Passionsblume - Standort und Pflege-Anleitung

Passionsblumen sind vor allem wegen ihrer bezaubernden, irgendwie bizarr anmutenden Blüten bekannt und beliebt. Öffnet sich die dicke, oval geformte Knospe der Passionsblume, so wird die wahre Pracht der sonst eher unscheinbaren Pflanze sichtbar: Weiße - oder farbig leuchtende Blütenblätter umhüllen einen fadenförmigen, oft sehr intensiv gefärbten Strahlenkranz.

Mit spiralförmigen Ranken an den langen, dünnen Trieben klammert sich die Passionsblume an jeden verfügbaren Halt, um in die Höhe zu wachsen. Einige Arten von Passionsblumen werden leicht über sechs Meter hoch. Als Zimmerpflanze wird meist die Passiflora caerulea kultiviert, denn sie blüht schon als junge

Pflanze und ist sehr viel pflegeleichter als viele ihrer über 500 Artgenossen. Einige Arten der Passiflora sind sehr blühfreudig und bilden schon ab dem Spätfrühling bis in den Herbst ihre Blüten aus.

Kurzer Steckbrief
  • botanischer Name: Passiflora
  • gehört zur Gattung der Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
  • ausdauernde, krautige oder verholzende Pflanze
  • meist Kletterpflanze
  • sehr auffällige Blüten
  • dunkelgrüne, gestielte Blätter in unterschiedlicher Form, oft fingerförmig
  • Wuchshöhe: bis über sechs Meter
  • Verwendung: Blütenschmuckpflanze (Kletterpflanze)
Arten und Vorkommen

Die meisten der über 500 Arten der Passionsblumen kommen aus den tropischen Gebieten Süd- und Mittelamerikas. Etwa 20 Arten sind auch in Australien beheimatet. Passionsblumen (Passiflora) wachsen meist als Kletterpflanzen an großen Bäumen oder Sträuchern. Dazu bilden sie in ihren Blattachseln spiralförmige Ranken, mit denen sie sich festhalten können. Als Zimmerpflanze ist die Blaue Passionsblume sehr beliebt.
  • Passiflora alata: sehr auffällige kräftig rote Blüte mit hellem Strahlenkranz, Durchmesser 8-13 cm
  • Passiflora aurantia (Goldene/Orange Passionsblume): Australien, orangefarbene filigrane Blüte
  • Passiflora caerulea (Blaue Passionsblume): häufigste Art, weiße Blüte mit helllila (blauem) Strahlenkranz, Blütengröße 6-9 cm
  • Passiflora capsularis: komplett weiße Blüte mit einer Größe von etwa 3-4 cm
  • Passiflora citrina (Zitronen-Passionsblume): filigrane, gelbe Blüte, Blütendurchmesser 3-5 cm
  • Passiflora colinvauxii: weiße Blüten mit violettem Grund, 3-4 cm
  • Passiflora incarnata: Blüte mit auffällig weiß-violett gestreifter Nebenkrone, 7-8 cm
  • Passiflora ligularis (Andenregion, Peru): weiße Blüte mit lila Strahlenkranz, 6-7 cm
  • Passiflora morifolia: komplett weiße Blüte, Strahlenkranz zum Grund hin violett, 2-3 cm Durchmesser
  • Passiflora quadrangularis: violette Blüte mit langen Fäden, 11-13 cm Durchmesser
  • Passiflora racemosa: lange, schmale, rote Blütenblätter, Blütengröße 8-10 cm
  • Passiflora violacea (Violette Passionsblume): hell- bis dunkelviolette Blüte
  • Passiflora vitifolia (Weinlaubblättrige): rote Blüte mit rotem Strahlenkranz, bis zu 16 cm
Bäume
Passionsblumen der Untergattung Astrophea gehören nicht zu den Kletterpflanzen, sondern wachsen als kleine Bäume. Hierzu gehören unter anderem:
  • Passiflora lindeniana (nur noch wenige Exemplare in Venezuela)
  • Passiflora macrophylla (seltener Baum in Ecuador)
Nutzpflanzen
Die essbaren Früchte einiger Arten sind auch in unseren Obstläden erhältlich. Hierzu gehören:
  • Passiflora edulis: Maracuja
  • Passiflora ligularis: Grenadilla (Granadilla)
Standort

Eine Passionsblume bevorzugt einen sehr hellen und warmen Standort. Am besten ist ein Platz geeignet, an dem die Pflanze für einige Stunden täglich direkte Sonneneinstrahlung erhält, jedoch vor der Mittagssonne geschützt ist. An kühlen oder zu dunklen Standorten bilden Passiflora keine oder nur sehr wenige Blüten aus. Zwar wird die Passionsblume in der Regel als Zimmerpflanze verkauft, sie eignet sich jedoch genauso gut - wenn nicht besser - als Kübel- oder Balkonpflanze. An einem geschützten, vollsonnigen Ort kann sie den ganzen Sommer bis zu den ersten Frösten im Freien verbringen.
  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
  • Temperatur: warm
  • gerne im Sommer auch im Freien (Balkon oder Terrasse)
  • hohe Luftfeuchtigkeit
Tipp: Nach etwas Eingewöhnungszeit verträgt die Passiflora caerulea auch die volle Mittagssonne.

Boden

Als Zimmer- und Balkonpflanze benötigt die Passionsblume einen möglichst voluminösen Topf.
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Tontöpfe bieten hier neben einer guten Standfestigkeit auch den Vorteil, dass sie hohe Wasser- und Nährstoffgehalte etwas abpuffern können. An ihr Substrat stellt die Passiflora nur wenige Ansprüche:
  • gut wasserdurchlässig
  • locker
  • ein gutes Gemisch besteht aus Lehm, Humus und Sand
Gießen

Während der Hauptwachstumszeit zwischen Frühjahr und Herbst braucht die Passionsblume sehr viel Wasser. Es sollte so viel gegossen werden, dass die Erde immer leicht feucht aber niemals nass ist. Überschüssiges Wasser muss stets sofort aus dem Untersetzer entfernt werden, da die Wurzeln empfindlich auf Staunässe reagieren. In der Ruhephase im Winter wird das Gießen auf ein Minimum eingeschränkt und gerade so viel gewässert, dass der Boden nicht völlig austrocknet.

Düngen

Zwischen März und Ende August wird die Passionsblume einmal wöchentlich mit einem Universal-Blühpflanzendünger nach Vorschrift mit Nährstoffen versorgt. Im Winter kann an einem kühlen Platz das Düngen vollständig eingestellt werden. Beim Überwintern in der Wohnung wird die Passiflora mit einem Viertel der Düngemenge weitergedüngt. Voraussetzung: Es ist warm und hell im Zimmer. Treibt die Passionsblume im Frühjahr wieder kräftig aus, wird der normale Düngerhythmus (wöchentlich) fortgesetzt.

Schneiden

Als Kletter- oder Rankpflanze wächst die Passiflora sehr schnell. Deshalb benötigt sie neben einer Rankhilfe, an der sie sich festhalten kann, einen gelegentlichen Rückschnitt. So bleibt die Pflanze immer schön buschig, da sie viele Seitentriebe bildet und nicht nur in die Höhe wächst. Vor dem Einstellen ins Winterquartier hat es sich bewährt, die Passionsblume stark zurückzuschneiden.
  • Haupttrieb deutlich zurückscheiden
  • alle Seitentriebe bis auf fünf Augen stutzen
  • alle kranken und abgestorbenen Triebe entfernen
Überwintern

Im Sommer können alle Arten der Passionsblume gleichbehandelt werden. Im Winter hingegen haben die Pflanzen recht unterschiedliche Bedürfnisse. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, zu wissen, um welche Art Passiflora es sich handelt und zu welcher Temperaturgruppe die Pflanze gehört.

1. Durchgängig warme Temperaturen
Viele Passiflora-Arten sind in tropischen Gebieten beheimatet, in denen die Temperaturen gleichmäßig hoch sind. Sie fühlen sich ganzjährig bei etwa 20 Grad wohl und reagieren empfindlich auf Kälte.
  • Zitronenpassionsblume (Passiflora citrina): Mindesttemperatur 15 Grad
  • Weinlaubblättrige Passionsblume (Passiflora vitifolia): Mindesttemperatur 15 Grad
  • Passiflora colinvauxii: Mindesttemperatur 15 Grad
2. Ruhephase kühl, aber frostfrei
Die meisten Arten der Passionsblume benötigen zwischen Oktober und März eine Ruhephase, um sich auf die neue Vegetationsperiode vorzubereiten. Man kann sie problemlos an einem hellen Ort bei kühlen Temperaturen (5-10 Grad) überwintern.
  • Zeitpunkt: Mitte bis Ende Oktober
  • Temperatur: um 10 Grad
  • ideal ist ein kühler (frostfreier), heller Platz in Wintergarten oder Gewächshaus
  • alternativ alle frostsicheren, ungeheizten Räume (Keller, Garage)
  • in dunklen Räumen ist eine Pflanzleuchte notwendig
Zu dieser Gruppe Passionsblumen gehören unter anderem:
  • Passiflora alata: Mindesttemperatur 10 Grad
  • Goldene/Orange Passionsblume (Passiflora aurantia): Mindesttemperatur 1-5 Grad
  • Passiflora capsularis: Mindesttemperatur 5 Grad
  • Passiflora ligularis: Mindesttemperatur 5 Grad
  • Passiflora morifolia: Mindesttemperatur 10 Grad
  • Passiflora racemosa: Mindesttemperatur 10 Grad
  • Violette Passionsblume (Passiflora violacea): Mindesttemperatur etwa 5 Grad
Tipp: Je wärmer die Pflanze im Winter steht, umso mehr Licht benötigt sie. Bei etwa 6-8 Grad reicht ein mäßig heller Raum völlig aus. Im Warmen bildet die Passiflora lange Lichttriebe und vergeilt, wenn sie zu dunkel steht.

3. Frostunempfindliche Arten
Nordamerikanische Arten der Passionsblume sowie einige andere Arten vertragen auch Temperaturen von bis zu -15 Grad. Passiflora incarnata benötigt sogar eine Kälteperiode, damit die Samen austreiben können. Allerdings sollten Passionsblumen, die im Freiland überwintern, in die Erde eingepflanzt sein, da so ihre Wurzeln besser geschützt sind als im Kübel. Eine dicke Schicht Rindenmulch oder Stroh auf den Boden aufgebracht schützt die unterirdischen Pflanzenteile. In der Regel sterben die Triebe der Freiland-Passionsblumen bei Frösten ab und nur die Wurzelstöcke überleben. Ab dem Frühjahr treibt die Pflanze dann wieder neu aus. In Weinbauregionen, in denen die Winter mild sind, kann eine Passionsblume problemlos im Garten überwintern. Besonders gut eignen sich südliche Hauswände, die die Wärme speichern. Arten, die Fröste vertragen sind unter anderem:
  • Passiflora affinis
  • Passiflora caerulea (Blaue Passionsblume)
  • Passiflora incarnata
  • Passiflora lutea (aus dem Norden der USA)
  • Passiflora tucumanensis
Krankheiten und Schädlinge

Passionsblumen sind nicht sehr anfällig für Krankheiten. In einem warmen Winterquartier kann es gelegentlich zum Befall mit saugenden Schädlingen kommen.

Fazit

Weiß man, zu welcher Temperaturgruppe die Passionsblume gehört, ist ihre Pflege prinzipiell ganz einfach. Ein sehr heller Standort, ein feuchtes Substrat und ein wenig Dünger während der Vegetationsphase reicht an Bedingungen schon aus, um die Passiflora gut über den Sommer zu bringen. Gerne steht sie auch im Freien auf einem Balkon oder der Terrasse. Im Winter sind die einzelnen Arten sehr unterschiedlich zu behandeln. Passionsblumen, die permanente Wärme benötigen, können in beheizten Zimmern überwintert werden. Die Mehrheit der Passiflora bevorzugt jedoch eine Ruhephase bei kühlen, frostfreien Temperaturen. Einige Arten können in milden Lagen auch den Winter ausgepflanzt im Freien verbringen.