Spanisches Hasenglöckchen, Hyacinthoides hispanica - Pflege-Tipps


HasenglöckchenWenn die bezaubernden Glockenläuter ihre geballte Blütenpracht entfalten, hat die schönste Zeit des Jahres begonnen. Spanisches Hasenglöckchen versteht sich ausgezeichnet darauf, bislang öde Gartenecken mit pulsierendem Leben zu füllen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 Zentimetern überragt es mit seinen nickenden weißen, blauen oder rosafarbenen Glockenblüten die Mehrheit der anderen Frühblüher. Damit ein Hyacinthoides hispanica über viele Jahre seine dekorativen Akzente setzt, bedarf es nur wenig pflegerischer Aufmerksamkeit. Worauf Hobbygärtner achten sollten, erläutern die folgenden Zeilen im Detail.  

Steckbrief


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  • Pflanzengattung Hasenglöckchen (Hyacinthoides)
  • Art: Spanisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica)
  • Beheimatet in den Wäldern von Spanien und Portugal
  • Winterharte Zwiebelblume
  • Wuchshöhe 30 bis 40 Zentimeter
  • Weiße, blaue oder rosafarbene Glockenblüten ohne Duft
  • Traubige Blütenstände über lanzettlichen, grünen Blättern
  • Blütezeit von April bis Mai
  • Weitere Bezeichnung: Glockenblaustern
Die enge botanische Verwandtschaft mit Blausternchen und Traubenhyazinthen ist unübersehbar. Gleichwohl repräsentieren Hasenglöckchen berechtigterweise eine eigenständige Gattung.

Pflege-Tipps

Ein gut etabliertes Spanisches Hasenglöckchen ist unkompliziert zu pflegen. Setzt im Frühjahr die Wachstumsperiode ein, beschränkt sich die Wahrung eines ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushaltes auf folgende Aspekte:
  • Die Blumen bei Trockenheit regelmäßig gießen
  • Die Erdoberfläche sollte zwischenzeitlich antrocknen
  • Parallel zum beginnenden Austrieb mit Kompost und Hornspänen oder mineralisch düngen
  • Zwei weitere Gaben von Dünger sind empfehlenswert, gleich nach der Blüte und im Herbst
  • Verwelkte Blüten regelmäßig ausputzen, um weitere Glöckchen hervorzulocken
Lassen Sie der Zwiebel im Boden nach der Blüte genug Zeit, um alle verbliebenen Nährstoffe aus den Pflanzenteilen einzuziehen. Dieser Prozess bildet die Basis für das erneute Wachstum im nächsten Jahr. Das Laub sollte vollständig vertrocknet sein, wenn es abgeschnitten wird. Die verwelkten Blütenstände sollten demgegenüber frühzeitig gekappt werden, damit die Pflanze keine Energie in die Entwicklung von Samenständen investiert. Ist die Vermehrung durch Aussaat hingegen erwünscht, wird ein Spanisches Hasenglöckchen natürlich nicht geköpft.

Tipp: Das Beet mit den Blumenzwiebeln vor dem ersten Frost zu mulchen mit Torf, Pinienrinde oder Laub, dient einem umsichtigen Winterschutz. Zugleich wird eine vorzeitige Erwärmung des Erdreichs im Frühjahr unterbunden.

Vermehren

Wird dem Hyacinthoides hispanica die obligate Pflege zuteil, vermehrt es sich am Standort aus eigener Kraft mit rasantem Tempo. Eine derartige Wuchskraft möchten Sie vielleicht noch an anderen Standorten Ihres grünen Reiches nutzen, sodass die verschiedenen Methoden der Vermehrung nun in den Fokus rücken.

Tochterzwiebeln

Spanisches HasenglöckchenIst ein Spanisches Hasenglöckchen verblüht, ist dies der ideale Zeitpunkt für die Vermehrung mittels Tochterzwiebeln. Wie der Name bereits andeutet, entwickelt die Blumenzwiebel im Laufe der Vegetationsperiode mehrere Brutzwiebeln, die sich deutlich
sichtbar an den Seiten befinden. Dabei handelt es sich um Knospen, die sich innerhalb der Blattachseln der Zwiebelschalen zu Brutzwiebeln entwickelten. Sie sind so beschaffen, dass sie nach dem Absterben der Mutterzwiebel für den Fortbestand der Blume zuständig sind. Diese Tochterzwiebeln eignen sich ausgezeichnet für die Nachzucht, weil sie bereits autark sind. So funktioniert die Methode:
  • Nach der Blüte die Blumenzwiebel mit möglichst viel Erdreich ausgraben
  • Die Tochterzwiebeln mit einem scharfen, desinfizierten Messer abschneiden
  • Mindestens eine Brutzwiebel sollte an der Mutterzwiebel verbleiben
Die so gewonnenen Zwiebeln werden bis zum Herbst an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort aufbewahrt. Keinesfalls sollten sie unter intensiven Lichteinfluss geraten, damit sie nicht vorzeitig austreiben.

Aussaat


/>Lassen Sie Ihre Glockenblausterne im Beet gewähren, bilden sie unzählige Kapselfrüchte aus. Kurz bevor diese aufplatzen, um die Samen freizugeben, werden sie eingesammelt und unter kontrollierten Bedingungen geöffnet, um an das Saatgut zu gelangen. So säen Sie richtig aus:
  • Die schwarzen, kugeligen Samen 4-6 Stunden einweichen in Wasser bei Zimmertemperatur
  • Anzuchttöpfe füllen mit Torf-Sand, Kokosfasern, Perlite oder Saaterde aus dem Handel
  • Darauf die Samen ausstreuen und dünn mit Substrat oder Sand übersieben
  • Befeuchten mit Wasser aus der Sprühflasche
  • Alternativ die Töpfe in einige Zentimeter hohes Wasser stellen, um sie von unten zu gießen
  • Saatgefäße überziehen mit Klarsichtfolie oder ins Zimmergewächshaus stellen
  • Am halbschattigen Fensterplatz bei 23-26 Grad Celsius die Keimung erwarten
Bis sich die Keimblättchen zeigen, kontrollieren Sie regelmäßig den Feuchtigkeitsgehalt der Aussaat, damit sie nicht austrocknet. Im Anschluss an die Keimung kann die Abdeckung entfernt werden, damit das junge Laub nicht daran anstößt. Pikiert werden die Jungpflanzen ab dem zweiten oder dritten echten Blätterpaar.

Tipp: Die sortenreine Vermehrung durch selbst gesammelte Samen ist heikel, denn sie gelingt einzig mit Saatgut der reinen Art. Empfehlenswert ist in diesem Fall der Erwerb zertifizierten Saatguts im Fachhandel.

Pflanzen

Von Ende September bis Ende Oktober ist das Zeitfenster geöffnet für die Pflanzung von Glockenblausternen. Ihr Optimum erreichen die Zwiebelblumen an einem halbschattigen bis schattigen Standort. Das Erdreich sollte humos und gut durchlässig beschaffen sein. Idealerweise herrscht ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert vor. So setzen Sie ein Spanisches Hasenglöckchen richtig ein:
  • Den Boden tiefgründig auflockern und gründlich jäten
  • Bei Bedarf die Erde anreichern mit Kompost oder Sand
  • Kleine Pflanzlöcher graben, mit einer Tiefe von 8-10 Zentimetern
  • Die Blumenzwiebeln einsetzen im Abstand von 10 Zentimetern
  • Vorzugsweise anordnen in kleinen Tuffs
  • Mit Erde bedecken, andrücken und vorsichtig gießen
Verfolgen Sie das Ziel, eine jener verwilderten Blütenteppiche anzulegen, die sich unter hohen Gehölzen eindrucksvoll in Szene setzen? Dann halten Sie mit Hyacinthoides hispanica einen idealen Kandidaten in der Hand. Ein besonders natürliches Erscheinungsbild wird geschaffen, indem verschiedene Frühblüher kombiniert werden, wie Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen, Narzissen sowie alle drei Farben des Spanischen Hasenglöckchens.

Effektiv schützen vor Wühlmäusen

Die größte Gefahr für Zwiebelblumen geht von unersättlichen Wühlmäusen aus. Bewahren Sie die Frühlingsblume davor, im Magen der hungrigen Nager zu landen, indem Sie jeden Tuff in einem Drahtkorb pflanzen. Diese sind gefertigt aus Maschendraht mit 12-13 Millimetern Maschenweite und geformt zu einem Quadrat. Die obere Seite des Korbs bleibt offen, weil Wühlmäuse die Erdoberfläche meiden. Den Wühlmauskorb setzen Sie in ein 12 Zentimeter tiefes Loch. Der Boden wird mit einer 2-3 Zentimeter hohen Sandschicht bedeckt, zum Schutz vor Staunässe. Hier hinein füllen Sie die Pflanzerde und setzen die Blumenzwiebeln ein.

Fazit

Im Frühling überzieht das Spanische Hasenglöckchen halbschattige und schattige Lagen des Gartens mit einem Blütenmeer in Blau, Weiß und Rosa. Ab Mai läuten die traubigen Glockenblüten die schönste Zeit des Jahres ein, ohne dafür eine zeitaufwändige Pflege einzufordern. Dreh- und Angelpunkte sind regelmäßiges Gießen sowie die dreimalige Gabe von Dünger. Darüber hinaus ist darauf zu achten, den Rückschnitt erst dann vorzunehmen, wenn die Hyacinthoides hispanica vollständig verwelkt sind. Ebenso unkompliziert geht die Vermehrung vonstatten, wobei es mit Brutzwiebeln besonders einfach gelingt.