Kräuselkrankheit bekämpfen - biologische Spritzmittel

Kräuselkrankheit bekämpfen - biologische Spritzmittel Die Kräuselkrankheit wird meistens an Pfirsichbaumbeobachtet, befällt jedoch auch andere Steinobstkulturen wie zum Beispiel Aprikose oder Nektarine. Der Pilz 'Taphrina deformans' verursacht dabei das Kräuseln des Laubes. Er ernährt sich von dem jeweiligen Obstbaum, bildet seine Sprossen, welche vom Regen in die Baumknospen geschwemmt werden. Die wirkungsvolle Vorbeugung zur Kräuselkrankheit kann nur zum exakten Zeitpunkt des Knospenschwellens eingesetzt werden.

Das Schadbild der Kräuselkrankheit zeigt sich wie folgt:
  • im Frühjahr erscheinen die Laubblätter blasig aufgetrieben, deformiert sowie verdickt
  • sie ändern

    ihre Farbe in weißlich/grün bis zu rot
  • vorrangig auf der Oberseite des Blattes bildet sich ein samtähnlicher Belag
  • die betroffenen Blätter vertrocknen, fallen während des Frühsommers ab und schwächen dadurch den gesamten Baum.
Der Kräuselkrankheit muss äußerst früh entgegengetreten werden

Die Kräuselkrankheit stellt eine Pilzerkrankung mit frühester Infektion dar. Da Pfirsiche lediglich eine kurze Winterpause benötigen, treiben sie bereits im März aus und zeigen im April ihre Blüten. Dementsprechend startet auch ihr Stoffwechsel frühzeitig mit dem Knospenschwellen. Manchmal fällt dieser Vorgang sogar schon in den Januar. Warme Temperaturen welche über 10 Grad Celsius liegen sind somit potenzielle Infektionstermine, bei der eine erste Behandlung der Kräuselkrankheit erfolgen muss.

PfirsichblüteUm den hartnäckigen Schadpilz komplett zu beseitigen kann:
  • auf biologisch entwickelte Schutzprodukte zurückgegriffen oder
  • chemische Produkte zum Pflanzenschutz genutzt werden
  • der erste Schritt ist die sachgerechte Entfernung erkrankter Triebe, Blätter und Früchte, welche im Restmüll entsorgt oder verbrannt werden
  • sowohl die biologische wie auch die chemische Behandlung muss rechtzeitig sowie bei trockenem Wetter angewandt werden.
Die biologische Vorbeugung und Bekämpfung der Kräuselkrankheit

Bevor chemische Produkte eingesetzt werden, sollten stets biologische Stärkungsmittel ihre Chance bekommen. Bio-Spritzmittel (Obst-/Pilzschutzmittel), welche
gegen 'Echten Mehltau' wirkungsvoll eingesetzt werden und der Ackerschachtelhalm sind bei der Bekämpfung einer Kräuselerkrankung bewährt. Das Bio-Spritzmittel besteht aus Pflanzenextrakten und Fettsäuren, welche bei häufiger Anwendung die Widerstandsfähigkeit speziell gegen Pilzerkrankungen nachweislich erhöhen.

Nach Abpflücken der betroffenen Blätter und dem Rückschnitt der dürren, verkümmerten Zweige kann die Baumkrone von sämtlichen Seiten erstmalig besprüht werden. Vom allerersten Anschwellen bis hin zum kompletten Öffnen der Baumknospen sollten normalerweise drei Spritzungen in einem ein- bis zu zweiwöchigen Abstand erfolgen. Ist die Baumkrone allerdings sehr dicht, sollte sie ausgedünnt werden. Sie könnte ebenso eine Pilzerkrankung durch 'Taphrina deformans' (Kräuselkrankheit) begünstigen.

Interessante und nützliche Beipflanzungen und Spritzungen

Als weitere wirkungsvolle Maßnahme zur Vorbeugung empfiehlt zum Beispiel die Bayrische Gartenakademie:
  • eine Unterpflanzung der gefährdeten Bäume durch Kapuzinerkresse, Meerettich oder Knoblauch
  • zudem sollte ein Übersprühen mit Tee aus Schachtelhalm oder Kapuzinerkresse-Aufguss einen ebenso pflanzenstärkenden Effekt gegen den 'Prunus Persica' besitzen.
  • Manche Hobbygärtner setzen auf gewisse Hausmittel, um der Kräuselkrankheit vorzubeugen:
  • eine Mischung aus den gleichen Teilen Wasser und Magermilch, dabei soll diese Mischung sogar bei bereits infizierten Obstkulturen eine positive Wirkung zeigen
  • andere sind wiederum von handelüblichem Essig überzeugt, da Essig bekannterweise desinfiziert und Pilze vertreibt.
Weiterführende Maßnahmen gegen die Kräuselkrankheit

Um die infizierte Obstkultur weiterhin zu stärken, ist ein mineralischer oder organischer Langzeitdünger empfehlenswert. Zusätzlich sollten die betroffenen Kulturen mittels biologischer Stärkungsmittel weiterhin behandelt werden, da so die Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Bäume gestützt und gleichzeitig die Kräuselkrankheit bekämpft wird. Selbst wenn die Obstkultur

bereits von einem Schadpilz betroffen ist, kann ihn die rechtzeitige Behandlung sowie eine regelmäßige Pflege retten. Wenn die Obstkulturen mit unterschiedlichen Spritzungen behandelt werden, sollte aus Sicherheitsgründen stets eine Schutzbrille getragen werden, da verirrte Spritzer den Augen erheblichen Schaden zufügen können.

Zusammenfassung
  • Betroffene Pflanzen: Pfirsich und Nektarine
  • Schadbild: Oft schon direkt nach dem Austrieb gekräuselte Blätter mit blasigen Schwellungen, sortenabhängig rot oder weißlichgrün. Blätter werden dunkelgrün und fallen bei starkem Befall ab. Gummifluss und Ertragsverlust durch allgemeine Schwächung des Baums. Neuaustrieb im Frühsommer in der Regel ohne Blattkräuselung. Einzeln stehende Bäume sind anfälliger.
  • Gefährlichste Zeit: April bis Mai
  • Abwehr:
  • Vorbeugend: Harmonische Düngung, Mulchen, Pflanzenstärkungsmittel anwenden. Unempfindliche Sorten wählen wie beispielsweise `Früher Roter Ingelheimer` `Kernechter vom Vorgebirge`, `Rekord von Alfter.
  • Sanft: befallene Blätter und Triebe entfernen. In der Austriebsphase Gewächse mit Ackerschachtelhalmtee spritzen.
  • Härter: Im Notfall mit Nützlingsschonendem Fungizid; Kupferpräparate meiden (Regenwurmgiftig)