Klimme, Zimmerwein, Cissus - Pflege und Vermehren


Klimme, Zimmerwein oder Cissus - hinter diesen Namen verbirgt sich eine dekorativ rankende Pflanze, die ideal für die Kultur im Zimmer geeignet ist. Bei richtiger Pflege lassen sich ganze Raumtrenner aus der Klimme ziehen. Dazu ist sie anspruchslos und schnell zufrieden zu stellen.

Die Klimme ist eine schnell rankende Pflanze, die drinnen und draußen zur grünen Schmuckwand werden kann. Sie verzeiht Fehler, passt sich gut an und ist auch ansonsten ein genügsames Gewächs. Damit ist der Zimmerwein, wie die Klimme auch genannt wird, ideal für unerfahrene Hobbygärtner. Und alle, die statt

akribischer Pflanzenpflege lieber üppiges Wachstum ohne viel Zutun möchten. Trotz ihres anspruchslosen Charakters müssen die Maßnahmen natürlich genau zu der Klimme passen.

Standort

Die Klimme kann jährlich einen Zuwachs von bis zu 90 cm haben, bei der Wahl des Standortes sollte daher in erster Linie der Platzbedarf Beachtung finden. Hinzu kommen die Ansprüche an Licht und Temperatur. Der Zimmerwein verträgt einen sehr hellen Standort, täglich aber nur wenige Stunden direkte Sonne. Ein lichter Raum ist gut geeignet, ein Fensterplatz muss es jedoch nicht sein. Im hellen Schatten kann die Cissus ebenfalls stehen, wird es zu dunkel, verliert sie jedoch ihre Blätter. Die Temperatur liegt von Frühling bis Herbst idealer Weise zwischen 20 und 25 °C. Normale Raumtemperaturen bekommen dem Zimmerwein also gut.

Kultur im Freien

Aufgrund des recht hohen Wärmeanspruchs ist eine dauerhafte Kultur im Freien nicht möglich. Im Sommer darf die Klimme jedoch gern nach draußen, wenn sie an einem geschützten Standort steht und die Temperatur stimmt. Ihre Größe kann das problematisch machen. Abhilfe schaffen hier ein Topf oder Kübel auf Rollen und eine fest verankerte Kletterhilfe.
 
Substrat

Die Wahl des richtigen Substrats für die Klimme ist ausgesprochen einfach. Handelsübliche Blumenerde oder ein Substrat auf Kompostbasis eignen sich. Optimal wäre eine zusätzliche Beimischung von Sand, Kies oder Kokosfaser, um die Erde aufzulockern und etwas durchlässiger werden zu lassen.

Gießen

Das Gießen der Cissus ist ebenfalls einfach. Der Zimmerwein wird immer dann gewässert, wenn die Oberfläche des Substrats leicht abgetrocknet ist. Gleichmäßiges Feuchthalten an sehr warmen und hellen Standorten ist ebenfalls möglich. Kalkarmes Wasser mit Zimmertemperatur eignet sich am besten. Tipp: Die Cissus discolor mag es etwas trockener als ihre Verwandten. Bei ihr darf das Substrat daher sogar bis zur Hälfte durchtrocknen, bevor das Wässern notwendig wird.

Düngen
  • Aufgrund ihres starken Wachstums benötigt die Klimme entsprechend große Nährstoffmengen, die das Substrat allein nicht liefert.
  • Empfehlenswert ist daher eine Düngung von März bis September, die aller 14 Tage erfolgt.
  • Ideal ist der Einsatz eines handelsüblichen Flüssigdüngers für Grünpflanzen.
  • Steht der Zimmerwein im Sommer im Freien, kann er jedoch auch mit reifem Kompost gedüngt werden.
Verschneiden

Ein regelmäßiger Verschnitt ist bei der Klimme sinnvoll. Zum einen, um für dichteren Wuchs zu sorgen. Zum anderen, um den Zimmerwein auf einer raumverträglichen Größe zu halten. Der Verschnitt wird im Idealfall auf das Frühjahr, direkt nach der Winterruhe gelegt. Dabei kann die Pflanze um ein Drittel gekürzt werden. Verkahlende, alte Zweige dürfe sogar noch radikaler zurückgeschnitten werden - diese Maßnahme wirkt verjüngend.

Überwinterung

Eine Winterruhe ist nicht unbedingt notwendig, sie tut dem Zimmerwein jedoch gut. Optimal ist ein heller Standort, an dem Temperaturen von 12 bis 15 °C herrschen. Während der kühlen Ruhe wird

die Düngung vollständig eingestellt. Gegossen wird nur zurückhaltend, damit der Wurzelballen nicht vollkommen austrocknet. Tipp: Fallen am winterlichen Standort
die Blätter von der Klimme, ist das kein Grund zur Sorge.

 
Umtopfen

Wiederum durch das starke Wachstum bedingt, ist ein häufiges Umtopfen bei dem Zimmerwein angeraten. Anfangs kann dieses jährlich erforderlich sein. Die Abstände zwischen dem Topf- und Substratwechsel lassen sich verlängern, indem eine ausreichende Düngung erfolgt. Zeigen sich Wurzeln am unteren Ende des Topfes, wird es jedoch höchste Zeit für eine Vergrößerung. Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen ist das Ende der Winterruhe, fällt also ebenso wie das Verschneiden auf den März.

Vermehrung

Cissus lässt sich im Frühjahr durch Stecklinge und Absenker vermehren. Die einfachste und erfolgreichste Variante ist die Bildung von Absenkern.
Dazu werden Pflanzgefäße mit Anzuchterde oder einem Gemisch aus Torf und Sand neben die Klimme gestellt. Einzelne Ranken werden flach auf das Substrat gelegt und entweder leicht eingedrückt oder beschwert. Nach etwas vier Wochen beginnt die Wurzelbildung an der Kontaktstelle zwischen Substrat und Zweig. Sind kräftige Wurzeln gewachsen, kann der Trieb von der Mutterpflanze abgetrennt und separate eingepflanzt werden. Für die Vermehrung der Klimme durch Stecklinge werden 10 bis 15 Zentimeter lange Triebspitzen abgeschnitten, am unteren Ende von den Blättern befreit und in Anzuchterde gesteckt. Zur verbesserten Bewurzelung können die Schnittstellen mit Wurzelhilfe versehen und die Stecklinge mit transparenter Folie abgedeckt werden. Erfolgt ein neuer Austrieb, wird es Zeit für den Wechsel in das normale Pflanzsubstrat.

Typische Schädlinge, Krankheiten und Pflegefehler

Insgesamt zeigt sich der Zimmerwein widerstandsfähig und robust, Krankheiten und Schädlinge treten daher nur selten auf. Steht die Klimme zu feucht, kann sich Fäulnis entwickeln. Besonders Cissus discolor ist hiervon häufiger betroffen. Bei einer zu trockenen Haltung ist das Auftreten der Roten Spinne möglich. Sie äußert sich durch feine Gespinste und helle Blattflecken. Vorbeugend sollte die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Zur Bekämpfung empfehlen sich eine mechanische Bekämpfung durch lauwarmes Abduschen sowie der Einsatz von Insektiziden. Treten Woll- oder Schmierläuse auf, die sich durch Beläge äußern, kann der gleiche Bekämpfungsplan zum Einsatz kommen. Bei einem Standort im Freien ist es jedoch zunächst sinnvoller, natürliche Feinde der Läuse einzusetzen. Dazu gehören Florfliege, Erz- und Schlupfwespen.

Häufige Fragen

  • Ist der Zimmerwein giftig? - Cissus ist nicht giftig und daher unbedenklich für Haushalte mit Kindern und Haustieren. Zum Verzehr ist sie aber dennoch nicht bestimmt.
  • Benötigt die Cissus unbedingt eine Rankhilfe? - Da die Klimme so stark wächst, ist eine Kletterhilfe sinnvoll. Erhält sie diese nicht, wird sie rettungslos verknoten oder sich eben selbst Halt suchen. Als Alternative zum Ranken kann der Zimmerwein jedoch auch in eine Ampel gepflanzt werden.
Wissenswertes zur Klimme in Kürze

Klimmen kommen in vielen Arten vor. So gibt es Klimmen mit grünen und anders farbigen Blättern, es gibt sie als Kletter- oder Hängepflanzen und natürlich mit verschiedenen Pflegebedürfnissen. Wie aber können wir die Klimme pflegen?
  • Beim Gießen kommt es auf einen gleichmäßigen Rhythmus an. Das bedeutet, dass die Erde des russischen Weins weder schwimmen soll, noch austrocknen darf. Ein gesundes Mittelmaß sollte hier gefunden werden.
  • Natürlich müssen Klimmen, die im Warmen stehen, öfter gegossen oder befeuchtet werden als diejenigen, die sich im Halbschatten oder in Räumen mit niedrigeren Temperaturen befinden.
  • Und damit wären wir bereits beim Standort: Den kann man nicht für alle Klimmen verallgemeinern. Deshalb sollten Sie sich schon beim Kauf der Pflanze genau beraten lassen, wie es diese gerne hat.
  • In der Regel sollen aber gerade die Vertreter der Cissus antarctica in hellem Licht stehen, jedoch nicht der prallen Sonne oder Hitze ausgesetzt sein. Halbschatten ist hier am besten zu empfehlen. Im Winter darf es für die Klimmen ruhig etwas kühler sein.
  • Nach dem Winter, also zwischen April und August, ist die Wachstumsphase dieses Gewächses. Zu dieser Zeit sollten Sie fleißig und - wie bei der Wasserzufuhr - regelmäßig düngen.
  • Kaputte und zu lang gewordene Triebe können abgeschnitten und entfernt werden, um Platz für neue zu machen.
Fazit: Bei der Klimme oder auch Cissus antarctica sollte man schon ein gewisses Vorwissen mitbringen, wenn auch kein grüner Daumen dringend von Nöten sein wird.