Prärielilie, Camassia - Pflanzen und Pflege

Prärielilie, Camassia - Pflanzen und Pflege Wenn im Frühling die Blüte von Tulpen und anderen Frühblühern sich zu Ende neigt, entsteht oft eine Pause bis die nächste Pflanze ihre neue Pracht entwickelt. Die Camassia, im Umgangston auch Prärielilie genannt, kann diese Lücke schließen. Und das macht sie ganz hervorragend mit kleinen sternförmigen, bis zu 100-fachen Blüten.

Herkunft

Ursprünglich ist dieses Zwiebelgewächs in Nordamerika- und Südamerika beheimatet und hat ihren Namen den Indianern zu verdanken. Vor allem die Frauen der Nez Perce- , Cree- und Blackfoot- Stämme haben die Zwiebeln gesammelt und gekocht.



Beschreibung

Die Camassia gehört, trotz ihrer Zusatzbezeichnung Prärielilie, nicht, wie vielleicht angenommen, zu den Lilien sondern zu den Hyazinthengewächsen und umfasst ungefähr 15 Sorten. Die Blüte präsentiert sich zumeist in einer zarten blau-violetten Farbe. Manch andere Arten zeigen sich cremefarben oder leuchtend blau.

Die Blüten sind immer traubenförmig, ca. 5 cm groß und öffnen sich von unten nach oben. Die Blätter dieser Pflanze sind lang, überhängend, dünn und wie eine Rosette rund um den hohen Blütenstengel ausgerichtet. Bei idealen Voraussetzungen, damit ist als entscheidender Faktor ein humusartiger Boden gemeint, kann die Camassia bis zu einem Meter empor ragen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juni.

Besonders oft verwendete Arten der Camassia sind:
  • Camassia cusickii mit lavendelfarbenen Blüten,
  • Camassia esculenta mit einer tiefblauen Pracht,
  • Camassia leichtlinii präsentiert sich in Blautönen und cremefarben. Diese wird gerne empfohlen, da sie sich als sehr langlebig herausgestellt hat und
  • Camassia quamash ebenfalls mit blauen Blüten
Pflanzung

Die Zwiebeln sollten möglichst früh im Jahr gekauft werden, auf jeden Fall bevor sie mit dem Austreiben begonnen haben. Es muss darauf geachtet werden, dass es sich um feste und gesunde Exemplare handelt. Es dürfen sich keine weichen Stellen gebildet haben und die Zwiebel muss auch frei von Fraßspuren sein. Bei besonders kleinen Zwiebeln besteht die Gefahr, dass diese im ersten Jahr noch keine Blüten hervorbringen. Die Zwiebeln müssen nach dem Kauf schnellst möglichst in die Erde gebracht werden.
 
Der beste Standort ist sonnig bis leichter Halbschatten. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Als Düngung kann im Frühjahr etwas Kompost oder organischer Dünger eingearbeitet werden. Auch ist es wichtig, dass der Pflanzplatz eine hohe Feuchtigkeit aufweist ohne die Gefahr einer Staunässe. Bei stehender Nässe können die Zwiebeln anfangen zu faulen. Ebenso zu vermeiden ist anhaltende Trockenheit.

Ganz hervorragend gedeiht diese Pflanze auch in Gruppen angeordnet auf Wiesen. Zusammen mit Narzissen bildet die Camassia in großen Mengen gepflanzt ein beeindruckendes Bild.
 
Die Zwiebeln werden an ihrem Standort ca. 10-15 cm tief in die Erde gesetzt. Die Tiefe orientiert sich an der Größe der Zwiebel, ein Richtwert ist ungefähr die 2-3 fache Zwiebeldicke. Je mehr Umfang, desto weiter wird die Zwiebel also in die Erde eingebracht.

Bei einer Pflanzung in einem Gefäß ist für Zwiebelpflanzen ein Tongefäß die bessere Wahl. Das Wasser kann nach dem Gießen besser Abtrocknen als in Plastikbehältern. Das Drainageloch im Tontopf wird zunächst mit eine Tonscherbe verschlossen. Es kann ein Stück Zink mit eingelegt werden, dadurch wird das Eindringen von Würmern verhindert. Anschließend wird die Pflanzerde mit der Zwiebel
eingefüllt, die Erde angedrückt, kräftig gegossen und in einen sonnigen

Platz gestellt. Es ist zu beachten, dass die Pflanzung dabei genauso tief ist wie im Freien.
 
Pflege

Die Pflanze ist sehr pflegeleicht und selten von Krankheiten befallen. Prärielilien sind hingegen anfällig für Wurzelnematoden. Auch bekannt als Fadenwürmer oder Älchen sind sie nur mit einer Lupe zu sehen. Zu erkennen ist dieses Problem an den Blättern die verkümmern und verkrüppeln. Genauso entstehen dort Flecken sowie Verdickungen und die Prärielilie zeigt ein geringes Wachstum. Als Maßnahme hilft nur, die entsprechende Pflanze zu vernichten. Als Bekämpfung bietet es sich an, Ringelblumen und Tagetes zu pflanzen. Besonders die Tagetes sondert Duftstoffe über die Wurzel aus. Angezogen davon, dringen die Nematoden in die Wurzel der Tagetes ein und werden sofort durch einen Giftstoff eliminiert.

Nach erfolgreicher Blütezeit sollte nur der verblühte Teil entfernt werden. Erst im Juni werden die Blätter abgeschnitten, dann aber auch nur, wenn sie vertrocknet sind. Der Zeitpunkt kann sich auch auf später verschieben, da dieser vom Standort abhängig ist. Je sonniger die Camassia steht, desto schneller verdorren die Blätter.

Das Zusammenbinden von noch grünen Blättern, der Ordnung zu liebe, sollte vermieden werden, da die Photosynthese gestört wird und die Zwiebel dann weniger Energie für die nächste Wachstumsperiode speichern kann.

Vermehrung

Die Prärielilie vermehrt sich über Tochterzwiebeln die im Sommer oder Herbst in der Ruhephase geteilt werden können. Die Pflanze sät sich auch ausgiebig selbst aus und ist deshalb zum Verwildern geeignet. Die Blühfähigkeit zeigt sich dann nach 3-4 Jahren.

Überwintern

Die Camassia ist nur bedingt winterhart. Wenn sie in den freien Garten gepflanzt wird, sollte sie bei längeren Kälteperioden unter -6 Grad Celsius zusätzlich mit einer organischen Abdeckung geschützt werden. Bei Pflanzungen in Behältern ist ein Aufenthalt während des Winters im Freien nicht möglich. Da ist dann ein frostsicherer Ort vorzuziehen.

Auch wenn grundsätzlich ein richtig kalter Winter zu erwarten ist, empfiehlt es sich, die Zwiebeln auszugraben und in einem dunklen, trockenen und frostfreien Bereich bis zum nächsten Frühling zu lagern.

Viele Zwiebelpflanzen eignen sich natürlich auch als Schnittblumen für den häuslichen Frühling, darunter auch die Camassia. Eine andere Möglichkeit ist es, im Winter schon mit dem Vortreiben im Haus zu beginnen. Dies funktioniert, in dem die Zwiebeln zunächst für mehrere Monate trocken im Dunkeln gelagert und anschließend dem Licht ausgesetzt werden. Dadurch wird die Blüte frühzeitig herbeigeführt und der Besitzer erfreut sich schon früher an der neuen Blütenpracht.
 
Steckbrief
  • Pflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
  • Blütezeit: Früh- bis Hochsommer mit an aufrechten Stängeln sitzenden sternförmigen Blüten in weiß, blau oder violett
  • Belaubung: Lanzettlich schmal überhängend in grün teilweise auch gelb gerandet
  • Wuchs: Dichte Blattrosette aus der die Blütenstiele ragen
  • Höhe/Breite: Je nach Sorte 35 bis 70cm hoch und 30 bis 40cm breit
  • Standort: Sonnig oder halbschattig. Nährstoffreicher und feuchter Boden, verträgt auch schweren Boden
  • Pflanzzeit: Herbst. Zwiebelumfang 6-8cm
  • Schnitt: Rückschnitt nicht notwendig. Nur Vergilbtes entfernen
  • Partner: Solitär
  • Pflege: Bei Trockenheit wässern, Boden sollte nicht austrocknen. Im Frühjahr und Frühsommer düngen, alternativ Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr
  • Überwinterung: Etwas frostempfindlich, benötigt daher Winterschutz
  • Krankheiten/Probleme: Problemlos
  • Besonderheiten: Gehört nicht wie der deutsche Name vermuten lässt zu den Lilien, Zählt botanisch zu den Stauden, da sie ausdauernd ist, auch wenn es sich um eine Zwiebelblume handelt
  • `Blue Melody: Höhe 40-50cm. Blüht ab Mai in leuchtendem Laub. Begeistert neben den Blüten auch mit grünen gelb gerandeten Blättern. Zwiebelumfang 6-8cm