Blausternchen - Pflege des Frühblühers


Im zeitigen Frühjahr eröffnet das fröhliche Blausternchen den bunten Reigen frühlingsfrischer Blütenpracht. Als klassische Frühblüher gedeihen Scilla bifolia unermüdlich unter hochgewachsenen Gehölzen, besiedeln als Bodendecker weitläufige Parkflächen oder zieren mit ihren hübschen Sternenblüten den Rasen. Mit graziler Unaufdringlichkeit schaffen Sternhyazinthen somit an nahezu allen Standorten des Gartens einen träumerischen Nachhall im optischen Erscheinungsbild. Wie die folgende Anleitung zum richtigen Pflanzen, Pflegen und Vermehren aufzeigt, gilt das Blausternchen zu Recht als ein Ausbund der Genügsamkeit.

Steckbrief

  • Pflanzengattung Blausterne (Scilla)
  • Art: Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)
  • Beheimatet im Mittelmeerraum, Süd- und Mittel-Deutschland
  • Winterharte Zwiebelpflanze mit durchschnittlich 5 Blattjahrgängen
  • Wuchshöhe 5

    bis 15 Zentimeter
  • Blaue oder weiße Sternenblüten
  • Blütezeit von März bis April
  • Pro Stängel gedeihen zwei glänzend grüne Blätter
  • Weitere Namen: Blausternchen, Sternhyazinthe
  • Giftig in allen Teilen aufgrund schädlicher Saponine
In Deutschland unterliegen wild wachsende Blausternchen der Bundesartenschutzverordnung. In freier Natur dürfen Sie sich an dem zauberhaften Bild erfreuen. Abpflücken oder gar Ausgraben ist hingegen untersagt.

Standort und Erdreich

Ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit demonstrieren Scilla bifolia nachhaltig, wenn Sie sich die Kriterien für einen geeigneten Standort vor Augen führen:
  • Sonnige bis halbschattige Lebensbereiche
  • Wahlweise eine Lage im lichten Schatten unter Laubgehölzen
  • Nahrhafter, humoser, frisch-feuchter Boden
  • Gerne auch sandig-lehmig, ohne allzu große Trockenheit
Die Grenze des natürlichen Verbreitungsgebietes befindet sich im Siebengebirge bei Bonn. Daraus ist zu folgern, dass sich Blausternchen in nördlicher gelegenen Gärten schwer tun könnten.

Pflanzen

Damit die Frühblüher ihr gesamtes Potenzial entfalten und tatsächlich vor den Schlüsselblumen oder dem Lerchensporn erstrahlen, erstreckt sich die ideale Pflanzzeit von Anfang September bis Mitte Oktober. Reichen die Bodenverhältnisse am gewählten Standort nicht an das Optimum heran, wird ein Bodenverbesserer eingearbeitet, wie Kompost in magerer Erde oder Sand in schwerem Boden. Bei dieser Gelegenheit wird das Erdreich feinkrümelig geharkt und von Wurzeln oder Steinen gereinigt. So erfolgt die Pflanzung Schritt-für-Schritt:
  • Kleine Pflanzlöcher ausheben mit ca. 10 Zentimetern Tiefe
  • Die Blumenzwiebel mit der Spitze nach oben einsetzen, mit Erde umgeben und andrücken
  • Idealerweise in kleinen Tuffs pflanzen mit einem Abstand von 10 Zentimetern
Im Anschluss an das sparsame Angießen, gönnen geübte Hobbygärtner den Blausternchen eine Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Kompost, damit sie sicher durch den Winter kommen.

Tipp: In Gemeinschaft mit Schneeglöckchen, Hasenglöckchen, Lerchensporn und Puschkinien schaffen Sie mit Blausternchen eine farbenfrohe Pflanzenkomposition.

Pflege

Bis sich die kleinen Blütenzwerge im Frühjahr zeigen, bedürfen sie keiner pflegerischen Aufmerksamkeit. Im weiteren Verlauf sollte der Boden konstant feucht gehalten werden, ohne zu vernässen. Sind Sie mit der Schubkarre voll Kompost im Garten ohnehin gerade unterwegs, danken Scilla bifolia für eine Portion Nährstoffe mit zusätzlicher Vitalität. Zwingend erforderlich ist die Gabe von Dünger hingegen nicht. Der bodennahe Rückschnitt
erfolgt erst dann, wenn Blüten und Blätter vollständig verwelkt sind. Bis dahin assimiliert die Zwiebel alle noch vorhandenen Nährstoffe, um daraus eine Reserve zu schaffen für das nächste Jahr.

Tipp: Tragen Sie bei allen Pflanz- und Pflegearbeiten Handschuhe, damit die giftigen Saponine Ihnen keinen Schaden zufügen.

Vermehren

Blausternchen sind wahre Meister der vegetativen Vermehrung. Diesen Umstand verdanken sie einerseits den zahlreichen Brutzwiebeln und andererseits den Kapselfrüchten. An Ort und Stelle können Sie die weitere Ausbreitung somit getrost der Pflanze überlassen. Streben Sie die Kultivierung an weiteren Standorten an, gelingt die Nachzucht nach den folgenden beiden Methoden:

Aussaat

Die reine Art ist

problemlos zu vermehren durch eigenhändig gesammelte Früchte, denen Sie im vollständig getrockneten Zustand die zarten Samen entnehmen können. Sofern Sie eine Sorte kultivieren und diese im identischen Habitus vermehrt werden soll, ist der Erwerb zertifizierten Saatguts aus dem Fachhandel empfehlenswert. So gelingt die Aussaat:
  • Kleine 6-cm-Töpfchen füllen mit Torf-Sand, Perlite, Blähton oder Kokosfasern
  • Die Samen gleichmäßig auf dem Substrat ausstreuen
  • Dünn übersieben mit Sand oder Vermiculite und mit Wasser besprühen
  • Saatgefäße mit Folie überziehen oder ins Zimmergewächshaus verbringen
Am halbschattigen Fensterplatz geht die Keimung bei einer Temperatur von 23 bis 26 Grad Celsius zügig vonstatten. Saatgut und Substrat dürfen dabei nicht austrocknen. Idealerweise gießen Sie von unten, damit die filigranen Samen nicht davon geschwemmt werden. Hierzu stellen Sie die Töpfe in einige Zentimeter hohes Wasser und überlassen der Kapillarwirkung den Rest. Fühlt sich die Substratoberfläche feucht an, ist der Gießvorgang beendet und die Saattöpfe werden aus dem Wasser genommen. Spitzen die Keimblättchen aus den Samen hervor, wird die Abdeckung täglich gelüftet, bis gänzlich auf sie verzichtet wird. Gedeihen die ersten echten Laubblätter, werden die Blausternchen pikiert in Einzeltöpfe mit leicht gedüngtem Substrat.

Brutzwiebeln

Noch unkomplizierter geht die Vermehrung mittels Brutzwiebeln von der Hand. Graben Sie eine Blumenzwiebel im Anschluss an die Blüte aus, erkennen Sie daran verschiedene Tochterzwiebeln. Diese schneiden Sie mit einem desinfizierten, scharfen Messer ab. Bis zur Pflanzzeit im Herbst lagern Sie das Vermehrungsmaterial trocken und dunkel.

Kultivierung als einjährige Zimmerpflanze

Möchten Sie sich gerne im Haus an den zauberhaften Blausternchen erfreuen? Dann spricht nichts dagegen, sie im ersten Jahr auf der Fensterbank als Zimmerpflanze zu pflegen. Daran anschließend pflanzen Sie Scilla bifolia um ins Freiland, damit sie hier noch etliche Jahre ihr fröhliches Farbenspiel treibt. So gelingt das einjährige Intermezzo hinter Glas:
  • Im Herbst einen Blumentopf füllen mit handelsüblichem Substrat für Zimmerpflanzen
  • Darin die Zwiebeln 10 Zentimeter tief einsetzen, mit aufrechter Spitze
  • Mit Erde bedecken, leicht andrücken und mäßig gießen
  • Für 10 bis 12 Wochen aufstellen im kühlen, dunklen Keller bei Temperaturen nicht unter 10 Grad Celsius
Während der Dunkelphase kontrollieren Sie alle 14 Tage, ob das Substrat noch feucht ist. Es wird nur so viel nachgegossen, dass die Erde nicht austrocknet. Setzt der Austrieb ein, gewöhnen Sie die Sternhyazinthen schrittweise an helleres Licht und wärmere Temperaturen. Die Menge des Gießwassers wird nun proportional zum Wachstum erhöht. Die längste Blütezeit gelingt bei Temperaturen um 15 Grad Celsius. Blausternchen gedeihen natürlich auch bei höheren Temperaturen, dann freilich ein wenig kürzer.

Fazit

Blausternchen vertreiben als die ersten Frühblüher die graue Tristesse des Winters. Gepflanzt zur rechten Zeit im September oder Oktober, erstrahlen die grazilen Sternenblüten bereits ab März. Ohne nach umfangreicher Pflege zu verlangen, bilden die robusten Massenblüher dichte Polster, übersät mit blauer Farbenpracht. Solange Sternhyazinthen keinem Trockenstress ausgesetzt werden, erfüllen sie ihre Aufgabe im Garten mit Bravour. Die Vermehrung geht ebenfalls ganz unkompliziert von der Hand, wahlweise durch Aussaat oder Brutzwiebeln.