Typische Grasarten in Wiese und Rasen

saftiges Grün im RasenEs gibt so viele verschiedene Grasarten, die jedoch nicht unbedingt mit einer Grasart in Verbindung gebracht werden. Beispielsweise gehört der allseits bekannte Wildreis auch zu den Grasarten. Betrachtet man die Thematik Grasarten jedoch unter dem Aspekt Zier- und Nutzrasen, so wird die breite Palette der Grasarten beträchtlich eingeschränkt.

Als Grasart wird auch bezeichnet das Alang-Alang-Gras, die Atlasschwingel, das Bärenfellgras, der Blauschwingel, der Blaustrahlhaver, das Büschelfedergras. Geht man weiter im ABC, so trifft man unter anderem auf das Chinaschilf.

Jedoch eignet sich keines der aufgeführten Gräser zu einem Rasen.
Doch welche Grasart verwendet man nun beim Anlegen eines Rasens, und welche Grasart sollte man tunlichst vermeiden?

Dese Frage stellen sich all diejenigen, die einen Rasen das erste Mal anlegen. Denn, wie bei allen neuen Themengebieten auch, fühlt man sich mehr oder weniger fremd im Thema und somit als nicht unbedingt kompetent. Dabei ist es gar nicht schwer, sich in dieses Themengebiet einzuarbeiten. Zudem kann man im Fachhandel für jeden Standort die richtige Rasenmischung finden. Hier gilt jedoch grundsätzlich, von billigen Rasenmischungen die Finger zu lassen. Der Ärger ist in der Regel schon vorprogrammiert. Wirkliche Qualität, was das Saatgut betrifft, findet man in etwas teureren Rasensamenmischungen, die der Handel feilbietet. Qualitativ hochwertiges Saatgut für den Rasen ist weitaus weniger von Moosbefall oder Unkrautbefall betroffen, als teureres Saatgut. Dasselbe gilt für Wachstumshemmungen.

verschiedene Grasarten in einem RasenEmpfehlenswert ist in jedem Falle das Deutsches Weidelgras, Wiesen Rispengras und Das Straußgras. Diese Grasarten benötigen mehr oder weniger Aufmerksamkeit, wobei das Schwindelgras einen Mittelwert darstellt, was die Pflegebedürftigkeit und die Strapazierfähigkeit der zuletzt aufgezählten Grasarten angeht.

Verwendet man ganz bewusste Rasenmischungen, die aus den verschiedensten Grasarten bestehen, so sollte man auch darauf achten, wofür die Grasarten anschließend verwendet werden. Ist es ein Rasen, der eher im Schatten gedeihen soll, oder ein Rasen der von einer kleinen Rasselbande heimgesucht wird, also ein Spielrasen ist, oder ein Rasen, der zur Erholung verwendet wird. Gebrauchsrasen ist in jedem Falle unempfindlicher als der
reine Zierrasen.

Welche Grasarten gibt es?

Bevor Sie sich näher mit der Auswahl des Rasensamens für Ihren Garten beschäftigen, werden Sie sicher an einem Überblick über die Arten interessiert sein, die in handelsüblichem Rasensaatgut am häufigsten zu finden sind:

  • 1. Häufig ist das Deutsche Weidelgras oder Lolium perenne zu finden, als Ausläufer bildendes Horstgras ein hervorragendes Gras für jeden stärker strapazierten Rasen. Das Lolium ist sattgrün mit auf der Unterseite glänzenden Halmblättern, wächst schnell und gut und regeneriert sich bei Beanspruchung meist hervorragend, deshalb sind auch über 100 Sorten in Deutschland als Saatgut zugelassen. Nachteile: Braucht viel Wasser und viele Nährstoffe, ist anfällig gegen verschiedene Fäulniskrankheiten.
  • 2. Häufig finden Sie das Rote Straußgras oder Agrostis capillaris, eine von der Züchtung her schon recht alte Grasart, die sich für Zierrasen und Gebrauchsrasen eignet. Das Rote Straußgras ist meist nicht sehr dunkel und feinhalmig, hat weder einen hohen Nährstoffbedarf noch einen hohen Wasserbedarf, es lässt sich gut mähen und darf auch belastet werden. Leider ist die winterliche Farbe dieses

    Straußgrases nicht sehr attraktiv.
  • 3. Auch das  Flechtstraußgras (Agrostis stolonifera) gehört zu den bekannten Arten, es eignet sich für Zierrasen und Golfrasen. Demgemäß bildet es feine Halme aus, ist belastbar und unter den Grasarten diejenige, die den tiefsten Schnitt verträgt. Das Gras ist eher heller in der Färbung und hat einen etwas höheren Wasser- und Nährstoffbedarf als das Rote Straußgras. Die Winterfärbung ist ebenfalls nicht sehr schön, außerdem ist das Flechtstraußgras anfällig für Schneeschimmel.
  • 4. Gerne verwendet wird der Rohrschwingel, Festuca arundinacea, der sich mit einem mittleren Nährstoffanspruch gut für Gebrauchsrasen auch trockener Lagen eignet. Dieses Horstgras wirkt jedoch ein wenig grob und darf auch nur vorsichtig belastet werden. 
  • Grasarten wachsen unterschiedlich stark5. Der nächste Schwingel, der Schafschwingel oder Festuca ovina, ist eine Sammelbezeichnung für mehrere Unterarten. Es handelt sich durchweg um schnittfeste, aber nicht stark belastbare Horstgräser mit borstenartigen Blättern, die nur wenig Wasser und Nährstoffe brauchen, aber auch nicht sehr hoch wachsen. Sie tragen Namenszusätze wie Gemeiner Schafschwingel oder Feinblättriger Schwingel, 18 Sorten sind in Deutschland geprüft und zugelassen.
  • 6. Der Rotschwingel, Festuca rubra, ist wiederum ein Sammelname, im Wesentlichen verwendet man die Unterarten Horst-Rotschwingel, Ausläufer-Rotschwingel und Kurzausläufer-Rotschwingel. Mit seinen borstigen Halmen ist dieser Schwingel ein wichtiges Gras im Gebrauchsrasen, eignet sich aber auch für Zierrasen. Er braucht nur wenig Nährstoffe und Feuchtigkeit und lässt sich sehr gut schneiden, viele der insgesamt über 100 verfügbaren Sorten vertragen auch einen Tiefschnitt. 
  • 7. Die Wiesenrispe (Poa prantensis) ist in ca. 50 Sorten zugelassen, unter denen es feinblättrige und breitblättrige gibt, alle belastbar und schnittverträglich und mit mittlerem Wasserbedarf,  ein gutes Gras für Gebrauchsrasen und Strapazierrasen. Es braucht jedoch viele Nährstoffe, keimt nur langsam und bildet dann Rhizome (unterirdische Ausläufer).
Diese Sorten mit ihren zahlreichen Untersorten sind auch noch nicht alle Gräserarten, die in Rasensaatgutmischungen eingemischt werden. Auch wenn die Auswahl dadurch nicht gerade leichter wird, können Sie sich also sicher sein, dass Sie die richtigen Grasarten für Ihren Traumrasen finden werden. Besonders wenn Sie daran denken, aus Ihrem Rasen eine Wiese zu machen, gibt es noch sehr viel mehr Gräserarten, die infrage kommen.