Pharaoameisen richtig bekämpfen - Meldepflichtige Schädlinge

Pharaoameisen richtig bekämpfen - Meldepflichtige Schädlinge

Pharaoameisen (Monomorium pharaonis) sind mit ihrer Länge von 1,5 bis 2,5 Millimeter eher kleine Ameisen. Das Staatsoberhaupt, die Königin, wird etwa doppelt so groß und ist meist auch dunkler gefärbt. Der Körper der Arbeiterinnen ist honiggelb bis hellgelb gefärbt. Aufgrund ihrer kleinen Körpergröße wird ein Befall von Pharaoameisen oft erst dann erkannt, wenn die Tiere schon in Massen auftreten. Dann aber können sie überaus lästig und sogar gefährlich werden. Ihren Namen haben sie wohl daher, weil erste Exemplare ihrer Art auf den Mumien der Pharaonen entdeckt worden sein sollen. 

 
Meldepflichtig, weil potenziell gefährlich

Pharaoameisen zählen zu den potenziell gefährlichsten Insektenarten Mitteleuropas. Sie gelten als Überträger vieler Krankheitskeime wie Streptokokken, Staphylokokken, Salmonellen sowie anderer Erreger, durch die etwa Entzündungen der Atemwege, Lebensmittelvergiftungen, Typhus, Meningitis, Lungenentzündungen sowie Wund- und Harnwegsinfektionen hervorgerufen werden können. Aufgrund dieser Gefährlichkeit sind erkannte Befälle von Pharaoameisen meldepflichtig. Das fatale an dieser Ameisenart ist ihre geringe Größe, durch die sie selbst in engste Spalten und Ritzen eindringen können.

Herkunft und Nahrung

Ursprünglich sind Pharaoameisen nicht in unseren Breitengraden heimisch, sondern stammen aus Indien und sind über Afrika zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu uns eingewandert. Hier kommen sie vor allem in
Krankenhäusern, Großküchen, Hallenbädern und dergleichen vor, weil sie dort geeignete Lebensbedingungen antreffen. Sie brauchen ein feuchtwarmes Mikroklima - am liebsten bei Temperaturen zwischen 26 bis 32 Grad Celsius. Pharaoameisen gehören zu den Allesfressern. Sie bevorzugen in der Regel Eiweiß jeglicher Art, lieben aber genauso auch süße Kohlenhydrate. Ekelerregend ist wovon sich diese Insektenart ernährt. Auf der Suche nach Eiweiß gehen sie gerne an rohes Fleisch und verarbeitete Fleischwaren. Mit ihrer Vorliebe von feuchten Substraten machen sie aber auch nicht Halt vor Urin, Fäkalien, Erbrochenem oder Wundsekreten.

Bekämpfung

Eine erfolgreiche Bekämpfung der Pharaoameisen ist schwierig und langwierig. Eine Behandlung muss über einen längeren Zeitraum erfolgen, damit einer Neuinfektion vorgebeugt werden kann. In schwer zugänglichen Bereichen werden Kontaktinsektizide und Fraßköder eingesetzt. Damit die Kolonie mit dem Köder durch den darin enthaltenen Giftstoff zur Strecke gebracht werden kann, müssen andere Nahrungsquellen ausgeschlossen werden. Vor der Bekämpfungsmaßnahme sollte überprüft werden, an welchem Köder die Tiere in der jeweiligen Situation am Meisten Interesse haben könnten. Zum Beispiel sollten in einer Metzgerei eher Fraßköder auf Zuckerbasis ausgelegt werden, hingegen in einer Bäckerei eher auf Proteinbasis.

Neben der Pharaoameise gibt es noch einige weitere tierische meldepflichtige Schädlinge wie etwa

  • Hausbock (Hylotrupes bajulus)
  • Rattenbefall im häuslichen Bereich (IfSG)
  • Reblaus (Viteus vitifoliae)
  • San-José-Schildlaus (Quadraspidiotus perniciosus)
  • Kartoffelkrätzeälchen (Ditylenchus destructor)
  • Chinesischer Citrusbockkäfer (Anopolophora chinensis)