Kohlhernie an Kohlgemüse

Kohlhernie Die meisten Gartenbesitzer mussten schon einmal unter der Pflanzenkrankheit Kohlhernie leiden. Diese Pilzkrankheit, die vorrangig Blumenkohl und Kohlrabi befällt, gefährdet die Pflanzen während der gesamten Wachstumsperiode. Die Sporen, die unter anderem durch viele Kreuzblütler verbreitet werden können, ebenfalls aber auch durch unsaubere landwirtschaftliche Geräte, können als Dauersporen sogar den Winter im Boden überleben.

Deshalb ist es gerade auf Kohlbeeten so wichtig, keinerlei Kreuzblütler zuzulassen und als Gründünger auf  Senf oder Ölrettich verzichten.  

Weiterhin sollten alle Arbeitsgeräte, die auf den Feldern eingesetzt werden und auch die Hände vor jeder Berührung gründlich desinfiziert werden,

um dem Befall durch Kohlhernie vorzubeugen. Der Boden sollte möglichst stark aufgekalkt werden. Kam die Kohlhernie schon einmal vor, darf mehrere Jahre lang kein Kohl mehr dort angepflanzt werden. Im Sommer kann die Erde mit einem Kohlabsud begossen werden. Dieser sorgt dafür, dass sich die Sporen öffnen, aufgrund der fehlenden Nahrung aber nicht überleben können und somit absterben.

Typisches Anzeichen für einen Befall mit Kohlhernie sind verkümmerte und verwelkte Pflanzen, deren Wurzeln angeschwollen sind und knollenartige Verdickungen aufweisen. Einzige Möglichkeit ist hier,
die kompletten kranken Kohlstrünke mitsamt Wurzel und der umgebenden Erde zu vernichten. Auf dem Kompost dürfen die Kohlstrünke dagegen nicht gelagert werden, denn hier können die Sporen weiterhin verbreitet werden.

Da die Sporen teils bis zu zehn Jahre im Boden verbleiben können, sollte nach einem entsprechenden Befall kein Kohl oder aber nur die resistenteren Sorten wie Grünkohl oder Chinakohl hier ausgepflanzt werden. Beim Chinakohl muss man jedoch darauf achten, dass dieser zwar gegen Kohlhernie immun zu sein scheint, doch dessen Verbreitung teils stark fördert.

Neue Kohlpflanzen kann man vorbeugend vor dem Auspflanzen in ein Bad aus Schachtelhalmbrühe oder Bentonit geben. Am sinnvollsten ist sogar ein Gemisch aus Wasser, Bentonit, Lehm und Algenkalk. Eine hohe Ankalkung des Bodens kann sich ebenfalls vorbeugend auswirken.

Die Kohlstrünke, die nach der Ernte noch im Boden verbleiben, sollten immer vollständig entfernt und mitsamt der umgebenden Erde vernichtet werden. Auch hier ist die Kompostierung wiederum nicht zu empfehlen. Mulchen des Bodens, sowie regelmäßige Fruchtwechsel können dabei ebenfalls hilfreich sein, um den Pilzsporen vorzubeugen.  Staunässe sollte bei Kohl generell vermieden werden, da auch sie eine Ursache für die Entstehung von Kohlhernie sein kann.

Beherzigt man jedoch diese Tipps, sollte man innerhalb recht kurzer Zeit keine Probleme mehr mit dieser tückischen Pilzkrankheit haben.