Herbstaster, Winteraster - Tipps zu Pflege, Schnitt und Vermehrung

HerbstasternWas ist das denn nun, eine Herbstaster, Winteraster oder gar eine Chrysantheme? Eine kleine Begriffs-Aufklärung für mehr Klarheit vorab: die Winteraster gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Botanisch findet man sie als  Dendranthema x grandiflorum oder Chrysanthemum indicum Hybriden beschrieben. Die Winteraster ist von Ostasien aus in unsere Gärten eingezogen. Weitere Bezeichnungen sind Garten-Chrysantheme, Bauernchrysantheme oder eben auch Herbstaster. Letztere gehört jedoch streng genommen zur Gattung der Aster sp., die ihren Ursprung in Nordamerika haben.

Standort und Boden

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Winterastern sind eine Bereicherung für jedes Staudenbeet. Wenn die meisten Blüher bereits ihre Samen ausbilden und vertrocknen, laufen sie zur Höchstform auf. Einige Sorten blühen bis in den Dezember hinein. Bei der Auswahl des Standortes muss jedoch beachtet werden, dass sie in den kürzer werdenden Tagen genügend Sonne oder zumindest Helligkeit bekommen. Im Winter sind ständig nasse Bodenareale ungeeignet für die Winterastern. Auch in Kübeln machen sie eine gute Figur. Je sonniger der Standort, desto größer die Blühfreude. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein. Verdichteter Boden sollte vor dem Einsetzen gründlich aufgelockert und mit Sand gemischt werden. Eine Durchmischung mit Kompost sorgt nachhaltig für genügend Nährstoffe. Böden, die im Winter dazu neigen, viel Nässe zu speichern sind ungünstig. Es kommt zur Fäulnis, besonders an den Stellen neuer Austriebe.

Gießen und Düngen

Besonders im Sommer ist der Wasserbedarf der Winterastern recht hoch. Spritzwasser von oben schätzen sie hingegen gar nicht. In Töpfen sollten sie also am besten von unten gegossen oder eingetaucht werden. Ständige Nässe auf ihren Blättern führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Mehltau. Im Beet werden die Chrysanthemen am besten von unten herum kräftig gegossen. Eine ständige Berieselung mit Wasser durch einen o. Ä. ist also zu vermeiden. Von den Wassergaben im Sommer hängt dann auch die Blüte im Spätsommer und Herbst ab. Grundsätzlich benötigen die Astern im Topf regelmäßigere Wassergaben als die ausgepflanzten Exemplare im Freiland. In der Ruhezeit im Winter benötigt die Winteraster nur noch so viel Wasser, dass ihr Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Die Winterastern lieben es nährstoffreich. Einmal im Jahr, vor der Blüte im Sommer oder zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, wird abgelagerter Stallmist oder Kompost aufs Beet gegeben. So entwickeln sich kräftige, gesunde Horste. Stattdessen kann auch ein anorganischer Dünger für blühende Pflanzen, mit einem höheren Phosphoranteil, nach Anweisung aufgebracht werden.

Tipp: Wenn die Blätter und Blüten leicht schlaff werden, muss schnellstens gegossen werden. Bis zu diesen Anzeichen sollte man es allerdings nicht allzu oft kommen lassen, weder im Topf noch im Freiland. Zu häufiger Wassermangel wirkt sich negativ auf die Blühfreudigkeit aus.

Schneiden

HerbstasternWährend der Blütezeit sorgt regelmäßiges Auslichten verblühter Blüten für viele neue Blüten. Nach der Blüte kann man die Winteraster dann bodennah zurückschneiden. Erfolgt der Schnitt erst im Frühjahr, ist die Pflanze durch das Laub besser vor Frost geschützt. Der Frühjahresschnitt ist also besonders empfehlenswert für junge Exemplare und frostempfindlichere Sorten. Im Frühjahr kann man die neuen Triebe stutzen, um so eine dichtere Verzweigung zu fördern.

Überwintern

Winterharte Chrysanthemen im
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Topf werden an einen geschützten Standort gestellt und gegebenenfalls mit einem Vlies umwickelt. Im Beet benötigen die meisten Sorten keinen großartigen Winterschutz. Junge Pflanzen und empfindlichere Sorten können mit Laub oder Reisig bedeckt werden. Der Grad der Winterhärte ist von Sorte zu Sorte recht unterschiedlich. Je nach Region und Standort können die Chrysanthemen auch einen Winter nicht überleben, obwohl der Fachhandel ihn als winterhart angepriesen hat. Durch den günstigen Verkaufspreis der meisten Sorten können die kahlen Stellen dann im Frühjahr wieder durch neue Pflänzchen ersetzt werden.

Vermehren

In der Regel lassen sie alle Arten der Winter- oder Herbstastern problemlos vermehren:
  • durch Teilung
Alle drei Jahre sollte man die Staudenkissen teilen. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr. Findet diese Auslichtung nicht statt, werden die Blütenköpfe mit den Jahren immer kleiner. Für die Teilung gräbt man die Pflanze vorsichtig aus und teilt den Wurzelballen mit einem scharfen Messer. Die Teile werden dann an den gewünschten Standorten wieder eingesetzt.
  • durch Stecklinge
Dafür werden im Frühjahr bis zu 10 cm lange Triebspitzen abgeschnitten und in ein Gemisch aus Erde und Sand gesteckt. Dieses sollte nun bei Temperaturen um die 18° C ständig feucht gehalten werden. Nach der Bewurzelung die jungen Triebe öfter kappen, um eine vielfache Verzweigung anzuregen.

Tipp: Wer seine Winterastern im Frühjahr durch Stecklinge vermehren möchte, darf sie nach der Blüte nicht überall bodennah abschneiden. Aus den seitlichen Knospen bilden sich die Triebe, die am besten für die Stecklinge im Frühjahr geeignet sind.

  • durch Aussaat
Im Vorfrühling kann man die Astern-Saat direkt ins Beet geben. Das ganze Jahr über lassen sich die Samen der Winterastern in kleinen Töpfchen mit Anzuchterde im Gewächshaus oder Wintergarten (bei 18° C - 20° C) vorziehen.

Pflanzen

Meistens bekommt man die Winterchrysanthemen als Containerpflanzen zu kaufen. Sie können dann zu jeder Jahreszeit ins Freiland gesetzt werden. Der beste Zeitpunkt ist jedoch immer das Frühjahr. Bis zum nächsten Winter hat die Pflanze dann Zeit genug, sich richtig festzuwurzeln. Auch für die Astern im Topf ist die beste Zeit zum Umtopfen das Frühjahr.

Krankheiten und Schädlinge

Eine sehr gute Nachricht vorab, Schnecken mögen Chrysanthemen und Astern gar nicht. Überhaupt hält sich die Anfälligkeit für Schädlinge in Grenzen. Spinnenmilben treten auf, wenn die Winteraster im Topf in ihrem Winterquartier zu dunkel und warm steht. Bei viel Feuchtigkeit von oben können, sowohl bei der Topf- wie auch der Freilandkultur, Grauschimmel und Mehltau auftreten. In diesem Fall müssen die befallenen Triebe entfernt werden. Ein Tee-Auszug aus Ackerschachtelhalm ist, neben dem richtigen Standort und der richtigen Pflege, eine gute Vorsorgemaßnahme. Eine weitere Pilzkrankheit ist die Asternwelke. Sorgen sofortige Wassergaben bei hängenden Blättern nicht für Besserung, handelt es sich höchst wahrscheinlich um die Asternwelke. Dagegen gibt es im Fachhandel ein spezielles Pflanzenschutzmittel.

Arten

Herbstasterblüte mit SchmetterlingDie mehrjährigen Herbstchrysanthemen (Winterastern) bekommt man im Fachhandel in kleinen Töpfen angeboten. Sie wirken recht unscheinbar im Gegensatz zu den einjährigen, kugelförmigen, üppig blühenden Bauernchrysanthemen. Doch im Freiland laufen auch sie recht schnell zur Höchstform auf und entwickeln eine kräftige Blüte. Die Blüte der Herbstaster (alias Winteraster, Bauernchrysantheme) beginnt meist erst nach der Blüte der eigentlichen Herbstaster (Aster sp.). Besonders schöne und robuste Sorten:

Die Pflanzen aus der Gruppe der Indicum-Hybriden bilden meistens gefüllte Blüten mit würzigem Chrysanthemenduft aus:
  • 'Novembersonne' gelb blühend
  • 'Vreneli' kupferrot blühend
Die Sorten der Koreanum-Hybriden sind besonders winterhart:
  • 'Isabellarosa' einfache Blüten, beigerosa
  • 'Linnocence' zartrosa Blüten
 Die Rubellum-Hybriden besitzen ein auffällig eingeschnittenes Blattwerk sind sehr wüchsig und winterhart:
  • 'Duchess of Edinburgh' rot blühend
  • 'Clara Curtis' rosa-violett blühend
Eine weitere Sammelgruppe sind die Hortorum-Hybriden:
  • 'Schwalbenstolz' blüht dunkelbraun
  • 'White Bouquet' gefüllte Blüten, weiß
Fazit

Mit nur wenigen Pflegemaßnahmen in Sachen Wasser, Dünger und Schnitt sorgen die winterharten Sorten der Winteraster (Chrysantheme) und Herbstastern für gute Laune im herbstlichen Beet. Als Schnittblumen halten sie lange in der Vase. Viele Insekten und Schmetterlinge erfreuen sich ebenfalls an den späten Blüten in der Herbstsonne.