Herbstzeitlose - Pflanzen & Pflege - Unterschied zu Bärlauch

Herbstzeitlose - Pflanzen & Pflege - Unterschied zu Bärlauch Ihr Blüte ähnelt dem Krokus: Herbstzeitlose werden von Laien gerne verwechseltDie Giftpflanze des Jahres 2010 heißt Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Die Schreibweise Herbst-Zeitlose ist ebenfalls gebräuchlich. Ihre Giftigkeit mag Gärtner zwar abschrecken, doch sie hat auch gute Seiten: Die verantwortlichen Wirkstoffe werden in der Medizin verwendet. Achten Sie allerdings darauf, dass die Herbstzeitlose aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Bärlauch verwechselt werden kann.

Besonderheiten der Herbstzeitlosen

Herbstzeitlose werden zu

den sogenannten ausdauernden Pflanzen gezählt, sie werden also mehrere Jahre alt und blühen in diesem Zeitrahmen mehrmals. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 8 cm und 30 cm und kann dank ihrer Überlebensstrategie auch in klimatisch schwierigen Verhältnissen überleben. Die dafür wichtigen Pflanzenteile liegen bei der Herbstzeitlosen unter der Erde. In dieser Jahreszeit wird die alte Sprossknolle abgebaut und eine für den Austrieb im nächsten Frühjahr benötigte frische Knolle darüber entwickelt. Auch ein neuer Seitenspross wächst zu einer Knolle. Ab dem Frühjahr bilden sich lange und schmale Blätter, die später die Blüte schützen und insgesamt bis zu 40 cm lang werden können.

Drei Blüten zieren die Herbstzeitlose, die zwischen den Farben Blassrosa und Violett liegen. Manchmal bilden sich auch weiße Blütenfarben. So blüht die Herbstzeitlose zwischen September und Oktober, in manchen Fällen je nach Standort auch im Frühling. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, wenn sich die Kapselfrucht mit den Samen ausgebildet hat, werden diese entweder durch Ameisen verbreitet oder vom Wind in die Umgebung verstreut. Tipp: die Blüten haben Ähnlichkeit mit dem Krokus oder Herbst-Krokus.

Verbreitungsgebiet der Herbstzeitlosen

Herbstzeitlose brauchen als Standort einen feuchten und nährstoffreichen Boden. Dazu wachsen sie gerne in Sonne oder Halbschatten und gedeihen am besten windgeschützt. Das können Wiesen, aber auch Böschungen sein. Die Standorte liegen zwischen Süd-Irland, Skandinavien und Mitteleuropa bis in das nördliche Italien Richtung Osten und in die westliche Ukraine.

Giftigkeit der Herbstzeitlosen

Die Herbstzeitlose ist eine Pflanze, die - wie nur wenige andere - ihre Blätter und Blüten niemals zusammen zeigt: Entweder sind im Frühling die Blätter zu sehen, dann ist die Blüte bereits vergangen oder im Herbst die Blüten, dann sind die Blätter nicht mehr da. Das erschwert es dem Betrachter, sie zu identifizieren und sie wird schnell mit dem Bärlauch (Allium ursinum) verwechselt. Dieser hat ebenfalls längliche und frisch-grüne Blätter wie die Herbstzeitlose. Bärlauch könnte aber durch seinen Knoblauchgeruch erkannt werden, sofern man die Blätter anreißt und der Geruch verströmt. Andererseits wird er wiederum mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) verwechselt, was ebenso
verhängnisvoll sein kann, weil diese ebenso giftig wie die Herbstzeitlosen sind.

Im Herbst zeigen sich die Blüten der Herbstzeitlosen und sorgen für farbliche AkzenteDie Blüte der Herbstzeitlose ist der giftigste Teil der Pflanze, die hauptsächlich das Gift Cholchicin enthält. Jedoch sind auch in Samen, Knolle und Blättern noch so viele giftige Substanzen enthalten, dass es für eine Vergiftung reichen würde. Schon geringe Mengen Gift, wie sie beim Pflücken an den Fingern hängen bleiben, können ausreichen, um einen Menschen zu töten. Vor allem Kinder,

die versehentlich mit der Pflanze in Berührung kommen, sind davon betroffen. Bei der Heuernte sollte deshalb besondere Vorsicht walten. Natürlich ist sie auch für Tiere giftig, sowohl für Klein- wie auch für Großtiere.

Herbstzeitlose im Garten

Bei aller Giftigkeit und Vorsicht kann die Herbstzeitlose auch in den heimischen Garten gepflanzt werden. Hier wird sie gerne als Farbtupfer für den Herbst genutzt, denn gerade in dieser Jahreszeit gibt es nicht mehr viel, was blüht. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Knollen der Herbstzeitlose einfach auf die Fensterbank zu legen und die vielen Blüten zu bewundern, die scheinbar aus dem Nichts erblühen. Danach kann die Knolle in den Garten eingepflanzt werden. Sie blühen in jedem Herbst wieder neu und müssen nicht besonders gepflegt werden. Sobald Kinder im Haus leben oder zu Besuch kommen, sollten die Knollen entfernt werden, damit es nicht zu Vergiftungsunfällen kommen kann. Tipp: Nicht in Gärten pflanzen, in denen Kinder spielen.

Fazit der Redaktion

Die Herbstzeitlose ist eine Blühpflanze, die ähnlich dem Krokus ihre Blüten in unterschiedlichen Rosa- bis Lila-Tönen zeigt. Sie wird nie die Blüten und Blätter gleichzeitig zeigen, bis zur Blüte sind die Blätter bereits verwelkt. Da sie im Herbst blühen als wäre Frühling hat sie ihren Namen Herbstzeitlose bekommen. Leider ist die Pflanze in allen Teilen hochgiftig, weshalb sie nicht in vielen Gärten zu finden ist. Bereits ihr Vorkommen in der Natur kann sie zum Problem machen, da nutzt auch ihr schönes Aussehen nichts. Wächst sie auf Wiesen, gelangt sie bei der Heuernte zwischen das Viehfutter und wird unter Umständen auch von Menschen angefasst. Aber auch über die Milch von Nutztieren kann das Gift der Herbstzeitlosen zum Menschen gelangen, wenn diese die Pflanzenteile mit ihrem Grünfutter fressen.

Wissenswertes zur Herbstzeitlosen in Kürze
  • Eine hochgiftige Pflanze, die in alle Pflanzenteile giftig ist.
  • Sie vermehrt sich selbst.
  • In Deutschland ist sie in West- und Süddeutschland am meisten verbreitet.
  • Die Herbstzeitlose bildet im Frühling die Blätter und im Herbst die Blüten aus.
  • Sie sieht aus wie eine Krokuspflanze.
  • Sie blüht von Hellrosa bis Dunkelviolett, selten in Weiß.
Das Besondere an der Herbstzeitlosen ist ihr Lebenszyklus. Die Frucht reift im Sommer, vor der Blüte. Die Pflanze, die einem Krokus ähnelt, blüht ab Ende August bis in den Oktober hinein und manchmal sogar länger. Die Herbstzeitlose ist giftig. Aus Samen, Blüten und Knollen wird ein entzündungs- und zellteilungshemmendes Substart gewonnen, dass gegen Gicht, Rheuma, Nervenschmerzen, Leukämie, Tumore und einige andere Erkrankungen hilft.
  • Die Herbstzeitlose bevorzugt einen sonnigen Standort.
  • Sie liebt nährstoffreiche, feuchte, kalkhaltige Böden.
  • Sie gedeiht gut auf Wiesen und an Böschungen.
  • Sie mag es warm und windgeschützt.
  • Bei einem idealen Standort breitet sich die Pflanze massenhaft aus.
Die Herbstzeitlose ist eine Zwiebelpflanze. Der Anbau ist denkbar einfach. Man steckt die Zwiebel einfach in die Erde, am besten 5 bis 10 cm tief. Die Vermehrung über Samen ist auch möglich, dauert aber bis zu 18 Monaten. Dabei muss die Temperatur bestenfalls gleich bleibend bei 15 Grad Celsius liegen. Die beste Pflanzzeit für die Herbstzeitlosen sind die Monate Juli und August. Der Pflanzabstand sollte ca. 10 bis 25 cm betragen. Die Pflanzen stehen gern vor Gebüschen und unter laubabwerfenden Bäumen. Neu gekaufte Knollen kann man vor dem Einpflanzen einfach auf ein Fensterbrett stellen. Auch ohne Erde und Gießen treiben sie bis zu 12 Blüten pro Knolle aus. Nach der Blüte setzt man sie dann um. Vorsicht, nicht vergessen, die Pflanze ist giftig, mit Kindern aufpassen! Auch als Erwachsener sollte man die Pflanze nur mit Gartenhandschuhen anfassen und sich hinterher sofort die Hände waschen.