Marder fangen - mit diesen Ködern fängt man Marder

Marder fangen - mit diesen Ködern fängt man Marder

Wenn ein Marder Ihren Dachboden bezogen hat oder Appetit auf diverse Schläuche Ihres Autos entwickelt, sollte er am besten dazu bewegt werden, Ihre Gegend zu verlassen. Ist das Einfangen in einer Lebendfalle eine denkbare Option? Welche Köder sollten Sie dem Marder dann anbieten?

marder flDie sinnvollste Möglichkeit, sich der Marder zu erwehren, ist eigentlich die Vertreibung und das anschließende Abdichten der Zugänge. Noch bevor der Marder sein Revier markiert hat und

sich deshalb bereits “ganz wie zu Hause fühlt”, sollten Sie den Marder vertreiben, indem Sie ihm sein neues Heim mit unsympathischen Gerüchen, Lärm, Helligkeit und Erschütterungen gründlich vermiesen.

Wenn das Einfangen der einzige Ausweg ist ...

Wenn Ihr Dachboden jedoch einfach nicht abzudichten ist und Sie es leid sind, immer wieder ein Höllenspektakel auf dem Dachboden zu entfachen, kann es sinnvoll sein, den Marder in einer Lebendfalle zu fangen und woanders auszusetzen. Oder wenn der Marder kein Interesse an Ihren Wohnräumen hat, sondern sich viel lieber Ihr Auto vornehmen möchte. Wenn Sie rund um Ihr Auto Trompete spielen, Salmiak versprühen und Fackeln abbrennen, würde dieses Schauspiel sicher die Nachbarn erfreuen, aber nicht unbedingt den Marder abhalten, am nächsten Abend steht Ihr Auto ja woanders.

Entweder Sie beschäftigen sich jetzt gründlich mit den unzähligen und jeweils umstrittenen Möglichkeiten, den Marder aus dem Motorraum Ihres Autos fernzuhalten, oder Sie fangen ihn in einer Lebendfalle und setzen ihn woanders wieder aus. Setzen ihn in ausreichender Entfernung wieder aus, wenn der Marder die Umgebung bereits als sein Revier empfindet, wird er alles tun, um in die Heimat zurückzukehren. Mindestens 60 Kilometer sollten es schon sein, damit auch ein hochbegabter Marder nicht wieder zurückfindet. In manchen Gemeinden reicht es, den zuständigen Förster zu benachrichtigen, der sich dann um die Aussetzung kümmert.

Geeignete Köder für Marder

Der Marder wird die Lebendfalle umso schneller betreten, je unwiderstehlicher er den Köder findet. Was findet ein Marder unwiderstehlich? Der Marder ist ein Allesfresser, seine Beute findet sich im gesamten
Spektrum der kleinen Säugetiere, er frisst auch gerne Eier, Obst, Fische, Nüsse und all dies in getrockneter Form. Aus diesem gesamten Spektrum werden deshalb auch Köder verwendet.

Welche Leckereien Ihr Marder bevorzugen wird, ist nicht ganz leicht vorherzusagen. Einige Marderfänger gehen davon aus, dass pflanzliche Leckerbissen bessere Köder darstellen, weil der Marder beim Geruch von Fleisch übervorsichtig ist, da noch Lebewesen in der Nähe sein könnten. Andere setzen auf den starken Geruch von getrocknetem Pansen, so finde der Marder die Falle auch aus sehr weiter Entfernung, und dass dieser Pansen schon sehr lange tot sei, könne selbst ein Marder riechen. Dementsprechend wird über gute Fangerfolge beim Einsatz von Rosinen, Feigen, Backobst und getrocknetem Pansen berichtet, in Honig eingeweichte Trockenpflaumen werden als unwiderstehliche Köder empfohlen.

Viele Marderfänger sind jedoch der Meinung, dass Eier die ultimativen Marderköder darstellen. Eine Begründung, warum der Marder die Eier allem anderen vorziehen soll, war nicht zu finden, vielleicht enthalten Eier die ideale Nährstoffkombination für Marder und er nimmt den Geruch von Eiern intensiver wahr als der Mensch (über

den besseren Geruchssinn hinaus).

Marder in einer Lebenfalle fangen

Sie sollten dem Marder das Wittern des Köders so leicht wie möglich machen: Die Falle sollte direkt auf seinem üblichen Laufweg stehen und Sie sollten Spuren legen, die zur Marderfalle hinführen. Dazu können Sie z. B. einige Eigelb mit ein paar Tropfen Anisöl (Apotheke) mischen, etwas Honig und einen halben Liter warmes Wasser unterrühren, wenn sich alles aufgelöst hat, wird die Flüssigkeit in eine Sprühflasche gegeben. Mit dieser Duftlösung sprühen Sie nun Spuren aus der Umgebung in Richtung Falle, ruhig beginnend an einem Baum in einiger Höhe, dann wird der Geruch zusätzlich durch den Wind verteilt.

marder2 flBei der Aufstellung und Handhabung der Lebendfalle müssen Sie natürlich die gesetzlichen Vorgaben beachten, sie sind in den jeweiligen Landesjagdgesetzen geregelt. Zunächst betreffen zahlreiche Vorschriften die tierschutzgerechte Falle, in einigen Bundesländern gibt es neben den allgemeinen auch spezielle Regelungen, z. B. sind Marderfallen mit offenem Gitter teilweise verboten. Dann darf die Falle nicht in der Schonzeit (meist 1. März bis 16. Oktober) benutzt werden, das wäre ein Straftatbestand. Weiter ist zu prüfen, ob Sie zum Einsatz der Falle einen Jagdschein benötigen.

Köder und Falle müssen zwei Mal täglich kontrolliert werden, auch das schreibt das Jagdgesetz vor, um das Leiden des gefangenen Marders möglichst kurz zu halten. Wenn Sie nicht über viel Erfahrung mit Jagd und Natur verfügen, sollten Sie den Marder auch nicht alleine befreien, er ist rasend vor Angst und kann Ihnen empfindliche Verletzungen zufügen. Wenn Sie den Marder in der jagdfreien Zeit fangen konnten und er weit genug ausgesetzt wurde, bleibt leider das Restrisiko, dass der von ihm hinterlassene Geruch andere Marder anzieht.

Wo immer eine schnelle Vertreibung denkbar ist, ist das deshalb auf Dauer sicher die bequemere Methode. In einer marderreichen Gegend sollten Sie lieber auch mehrmals prüfen, ob der Dachboden und das Auto nicht doch mardersicher gemacht werden können.