Krokusse im Herbst - Pracht-Herbst-Krokus, Safran-Krokus - Pflege

KrokusseSie sind ein spannendes Phänomen im herbstlichen Garten. Wo der Pracht-Herbst-Krokus oder der Safran-Krokus ihre zauberhafte Blütenfülle entfalten, sorgen sie stets für erstaunte Blicke. Gelten Krokusse im Allgemeinen ja eher als die klassischen Frühlingsblumen schlechthin. An Hobbygärtner mit Interesse an einer Kultivierung dieser gartenhistorischen Raritäten, richten sich die folgenden Zeilen. Lernen Sie alle essenziellen Aspekte kennen für eine gekonnte Pflege der emsigen Herbstblüher im Steingarten, Beet und Kübel.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie Schwertliliengewächse (Iridaceae)
  • Gattung Krokusse (Crocus)
  • Arten: Pracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus) und Safran-Krokus

    (Crocus sativus)
  • Zwiebelblumen mit einer Wuchshöhe von 7 bis 15 Zentimetern
  • Blütezeit von September bis Oktober/November
  • Blütenfarben: weiß, blau oder hellviolett jeweils mit gelblichem Schlund
  • Winterhart und wintergrün
Die orangefarbenen Narben des Safran-Krokus haben sich weltweit einen Namen gemacht als eines der teuersten Gewürze. Ein privater Anbau zur Gewinnung von Safran lohnt sich indes nicht, weil eine große Anzahl von Blumen erforderlich ist, die Ernte sich sehr mühsam gestaltet und eine aufwändige Fermentierung erfordert.

Pflege und Standort

In einer erfolgreichen Pflege von Krokussen im Herbst, nimmt der Standort eine Schlüsselposition ein. Alle anderen Aspekte reihen sich dahinter ein. Diese Bedingungen sollten dem Pracht-Herbst-Krokus und dem Safran-Krokus geboten werden:
  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Nährstoffreiches, gut durchlässiges Erdreich
  • Reich an Humus und leicht sandig
Gießen ist in der Regel nicht erforderlich, da der herbstliche Boden ausreichend feucht ist. Für eine nahrhafte Mulchschicht sind die Blumen dankbar, beispielsweise aus gesiebtem Kompost oder verrottetem Pferdedung. Explizites mineralisches oder organisches Düngen ist im Beet hingegen nicht erforderlich. Im Rasen erhalten Krokusse automatisch mit der Rasendüngung eine Dosis Nährstoffe. Kultiviert im Kübel oder Blumenkasten, wird immer dann ein wenig gegossen, wenn die Substratoberfläche angetrocknet ist. Die Gabe von zusätzlichen Nährstoffen erübrigt sich, wenn die Knollen alljährlich in frisches Substrat umgepflanzt werden. Andernfalls verabreichen Sie alle 4 Wochen verdünnten Flüssigdünger, Guano-Stäbchen, flüssigen Kompost oder Wurmtee.

Nach der Blüte

Krokus mit BieneSpätestens im November sind alle Krokusse verblüht. Das grüne Laub verbleibt jedoch den ganzen Winter hindurch an den Herbstblumen. Erst im Mai beginnen die Zwiebeln, die Blätter einzuziehen. Erst wenn sie vollständig vertrocknet sind, werden die oberirdischen Pflanzenteile bodennah abgeschnitten. Auf diese Weise steht dem Überdauerungsorgan genug Zeit zur Verfügung, um alle noch vorhandenen Nährstoffe für die Bildung von Energiereserven zu nutzen. Die Blumenzwiebeln können nun aus der Erde geholt werden, um Platz zu schaffen für Sommerblumen. In diesem Fall verbringen die Krokusse die Wartezeit bis zum Herbst an einem kühlen, dunklen und trockenen Lagerplatz. Es spricht natürlich nichts dagegen, Pracht-Herbst-Krokus und Safran-Krokus an Ort und Stelle zu belassen. Für die Blumen im Rasen bedeutet dies, dass umsichtige Hobbygärtner sie vom
Mähen solange verschonen, bis die Welke abgeschlossen ist.

Tipp: Ist keine Selbstaussaat von Krokussen erwünscht, werden die verwelkten Blüten sogleich gekappt, damit sich keine Kapselfrüchte mit Samen bilden.

Vermehren

Den größten Beitrag zur Nachzucht leistet die Krokusknolle selbst, denn sie entwickelt eine Vielzahl an Tochterzwiebeln. Diese sind vollständig ausgebildet und liefern das ideale Vermehrungsmaterial. So gehen Sie dabei vor:
  • Das verwelkte Laub abschneiden
  • Die Mutterzwiebel aus dem Boden holen
  • Mit einem scharfen Messer die Tochterzwiebeln abschneiden
Bis im Spätsommer

die Pflanzzeit beginnt, bewahren Sie die Brutzwiebeln im kühlen, dunklen Kellerraum auf. Auf diese Weise verhindern Sie ein vorzeitiges Austreiben.

Pflanzen

Als optimaler Pflanztermin für den Pracht-Herbst-Krokus sowie den Safran-Krokus gilt der August. Die Blumenzwiebeln fachgerecht in die Erde zu setzen, erfordert keinen umfangreichen Erfahrungsschatz:
  • Am gewählten Standort den Boden 20 Zentimeter tief umgraben
  • Wurzeln, Steine und Unkraut sorgfältig entfernen
  • Je nach Bodenbeschaffenheit, Kompost, Sand, Torf oder Blumenerde einarbeiten
  • Pflanzlöcher graben mit einer Tiefe von 10-15 Zentimetern
  • Die Zwiebeln in kleinen Gruppen einsetzen
  • Die Knollen sollten sich möglichst nicht berühren
Abschließend die Krokusse mit Erde bedecken, andrücken und angießen. Haben Sie den Krokussen im Herbst ein Dasein im Kübel oder Blumenkasten zugedacht, verläuft die Pflanzung ähnlich. Als Substrat dient handelsübliche Blumenerde, die insbesondere für die Kultivierung von Safran-Krokussen mit Sand vermischt wird. Von herausragender Bedeutung ist eine Drainage am Gefäßboden über dem Wasserablauf. Breiten Sie hier anorganisches Material aus, wie Kieselsteine, Splitt oder Tonscherben. Bevor das Substrat eingefüllt wird, sorgt ein wasser- und luftdurchlässiges Vlies dafür, dass Erdkrümel die Drainage nicht verstopfen.

Schutz vor Wühlmäusen

KrokusseDie knackig saftigen Blumenzwiebeln von Krokussen zählen zu den Lieblingsspeisen von Wühlmäusen. Während sich die großflächige Bekämpfung dieser Schädlinge im Garten als recht aufwändig erweist, ist der gezielte Schutz im Rahmen der Pflanzung vergleichsweise unkompliziert. Im Fachhandel stehen spezielle Wühlmauskörbe bereit. Mit ein wenig handwerklichem Geschick konstruieren Sie den Schutzkorb aus engmaschigem Rechteckdraht selbst. Ein Deckel ist hierbei überflüssig, da Wühlmäuse nicht an die Oberfläche kommen. Vor den Krokusknollen kommt der Korb in die Erde. So machen Sie es richtig:
  • Ein 15-20 Zentimeter tiefes Pflanzloch graben
  • Den Wühlmauskorb einsetzen
  • Den Boden mit einer 2-3 Zentimeter hohen Sandschicht bedecken
  • Darauf die Krokuszwiebeln in einem kleinen Tuff einsetzen
Der Aushub wird nun eingefüllt, angedrückt und gewässert. Idealerweise markieren Sie die Pflanzstelle, damit hier nicht aus Versehen im Herbst umgegraben wird.

Schöne Pflanzpartner

Wünschen Sie neben den Krokussen weitere Pflanznachbarn, für noch mehr Abwechslung im Erscheinungsbild? Dann empfehlen sich die folgenden Herbstblüher für den Steingarten, das Beet, den Rasen und im Blumenkasten:
  • Goldkrokus (Sternbergia lutea): kein echter Krokus, aber genauso so bezaubernd schön
  • Kriechendes Bergbohnenkraut (Satureja spicigera)
  • Zwerg-Berg-Bohnenkraut (Satureja montana ssp. illyrica)
  • Roter Sand-Thymian (Thymus serpyllum 'Coccineus')
Vom gestalterischen Gesichtspunkt aus gesehen, gilt die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) als die perfekte Ergänzung für Krokusse im Herbst. Ihre blasslila Blüten sehen den Krokusblüten zum Verwechseln ähnlich. Leider ist diese hübsche Blume sehr giftig, sodass sie nicht empfehlenswert ist, wenn sich Kinder oder Haustiere in ihrer Nähe tummeln.

Fazit

Blühende Krokusse im Herbst sorgen für Furore im Steingarten, Rasen, Beet und Blumenkasten. Von September bis November leuchten die farbenfrohen Blüten und ziehen erstaunte Blicke auf sich. Allen voran der Pracht-Herbst-Krokus sowie der Safran-Krokus, gelten als die idealen Kandidaten, um den herbstlichen Garten zu dekorieren. Gepflanzt am adäquaten Standort, ist die Pflege kaum der Rede wert. Unter normalen Bedingungen sind weder Gießen, noch Düngen erforderlich. Damit die Blumenzwiebeln über mehrere Jahre hinweg vital bleiben, ist der Zeitpunkt für den Rückschnitt von Bedeutung. Wer sich geduldet, bis alle Pflanzenteile vollständig eingezogen sind, wird auch im nächsten Herbst mit der prächtigen Blütentracht belohnt.