Knollenbegonien - Vortreiben, Pflanzen und Überwintern

KnollenbegonieDer ideale Standort für die üppig blühenden Knollenbegonien ist in einem Kübel auf Terrasse oder Balkon, aber auch im Gartenbeet und auf der Fensterbank fühlen sie sich wohl. Ihre Blühfreudigkeit lässt auch bei weniger guten Lichtverhältnissen nicht nach, so dass die Knollenbegonien gerade für einen schattigen Standort gut geeignet sind. Wer daher leuchtend bunte Farbenvielfalt in seinem Garten oder auf Terrasse und Balkon wünscht, der ist mit der pflegeleichten Pflanze auf der sicheren Seite.

Pflanzen

Knollenbegonien werden im Frühjahr nach

dem letzten Frost wieder eingepflanzt. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten, die Knollen wurden bereits an einem anderen Ort vorgetrieben oder sie werden ohne die Vortreibung direkt an ihren endgültigen Standort gepflanzt. Die Begonien ohne Vortreibung werden wie folgt eingepflanzt:
  • um Staunässe zu vermeiden, eine Drainage anlegen, im Beet wie im Kübel
  • im Kübel über dem Abflussloch eine Schicht aus Tonscherben oder Kies geben
  • hierüber kommt Pflanzenvlies, bevor die Erde eingefüllt wird
  • im Beet das Pflanzloch tief genug graben und eine Schicht aus Kies oder Steinen für den besseren Abfluss aufbringen
  • Erde wieder darüber geben
  • kleine Mulden graben, in die die Knollen eingesetzt werden
  • darauf achten, dass der Trieb nach oben zeigt
  • die Knollen nicht mit Erde bedecken, nur rundherum zur Hälfte die Erde einfüllen
  • mäßig gießen und regelmäßig düngen
Tipp: Knollenbegonien vertragen keinen Frost, daher ist der ideale Zeitpunkt, um diese nach draußen zu pflanzen der Mai nach den Eisheiligen, denn an diesen Tagen kann es nachts noch empfindlich kalt mit frostigen Temperaturen werden. Daher ist es sinnvoll, die Knollen vorzutreiben und dann auszupflanzen, so kann sich der Hobbygärtner schneller an einer reichhaltigen Blüte erfreuen.

Vortreiben

Idealerweise werden Knollenbegonien bereits im Februar oder März vorgetrieben, damit sie im Sommer früher und reichlicher blühen. An der schüsselartigen Oberseite der Knollen sind jetzt meist schon die neuen Augentriebe zu sehen. Diese müssen nach oben zeigen. Das Vortreiben der Knollen ist einfach, hierbei wird wie folgt verfahren:
  • genügend große Töpfe mit Erde füllen
  • hierzu kann die handelsübliche Balkonblumenerde genutzt werden, die mit Sand gemischt wird
  • Begonienknollen mit dem Trieb nach oben in den Topf setzen
  • Knollen nur bis zur Hälfte mit Erde bedecken, so dass die Triebe noch zu sehen sind
  • als Standort für die Töpfe einen hellen, nicht zu sonnigen und warmen Platz suchen
  • hierzu eignet sich die Fensterbank in einem Wohnraum
  • ein ebenfalls idealer Standort ist ein beheizter Wintergarten
  • die Töpfe bis Mai an diesem warmen Ort stehen lassen
  • im Mai nach den Eisheiligen an den endgültigen Sommerstandort auf Balkon, Terrasse oder Gartenbeet pflanzen
Tipp: Bei der Vortreibung ist am Anfang Wärme von unten ideal für die Knollenbegonien, daher kann hier für die erste Zeit auch ein Platz über
einer Heizung gewählt werden. Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass die Erde von unten schneller austrocknet.


Standort & Pflege

Knollenbegonien bevorzugen einen schattigen oder halbschattigen Platz, dürfen aber ruhig auch ein paar Stunden am Tag in der Morgen- oder Abendsonne stehen. Allerdings sollte es nicht zu heiß werden, daher keinen Standort mit praller Mittagssonne wählen. Ebenso sollte die Blume windgeschützt stehen, da starker Wind den großen Blüten schaden könnte. Ansonsten benötigen die Knollenbegonien noch folgende Pflege:
  • nährstoffreicher, lockerer und wasserdurchlässiger Boden, im Idealfall mit Sand anreichern
  • Staunässe vermeiden, kein Wasser

    im Untersetzer oder einen Übertopf stehen lasen
  • mäßig gießen, lieber ein wenig trockener als zu feucht halten
  • nur von unten, direkt an der Knolle gießen, Blätter und Blüten aussparen
  • für die reichhaltige Blüte Flüssigdünger für blühende Pflanzen verwenden
  • für die Dosierung auf die Herstellerangaben achten
Tipp: Bereits im August mit der Vorbereitung auf die Überwinterung beginnen und bis September die Begonie weniger gießen und das Düngen bereits jetzt schon einstellen, bevor im September auch auf das Gießen ganz verzichtet werden sollte.

Überwintern

Da die Knollenbegonien nicht winterhart sind, müssen sie vor dem ersten Frost geschützt werden. Denn auch geringen Frost vertragen die Knollen gar nicht und können davon absterben. Wurden die Knollenbegonien in einem kleinen Kübel kultiviert, dann reicht es hier, diesen nach innen zu verbringen und so im Winter eine dekorative blühende Pflanze auf der Fensterbank zu haben. Bei allen anderen Begonien gilt vor dem Winter folgendes zu beachten:
  • ab Ende September nicht mehr gießen
  • Erde rund um die Knolle abtrocknen lassen
  • ist das Laub der Begonie verwelkt, wird die Knolle noch vor dem ersten Frost ausgegraben
  • Knolle trocknen lassen und Pflanzenreste und Erde entfernen
  • eine luftdurchlässige Kiste mit trockenem Sand bereitstellen
  • hier hinein werden die Knollen gelegt
  • dunkel, trocken und kühl lagern, zum Beispiel in einem ungeheiztem Kellerraum oder der Garage
  • Temperaturen von 5° bis 7° Celsius sind hier ideal
Tipp: Bevor die Knollen der Begonien an ihren Winterplatz verbracht werden, sollten diese auf eventuellen Schädlingsbefall oder Fäulnis untersucht werden. Sind Pflanzenteile hiervon befallen, diese entfernen. Ansonsten nehmen die Knollen über den Winter weiteren Schaden und treiben im schlimmsten Fall im nächsten Jahr nicht mehr aus.

Vermehren

Nach dem Winter können die Knollen, wenn gewünscht, auch vermehrt werden, um noch eine größere Blütenpracht auf Terrasse und Balkon zu erhalten. Hierzu wird wie folgt vorgegangen:
  • Triebaugen bestimmen, hierzu die Knolle eventuell mit einer weichen Bürste reinigen
  • sind keine Triebaugen zu sehen, warmlegen, damit die Knollen knospen können
  • Mutterknollen können in bis zu acht Stücke geteilt werden
  • jede neue so gewonnene Knolle benötigt mindestens ein Triebauge
  • die neuen Knollen dann vortreiben oder einpflanzen
Tipp: Damit die Begonienknollen nach der Teilung keinen Schaden nehmen, diese in Kohlenstaub wälzen, bevor sie in die Erde eingesetzt werden. So werden die Wunden an den Schnittstellen geschlossen.

Fazit

Die pflegeleichte Knollenbegonie ist auch für den Hobbygärtner ohne viel Zeit die perfekte Lösung, Terrasse, Balkon oder Garten in ein buntes Meer aus Blüten zu tauchen. Denn neben Wasser und ein wenig Dünger benötigt die dekorative Blume nicht viel. Ab und an sollten die verwelkten Blätter und Blüten entfernt werden. Da die Knollenbegonien jedoch nicht winterhart sind, müssen die Knollen im Herbst vor dem ersten Frost ausgegraben und einen warmen, trockenen Ort verbracht werden. Da sie auch beim Standort nicht wählerisch sind, eignen sie sich vor allem für schattige oder halbschattige Balkone und Terrassen besonders gut, auf denen sonst nicht viele Blumen gedeihen.