Eisendünger im Rasen gegen Moos anwenden - so wird’s gemacht (Achtung: auf Gefahren hinweisen!)

Moos im RasenRasen, der an Eisenmangel leidet, besitzt eine blassgrüne bis gelbliche Farbe. Darüber hinaus kann er sich nicht gut gegen Moos und Unkräuter durchsetzen. Ein gesunder Rasen sieht wirklich anders aus. Damit Ihr Rasen wieder eine schöne grüne Farbe erhält, können Sie ihn mit Eisendünger behandeln. Der Dünger verfügt über wichtige Nährstoffe, die den Gräsern helfen, gesund und strapazierfähig zu werden. Allerdings ist Eisendünger giftig! Seien Sie deshalb sehr vorsichtig beim Ausbringen des Düngers und

wenden ihn nur zu bestimmten Zeiten an.

Vorsicht: Eisendünger ist giftig!


Eisendünger enthält Eisen(II)-sulfat, das sehr giftig ist. Eisen(II)-sulfat wirkt bei Hautkontakt und Berührung mit den Schleimhäuten reizend bis ätzend. Bei Kontakt mit Wasser bilden sich Gase und Schwefelsäure.  Eisen(II)-sulfat und die daraus entstehenden Substanzen können über die Atemwege, über die Haut und über den Mund resorbiert werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass Sie Schutzkleidung beim Aufbringen des Eisendüngers tragen und Ihre Kinder vom Garten, speziell von der behandelten Rasenfläche fernhalten. Achten Sie zusätzlich immer auf die Angaben des Herstellers auf der Verpackung des Eisendüngers. Sollten Sie sich nicht zutrauen den Eisendünger selbst auszubringen, so können Sie auch einen Fachmann beauftragen. Schutzkleidung, die Sie bei der Anwendung von Eisendünger tragen sollten:
  • Gesichtsmaske mit Filter
  • Schutzanzug
  • Handschuhe (am besten säurefeste)
  • Schutzbrille
Achten Sie aber auch darauf, dass Haustiere und die Tiere im Garten, wie beispielsweise Eichhörnchen, Vögel oder Igel den Rasen nicht betreten können, denn diese sind dem Eisendünger sonst schutzlos ausgeliefert!

Verfärbung von Pflastersteinen


Bei der Anwendung von Eisendünger sollten Sie ebenso darauf achten, dass er nicht auf Kübel, Pflastersteine oder auf die Terrasse gelangen kann. Denn sonst können unschöne Flecken entstehen, die Sie meistens nicht mehr entfernen können.

Der richtige Zeitpunkt


Moos im RasenIst einmal der Rasen im Garten mit Moos befallen, dann kann es sich schnell in ihm verbreiten. Ganz besonders im Schatten und auf sauren Böden. Hier sollten Sie frühzeitig eingreifen und Eisendünger ausbringen, falls Sie das Moos nicht mit anderen Mitteln aus der Rasenfläche herausbekommen. Der ideale Zeitpunkt zum Aufbringen des Eisendüngers ist das Frühjahr zwischen März und Mai. Damit der neu durchtreibende Rasen gut wachsen kann, darf der Boden nicht mehr gefroren sein. Außerdem würde der Eisendünger bei Bodenfrost auch nicht aufgenommen werden. Am besten wirkt der Eisendünger bei einer Temperatur von 10 °C und auf einer gemähten Rasenfläche, da er dann besser auf den Boden und damit schneller an die Wurzeln der Graspflanzen gelangen kann. Mähen Sie deshalb zuerst den Rasen und warten ca. 4 bis 6 Tage ab, bevor Sie den Eisendünger anwenden. So kann der frisch gemähte Rasen nicht "verbrennen".  

Tipp: Verwenden Sie den Eisendünger nicht an Regentagen und beachten Sie das Wetter der
Folgetage. Starker Regen kann den Eisendünger aus dem Rasen spülen und somit gegebenenfalls in andere Areale in Ihrem Garten oder in den Nachbargarten leiten.


Aufbringen des Eisendüngers

Sie können den Eisendünger als Granulat auf den Rasen streuen oder ihn vorher in Wasser auflösen und ihn vorsichtig auf den Rasen gießen. In

Granulatform lässt er sich zum Beispiel mit einem handelsüblichen Streuwagen gleichmäßig im Rasen verteilen. Wird der Eisendünger in flüssiger Form aufgebracht, können die Nährstoffe allerdings schneller zu den Wurzeln gelangen. Jedoch ist hierbei die Verätzungsgefahr größer, als bei der Nutzung des Granulates.

Tipp: Damit das Granulat bis auf den Boden gelangen kann, sollten Sie die Rasenfläche nach dem Aufbringen sehr vorsichtig wässern. Achten Sie darauf, dass in den Folgetagen niemand den Rasen betreten kann. Sperren Sie das Gebiet notfalls mit Bändern ab.

Sobald das Moos zwei Wochen nach der Anwendung vollständig abgestorben ist, wird es aus dem Rasen entfernt. Am besten mit einem Rasenrechen.

Zweite Anwendung

Manchmal reicht eine einmalige Anwendung nicht aus, um das Moos ganz zu entfernen. Deshalb ist es notwendig, dass Sie den Eisendünger ein zweites Mal im selben Jahr ausbringen. Und zwar zwischen September und Oktober. Gehen Sie hier genauso vor wie im Frühjahr. Die Temperatur sollte auch nur ca. 10 °C betragen.

Tipp: Bei frisch ausgesätem Rasen sollten Sie auf eine Ausbringung des Eisendüngers noch im selben Jahr verzichten!

Umweltfreundliche Alternativen zum Eisendünger

Moos im RasenEisendünger für die Anwendung in privaten Gärten steht wegen seiner Giftigkeit und der Verätzungsgefahr, die von ihm ausgeht, seit einem Beitrag der ARD-Sendung "Plusminus" von 2012 und einem Bericht auf der ndr-Homepage von 2013 stark in der Kritik. Wenn Sie den Eisendünger aufgrund seiner Giftigkeit nicht nutzen möchten, so können Sie zum Beispiel über Alternativen nachdenken.

Richtige Grassorte:

Alternativ können Sie Schattenrasen aussäen, der sich gut gegen Moos durchsetzen kann. Es gibt verschiedene Rasensorten, die resistent gegen zahlreiche Krankheiten sind, im Schatten gut gedeihen und ein schnelles Vermoosen des Rasens von vornherein vermeiden.

Nährstoffmangel ausgleichen:


Wenn Sie den Rasenschnitt als dünne Mulchschicht auf dem Rasen liegen lassen, wird die Fläche organisch gedüngt und dabei der bestehende Nährstoffmangel ausgeglichen. Sie können außerdem die Rasenfläche direkt nach dieser organischen Düngung wieder betreten. Ein Vorteil für Familien mit Kindern und Haustieren, die keinen Eisendünger anwenden möchten!

pH-Wert neutralisieren:


Da Moos gern auf sauren Böden wächst, während das Gras auf diesen Böden verkümmert, können Sie die Säure im Boden mit Kalk neutralisieren und damit eine Rasenfläche schaffen, auf dem das Moos nach und nach verschwindet. Anschließend wächst das Gras wieder besser durch.

Vertikutieren:


Rasen vertikutierenMoos in Verbindung mit Unkräutern im Rasen bildet einen dichten Filz, der das Wachstum der Rasengräser behindert. Abhilfe schafft hier das Vertikutieren, das den Rasen gleichzeitig gut belüftet. Natürlich können Sie zu den verschiedenen Alternativen extra noch Eisendünger verwenden. Das ist Ihre eigene Entscheidung. Wägen Sie aber genau ab und achten stets auf ausreichende Schutzmaßnahmen für sich selbst, Ihre Familie sowie die Tiere in Haus und Garten.

Fazit


Rasenflächen im Schatten oder auf sauren Böden vermoosen recht schnell. Häufig leiden die Rasengräser gleichzeitig unter Eisenmangel und zeigen diesen Zustand mit einer verwaschenen grünen Farbe an, die ins Gelbliche übergeht. Handelsüblicher Eisendünger aus dem Baumarkt hilft Ihnen bei der Moosentfernung und den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen. Aber seien Sie sehr vorsichtig und tragen eine entsprechende Schutzausrüstung beim Aufbringen des Düngers und achten auf die Hinweise auf der Verpackungsbeilage. Ebenso sollten Sie auf Ihre Familie und Tiere achten, da der Eisendünger sehr giftig ist. Ziehen Sie gegebenenfalls auch die Alternativen zum Eisendünger in Erwägung, bevor Sie sich entscheiden!