Essigbaum Wurzelsperre, Pflege im Kübel

Essigbaum mit herbstlichem LaubDer Essig-Baum (Rhus typhina) gehört zu den Neophyten. Der Essig-Baum gehört zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit ist dieses Gehölz vor allem bei Gartenneulingen sehr beliebt. Es toleriert nämlich alle Bodenarten und kommt auch im Sandboden also mit Trockenheit zurecht.

Weiterhin ist der Essigbaum aber auch aufgrund seiner wunderschönen Laubfärbung im Herbst heißbegehrt.

Weitere Namen des Essigbaums

Andere Bezeichnungen für den Essigbaum sind Hirschkolbensumach, Färberbaum, Gerbersumach oder Gewürzsumach. Ursprünglich stammt der mehrstämmige

Strauch bzw. Baum aus dem Osten Nordamerikas. Den Namen Hirschkolbensumach verdankt der zweihäusige Baum den weiblichen spektakulären Blüten- und Fruchtständen, welche von ihrer Optik her mit Rotwild in Verbindung gebracht werden können. Der Name Essigbaum ist zurückzuführen auf den sauren Pflanzensaft.

Essigbaum: Pflanzprofil
    • Der Baum kann eine Wuchshöhe zwischen drei und sechs Meter erreichen.
    • Er trägt etwa 20 bis 30 Zentimeter lange unpaarig gefiederte Blätter, die aus bis zu 31 Teilblättchen bestehen können.
    • Diese bilden im Herbst ein wunderschönes leuchtend rotes Laubkleid.

  • Die aufrecht stehenden Kolben, des männlichen Essigbaumes blühen im Juni / Juli gelbgrün.
  • Zur gleichen Zeit erscheinen auch die weiblichen kolbenformigen Blütenstände in Rot.
  • Aus den kolbenartigen Blütenständen entwickeln sich auch die Früchte. Das sind winzige behaarte Nüsschen.
Essigbaum mit LaubVorsicht ist geboten: Pflanze ist ausufernd und giftig

Aber wie bei so einigen Neophyten ist auch beim Essigbaum Vorsicht geboten. Denn aufgrund seines ausufernden Wurzelwerkes erobert er sehr schnell großflächig den Garten. In einem Familiengarten hat er nichts verloren, weil alle Pflanzenteile giftig sind. Vor allem ist der Milchsaft giftig. Zwar soll eine Vergiftung nur nach Aufnahme größerer Mengen möglich sein, trotzdem sollten Eltern von kleineren Kindern besser darauf verzichten. Aber auch bei Tieren kann der Milchsaft Entzündungen auslösen. Zu den Vergiftungserscheinungen gehören Magen- und Darmbeschwerden. Davon können auch Nager wie Hamster und Meerschweinchen betroffen sein. Der Milchsaft kann bei Pferden Koliken und Durchfälle auslösen.

Ausbreitung eindämmen: Als Kübelpflanze oder mit
Rhizomsperre


Wer trotzdem einen Färberbaum in seinem Garten haben möchte, sollte sich unbedingt Gedanken machen wie die ausufernde Ausbreitung in Zaum gehalten werden kann. Möglich ist dies am sinnvollsten durch zwei Methoden: Mit einer Wurzelsperre oder in der Haltung im Topf.
  • Für ausläuferbildende Bäume und Sträucher sollte man unbedingt Wurzelsperren einbauen. Dabei kann man nach dem gleichen Prinzip vorgehen wie bei den Bambus-Rhizomsperren. Dafür kann eine kräftige Teichfolie verwendet werden. Denn die Wurzeln des Gewürzsumachs sind viel weicher als die von Bambus und können beim Wachsen nicht so viel Druck ausüben.
  • In den Kübel gepflanzt wird der Flachwurzler zwar nicht ganz sehr groß, kann dafür aber eigentlich keine Ausläufer bilden und ist zudem noch mobil.

Alternativen zum eroberungswütigen Neophyten


Wenn Sie im Herbst bunte Blätter sehen möchten, gibt es einige einheimische Laubgehölze, die Ihnen gerne zu Diensten sind: Der Spitzahorn (Acer platanoides), das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), die Rotbuche (Fagus sylvatica), die Traubeneiche (Quercus petraea), die Lavendelweide (Salix incana), die Eberesche (Sorbus aucuparia) und der Speierling (Sorbus domestica) bringen z. B. im Herbst alle möglichen Töne zwischen goldgelb und karminrot hervor.

Essigbaum nur

im Kübel


Der Essigbaum dagegen sollte wohl wirklich nur im Kübel gehalten werden, zumindest wenn Sie das am Garten liegende Haus eine Weile bewohnen werden. Jede Wurzelsperre zeigt nämlich irgendwann Ermüdungserscheinungen, und eine Teichfolie "normaler" Stärke soll für den normalen Essigbaum sowieso kein Problem sein. Die Wurzelausläufer sind aber auch nicht die einzige Vermehrungsstrategie des leistungsstarken Aggressoren. Er kann auch ohne Befruchtung Früchte entwickeln, eben jene rotbehaarten Puschel, aus denen sich dann Samen entwickeln, viele Samen, die von Vögeln verbreitet werden und viele kleine neue Essigbäume keimen lassen.

 

Ganz so hübsch, wie es zuerst scheint, ist der Essigbaum übrigens auf Dauer auch nicht: Seine Triebe verkahlen nach einigen Jahren, irgendwann hätten Sie also lauter kahle Stämme mit ein paar Blättern an den Enden im Garten stehen. Dieses Schicksal wird jedoch auch den Essigbaum im Kübel ereilen, denn einen Rückschnitt mag ein Essigbaum nicht so gerne, in der Regel wird er nach diesem nie wieder wirklich dekorative Krone entwickeln.

 

Ältere Essigbäume verlieren ihre Schönheit - da hilft nur noch die SägeWenn Sie also unbedingt einen Essigbaum im Kübel halten möchten, sollten Sie ihn höchstens im Frühjahr auslichten, also kränkliche und fehlgewachsene Triebe direkt am Ansatz entfernen. Wenn der Essigbaum im Kübel irgendwann zu hoch wird, sollten Sie ihn nach Rat erfahrener Gärtner einfach durch einen anderen ersetzen, den Sie ja rechtzeitig auf einem Wurzelausläufer heranziehen können.

Tipp zum Schluss

 

Gerade "Gartenanfänger" neigen dazu, jeden gut gemeinten Ratschlag gegen die Ansiedlung des Essigbaumes in den Wind zu schlagen und begeistert den kleinen Ausläufer anzunehmen, den der gute Freund zur Hauseinweihung als Geschenk mitbringt. Der Essigbaum bringe so eine schöne Farbe in den Garten, und er sei ideal für Anfänger und die roten Puschel, die er ausbildet, seien doch einfach zu niedlich. Entweder meint der gute Freund das ernst und hat einfach nicht sehr viel Ahnung, oder er neidet Ihnen insgeheim den schönen Garten und möchte Ihnen für die nächsten Jahre so richtig etwas zu tun geben ... wenn Sie erst einmal einige Forenberichte der verzweifelten Gärtner gelesen haben, die jeden Tag durch den Garten gehen und kontrollieren, ob sich irgendetwas in Richtung Essigbaum entwickelt, werden Sie dem Rat zur Zurückhaltung mehr Glauben schenken, aber dann ist es oft schon zu spät.

 

Die Schweiz hat die Produktion und den Verkauf der Essigbäume in ihrer "Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt" verboten, auch der LBV e. V. in Hilpoltstein hat für Bayern eine "Schwarze Liste von Neophyten" herausgegeben, in die der Essigbaum aufgenommen wurde.