Schachbrettblume - Standort, Pflanzen und Pflege

Schachbrettblumen sind mehrjährige Pflanzen, die mit ihren Zwiebeln vermehrt werden könnenSchachbrettblumen fallen vor allem wegen ihrer auffällig gemusterten Blüten auf. Diese ähneln dem Muster auf dem Schachbrett, die lateinische Bezeichnung Fritillaria meleagris wird mit „Perlhuhn“ übersetzt. Auch dieses Tier hat in seinem Gefieder ein ähnliches Muster. Die Schachbrettblume ist eine beliebte Zierpflanze und wurde zur „Blume des Jahres 1993“ gekürt.

Tipp: Die Schachbrettblume ist giftig, vor allem in der Zwiebel sitzt eine Vielzahl von Substanzen.

Besonderheiten der Schachbrettblume

In der Zeit

zwischen April und Mai können die einzelnen Blüten einer Schachbrettblume gefunden werden. Sie hängen wie kleine Glocken nach unten und wachsen aus einer kleinen runden Zwiebel mit einem Durchmesser von 1-2 cm. Sie ist eine mehrjährige Pflanze und treibt schon zu Beginn des zeitigen Frühjahrs aus. Ein bis zu 20 cm langer Stängel mit 4-5 schmalen Blättern, an dem dann am oberen Ende die Blüte ausgebildet wird, ist das Erste, was von der Schachbrettblume zu sehen ist. Die Blütenfarben reichen von einem purpurroten Farbton bis zu einem grünlichen Farbton, jeweils in Verbindung mit Weiß. Es gibt auch eine komplett weiße Schachbrettblume, die Fritillaria meleagris f. alba, bei der immer noch ein leichter Unterschied in den Weißtönen zu sehen ist.

In der Kapselfrucht der Blüte befinden sich etliche Samen pro Fruchtfach, wodurch sich die Schachbrettblume vermehrt. Sie wird von Insekten bestäubt, das sind in den meisten Fällen Bienen und Hummeln. Die Pflanze vermehrt sich außerdem durch die Ausbildung von Brutzwiebeln. Zwei Sorten finden in Europa Beachtung:
  • Fritillaria meleagris subsp. burnatii in den Süd- und West-Alpen
  • Fritillaria meleagris subsp. meleagris, außer in den Alpen in den typischen Gebieten
Standort für die Schachbrettblume

Die Heimat der Schachbrettblume ist der atlantisch-mediterrane Raum beginnend im Westen Europas von der Normandie ausgehend in die Voralpen- und Alpenländer, Kroatien bis Rumänien. Sie ist auch in England zu finden, hier gibt es vor allem auf der Wiese des Magdalen College in Oxford ein größeres Vorkommen. In England ist die Schachbrettblume erst seit 1736 nachgewiesen worden. In Deutschland wächst sie eher auf Feuchtwiesen, in Naturschutzgebieten und ähnlichen Bereichen wie beispielsweise an der Sinn, einem Nebenfluss der Saale in Franken. Auch an der Elbe kommt sie noch in Naturschutzgebieten, in Gärten wird sie relativ selten gepflanzt. Das war früher anders, deshalb gibt es eine jährlich wiederkehrende Ausstellung im Rahmen des Stadtprojekts Zollhaus in Sassenberg im Münsterland.

Tipp: Die Pflanze gilt als stark gefährdet und unterliegt deshalb einem besonderen Schutz.

Wegen ihrer Giftigkeit sollte die Schachbrettblume nicht in Gärten für Kinder gepflanzt werden. Bei Spaziergängen in den Lebensräumen der Pflanze sollte darauf geachtet werden,
dass Kinder die Pflanzenteile nicht abpflücken. Auch wenn in der Zwiebel der höchste Giftanteil vorhanden ist, kommen die Substanzen auch in den oberirdisch wachsenden Pflanzenteilen vor.

Im Steingarten sind Schachbrettblumen gut aufgehobenDie Schachbrettblume im Garten

Da die Schachbrettblume zu den aussterbenden Blumensorten gehört, ist es schön, wenn sie in den heimischen Garten gepflanzt werden. Wenn die Vorsichtsmaßnahmen wegen ihrer Giftigkeit beachtet werden, kann man sich über eine sehr ausgefallene

und wunderschöne Blüte freuen. Beim Pflanzen gilt es, ein paar Eigenheiten der Schachbrettblumenzwiebel zu beachten:
  • Sie trocknen an der Luft schnell aus, deshalb zügig einsetzen!
  • Sie wurzeln schlecht und langsam.
  • Die beste Zeit zum Pflanzen ist der August.
  • Im September beginnt das Wurzelwachstum.
Die Zwiebel der Schachbrettblume können in ca. 8 cm Tiefe eingepflanzt werden. Das Pflanzloch kann mit etwas Sand als Untergrund für die Zwiebel versehen werden. Die Zwiebel der echten Schachbrettblume benötigt einen Boden, der wechselfeucht bis dauerfeucht ist. Außerdem sollte er nährstoffhaltig und lehmig sein. Nach dem Einsetzen sollten die Zwiebel eine gute Portion Wasser bekommen.

In den kommenden Wochen kann die Zwiebel der Schachbrettblume in der Erde Wurzeln ausbilden und anwachsen. In der Blütezeit zwischen April bis Mai zeigt sie ihre verschiedenen Blütenfarben, danach bildet sie die Fruchtkapsel aus. Wenn man sie an einen sonnigen bis halbschattigen Standort setzt und in einen gut durchlässigen Boden, vermehrt sie sich durch die Bildung von Brutzwiebeln.

Sie passt sehr schön in einen Steingarten oder an einem halbschattigen Standort unter Gehölzen. Auch an Gewässerrändern und an Bachläufen ist die Schachbrettblume gerne zu Hause, sie liebt einen feuchten Untergrund. Wenn sie gepflanzt wird, sollten 10 bis 15 Blumenzwiebel auf einen Quadratmeter Gartenfläche gesetzt werden. Der Abstand unter den Zwiebeln sollte 20 cm bis 30 cm betragen. Die Tiefe des Pflanzlochs sollte ungefähr die dreifache Zwiebelhöhe betragen. Auch wenn sie alleine durch ihre schöne Blüte entzücken, sollte sie lieber in Gruppen gepflanzt werden. Tipp: Während der Blüte kann eine Düngergabe sehr wertvoll sein.

Ist die Pflanze einmal im Garten heimisch geworden und gut etabliert, benötigt sie keine besondere Pflege. Durch ein eher natürliches Wachstum sieht sie besonders schön und leicht wild aus. Wenn die Zwiebel in gemischter Farbe gesetzt werden, kann ein individuelles Farbbild hergestellt werden. Frei wachsende Schachbrettblumen wachsen gerne zusammenstehend, weshalb sie auch den Eindruck vermitteln können, üppig in der Natur vorzukommen. Dies ist jedoch nicht so, deshalb sollten die Blütenstiele auch nicht gepflückt und die Zwiebel nicht einfach ausgegraben werden.

Fazit der Redaktion

Die Schachbrettblume ist eine schöne Bereicherung für den Garten im Frühling. Ihre Vorliebe für den Standort geht eindeutig in den Bereich „nasse Füße“. Deshalb ist die Schachbrettblume auch gerne an Bachläufen und Teichrändern zu finden, alternativ unter Gehölzen oder auf Wiesen mit entsprechenden Böden. Früher vermehrte sie sich gerne durch Überschwemmungen von Gewässern, was jedoch heute durch die Eindeichung nicht mehr ausschließlich möglich ist. Früher wurden Schachbrettblumen in großen Mengen auf Deichwiesen gefunden und dann auf den Wochenmärkten verkauft. Heute sollte sie durch Pflanzung im eigenen Garten zur Arterhaltung dienen.

Tipps für Schnellleser:
  • Schachbrettblumen sind mehrjährige Pflanzen.
  • Sie sind in allen Teilen giftig.
  • Feuchte Untergründe sind der ideale Lebensraum.
  • Sie ist eine geschützte Pflanze, die nicht gepflückt werden darf.
  • Ihre Wuchshöhe beträgt zwischen 20-40 cm.
  • Ihre Blüten hängen mit dem Kopf nach unten.
  • Blüht von April bis Mai wenige Tage lang.
  • Auffällig: ihre haselnussgroßen Blumenzwiebeln.