Edelgeranien, Pelargonium grandiflorum - Pflege und Überwintern

Die Pelargonium grandiflorum verzaubert mit ihren samtig großen Blüten und sorgt als attraktive Zimmerpflanze für eine wahre Farbsinfonie. Als üppig wachsender Strauch ist sie auch wunderbar für Balkon und Garten geeignet, wenn sie einen geschützten Standort erhält. Das wundervolle Ziergewächs präsentiert sich majestätisch schön und zeigt bei einer Wuchshöhe von bis zu 40 cm von Frühling bis Herbst seine ganze Pracht. Edelgeranien sind nicht winterhart doch mehrjährige Pflanzen, die keinen größeren Pflegeaufwand benötigen.

Die Zierpflanze aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) gilt hierzulande als reich blühende Schönheit unter den Geranien. Durch ihre saftig

grünen Blätter und ihre Blüten, die in den leuchtenden Farben Rot, Rosa und Weiß mit dunklem Fleck erstrahlen wird sie zum einzigartigen Blickfang im heimischen Wohnambiente. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Geranien aus Südafrika nach Europa. Seit dieser Zeit entstanden durch Züchtungen immer wieder neue Sorten und Arten so auch die Edelgeranie Pelargonium grandiflorum, die mit ihren markanten großen Blüten besticht.

Standort

Die Pelargonium grandiflorum auch Edel- oder Englische Geranie genannt bevorzugt einen hellen, luftigen und warmen Standort im Sommer, der auf keinen Fall vollsonnig sein darf. Edelgeranien können zudem an einem regengeschützten Ort auch im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse aufgestellt werden. Als dekorative Pflanze schmückt das beeindruckende Ziergewächs häufig Fensterbänke. Allerdings sollte dann eine gute Belüftung vorhanden sein und trockenwarme Luft etwa in Heizkörpernähe vermieden werden.
  • heller bis halbschattiger Standort im Sommer
  • im Freien ein überdachter Platz, der vor Regen schützt
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • bei Temperaturen von 15 bis 20 °C
  • im Winter einen hellen und kühleren Ort mit 10 bis 14 °C wählen
  • niedrige Temperaturen zwischen 12 und 14 °C fördern die Blütenanlage!
Tipp: Blüht die Edelpelargonie nicht, liegt die Ursache hierfür oft am Lichtmangel.

Substrat

Die kleinen Sträucher gedeihen hervorragend:
  • auf frischen bis feuchten
  • sandig-lehmigen Gartenböden
  • als Topfkultur ist lehmige Erde oder
  • gewöhnliches Substrat (Einheitserde) empfehlenswert, das jedoch mit einer Drainageschicht versehen ist.
Gießen

Für ein üppiges Wachstum benötigen die kleinen farbenprächtigen Sträucher nicht viel Wasser. Deshalb sollten Edelgeranien während der Sommerzeit nur mäßig bewässert werden. In den Wintermonaten, wenn die Pflanze kühler steht, darf die Erde nie ganz austrocknen. Deshalb wird auch in dieser Zeit nur sehr wenig gegossen.
  • im Sommer regelmäßig und wenig gießen
  • gleichmäßig feucht halten.
  • in der Winterzeit Wassergabe dann auf ein Minimum reduzieren
  • nicht austrocknen lassen
  • Staunässe vermeiden!
Tipp: Damit es nicht zu einer Wurzelfäulnis kommt, ist darauf zu achten, dass Wasser kein im Topfuntersatz vorhanden ist. Aber auch zu feuchte Erde oder Ballen können eine Fäulnis der Wurzeln begünstigen.

Düngen

Die Pelargonium grandiflorum gilt als stark zehrende Pflanze. Deshalb sollten die faszinierenden Ziersträucher in der Wachstumszeit alle 2 bis 3 Wochen einen flüssigen Volldünger erhalten, der ins Gießwasser gegeben wird, um Mangelerscheinungen vorzubeugen wie beispielsweise gelbe Blätter oder zu kleine Blüten. In den Wintermonaten ist hingegen auf eine Düngung ganz zu verzichten.
  • Langzeitdünger verwenden
  • oder 1 bis 2 Mal im Monat düngen
  • flüssigen Volldünger z. B. für Blühpflanzen oder Balkon und Geranien verwenden
Überwintern

Edelgeranien sind nicht winterhart und erhalten ein passendes Winterquartier, das sie bereits vor dem ersten Frost beziehen sollten. Im Vergleich zur herkömmlichen Balkongeranie benötigt das imposante Ziergewächs jedoch einen wärmeren Standort bei Temperaturen von 12 bis 13 °C. Soll die Pelargonium grandiflorum die kalte Jahreszeit gut überstehen darf die Temperatur auf keinen Fall unter 8 °C sinken!
  • in hellen Räumen

    überwintern lassen wie Treppenhaus oder kühlere Wohnräume
  • bei Raumtemperaturen zwischen 12 und 13 °C
  • verwelkte Blätter entfernen
  • Pflanzen auf Schädlinge regelmäßig kontrollieren
  • Substrat niemals austrocknen lassen
Umtopfen und Schneiden

Bei Bedarf können die Triebe vor dem Umpflanzen zurückgeschnitten werden. Da Edelgeranien eine lange Zeit das heimische Ambiente verschönern können, ist es angebracht, die Zierpflanzen hin und wieder radikal zurückzuschneiden, damit der reich blühende Strauch seine Kraft behält. Das Umtopfen in frische Blumenerde oder ein größeres Gefäß erfolgt im Frühjahr.

Vermehrung

In der Regel lässt die Blütenpracht der Pflanzen ab dem dritten Jahr recht stark nach, so dass rechtzeitig für Jungpflanzen gesorgt werden sollte. Spätestens im vierten Jahr, wenn die Ziersträucher nur noch kümmerlich wachsen und langsam verkalken, ist eine Vermehrung mit Stecklingen angebracht.
  • Kopfsteckling ca. Mitte August abschneiden
  • anschließend einige Stunden liegen
    lassen so kann die frische Schnittstelle gut abtrocknen.
  • danach den Steckling in eine Mischung aus Sand und Topferde einpflanzen.
  • die Bewurzelung erfolgt nach 15 bis 20 Tagen.
Tipp: Kopfstecklinge der Edelgeranie sollten in Erde eingesetzt werden, die eine Bodenwärme von 10 °C aufweist. Die weitere Kultivierung erfolgt dann bei einer Bodentemperatur von 12 °C. Werden diese Werte überstiegen wird die Pflanze keine Blüte ausbilden.

Schädlinge

Auch wenn die Pelargonium grandiflorum die richtige Pflege erhält, kann es dennoch zum Befall durch die Weiße Fliege oder Blattläuse kommen.
  • Blattläuse: Diese Schädlinge befallen vor allem junge Blatttriebe und zarte Pflanzenteile wie Blütenknospen. Sie scheiden Honigtau aus, der Ameisen anlockt. Eine Ausbreitung der Schädlinge wird bei leichtem Befall durch regelmäßiges Abwischen und Besprühen mit einer Spülmittellösung eingedämmt. Bei stärkerem Befall ist häufig nur noch das Besprühen mit Insektizid hilfreich.
  • Weiße Fliege: Saugt den nahrhaften Pflanzensaft aus den Blättern, die mit der Zeit dann gelb werden, vertrocknen und abfallen. Neben chemischen Mitteln z. B. gegen Schildläuse, die Pyrethrum und natürliche Fettsäure enthalten und somit nicht umweltschädigend sind, kann dieser Schädling auch mit den sogenannten Gelbstickern oder Gelbtafeln bekämpft werden. Alternativ bietet sich ein bewährtes Hausmittel an, das aus einem Gemisch von 1 Liter Wasser und 30 g Schmierseife besteht und auch bei Blattläusen hilft.
  • Grauschimmel: Durch zu hohe Feuchtigkeit (Kondensation) auf Blüten oder Blättern kann sich der Grauschimmel auf der Edelgeranie ausbilden, der aus der Gattung der Schlauchpilze stammt. Bei diesem Pilzbefall sind erkrankte Pflanzenteile umgehend abzuschneiden und gesunde Pflanzenbestandteile mit einem geeigneten Fungizid zu besprühen.
Häufig gestellte Fragen
  • Sind Edelgeranien für Balkonkästen geeignet? - Die Pelargonium grandiflorum verträgt weder stark schwankende Temperaturen wie sie im Sommer meist vorherrschen noch zu hohe Feuchtigkeit. Deshalb ist von einer Einpflanzung in Balkonkästen generell abzuraten.
  • Können die Pflanzen mit Samen vermehrt werden? - Da es sich bei dieser Sorte um eine gekreuzte Züchtung handelt, werden die beliebten Zierpflanzen vorwiegend über Stecklinge vermehrt. Denn die Samen sind in den wenigsten Fällen sortenecht.
  • Blüht der Zierpflanze auch im Winter? - Wenn Edelpelargonien auch im Winter Blüten entwickeln sollen, bedarf es ein wenig Geschick. Denn dann sind die Pflanzen eine Zeit lang entweder kühl oder dunkel zu stellen.
Edelgeranien - Pflege-Tipps

Die Pelargonium grandiflorum ist eine Zimmerpflanze, die ...
  • eine reiche Blüte von April bis Anfang Herbst
  • an einem hellen, halbschattigen Standort entwickelt.
  • Regengeschützt im Kübel ist sie auch für Balkon und Garten geeignet.
  • Direkte Sonneneinstrahlung und Staunässe sollten Sie vermeiden.
  • Im Sommer wird sie wenig aber regelmäßig gegossen.
  • Im Winter nur mäßig.
  • Wöchentliche Düngung ist zu empfehlen.
  • Vermehrung durch Stecklinge gelingt.
  • Edelgeranien sind nicht frosthart.
  • Überwintert werden sie bei 12 bis 13 °C am hellen Standort.
  • Oft befallen Schädlinge wie die Weiße Fliege und Blattläuse die Pflanzen.
Wissenswertes zu Geranien in Kürze

Ein Blick in die Balkonkästen zeigt uns auch, dass nach wie vor die leuchtend roten, pink- oder zartlilafarbenen Geranien-Sorten favorisiert werden. Dabei sind in den letzten Jahren wunderschöne Neuheiten mit zarten Pastelltönen in den Handel gekommen. Ebenso lachsfarbene Sorten, die sich hervorragend mit allen möglichen Blau- Nuancen kombinieren lassen. Ein Glück nur, dass wenigstens die Gruppe der Duftpelargonien eine zunehmend begeisterte Fangemeinde finden.

Winterpflege
Die meisten Pflanzen überstehen die Gefahren der langen Winterpause besser, wenn man sie vor dem Einräumen zurückschneidet. Bei Pelargonien (Geranien) werden alle Blüten, Knospen und ein Teil der Blätter entfernt. Alle Triebe schneidet man um ein Drittel zurück. Das spart nicht nur Platz, sondern verschafft den Pflanzen Luft, und sie sind dadurch besser in der Lage, Krankheiten und Schädlinge abzuwehren. Pelargonien werden hell und kühl überwintert. Möglich ist aber auch ein Platz am Zimmerfenster. Bei Bedarf gießen. Wer keinen Platz oder keine Zeit für die Winterpflege seiner Geranien hat, wird an dieser Art der Überwinterung bestimmt Gefallen finden:
  1. Die Pflanzen aus den Kästen nehmen, dünne triebe ganz entfernen und die Haupttriebe einkürzen.
  2. Aus dem Wurzelballen vollständig die Erde entfernen, Wurzeln ebenfalls zurückschneiden.
  3. Jeweils eine Pflanze in Zeitungspapier einwickeln, verschnüren im Keller aufhängen.
Die Vorteile dieser Methode: Nach getaner Arbeit können Sie Ihre Geranien sich selbst überlassen. Im März werden sie ausgepackt und eingetopft.

Geranien-Krankheiten
  • Geranienrost: Entstehen auf den Unterseiten der Geranienblätter braune Flecken, so werden diese von Pilzen hervorgerufen. Schon bei den ersten Anzeichen müssen alle befallenen Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gleichzeitig sollten die Pflanzen etwas trockener gehalten werden. Danach mit einem Pilzbekämpfungsmittel (Fungizid) abspritzen. Aber Vorsicht! Diese Präparate sind sehr giftig.
  • Geranienwelke: Bei der Geranienwelke welken die Blätter erst bevor sie anschließend verdorren. Die Ursache für die Geranienwelke sind Bakterien. Leider gibt es bis heute noch kein wirksames Mittel dagegen. Sie müssen die Pflanzen wegwerfen, jedoch nicht auf den Kompost.
Geraniendünger
Auch Geranien sind hungrig und brauchen genügend Dünger. Denn nur wenn die notwendige Versorgung mit Nährstoffen klappt, können Sie sich einer üppigen Blütenpracht erfreuen. Im Fachhandel gibt es spezielle Geranienerde mit einem hohen Nährstoffgehalt. Falls Sie diese Spezialerde in Ihrer Nähe nicht kaufen können, dann nehmen Sie doch einfach gute Blumenerde mit Langzeitdünger. Auf diesen Packungen steht dann auch, ab wann Sie zusätzlich düngen müssen. Optimal ist spezieller Geraniendünger, dessen Zusammensetzung genau auf den Bedarf der Pflanzen abgestimmt ist. Als Alternative lassen sich natürlich auch Düngemittel für blühende Balkonpflanzen verwenden.