklich überlegen, Ihren eigenen Bärlauch im Garten anzubauen.
  • Die

    Anzucht aus jungen Zwiebeln ist nicht schwer und lässt sich sogar auf dem Balkon verwirklichen.
Außerdem müssen Sie dann nie wieder Angst haben, den Bärlauch beim Sammeln mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder dem Gefleckten Aronstab zu verwechseln. Denn solche Verwechslungen kommen immer wieder vor, und sie können durchaus tödlich enden. Bei regelmäßigem Verzehr kann der Bärlauch aus dem Garten durchaus zum Heilkraut werden, er soll bei Magen-Darm-Störungen Gutes bewirken und außerdem den Blutdruck senken und arteriellen Durchblutungsstörungen vorbeugen können.