Anemone, Gartenanemone - Pflanzen und Pflege

Anemone, Herbstanemone - Pflanzen und Pflege AnemonenDie Herbstanemone gehört mit ihren zahlreichen Blüten und ihrem ganz natürlichen Wuchs zu einer der besonders schönen Gartenblumen. Wenn der Sommer sich dem Ende neigt und viele Pflanzen abgeblüht sind, erscheint die Herbstanemone mit ihrer hübschen Blütenvielfalt. Mit Leichtigkeit erfreut sie Gärtner in unserer mitteleuropäischen Region bereits seit dem 19. Jahrhundert. Da sie sich hier sehr wohl fühlt, ist ihre Pflege und Wuchs denkbar einfach. Mitunter erreicht sie eine stattliche Höhe von bis zu zwei Metern und

ist bereits aus der Entfernung zu erkennen.

Boden und Standort für die Herbst-Anemone

Die Herbst-Anemone liebt einen humosen Boden, der auch lehmig sein darf. In jedem Falle sollte der Boden gut durchlässig sein, denn Staunässe oder die Verdichtung des Bodens verträgt sie nicht. An einem sonnigen bis halbschattigen Standort entwickelt sie sich prächtig. Dennoch ist ein Platz unter einem Baum sehr ungünstig, da sie die herabfallenden Tropfen bei Regen nicht verträgt.
Auch als Japan-Anemone bekannt, ist das zierliche Staudengewächs in der Lage, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch hübsche Blüten hervorzubringen. Sie bringt den kühler werdenden Herbst mit ihrer Farbpracht noch einmal richtig zum Leuchten. Je länger sie an ein und demselben Standort steht, umso wohler fühlt sie sich dort und wird sich den Gegebenheiten anpassen.

Eine Farbpracht im Bauerngarten

Die Farbvielfalt der Herbstanemone reicht von einem klaren Weiß über verschiedene Nuancen von Rosa bis hin zu einem warmen Karminrot. Ihre Blütenblätter sind einfach oder auch gefüllt. Um den Garten in ein wechselhaftes Farbbild zu tauchen, empfiehlt es sich, früh blühende Anemonen mit spät in den Herbst auftauchenden Sorten zu kombinieren. Einige Sorten beginnen mit der Blüte bereits im Juli, andere hingegen öffnen ihre kleinen Blätter erst im September. In einem bunt gestalteten Bauerngarten ist sie somit eine Augenweide für viele Wochen. Zusätzlich gehört sie zu den Nektarpflanzen, die Bienen und Schmetterlinge anziehen.

Das Pflanzen im Herbst oder Frühjahr

Schon bei der Planung der Blumenrabatte geben Sie der hübschen Herbstanemone ausreichend Platz, um in den nächsten Jahren auszuwildern. Sie bildet über ihr feines Wurzelwerk Ausläufer, aus denen sich neue hübsche Pflanzen entwickeln. In der Regel wird die Staude im Spätsommer oder Herbst eingepflanzt. Im ersten Jahr benötigen sie ein wenig Unterstützung während des kalten Winters. Etwas Reisig und Blätter reichen aus, um sie vor Frostschäden zu schützen.

Alternativ kann die Herbst-Anemone auch im Frühjahr gepflanzt werden. Diese Pflanzen zeigen oft, dass sie im ersten Winter weitaus frosthärter sind als die im Herbst gepflanzten Stauden.

Einfach und anspruchslos mit wenig Aufwand

AnemonenBieten Sie Ihrer Herbstanemone einen feuchten Boden ohne Staunässe. Zusätzlich braucht sie viele Nährstoffe, die ihr ein guter Humusboden bietet. Es bietet sich daher an, die Anemone nach der Blühphase mit frischem Kompost zu versorgen. Steht sie jedoch an einem sehr sonnigen Platz, freut sie sich über mehrfache Gaben von frischem Regenwasser und Kompost. So bildet sie reichhaltig Blüten und entwickelt sich hervorragend. Ansonsten benötigt die recht anspruchslose Pflanze keinen weiteren Dünger.

Das Gießen

Als anspruchslose Pflanze mag die Herbst-Anemone eines jedoch gar nicht: Trockenheit. Daher sollte der Boden fähig sein, Wasser zu speichern, um die

Pflanzen mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Mit niedrigen
Pflanzen, die den Boden gut bedecken, kann ein hervorragendes Klima geschaffen werden, damit die Herbst-Anemonen bei Trockenheit nicht die Köpfchen hängen lassen. Andererseits möchten sie auf keinen Fall "mit nassen Füßen" im Blumenbeet stehen. Hier ist also, wie bei vielen anderen Gewächsen auch, ein gutes Mittelmaß erforderlich.

Wenn der Winter naht

Herbst-Anemonen zeigen ihre Schönheit besonders in der Kombination mit anderen Blumen. So sind weiße Anemonen eine Bereicherung für hübsche Herbstgewächse in tiefem Rot oder einem schönen Blau. Kombinieren Sie nach Lust und Laune und richten Sie sich ein naturnahes Blumenbeet ein, das Sie jeden Monat mit neuer Farb- und Blütenpracht entzückt. Nach der Blüte werden sie im späten Herbst zurückgeschnitten und treiben dann im nächsten Jahr wieder wunderschön aus. Je nach Region werden sie abgedeckt, um sie vor der Winterkälte zu schützen. Die Pflanzen entwickeln jedoch von Jahr zu Jahr eine bessere Winterhärte, sodass nur die jungen Gewächse einen Winterschutz benötigen.

Pflegetipps

Verschiedene Sorten der Herbst-Anemone werden beachtlich hoch. Damit die zarten Stängel nicht umknicken, empfiehlt es sich, diese an einem Stock festzubinden. So sind sie geschützt.

Anemonen, die in der Nähe einer Mauer gepflanzt werden, sollten immer ausreichend gewässert werden. Eine Steinmauer strahlt viel Wärme aus. Überprüfen Sie daher bei strahlendem Sonnenschein die Bodenbeschaffenheit. Vermehren Sie Ihre hübschen Lieblinge nach der Blüte und legen Sie ein neues Blumenbeet an. Dazu graben Sie einfach die Ausläufer der Herbst-Anemone aus und versetzen sie an ihren neuen Standort.  Dabei sollten die empfindlichen Sorten erst im Frühjahr umgesetzt werden. Sie wachsen besser an und haben mehr Zeit, um Kraft für die Winterphase zu sammeln. Robustere Sorten hingegen können mit einer guten Abdeckung auch im Herbst umgepflanzt werden.

Zum Schluss ein gutes Wort

Ein natürlich angelegter Garten wird mit verschiedenen Sorten der Herbstanemone auf wundervolle Art bereichert. So zart die Pflanze in ihrer Erscheinung auch wirken mag: Einmal mit dem Wurzelwerk fest im Boden angewachsen, entwickelt sie ein schönes Blattwerk mit vielen traumhaften, kleinen Blüten. Ihre Vorteile liegen in ihrer anspruchslosen Art und der Fähigkeit, sich auf natürliche Art im Blumenbeet zu vermehren.

Steckbrief

Höhe 15 - 30 cm
Pflanzabstand 10 - 15 cm
Blüte in der ersten Frühlingshälfte
Humusreicher, gut dränierter Boden
Sonniger bis halbschattiger Standort
Wurzelknollen im Herbst und Winter erhältlich

Beliebte Arten und Sorten
Anemone blanda ist in Vorderasien, dem Kaukasus und Südeuropa heimisch und bleibt mit 15 cm recht niedrig. Wird sie nicht geschnitten, bildet sie vom späten Winter bis zum Frühlingsanfang einen großflächigen Teppich aus weißen, rosafarbenen oder blauen Blumen. Im Halbschatten, etwa unter Laubbäumen, gedeiht sie besonders gut. Gefallen Ihnen blaue Blüten, wählen Sie eine Sorte wie `Atrocoerulea`. Mit weißen Blüten wartet `White Splendour` auf. `Charmer` blüht in rosa, und wer ein leuchtendes Rot vorzieht, dem sei die Sorte `Radar` empfohlen.

Anemone coronaria, die Kronen- oder Gartenanemone, sieht man oft in Blumengeschäften. Sie blüht rot, blau, cremefarben oder purpurrot. Zu den häufig angebotenen Sorten zählen `De Caen` und `St. Brigid`.

Anemone x fulgens, eine Hybride, zeigt auffallend scharlachrote Blüten und wird 20 - 30 cm hoch.

Anemone nemorosa, das bekannte Buschwindröschen, war ursprünglich in den Wäldern Europas und Ostasiens zu Hause. Es kommt daher in einer naturnahen Umgebung am besten zur Geltung. Mit seinen dreiteiligen, 15 cm hohen Blattbüscheln eignet es sich hervorragend als Bodendecker. Die Blüten des giftigen Buschwindröschens sind in der Regel weiß mit rosafarbenem Einschlag. Es gibt jedoch auch lavendelfarbene Formen, wie `Robin- soniana`, und solche mit weißgefüllten Blüten, wie zum Beispiel `Plena`.

Kultur
Pflanzen Sie die Wurzelknollen im Herbst 5 cm tief in humosen, gut entwässerten Boden. Der Pflanzenabstand beträgt 10 - 15 cm. A. coronaria sowie A. x fulgens gedeihen an sonnigen Standorten am besten. A blanda und A. nemorosa bevorzugen dagegen einen halbschattigen Platz im Garten.
Mit Ausnahme von A. coronaria kann man alle Anemonen mit knollenähnlichen Wurzeln etwa 3- 5 Jahre im Boden belassen. Graben Sie A. coronaria im Herbst aus, und lagern Sie die Pflanze während der Wintermonate ein.

Vermehrung
Wenn im Spätsommer das Laub abstirbt, gräbt man die wurzelknollen aus und teilt die Rhizome.

Schädlinge und Krankheiten
Achten Sie auf Raupenbefall. Stiele, Blätter und Blütenknospen werden häufig von Schädlingen angefressen. Einige Sorten wie `De Caen` und `St. Brigid` neigen zu Rostbefall.