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Steinbeet anlegen – Ideen zu Gestaltung und Pflanzen

Steinmauer für das Steinbeet

Eine sporadisch bepflanzte Fläche im Garten, die mit Schotter oder Kies abgedeckt ist, nennt man Steinbeet, Kiesbeet oder auch Schotterbeet. Mit einem Steingarten hat ein Steinbeet rein gar nichts zu tun, denn in einem Steingarten ist der Boden durch Geröll und Sand so weit abgemagert, dass nur noch trockenresistente Pflanzen aus Gebirgsregionen darauf wachsen. Ein Steinbeet hingegen ist auf normalem Gartenboden errichtet. Zudem schützt ein Wurzelvlies die Anlage vor ungewünschtem Unkrautwachstum. Kurzum: Ein Steinbeet hat den Zweck, immer sauber auszusehen und Unkraut zu verhindern.

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Gestaltung

Ein Steinbeet unterscheidet sich zu normalen Beeten im Garten vor allem durch seine sparsam eingesetzte Bepflanzung. Lediglich ein besonders bizarrer oder auffälliger Busch oder kleiner Baum, eine Gräsergruppe oder auch ein oder zwei Solitärsträucher sollen hier gezielt zur Geltung kommen. Daher ist es sehr wichtig, die Pflanzen und Gehölze ganz bewusst auszuwählen und besonders geschickt im Beet zu platzieren. Bei der Zusammensetzung der Pflanzen ist es wichtig, dass zwei oder drei Gruppen der Gräser, Stauden oder Gehölze verschiedene Größen haben.

Geländemodellierung

Ein Steinbeet muss nicht zwingend auf einer ebenen Fläche angelegt werden. Oft ergeben sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten aus dem natürlichen Geländeverlauf. Statt die Höhe von Böschungen mit Palisaden oder einer Mauer abzufangen, bietet ein Steinbeet eine viel einfachere und interessantere Alternative. Zum Abfangen der Böschung kann beispielsweise ein einzelner Felsbrocken eingesetzt werden, der aus dem gleichen Gestein besteht wie die Schüttung für das Steinbeet.

Auswahl der Steine

Ein weiteres Gestaltungselement für das Steinbeet sind natürlich die Steine für die Schüttung selbst. Hier sind die verschiedensten Steinarten, Farben, Korngrößen und Oberflächenstrukturen möglich.  Zu viele verschiedene Materialien führen meist nicht zum gewünschten Erfolg und sorgen stattdessen nur für optische Verwirrung. Beschränken Sie sich lieber auf ein Material. Das kann dann natürlich zur Auflockerung in zwei unterschiedlichen Farben eingesetzt werden. Die Steine sollten zudem zur direkten Umgebung passen.

  • Hausfassade (Klinker, verputzt, Schiefer etc.)
  • Material auf Gehwegen, Einfahrten oder der Terrasse
  • sind andere Steine an Mauern oder Ähnlichem eingesetzt
  • welches Gestein dominiert die nähere Umgebung

Nur dann, wenn das Steinbeet optisch auf die Umgebung abgestimmt ist, kann es auch wirken und drängt sich nicht optisch auf. Als Material eignen sich beispielsweise:

  • klassischer Zierkies: abgerundete Oberfläche, ideale Größe 16/25 bis 25/40
  • Ziersplitt: preisgünstiger als Kies, besser für Gehwege geeignet, ideale Körnung 8/16 bis 16/32
Tipp:

Bei der Farbwahl sollte bedacht werden, dass reinweiße Steine meist nach ein paar Jahren gereinigt werden müssen.

Anleitung

Nur ein sehr sorgfältig angelegtes Steinbeet ist ein Garant für eine pflegeleichte Anlage. Deshalb sollte sehr viel Sorgfalt in die Planung und Ausführung gesteckt werden.

Vorbereitung

Bevor Sie das Steinbeet anlegen, muss das Areal umgegraben und sorgfältig von alten Wurzeln und Unkraut befreit werden. Ein paar Tage später kann dann die obere Erdschicht entfernt werden. Das sind in der Regel etwa 10 bis 15 cm. Wer einen Gehweg auf dem Steinbeet errichten möchte, muss darunter entweder etwas Schotter verdichten oder eine 5 cm dicke Sandschicht einplanen.

Aushub

Die Tiefe, in der das Erdreich für das Steinbeet ausgehoben werden muss, richtet sich nach der Steingröße, mit der das Beet später befüllt werden soll. Prinzipiell gilt: Etwa die dreifache Höhe der größten Steindurchmesser sollte ausgehoben werden. Das sind beispielsweise bei einem Schotter mit der Korngröße 16/32 etwa 9 cm Steinschicht. Hinzu kommt eine etwa 2 cm dicke Schicht Sand, die unter dem Wurzelvlies für gute Drainage sorgt. Für die meisten Schüttungen sind deshalb mindestens 10 cm Erdaushub notwendig.

Umrandung

Kräuterschnecke

Zur Stabilisierung der Kies- oder Schotterschicht ist es sinnvoll, das Steinbeet mit einer Umrandung zu versehen. Sonst werden die Steine bei Regen oder einem Betreten permanent nach außen getragen und die klaren Konturen, die das Steinbeet so attraktiv und sauber aussehen lassen, verwischen. Als Umrandung sind verschiedene Materialien möglich. Beliebte Umrandungen sind:

  • Rasenkantensteine
  • Kunststoff-Formkanten (für geschwungene Umrandungen geeignet)
  • Holzbohlen

Gehwege sollten immer mit einer Umrandung versehen werden. Das Gleiche gilt für Areale mit unterschiedlicher Kies- oder Schotterfüllung. Nur so ist garantiert, dass die Steine sich nicht im Laufe der Zeit an der Grenzfläche miteinander mischen.

Findlinge, Säulen oder andere Gestaltungselemente

Sollen schwere oder hohe Elemente in das Steinbeet integriert werden, müssen diese für gute Stabilität etwas tiefer in den Boden gesetzt werden. Schmale, hohe Säulen sollten etwa zu einem Drittel im Boden eingelassen und in ein Betonbett gesetzt werden, damit sie nicht später durch Auswaschungen krumm stehen oder gar umfallen.

Pflanzlöcher graben

Einfacher geht es, wenn Sie die Löcher für die spätere Bepflanzung bereits vor der Verlegung des Wurzelvlieses ausheben. Graben Sie Pflanzlöcher, die mindestens doppelt so groß sind wie die Wurzelballen. Ist der Boden sehr schwer, neigt zu Staunässe oder liegt das Areal im Schatten, ist eine Drainageschicht aus Sand oder Splitt sinnvoll. Aufgefüllt wird mit fruchtbarem Mutterboden (mit entsprechendem pH-Wert für die geplante Bepflanzung).

Sandschicht

Auf das gesamte Areal, ausgenommen der Pflanzlöcher, wird eine etwa 2 cm dicke Schicht Sand eingefüllt. So kann das Regenwasser besser unter dem Vlies ablaufen und Staunässe wird reduziert. Ist ein Gehweg über das Steinbeet geplant, ist eine zusätzliche Sandschicht unter der Steinfüllung notwendig. Sie sollte etwa 5 cm betragen. Je nach Steingröße muss eventuell der Aushub an dieser Stelle etwas tiefer ausfallen.

Wurzelvlies

Das Wurzelvlies, auch Unkrautvlies genannt, verhindert später, dass ungewünschte Unkräuter aus der Anlage wachsen. Ein Unkrautvlies ist deshalb notwendig, damit das Steinbeet pflegeleicht bleibt. Das Verlegen macht nicht viel Arbeit, der Nutzen ist dafür enorm.

Flächendeckendes Vlies am Stück

Wer das gesamte Steinbeet mit einem großen Wurzelvlies abdecken möchte, verlegt nun zuerst das Vlies auf die Beetfläche. Dort, wo die Pflanzen eingesetzt werden, wird das wasserdurchlässige Vlies mit einem Kreuzschnitt versehen. Die Kreuzschnitte erfolgen sehr großzügig, damit nicht nur der Wurzelballen, sondern eventuell auch eine Drainage und etwas Humus oder Kompost eingefüllt werden können.

Vliesbahnen

Bahnen von 1 m Breite sind einfacher zu verlegen als ein großes Vlies am Stück. Es gibt einen entscheidenden Unterschied beim Verlegen im Gegensatz zu einem großflächigen Wurzelvlies: Die Pflanzen werden bereits vor dem Auslegen des Wurzelvlieses eingepflanzt. Um die Bahnen nahe an der Pflanze zu verlegen, werden einfach beim Auslegen die passenden Schnitte ins Vlies eingefügt.

  • Bahnen jeweils 10 cm überlappend verlegen
  • nach dem Verlegen einer Bahn das Vlies gleich mit einer Schaufel Steine fixieren
Tipp:

Bei beiden Varianten muss das Vlies an allen Seiten etwa 5 bis 10 cm größer sein als das Areal. Die Ränder werden dann nach oben umgeklappt, denn an diesen Stellen kommt sonst als Erstes das Unkraut durch.

Pflanzen einsetzen

Am besten werden die Pflanzen vor dem Einsetzen zunächst in einen Eimer mit Wasser gestellt, damit sich der Wurzelballen noch einmal vollsaugen kann. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Wurzeln im Erdreich ausbreiten und die Pflanzen damit das Wasser aus der Umgebung aufnehmen können. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, dass das Ballenniveau nicht tiefer als zuvor im Topf in die Erde gesetzt wird.

Steine einfüllen

Abschließend werden nun die Steine in das Beet gefüllt und die Oberfläche mit einem Brett oder einem Rechen geglättet.

Pflanzenauswahl für das Steinbeet

Steingartengewächse

Je nachdem, welche Akzente im Garten gesetzt werden sollen und welche Standortbedingungen vorliegen, eignen sich verschiedene Pflanzen für ein Steinbeet. Prinzipiell gilt: helle Blattfarben setzen schöne Kontraste zu dunklen Steinen, dunkellaubige (dunkelgrüne oder rote) Sorten eignen sich für weiße Untergründe.

Japanisches Ambiente

Japanische Gärten zeichnen sich vor allem durch Zwerggehölze und Blattschmuckstauden aus.

  • Bambus (Bambusoideae)
  • Gartenbonsais verschiedener Gehölze
  • Japanischer Ahorn (Acer japonicum)
  • Japanische Säulenzierkirsche (‚Prunus serrulata ‚Amanogawa‘)
  • Japanischer Spindelstrauch (Euronymus japonicus)
  • Zwergfächerblattbaum (Ginkgo biloba ‚Mariken‘)

Klassisches Kiesbeet

Hier ist nahezu alles erlaubt, was die Standortbedingungen hergeben. Bei der Gehölzauswahl für den Hintergrund sollten kleinwüchsige oder säulenförmige Bäume bevorzugt werden. Besonders beliebte Pflanzen sind:

  • Bärenfellgras (Festuca gautieri)
  • Buchsbaum (Buxus)
  • Felsenbirne (Amelanchier)
  • niedrig wachsende Ahorn-Arten
  • Polsterpflanzen wie Nelken, Phlox, Blaukissen
  • Rhododendron und Azalee
  • säulenförmige Koniferen (wie Raketenwacholder)
  • zwergwüchsige Koniferen

Mediterranes Flair

Auf sehr sonnigen und trockenen Flächen machen sich vor allem mediterrane Pflanzen gut. Da sie ursprünglich aus warmen Gebieten kommen, machen ihnen hohe Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung, ein nährstoffarmer Boden und Trockenheit nur wenig aus.

  • Buchsbaum (Buxus)
  • Katzenminze (Nepeta)
  • Lavendel (Lavandula)
  • Madeira-Natternkopf (Echium candicans)
  • Mittagsblume (Dorotheanthus)
  • Sonnenröschen (Helianthemum)
  • Thymian (Thymus)
  • Wolfsmilch (Euphorbia)
  • Zwergmuschelzypresse (Chamaecyparis obtusa)
Tipp:

Für leichte Böschungen eignen sich vor allem Pflanzen, die ursprünglich aus Bergregionen kommen, also alpine Pflanzen. Unter ihnen gibt es viele Zwerggehölze und Bodendeckerstauden.

Fazit

Ein Steinbeet sollte sich immer harmonisch in das Gesamtambiente des Gartens einfügen. Neben der Auswahl der Steine für das Beet sind deshalb auch die richtigen Pflanzen wichtig. Damit ein Steinbeet auch wirken kann, darf eine Bepflanzung nur sehr spartanisch erfolgen. Zudem sollten die wenigen Pflanzen echte Hingucker sein. Das kann beispielsweise eine besondere Form oder die Farbe von Blättern oder Blüten sein.

Autor Garten-Redaktion
Ich schreibe über alles, was mich in meinem Garten interessiert.

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