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Quecke erkennen und erfolgreich bekämpfen | 10 Tipps

Schnell sind vor allem Brachflächen von der Kriech-Quecke besiedelt, einem hartnäckigen Wurzel-Unkraut in den hiesigen Gärten. Es ist wichtig, die Pflanzen zu bekämpfen, hierzu gibt es verschiedene Techniken und Tipps, die im Artikel erläutert werden.

Video-Tipp

Erkennen

Wenn sich die Kriech-Quecken (Elymus repens) im Garten ausbreiten, sollten diese so schnell wie möglich erkannt werden, damit sie sich unterirdisch nicht weiter ausbreiten. Aufgrund der meterlangen Rhizome, die das Unkraut schnell ausbildet, kann es schon nach kurzer Zeit sehr schwer werden, die Pflanzen zu bekämpfen. Aber auch über die Samen, die durch den Wind in die Umgebung geweht werden, kann sich das Unkraut weiterverbreiten. Das Wildgras kann an verschiedenen Merkmalen erkannt werden:

  • aufrecht wachsende Halme
  • werden zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch
  • wachsen in Horsten
  • zweireihige Blütenähren von Juni bis August
  • Blätter sind dem Gras ähnlich
  • blau bereift oder grün gefärbt
  • Rhizome wachsen waagerecht direkt unter Erdoberfläche
  • Wurzelstränge wachsen bis zu 80 Zentimeter tief
  • Rhizome sind weiß oder hell
Quecke - Elymus repens
[Matt Lavin from Bozeman, Montana, USA, Elymus repens (3739406828), bearbeitet von Hausgarten, CC BY-SA 2.0]

Bekämpfen

Es gibt verschiedene geeignete Methoden, um den Quecken im eigenen Garten Herr zu werden. Hiervon abhängig ist, auf welcher Fläche sich das Wurzelunkraut ausbreitet. Denn sowohl bepflanzte Gartenbeete, eine Rasenfläche oder auch eine Brachfläche können schnell überwuchert werden. Doch nicht jede Bekämpfungsmaßnahme ist zum Beispiel für ein bepflanztes Beet oder die Wiese geeignet.

Herausreißen oder nicht?

Wenn der Gärtner in seinem Gartenbeet oder auf dem Rasen Unkraut entdeckt ist, hier meist der erste Gedanke, dieses einfach heraus zu reißen. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob dies bei dem Wurzel-Unkraut möglich oder sogar sinnvoll ist:

  • nicht nur ausreißen
  • auch nicht oberflächlich abhacken
  • macht keinen Sinn
  • es wird nur der sichtbare Teil entfernt
  • Rhizome wachsen unterirdisch weiter
  • neue Halme werden schnell wieder neu gebildet
Hinweis:

Gerade auf einem dicht bewachsenen Beet oder einer Rasenfläche ist es oft schwer, die Quecke zu entfernen, da das einfache Ausreißen leider keine gute Möglichkeit bietet, das Wurzelunkraut dauerhaft zu entfernen.

Gartenbeet roden

Einfacher ist es, wenn ein brach liegendes Gartenbeet von dem Unkraut befallen wurde. Denn hier muss auf keine kultivierten Pflanzen beim Bekämpfen geachtet werden. Dennoch ist es wichtig, auch hierbei sehr sorgfältig zu arbeiten, damit alle Ausläufer der Wurzeln im Beet entfernt werden:

  • unbepflanzter sandiger Boden ideal für Rodung
  • Wurzeln können einfacher entfernt werden
  • bei lehmigem Boden könnten Ausläufer zerreißen
  • mit Grabegabel arbeiten
  • alle Wurzeln vorsichtig ausheben
  • darauf achten, dass alle waagerechten Wurzeln aufgenommen werden
  • danach die langen Wurzeln aus dem Boden ziehen
  • nach dem Roden Beet längere Zeit brach liegen lassen
  • neu auftretendes Unkraut immer wieder entfernen

Das Gartenbeet sollte nicht gehackt oder mit einer Fräse bearbeitet werden. Denn hierdurch werden die Rhizome kurzfristig zwar zerstört, es verbleiben meist aber auch Reste der Wurzeln im Boden.

Tipp:

Schon der kleinste Teil eines Rhizoms, das in der Erde verbleibt kann bewirken, dass sich das Unkraut erneut über das Beet ausbreitet.

Regelmäßig mähen

Quecke erfolgreich bekämpfen

Wenn ein brach liegendes Gartenbeet gerodet wurde, dann kann es dennoch aufgrund verbliebener einzelner Wurzelstücke im Boden zu einem erneuten Wuchs des Unkrauts kommen. Hier kann es auch helfen, die Fläche regelmäßig zu mähen. Dies hat die folgenden Gründe:

  • Quecken sollten nicht blühen
  • danach werden Samen ausgebildet
  • diese werden vom Wind verstreut
  • Unkraut breitet sich über Aussaat noch weiter aus
  • das Unkraut kann durch Mähen ausgehungert werden
Hinweis:

Wenn Sie die Wurzeln aus dem Beet entfernt haben, dürfen diese nicht auf dem Kompost landen. Denn hier breitet sich das Unkraut wieder ungehindert aus. Die Entsorgung sollte immer gut verschlossen im Restmüll erfolgen.

Kartoffeln anpflanzen

Wenn eine brach liegende Fläche im Garten gerodet wurde, kann es hilfreich sein, hier ein Kartoffelbeet anzulegen:

  • Kartoffeln wachsen eng
  • bilden große Blätter aus
  • Beet wird beschattet
  • Neuaustrieb der Quecke kann so verhindert werden
  • Unkraut benötigt viel Sonne, um zu treiben

Gartenbeet abdecken

Nach dem Erkennen von Quecken auf einem brach liegenden Beet kann auch mit anderen Mitteln vorgegangen werden. Da das Unkraut Luft und Licht benötigt, um zu wachsen ist eine Abdeckung ebenfalls eine gute Möglichkeit, dieses erfolgreich zu bekämpfen:

  • im Frühling vor dem Austrieb
  • alle sprießenden Halme vorher abmähen
  • danach Wellpappe auslegen
  • über das gesamte Beet
  • Wellpappe verrottet nach 12 Monaten von selbst
  • alternativ mit lichtundurchlässiger dicker Folie arbeiten
  • auf Folie oder Pappe dünne Schicht Mulch oder Erde auslegen
  • mindestens 12 Monate abdecken
  • Wurzeln ersticken
Tipp:

Soll das Beet nach den 12 Monaten wieder genutzt werden ist es wichtig, hier zu düngen, zum Beispiel indem Sie hier Kompost unterheben. Denn gerade die verwendete Wellpappe entzieht dem Boden viele Nährstoffe.

Pflanzen ansiedeln

Es gibt verschiedene Pflanzen, die neben den Kartoffeln dem Unkraut ebenfalls das Licht entziehen, wenn diese auf dem Beet wachsen. Zudem werden anderen Pflanzen zur eigenen Stärkung Nährstoffe im Boden durch die sogenannte Gründüngung geboten:

  • Bergenien (Bergenia cordifolia)
  • Efeu (Hedera)
  • immergrünes Geißblatt (Lonicera acuminata)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum L.)
  • Raps (Brassica napus)
  • Ringelblumen (Calendula)
  • Topinambur (Helianthus tuberosus)
  • Winterwicken (Vicia villosa)

Wichtig ist, dass die Pflanzen sehr dicht gesät oder gepflanzt werden, damit die gesamte Bodenfläche mit Schatten bedeckt ist und so dem Wurzelunkraut das Licht vollständig entzogen wird.

Tipp:

Tagetes entziehen den Quecken nicht das Licht. Sie haben eine andere Eigenschaft und können daher rund um das Gartenbeet mit dem Unkraut kultiviert werden. Denn die Ausscheidungen der Tagetes-Wurzeln verträgt das Unkraut nicht.

Bekämpfen auf Rasenfläche

Wenn die Quecke auf einer Rasenfläche auftritt, dann gibt es hier zwei Möglichkeiten. Handelt es sich um eine Wiese in die auch anderen Kräuter, Blumen und Sonstiges wächst, dann ist ein Bekämpfen hier eigentlich nicht notwendig. Denn das Wurzelunkraut schadet dem Rasen nicht. Es ist hier lediglich sinnvoll, regelmäßig zu mähen, damit sich das Unkraut nicht über die Samen im restlichen Garten vermehrt. Bei einer gut gepflegten Rasenfläche ist hingegen nach dem Erkennen wie folgt vorzugehen:

  • Bereiche mit Queckenwuchs abstechen (hierzu einen Spaten nutzen)
  • durchwachsene Rasensoden flach abtragen
  • Rhizome und oberirdische Teile mit Hand vorsichtig herausziehen
  • danach die tieferen Bodenschichten mit der Grabegabel bearbeiten
  • alle Rhizome entfernen
  • Boden danach wieder einebnen
  • mit dem Fuß verdichten
  • dann die befreiten Rasensoden wieder auflegen
Quecke - Elymus repens
Tipp:

Auch wenn sich dies für Sie erst einmal nach aufwändiger Arbeit anhört, ist es in der Regel nicht so schlimm. Denn die Quecke kommt auf einer Rasenfläche meist nur auf kleinem Raum vor und kann hier daher gut bekämpft werden.

Einsatz von Herbiziden

Natürlich ist es immer möglich, die Quecke im Garten nach dem Erkennen auch mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. Allerdings ist dies wenig sinnvoll. Denn gerade auch auf bewachsenen Flächen werden die hier kultivierten Pflanzen ebenfalls betroffen und von den eingesetzten Herbiziden geschädigt.

Vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einem Befall der Quecke im eigenen Garten kommt, gibt es verschiedene vorbeugende Maßnahmen. Denn gerade auf einem bereits kultivierten Beet oder einer Rasenfläche ist es sehr schwer, das Unkraut zu bekämpfen:

  • Unkraut bei Beetvorbereitung nicht untergraben
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden
  • Rasen regelmäßig mähen
  • regelmäßige Pflege aller Flächen
  • Stärkung der kultivierten Pflanzen durch Wässern und Düngen
  • Quecke nicht zur Blüte kommen lassen
  • auf Beeten eine Mulchschicht rund um kultivierte Pflanzen auslegen
  • weniger Licht und Luft für die Wurzeln der Quecken im Boden
Hinweis:

Bei der Verwendung von Rinder- oder Pferdedung müssen Sie vorsichtig sein. Denn hierin können die Samen der Quecke enthalten sein, die von den Tieren zuvor über die Nahrung aufgenommen wurden.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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