Kolbenfaden - Pflanzen, Standort und Pflege

Der Kolbenfaden ist eine Zimmerpflanze, welche über schmale bis ovale, lange Blätter mit einer weißen, silbernen oder hellgrünen fleckigen Zeichnung verfügt. Die Höhe dieser Pflanze bleibt in der Regel unter einem Meter und beträgt etwa 30 bis 100 cm.

Im späten Sommer oder im Herbst bildet der Kolbenfaden eine gelbe oder weiße Blüte, welche einen weißen Kolben umschließt. Ist die Blüte abgeblüht, bilden sich orangefarbene, gelbe oder rote Beeren. Alle Teile dieser Pflanze sind aufgrund von Saponine und Blausäure im Pflanzensaft sowohl für Menschen, als auch für Tiere giftig. Wird die

Pflanze berührt, so können sich Entzündungen und Rötungen an der Haut bilden. Beim Verzehr kann es zu Schwellungen und Brennen an Lippen, Rachen und Zunge kommen. Aber auch entzündete Mundschleimhäute, innere Blutungen und Herzrhythmusstörungen können die Folgen der Vergiftung sein.

Standort des Kolbenfadens

Der Kolbenfaden sollte an einem hellen, warmen Standort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit platziert werden. Idealerweise beträgt diese mehr als 50%. Es ist darauf zu achten, dass das Gewächs keine Zugluft abbekommt. Die Zimmerpflanze sollte niemals der direkten Sonne ausgesetzt werden, da sie diese nicht verträgt. Manche Arten, besonders die Einfarbigen, brauchen etwas weniger Licht und können auch an einem schattigeren Platz untergebracht werden. Die Temperatur darf auch im Winter niemals unter 18 °C fallen.

Im Sommer mag die Zimmerpflanze eine Temperatur von etwa 20 bis 25 °C am liebsten. Damit es dem Kolbenfaden auf der Fensterbank nicht zu kalt wird, können Korkunterlagen darunter platziert werden. Besonders bietet sich als Standort das Badezimmer an, da dort meist eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht. Weiterhin ist es sinnvoll, die Blätter regelmäßig mit Wasser zu besprühen und die Pflanze auf ein mit Kies und Wasser befülltes Behältnis zu stellen. So ist eine höhere Luftfeuchte gewährleistet. Dies gelingt auch hervorragend mit einem handelsüblichen Luftbefeuchter.

Pflege des Kolbenfadens

Im Sommer sollte der Kolbenfaden regelmäßig mit lauwarmem, kalkarmem Wasser gegossen werden. Im Winter benötigt die Pflanze deutlich weniger Wasser und sollte daher nur mäßig gegossen werden. Ein Schnitt des Gewächses ist nicht notwendig. Gepflanzt werden können die recht anspruchslosen Zimmerpflanzen in normale Blumenerde. Zur Auflockerung kann etwas Perlit zur Erde gegeben werden. Auch eine Mischung aus Torf und Komposterde lässt die Pflanzen gut gedeihen. Der optimale Topfdurchmesser beträgt etwa 10 bis 15 cm. Jungpflanzen sollten jedes Jahr im Frühling einen größeren Topf bekommen. Ältere Gewächse sind nur alle zwei bis drei Jahre umzutopfen.

Da die Wurzeln salzempfindlich sind, sollte alle zwei Wochen nur eine sparsame Düngung mit flüssigem Grünpflanzendünger erfolgen. Dazu wird die Hälfte der auf der Packung empfohlenen Konzentration verwendet. Der Kolbenfaden fühlt sich in Gesellschaft anderer Pflanzen am Wohlsten und gedeiht umso besser. Es ist daher zu empfehlen, ihn mit weiteren Gewächsen zusammen zu pflanzen.

Krankheiten, Schädlinge und Anwendungsfehler

Gefährlich werden können dem Kolbenfaden Läuse, welche sich bei zu niedriger Luftfeuchte sehr wohl auf der Pflanze fühlen. Ein Gemisch aus Seife und Spiritus kann die schädlichen Bewohner vertreiben. Auch Spinnmilben besiedeln das Gewächs gerne. Diese können mit einem Wasserstrahl abgespült
werden. Hat die Pflanze jedoch sehr dichte Blätter, so wird ein Schädlingsbefall oft viel zu spät bemerkt und lässt

sich mit Wasser nicht mehr beheben. In diesem Fall muss meist zu stärkeren Schädlingsbekämpfungsmitteln gegriffen werden. Bei zu niedrigen Temperaturen, direktem Sonnenlicht oder kalkhaltigem Wasser sind braune Blattränder oder eingerollte Blätter keine Seltenheit. Welken die Blätter, so ist dies ein Zeichen für Trockenheit oder zu viel Wasser. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da die Wurzeln in diesem Fall leicht faulen können.

Kolbenfaden vermehren

Nach einiger Zeit ist die Zimmerpflanze weniger ansehnlich als in jüngeren Jahren. Daher sollte sie ungefähr alle drei Jahre neu gezogen werden. Eine einfache Art, den Kolbenfaden zu vermehren, ist die Teilung. Dabei wird der Wurzelballen, vorzugsweise im Frühjahr beim Umtopfen, in mehrere Teile getrennt. Es sollte drauf geachtet werden, dass jeder Teil über mindestens drei Blätter verfügt. Nach dem Einpflanzen in ein Gemisch aus Sand und Torf, sollte der Topf mit Plastik abgedeckt werden. Dazu eignet sich z. B. ein Müll- oder Gefrierbeutel.

An einem hellen Standort wachsen die Jungpflanzen innerhalb von sechs bis acht Wochen meist gut an. Möglich ist auch die Ablösung von Ablegern, welche im Sommer an der Mutterpflanze gebildet werden. Im darauffolgenden Frühling werden diese Ableger abgetrennt und in Töpfe gepflanzt.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
  • Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
  • Besonderheiten: giftig, pflegeleicht, gedeiht besser in Gesellschaft
  • Blütezeit: Sommer oder früher Herbst
  • Standort: hell, warm, keine direkte Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit von mehr als 50%, keine Zugluft
  • Gießen: regelmäßiges im Sommer mit lauwarmem Wasser, eingeschränktes Gießen im Winter
  • Düngen: sparsam alle 14 Tage mit Grünpflanzendünger
  • Schnitt: nicht notwendig
  • Schädlinge: Läuse, Spinnmilben
  • Krankheiten: braune Blattränder, welke Blätter
  • Vermehrung: durch Teilung oder Ableger ziehen
Der robuste Kolbenfaden eignet sich aufgrund seiner Anspruchslosigkeit bestens für Anfänger. Werden die Pflegehinweise beachtet, so wird der Hobbygärtner viel Freude an der Zimmerpflanze haben. Mit seinen auffälligen Blättern und der attraktiven Blüte mit Kolben, stellt das edle Gewächs eine hübsche Zimmerdekoration dar.

Wissenswertes zum Kolbenfaden in Kürze
  • Der Kolbenfaden gehört zur Familie der Aronstabgewächse und wie diese ist er giftig und zwar in allen Pflanzenteilen. Besonders durch den Pflanzensaft kann es zu Hautreizungen kommen.
  • Der Kolbenfaden ist eine recht anspruchslose Zimmerpflanze. Allerdings mag sie es feuchtwarm. Deshalb gedeiht sie besonders gut in Badezimmern mit Fenstern, obwohl sie es nicht hell braucht.
  • Der Kolbenfaden blüht und trägt Früchte, wird aber hauptsächlich seiner schönen Blätter wegen kultiviert. Idealerweise setzt man die Pflanze in ein Hydrogefäß. So hat man die wenigste Arbeit und auch die Luftfeuchte ist nicht so ein Problem.
  • Der Standort sollte unbedingt warm sein, nie unter 18 Grad. Licht wird nicht viel benötigt. Die einfarbigen Arten vertragen am meisten Schatten. Die bunten Sorten benötigen mehr Licht.
  • Als Pflanzsubstart eignet sich normale Blumenerde, wenn sie immer gleichmäßig feucht gehalten wird. Besser ist Hydrokultur.
Im Sommer benötigt der Kolbenfaden viel Wasser und 14-tägig Flüssigdünger. Im Winter gießt man weniger und düngt nur einmal monatlich. Es sollte ausschließlich entkalktes, lauwarmes Wasser verwendet werden. Stehendes Wasser ist unbedingt zu vermeiden, ebenso wie das Austrocknen des Wurzelballens. Die Pflanze sollte regelmäßig besprüht werden. Ideal ist ein Luftbefeuchter.
  • Umgetopft wird im Frühjahr, etwa alle zwei bis drei Jahre. Die Töpfe sollten eher breit als hoch sein.
  • Die Vermehrung kann durch Teilung, durch Stecklingsvermehrung und durch Aussaat erfolgen.
  • Als Schädlinge treten häufig Läuse auf. Das liegt meist an zu geringer Luftfeuchtigkeit. Vor allem Wollläuse siedeln sich dann an.
  • Auch Spinnmilben treten immer wieder mal auf. Bei beiden Schädlingen ist die rechtzeitige Bekämpfung wichtig, damit sie sich nicht ausbreiten können.