Bartnelke - Aussaat, Pflanzen und Pflege

NelkenIn einem klassischen Bauerngarten darf die Bartnelke nicht fehlen, gehörte sie doch einst zu den Lieblingsblumen unserer Großeltern. In modernen Gärten geriet sie eher in Vergessenheit.

Zum Glück haben sich wieder zahlreiche Liebhaber der äußerst blühfreudigen Blume gefunden. Bartnelken eigenen sich aufgrund ihrer stabilen Pflanzenstängel wunderbar als Schnittblumen. In der Vase bleiben sie verhältnismäßig lange frisch. Man sollte allerdings darauf achten, dass keine Blätter im Wasser verfaulen können, deshalb besser das Laub bis auf Wasserhöhe von unten her entfernen. Die länglichen

Blätter, die gegenständig direkt aus dem Stiel herauswachsen, lassen sich leicht abreißen. 

Bartnelke - Samen

Als Pflanze werden Bartnelken eher selten angeboten. Samen gehört bei den meisten Fachhändlern in der Regel zum Standard-Angebot. Oder man besorgt sich Samen vom Nachbarn oder von Bekannten, die diese wunderschöne Nelkenart bereits ihr Eigen nennen. Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Farben der Blütenstände beginnt mit einem leuchtenden Weiß, geht über Rosa, Pink bis hin zu dunklen Rottönen. Sehr beliebt sind auch die zwei- oder mehrfarbigen Sorten, geringelt oder gefleckt. Spezielle Züchtungen haben gefüllte Bartnelken hervorgebracht. In Samenmischungen sind meist verschiedene Farbtöne enthalten. Da sich die Blumen immer wieder von selber aussäen, ist es äußerst spannend, welche neuen Farbkompositionen sich im Laufe der Jahre von ganz alleine entwickeln.

Aussaat der Bartnelke

Die beste Zeit für die Aussaat ist der Juni. Da in diesem Monat der Sommer bereits richtig durchstartet, können die Samen direkt ins Freiland, eventuell an den Platz, an dem sie später ihre Blütenpracht präsentieren sollen. Das Erdreich braucht dazu die entsprechende Vorbereitung, also gut auflockern und Unkraut entfernen. Den Pflanzen schadet es nicht, wenn sie erst mal an einer anderen Stelle, im Treibhaus oder im Topf vorgezogen werden. Durch das spätere Auspflanzen werden die Pflanzen sogar meist noch kräftiger. Zur Anzucht hat sich ein etwas schattiger Platz sogar als günstiger erwiesen. Im Jahr darauf, wenn die Bartnelken Blüten bilden, wollen sie allerdings Sonne pur. Die Aussaat der Bartnelke kann breitwürfig oder in Reihen erfolgen, je nach Belieben. Der Samen sollte dünn mit Erde bedeckt sein, anschließend die Erde etwas andrücken und gießen. 

Bartnelke pflanzen

alt="bartnelke_fl" style="float: left; margin-right: 6px; margin-bottom: 6px;" height="270" width="180" />Bartnelken brauchen für die Blütenbildung einen humusreichen, sonnigen Standort. Etwas Schatten vertragen sie zwar auch, wahrscheinlich wird die Blüte dort etwas weniger üppig ausfallen. Spätestens Ende September sollten die noch kleinen Pflanzen an ihren späteren Platz an der Sonne umziehen. Ein nährstoffreicher, eventuell mit Kompost vermischter, Boden bietet die beste Voraussetzung für gutes Gedeihen. Bevor die Bartnelken eingepflanzt werden, sollte das Erdreich aufgelockert und von Unkraut gesäubert sein. Werden dabei tatsächlich sämtliche Wurzelstückchen entfernt, bleibt das Beet wesentlich länger unkrautfrei. Die Pflanzen stehen idealerweise in einem Abstand von etwa 25 cm. Soviel Raum brauchen sie, um sich optimal entwickeln zu können. Sollen die Bartnelken am ausgesäten Ort stehen bleiben, hilft rechtzeitiges Auslichten und Umsetzen, damit auch sie nicht zu dicht stehen. 

Bartnelke pflegen

Obwohl die Bartnelke keinen allzu nassen Standort mag, möchte sie trotzdem stets gut mit Wasser versorgt sein. Gerade nach der Anpflanzung sind zusätzliche Wässerungen bei nicht ausreichendem Regen unerlässlich.

Bartnelken sind zwar recht anspruchslos, freuen sich aber trotzdem über Düngergaben. Über den Winter behalten sie ihr Grün. Bartnelken sind frostfest und brauchen nur in sehr kalten Lagen einen Schutz mit Tannenzweigen. Kommt der Frühling ins Land, setzt bei den Bartnelken das weitere Wachstum ein, so dass sie bis Mai ihre endgültige Höhe von etwa 50 cm erreichen. Die Blühphase kann je nach Art variieren, dauert aber zumeist von Mai bis Juli. Bartnelken begeistern nicht nur mit ihrer Blütenpracht, sondern auch mit ihrem angenehmen Duft.

Schnecken halten sich eher von Bartnelken fern. Dafür kann es passieren, dass sich Blattläuse einfinden. Das Einsprühen mit Seifenlösung geht dagegen an. Viruskrankheiten werden vermieden, wenn die Pflanzen luftig, also nicht zu eng beieinander stehen. Vereinzelt kann Nelkenrost oder Nelkenschwärze auftreten. Dabei handelt es sich um Pilzkrankheiten, die mit Sprühmitteln aus dem Fachhandel bekämpft werden können. Stark befallene Pflanzen sollte man allerdings gleich entsorgen, damit sich die Pilzsporen nicht auf anderen Blumen ausbreiten. 

Bartnelken auf Dauer im Garten ansiedeln

bartnelke2_flBartnelken wachsen im ersten Jahr etwa 10 bis 20 cm hoch und treiben erst im zweiten Jahr ihren Blütenschmuck aus. Nach der Bestäubung bilden sich tiefschwarze, rundliche, jedoch sehr flache Samenkörner, die sich von alleine aussäen und keimen. Die Jungpflanzen werden sich bis zu Beginn des Winters erneut so weit entwickelt haben, dass sie gut durch die kalte Jahreszeit kommen. Nicht immer verdorren die Pflanzenstängel nach der Samenentwicklung. Manche Pflanzen bleiben grün und treiben das Jahr darauf erneut Blüten aus. Bartnelken können durchaus auch dreijährig sein. Fühlen sie sich wohl, bleiben sie dem  heimischen Garten als fester Bestandteil erhalten, zumal sie für ihre Nachkommenschaft selber sorgen. Mit ihren doldenartigen und von der Farbgestaltung her sehr ansprechenden Blüten sind sie für jeden Garten eine wahre  Bereicherung.