Die Lavendelheide, mit botanischem Namen Pieris, ist immergrün und durch Laub und Blüten vor allem im Winter ein Blickfang. Sie ist beliebt bei Bienen und kann als Hecke eingesetzt werden. Zudem zeigt sie sich in der Pflege vergleichsweise einfach, allerdings ist dabei auf bestimmte Details zu achten. Denn das Schattenglöckchen, wie die Lavendelheide auch genannt wird, stellt spezielle Ansprüche an Standort und Substrat sowie die Kultur im Garten oder Kübel.

Standort

Sonne oder wenigstens lichter Schatten sollte es für die Lavendelheide sein. Steht der Strauch zu dunkel, verliert er an Blühkraft und bildet vermehrt Laub aus. Zudem sollte beachtet werden, dass er je nach Sorte zwischen zwei und vier Meter hoch werden kann. Die Wuchshöhe und -breite sollte bei der Standortwahl berücksichtigt werden.

Als Faustregel gilt, dass eine halbe Wuchsbreite Abstand zu anderen Gewächsen eingehalten werden sollte. Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Schattenglöckchen der prallen Mittagssonne
nicht ausgesetzt und auch vor kaltem Wind geschützt ist. Günstig ist daher eine östliche Ausrichtung oder ein Standort nahe einer Mauer.

Substrat

Wie auch Azalee und Rhododendron bevorzugt die Lavendelheide saure Böden mit geringem Kalkgehalt. Zudem sollte das Substrat die folgenden Ansprüche erfüllen:
  • locker und gut durchlässig, nicht zur Verdichtung neigend
  • leicht feucht aber nicht nass
  • pH-Wert von etwa 5
  • humos
  • nur mäßig nährstoffreich
Ideal ist eine Mischung aus Gartenerde und Torf zu gleichen Teilen. Alternativ kann auch fertige Rhododendronerde verwendet werden.

Pflanzen

Gepflanzt wird die Lavendelheide am besten zwischen August und September. Mit regelmäßigem Wässern kann sie bis zum Beginn des Winters gut anwachsen.
Soll das Schattenglöckchen als Hecke dienen, wird die halbe Wuchsbreite als Abstand zwischen den Gewächsen eingehalten. Entspricht der Boden nicht den Ansprüchen, sollte jeweils ein Pflanzloch von wenigstens 50 Zentimetern Tiefe und Breite ausgehoben und das entsprechende Substrat eingefüllt werden.

Gießen

Pieris - Lavendelheide - SchattenglöckchenEin leichtes, durchgängiges Feuchthalten der Lavendelheide bis zum Herbst ist empfehlenswert und rüstet die Pflanze für den Winter. Staunässe ist jedoch dringend zu vermeiden, ebenso wie hartes Wasser mit einem hohen Kalkgehalt. Verwendet werden sollte daher Regenwasser, Teichwasser oder weiches Leitungswasser. Ist das Leitungswasser sehr kalkreich, kann es für eine Woche Abstehen. Dabei sammelt sich der Kalk am Boden. Gegossen wird dann so, dass der Bodensatz im Behältnis verbleibt.

Düngen

Mit dem neuen Austrieb im Frühjahr kann die Lavendelheide gedüngt werden. Geeignet sind hierfür:
  • Torf
  • Rindenhumus
  • Rhododendrondünger
Humus und Torf können auf das Substrat gegeben und leicht eingearbeitet werden. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie den pH-Wert des Bodens positiv beeinflussen. Für gewöhnlich reicht eine einmalige Nährstoffgabe pro Jahr aus. Bei Bedarf kann diese auch auf zwei Gaben aufgeteilt werden, wobei die zweite Düngung spätestens im Juni bis Juli erfolgen sollte.

Verschnitt

Das Schattenglöckchen wächst vergleichsweise langsam. Pro Jahr ist mit einem Zuwachs von bis zu acht Zentimetern zu rechnen. Abhängig ist die Wuchsgeschwindigkeit aber natürlich auch von der gewählten Sorte. Ein Verschnitt ist daher oft für lange Zeit nicht nötig, wird von der Lavendelheide jedoch gut vertragen.Die Maßnahme wird im Idealfall nach der Blüte durchgeführt, wobei verwelkte Blütenstände und sich überkreuzende Triebe entfernt werden.

Auf diese Weise erhalten die Zweige wieder ausreichend Licht. Bei der Kultivierung als Hecke kann der Strauch auch rundum gekürzt werden. Empfehlenswert ist es hierbei, Triebe jeweils einen bis einen halben Zentimeter vor einer nach außen weisenden Blüte zu kürzen. Geschnitten wird schräg, sodass die Spitze von der Knospe weg weist. Sehr alte und verkahlende Triebe werden hingegen knapp über dem Boden abgeschnitten beziehungsweise abgesägt.

Tipp: Beim Verschnitt sind Handschuhe zu tragen, da die Lavendelheide in allen Teilen giftig ist. Aus diesem Grund sollte das Schnittgut auch so entsorgt werden, dass es für Kinder und Tiere nicht zugänglich ist.

Vermehrung

Die Vermehrung übernimmt die Lavendelheide von allein, indem sie Ausläufer bildet. Die einfachste Möglichkeit ist es, diese Ausläufer möglichst lange an der Mutterpflanze zu belassen, sodass sie selbst bereits Wurzeln ausgebildet hat. Danach wird wie folgt vorgegangen:

1. Das Substrat vorsichtig entfernen und die Verbindung zur Mutterpflanze nahe an dem großen Gewächs durchtrennen.

2. Die Erde ebenfalls vorsichtig von den Wurzeln entfernen, damit diese nicht verletzt werden. Beschädigte

Wurzelausläufer sind abzuschneiden.

3. Die Jungpflanze wird wie obig beschrieben eingepflanzt und angegossen.

Pieris - Lavendelheide - SchattenglöckchenAlternativ können die Ausläufer oder auch etwa zehn Zentimeter lange Triebe direkt von der Mutterpflanze abgeschnitten und von den unteren Blättern befreit werden. Diese werden in feuchte Anzuchterde gesteckt und können beim Austrieb neuer Blätter in das gleiche Substrat gesetzt werden, in der auch die Mutterpflanze steht.
Wiederum sollten hierbei Handschuhe getragen werden, um den Hautkontakt zu austretendem Pflanzensaft zu vermeiden.

Tipp: Die Ausbildung von Ausläufern kann beschleunigt werden, indem längere und bodennahe Triebe nach unten gebogen und ein Abschnitt davon etwa 20 Zentimeter vor der Triebspitze in den Boden eingegraben wird. An der mit Erde bedeckten Stelle bilden sich in der Folge Wurzeln aus.

Überwinterung

An sich benötigen die immergrünen Schattenglöckchen keinen Schutz im Winter, sofern sie frei in den Garten gepflanzt wurden. In trockenen Wintern mit starker Sonneneinstrahlung kann es aber auch hier sinnvoll sein, das Laub mit einer Auflage aus Gartenvlies zu schützen. Im Kübel kultiviert, benötigt die Lavendelheide einen Schutz vor Frost und direkter Wintersonne. Zudem muss sie vor dem Austrocknen bewahrt werden. Überwintert werden kann sie einerseits in einem frostfreien aber kühlen und hellen Raum, beispielsweise im unbeheizten Flur oder einem Keller direkt vor einem Fenster.

Andererseits ist es auch möglich, den Kübel von unten durch Styropor und rundum durch Gartenvlies zu isolieren und die Lavendelheide im Freien zu belassen. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet. Im Freien sollte daher an frostfreien Tagen und im Haus etwa einmal wöchentlich eine geringe Menge gegossen werden.

Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Problematisch sind für die Lavendelheide vor allem Wurzelfäule und die Netzwanze. Risikofaktoren für die Wurzelfäule sind unter anderem:
  • Staunässe beziehungsweise unzureichender Wasserabfluss
  • zur Verdichtung neigendes Substrat
  • kalter, schwerer Boden
Sind die Schattenglöckchen befallen, zeigt sich das Laub gelblich und welk. Die Pflanze wächst kaum oder kümmert sogar. Vorbeugend sollte auf das richtige Substrat geachtet und bei Bedarf eine Drainage-Schicht eingebracht sowie das Gießverhalten angepasst werden. Bei bereits bestehender Wurzelfäule können die folgenden Maßnahmen Abhilfe schaffen:
  • Verschnitt der befallenen und abgestorbenen Pflanzenteile
  • Verwendung von Schwefelpräparaten als Desinfektionsmittel für den Boden
  • Aufbringen von Fungiziden
  • Austauschen des Substrats und Wechsel an einen trockeneren Standort
In Hinblick auf Schädlinge ist die bereits erwähnte Netzwanze problematisch. Die adulten Parasiten saugen die Blätter der Lavendelheide ab dem Frühjahr aus und legen später ihre Eier daran ab. Zu erkennen sind sie neben den etwa drei Millimeter langen Tieren selbst auch an:
  • punktuellen Verfärbungen auf den Blättern, die schließlich komplett gelb oder braun werden
  • schwarzen Ablagerungen
  • Eier oder Larven, vor allem an den Unterseiten der Blätter
Vorbeugend ratsam ist hier die genaue Kontrolle der Gewächse beim Kauf und darauffolgend natürlich auch im Garten oder Kübel in regelmäßigen Abständen. Bei einem Befall mit den Schädlingen sind betroffene Blätter abzuschneiden und zu vernichten. Günstig ist dafür das zeitige Frühjahr, spätestens im April - also bevor eine neue Generation der Netzwanzen schlüpfen kann. Zudem können auch Pestizide für saugende Insekten zum Einsatz kommen.

Vorsicht: giftig!

Pieris - Lavendelheide - SchattenglöckchenWie bereits erwähnt, ist die Lavendelheide in allen Teilen giftig. Daher sollte der Hautkontakt zu Pflanzensaft dringend vermieden werden. Beim Einpflanzen, Verschneiden und dem Vermehren sind also Handschuhe zu tragen. Zudem sollten Schattenglöckchen in Gärten mit spielenden Kindern und Haustieren nicht die erste Wahl der Bepflanzung sein oder zumindest ausreichend gesichert werden. Bei Kontakt zu Haut und Schleimhaut oder gar dem Verzehr ist sofort ein Arzt beziehungsweise Tierarzt aufzusuchen oder ein Notarzt zu verständigen und über die Art der Vergiftung zu informieren.

Fazit
Die Lavendelheide ist eine an sich pflegeleichte und anspruchslose Pflanze, die aufgrund ihres Giftgehalts jedoch mit Vorsicht zu genießen und zu behandeln ist. Wird bei Substrat und Bewässerung auf die Ansprüche des Schattenglöckchens geachtet, ist es auch für Anfänger in der Pflanzenpflege bestens geeignet.