Hasenglöckchen - Pflege, Vermehrung, Blütezeit

HasenglöckchenDie in Westeuropa und Nordwestafrika beheimateten Hasenglöckchen bilden innerhalb der Familie der Spargelgewächse eine eigene Gattung. Die wissenschaftliche Bezeichnung der Hasenglöckchen lautet Hyacinthoides und bedeutet so viel wie hyazinthenähnlich.

Diese ausdauernden, also mehrjährigen krautigen Gewächse verholzen nicht, sondern haben wie alle Spargelgewächse lange schmale Blätter. In jedem Fall sind sie ein wahrer Blickfang in jedem Garten. Ganz gleich, ob im Kübel oder im Topf in der Mitte des Rasens platziert: die niedlichen Hasenglöckchen machen jeden Garten zu etwas Besonderem.

Als Zierpflanze findet

man Hasenglöckchen in einer Reihe von Kreuzungen verschiedener Arten. Grundsätzlich unterscheidet man jedoch nur drei Hyacinthoidesarten: das Italienische Hasenglöckchen, welches auch als Riviera-Hasenglöckchen oder als Italienische Sternhyazinthe bekannt ist, das Spanische Hasenglöckchen - auch Glockenblaustern genannt - sowie das Atlantische Hasenglöckchen.

Letzteres trägt zudem die Bezeichnung Waldhyazinthe oder Gewöhnliches Hasenglöckchen.

Die Blütezeit der Hasenglöckchen

Das Hasenglöckchen ist ein Frühjahrsblüher. In der freien Natur findet man Hasenglöckchen häufig in nährstoffreichen Mischwäldern sowie auf schattigen verwilderten Wiesen. Charakteristisch für alle Hasenglöckchen ist der traubige Blütenstand, d. h. an einem Stängel befindet sich stets eine Anordnung mehrerer gestielter Blüten.

Die verschiedenen Hasenglöckchenarten blühen in unterschiedlichen Zeiträumen. Die Blütezeit des Atlantischen Hasenglöckchens erstreckt sich über die Monate April und Mai, das Italienische Hasenglöckchen blüht im Mai, das Spanische von Mai bis in den Juni hinein. Nicht nur die Blütezeit der einzelnen Arten variiert, sondern auch die Farbe der Blüten.

So bildet das Gewöhnliche Hasenglöckchen meist dunkelblaue Blüten, die sehr stark duften. Es kann jedoch ebenso weiß oder rötlich blühen - wenn auch selten. Die Blütenblätter des
Riviera-Hasenglöckchens erscheinen in blassem Blau oder sind blauviolett gefärbt.

Das Spanische Hasenglöckchen präsentiert sich mit geruchlosen blauen, weißen oder rosafarbenen Perigonblättern.

Als Geheimtipp für ein Ausflugsziel im Frühling gilt der Wald der blauen Blumen, der sich im Westen von Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg, Region Niederrhein, befindet. Dieser Wald bildet von Mitte April bis Mitte Mai ein faszinierendes Areal unzähliger blühender Hasenglöckchen.

Eine individuelle Pflege und Vermehrung ist gefragt

Hasenglöckchen gedeihen am besten an halbschattigen bis schattigen Standorten und bevorzugen einen humusreichen neutralen, schwach sauren oder leicht kalkhaltigen Gartenboden. Besonders im Frühjahr muss die Erde, auf denen Hasenglöckchen wachsen, feucht gehalten werden. Staunässe vertragen Hasenglöckchen jedoch nicht.

HyacinthoidesDaher sollte man erst gießen, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Als Nachbarschaft liebt das Hasenglöckchen feuchte Gehölzränder, also Standorte am Rand von Bäumen oder Sträuchern.

Ähnlich gute Bedingungen finden Hasenglöckchen in der direkten Nähe von Mauern oder Hauswänden, da hier adäquate Verhältnisse in Bezug auf Licht und Windschatten vorherrschen. Rhododendron eignet sich für Hasenglöckchen besonders gut als Nachbar, da beide Pflanzen dieselben Bodenansprüche haben.

Düngen? Muss nicht (immer) sein

Auf das Düngen kann zumeist gut und gerne verzichtet werden; stattdessen empfiehlt sich Mulchen. Nach dem Verblühen der Hasenglöckchen können die Blütenstiele im unteren Bereich abgeschnitten werden. Sollen die Pflanzen verwildern und sich selbst aussäen, so erübrigt sich diese Arbeit. Wichtig ist, dass man die Blätter erst dann zurück schneidet, wenn sie bereits welken.

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Und zwar deshalb, weil sie bis zum Vergilben noch wertvolle Nährstoffe produzieren, die das Hasenglöckchen im nächsten Jahr benötigt. Die Zwiebeln des Hasenglöckchens können nach der Blütezeit entweder in der Erde verbleiben oder herausgenommen und im folgenden Herbst wieder an anderer Stelle eingepflanzt werden.

Hasenglöckchen neigen in der Regel sehr dazu, sich sehr stark selbst zu vermehren. Möchte man diese Art neu pflanzen, gibt es zum einen die Möglichkeit durch Aussaat von Samen, zum anderen die Variante der Vermehrung durch Brutzwiebeln. Diese Blumenzwiebeln bieten nicht nur Händler an, sondern auch Gärtnereien oder Gartencenter.

Optimale Pflanzzeit für Hasenglöckchen sind die Monate Oktober und November. Als Richtwert für die Pflanztiefe gilt dabei, die Zwiebeln zwei- bis dreimal so tief einzusetzen, wie die Knolle groß ist.