Quecke bekämpfen - Queckenbekämpfung im Rasen

Rasenmähen reicht nicht aus, um Quecken loszuwerdenDer ein oder andere Hobbygärtner ist schier an ihr verzweifelt. Sie treibt ihr Unwesen überall und liebt vor allem die Fläche, die sie besser nicht lieben sollte. Was ist Quecke und warum geraten Rasenbesitzer in Panik?

Quecken sind überall zuhause

Quecken gehören zu den Gräsern, genauer zu den Ährengräsern aus der Familie der Süßgräser. Wie der Name Ährengräser schon vermuten lässt, wachsen diese Gräser mit weit auslaufenden Halmen. Die Halme sind kahl und können sich nicht

auf eine bestimmte Wuchsrichtung einigen. Die Blätter der Quecke sind sattgrün bis bläulich schimmernd. An der Beschreibung lässt sich eventuell schon erkennen, dass diese Pflanze ganz und gar nicht in die Optik eines gepflegten Rasens passt, zumal die Quecke auch noch schneller wächst als die normale Rasenmischung und deshalb schnell hervorsticht.
  • Die Quecke vermehrt sich über sogenannte Rhizome, lange wurzelähnliche Gebilde, aus denen neue Quecken wachsen.
  • Sobald eine Wurzel geteilt wurde, wachsen aus den neuen Enden neue Pflanzen.
  • Aus jedem noch so kleinen Wurzelstück entsteht wiederum eine Queckenpflanze.
  • Aber auch überirdisch "kriecht" die Pflanze vorwärts und erstickt unter ihrem Geflecht alles, was sonst gerne ans Sonnenlicht möchte.
  • Dazu bildet sie auch noch ab dem zweiten Jahr ihres Daseins eine Vielzahl von Samen aus.
  • Die Quecke liebt einen stickstoffhaltigen, nährstoffreichen Boden. Sie ist daher häufig auf Äckern, satten Wiesen, Weiden und Wegrändern zu finden ...
... oder eben im Rasen, da wo sie nicht hingehört. Im Gegensatz zu manch anderem Unkraut ist sie für den häuslichen Gebrauch so gut wie nutzlos.  Einzig in der Pflanzenheilkunde wird der Wurzelstock der Quecke für Teezubereitungen genutzt, die innerlich angewendet bei Nieren- und Leberentzündungen und sogar bei Cellulitis unterstützend wirken sollen. Nichtsdestotrotz gibt es genug Orte, an denen Pflanzensammler glücklich werden können, das muss nicht der häusliche Rasen sein.

Queckenbekämpfung von Anfang an

Die Quecke ist durch ihre Wuchs- und Vermehrungsart ein sehr hartnäckiger Gast. Hier ein paar Tipps, wie Sie trotzdem zu einem gepflegten Miteinander finden:
  • Vorbereitung ist alles! Bei der Neuanlage eines Rasens Queckenwurzeln so gut wie möglich absammeln.
  • Nach dem Absammeln die neue Fläche prophylaktisch mir einem Unkrautvernichtungsmittel für den Rasen behandeln.
  • Gängiges Mittel ist zum Beispiel RoundUp.
Achtung: Setzen Sie dieses Mittel nicht auf bereits aufgegangener Rasensaat ein! Sie vernichten damit auch die Rasenpracht. Lassen sie sich im Gartenfachmarkt dazu beraten.
  • Hilfreich ist auch das Setzen von Rasenkanten und Wurzelsperren - etwa in Form langer Bleche, die in die Erde gerammt werden.
  • Sie können damit ein Einwachsen der Wurzel von außen vermeiden.
  • Nach der Ansaat regelmäßig auf erste Quecke-Pflänzchen achten und diese mit möglichst viel Wurzelstockanteil herauszupfen!
  • Ein hundertprozentiges Entfernen wird Ihnen nicht gelingen, dazu sind die Wurzeln zu fein verzweigt.
Hat sich die Quecke doch ausgebreitet, können Sie zunächst versuchen, über Rasenunkrautvernichtungsmittel an die Quecke heranzukommen. Diese Mittel werden als Konzentrat oder als Fertigmischung angeboten. Je nach Größe der zu behandelnden Fläche, empfiehlt es sich ein Gemisch aus Wasser und der
Konzentratlösung aufzubringen. Die Fertigmischungen eignen sich eher für die Einzelbehandlung in Beeten. Die Rasenflächen aber nicht zu weitläufig behandeln, da sonst Verletzungen der Rasennarbe entstehen können. Viele der Präparate werden heute auf pflanzlicher Basis hergestellt und sind ungiftig

für Mensch und Tier. Nach Abtrocknen der Rasenflächen können diese wieder betreten werden.

Eine andere Möglichkeit ist das Abflämmen einzelner Pflanzen. Zupfen und Flämmen bleiben zunächst die Hauptbeschäftigung des Gärtners. Wer hier Hartnäckigkeit zeigt, kann der Pflanze dauerhaften Schaden zufügen. Vermeiden Sie unbedingt, dass die Quecke zur Blüte kommt. Sie verbreitet sich sonst zusätzlich über Samen weiter. Nutzt das alles nichts, hilft es zum Schluss nur, den Rasen abzutragen, die Fläche wie oben beschrieben zu behandeln und den Rasen wieder neu anzusähen.

Quecken in der Landwirtschaft

In der biologischen Landwirtschaft werden oft andere Pflanzen genutzt, die Unkräuter durch ihren Wuchs oder ihre Ausscheidungen eindämmen. Für die Quecke sind dies zum Beispiel die Kartoffel, Raps und Tomaten. Diese sind aber wenig geeignet für das Pflanzen im Rasen. Eher schon kommt die Tagetes zum Beispiel als Randbepflanzung in Frage, die durch ihre ätherischen Öle das Wurzelwachstum hemmen und oberirdisch die Quecke überwuchern.

Ein weiterer Tipp aus der Landwirtschaft: Gänse halten Quecken kurz.
Ob das für ihren Rasen in Frage kommt, hängt natürlich von der Grundstücksgröße und dem Radius zu den nächsten Nachbarn ab. Gänse benötigen viel Auslauf, eine Stelle zum Baden und sie machen eine ganze Menge Krach - könnte zu Problemen mit den Nachbarn führen.

Kontinuität zahlt sich in der Quecken-Bekämpfung

Haben Sie Geduld, wenn Sie sich der Queckenbekämpfung im Rasen nähern. Wie bereits beschrieben, ist das Ganze ein sehr mühseliges Unterfangen. Meist geht es ohne die chemische Keule nicht, wobei nur wenige frei verkäufliche Mittel im Handel erhältlich sind. Diese Pflanzen gehören zu den hartnäckigsten Unkräutern und lassen sich einfach nicht stoppen, nur im Wuchs verlangsamen. Erkundigen Sie sich in den Fachmarktzentren über das geeignete Mittel für ihren Rasen und halten Sie Kinder unbedingt fern von Herbiziden. Wenn gar nichts mehr geht: Ändern Sie den Stil Ihres Gartens und legen Sie eine hübsche Naturwiese an, da fallen die lästigen grünen Mitbewohner auch nicht mehr auf.

Wissenswertes zu Quecken in Kürze
  • Bei Quecken handelt es sich um Gräser, die in einem gepflegten Rasen im Normalfall nicht zu finden sind.
  • Diese Pflanze ist nicht schnittverträglich, sodass sie durch regelmäßiges Mähen meist von selbst verschwindet.
  • Da es kein spezielles Pflanzenschutzmittel gegen Quecken gibt, gilt es, der Bildung dieser Pflanze von vornherein entgegen zu wirken. 
Vorbeugende Maßnahmen
Einer Queckenbildung vorzubeugen gelingt am besten, indem man für einen gesunden und dichten Rasen sorgt. Einer der wichtigsten Arbeitsschritte ist dabei, den Rasen stark zu düngen, am besten mit einem Langzeitdünger, da sich so vorhandene Quecken aufrichten und mit dem nächsten Schnitt entfernt werden können. Des Weiteren sollte man im Frühjahr die Rasenfläche vertikutieren, da sich so Queckenreste aus dem Boden lockern und dann einfach abgeschnitten werden können. Wird darauf geachtet, dass der Rasen saftig grün, dicht und gepflegt ist, haben Quecken so gut wie gar keine Chance.

Effektive Entfernung von Quecken 
  • Wichtig ist, dass man nicht einfach versucht mit dem Spaten und durch Umgraben der Erde die Quecken zu entfernen.
  • Dadurch teilt man nur deren Wurzeln, sodass sich dieses Unkraut noch schneller verbreiten kann. 
  • Man kann lediglich mit einer kleinen Schaufel den meterlangen Wurzeln nachgraben und sie anschließend soweit entfernen wie es geht.

Diese Arbeit ist sehr anstrengend, denn die dünnen Queckenwurzeln reißen schnell ab, sodass man nicht alles restlos aus der Erde entfernen kann. 
Jedoch ist es eine der wenigen effektiven Maßnahmen im Kampf gegen Quecken: Hierbei sollte man sehr sorgfältig arbeiten, denn jedes noch so kleine Stück Queckenwurzel kann eine neue Pflanze hervorbringen.

Im Internet kursieren allerlei Hausmittelchen, die gegen Quecken im Garten helfen sollen. So heißt es etwa, dass man die betroffenen Stellen mit Folie abdecken sollte, die Quecken würden wie von Zauberhand verschwinden. Allerdings findet man ebenso viele Quellen, die dieses Hausmittel widerlegen.