Grasmilben fallen durch ihre Größe von weniger als einem Millimeter kaum auf, bis sie zugestochen haben. Dann können sie Quaddeln hinterlassen und erzeugen neben Rötungen auch extremen Juckreiz. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Menschen, die sich gerne in der Natur aufhalten. Um die Stiche der Herbstgrasmilben zu vermeiden oder sie zu behandeln, stehen jedoch viele Möglichkeiten bereit.

Grasmilben

Die auch als Herbstgrasmilbe bekannten Vertreter dieser Milbenart sind etwa 0,7 Millimeter groß und rötlich gefärbt. Sie lauern vor allem in hohem Gras und dichtem Gebüsch und warten hier darauf, auf Menschen und Tiere übergehen zu können. Besonders zahlreich ist das Auftreten der lästigen Parasiten in feuchtwarmem Wetter - also beispielsweise im namensgebenden Herbst, meist aber
bereits im (Spät-)Sommer. Während dieser Zeit ist also besondere Vorsicht angeraten.

Vorbeugung

Die Herbstgrasmilben kommen bevorzugt an Gräsern vor, finden sich aber auch in Sträuchern und Gebüsch. Kinder werden daher häufiger Opfer von Stichen, weil sie nicht nur über den Rasen rennen, sondern auch einmal einen Ball aus dem Busch holen und sich insgesamt aktiver im Freien bewegen. Dabei kommt es öfter zu einem direkten Kontakt mit Pflanzen, auf denen die Milben lauern.

Erwachsene sind vor den Stichen der Herbstgrasmilben zwar ebenfalls nicht gefeit, betroffen sind aber vor allem Personen, die viel im Garten arbeiten, wandern oder sich ungeschützt auf Gras setzen. Egal in welchem Alter, die folgenden Maßnahmen können den unangenehmen Stichen vorbeugen:
  • Lange Hosen und geschlossenes Schuhwerk tragen, um keine direkte Angriffsfläche zu bieten
  • Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien wechseln und waschen
  • Nach dem Spiel oder Spaziergang duschen
  • Abwehrmittel, wie Citronella und Eukalyptus oder Mückensprays, auftragen
  • Nicht durch Gebüsch streifen oder direkt auf Gräsern sitzen, besser ist eine untergelegte Decke
  • Regelmäßiges Rasenmähen
Tipp: Wer um kurze Beinkleider nicht herumkommt, sollte sich nach jedem Aufenthalt im Freien die Beine abwaschen. Auf diese Weise werden auch die Grasmilben entfernt.

Abschreckung

Grasfloh - Herbstmilbe LebenszyklusDamit die Grasmilben wenigstens im eigenen Garten keine Gefahr und kein Ärgernis darstellen, können abschreckende Mittel zur Vertreibung eingesetzt werden. Der Fachhandel bietet hierfür entsprechende Präparate an, die beispielsweise auf dem Rasen verteilt werden können, um Herbstgrasmilben fernzuhalten.
Wichtig ist bei der Auswahl, dass die folgenden Punkte beachtet werden:
  • Mittel sollte sicher für Bienen und andere Nützlinge sein
  • Darauf achten, dass die abschreckenden Mittel für Haustiere und Menschen geeignet sind
  • Angaben des Herstellers zur Wartezeit zwischen Ausbringen und Betreten des Rasens berücksichtigen
Zur Abschreckung und Vertreibung der Herbstgrasmilben können zudem weitere Schritte unternommen werden. Zu diesen gehören:
  • Rasen kurz halten und häufig mähen
  • Regelmäßiges Gießen oder Sprengen
  • Vertikutieren, denn die Parasiten fühlen sich auch in Moos sehr wohl
  • Düngen mit Kalkstickstoff
  • Ausbringen von Nematoden

Erkennen

Die Stiche von Herbstgrasmilben zeichnen sich durch bestimmte Besonderheiten aus - dennoch sind sie nicht immer eindeutig zu erkennen. Die folgenden Angaben können aber dabei helfen, sie von anderen Insektenstichen und -bissen zu unterscheiden:
  • Vorwiegend an dünnhäutigen Stellen, wie Kniekehlen und Leisten, zu finden
  • Teils kleine blutunterlaufene Einstichstellen
  • Quaddeln, also deutlich erhabene Schwellungen, die verhärtet sein und sich farblich von ihrer Umgebung unterscheiden können
  • Starker Juckreiz
  • Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit an den betroffenen Stellen
  • Sehr langsame Heilung
Tipp: Die Stiche der Grasmilben fallen meist gehäuft aus, vereinzelte Stiche sind selten.

Juckreiz

MilbeDie Stiche von Grasmilben sind an sich nicht bedrohlich und auch nicht dafür bekannt, Krankheiten zu übertragen. Dennoch sind sie durch den starken Juckreiz sehr unangenehm und können sich schwer entzünden sowie Narben hinterlassen.
Daher ist es wichtig, den Juckreiz bestmöglich zu lindern. Das ist mit den folgenden Maßnahmen möglich:
  • Mit kaltem Wasser abspülen
  • Kühlkompressen verwenden aber kein Eis direkt auf die Haut legen
  • Kühlende Salben und Cremes
    auftragen
  • Kalt abspülen
  • Druck auf die betroffene Stelle ausüben, beispielsweise mit einem kalten Löffel
  • Insektenstift anwenden
  • Zwiebel- oder Zitronensaft auf die Stiche reiben
  • Stiche von Herbstgrasmilben desinfizieren
  • Klopfen statt Kratzen
Tipp: Durch den extremen Juckreiz werden wir zum Kratzen verleitet, durch das Kratzen wird die Haut verletzt und Keime können noch einfacher in die Wunde eindringen - zudem kann die Narbenbildung begünstigt werden. Kindern sollte daher vermittelt werden, dass sie trotz Juckreiz nicht kratzen. Besser sind Kühlen, Klopfen und der Einsatz von juckreizstillenden Mitteln.

Entzündung

Es ist nicht immer möglich, dass Kratzen bei den Stichen von Herbstgrasmilben zu verhindern. Das kann wiederum zu Entzündungen führen da die Haut beim Kratzen verletzt wird und Keime besser eindringen können. Damit es nicht soweit kommt, sollten die Stiche entsprechend behandelt werden. Empfehlenswert ist das folgende Vorgehen:

1. Haut abwaschen und Stiche mit einem geeigneten Mittel desinfizieren.

2. Antiseptische und juckreizstillende Salbe auftragen, ansonsten aber die Haut sauber und trocken halten.

3. Erwärmung, Schwitzen und Kratzen verhindern. Das ist beispielsweise durch Kühlen möglich. Zudem sollte luftige Kleidung bevorzugt werden.

4. Bei Bedarf und Allergien sollten auch innerlich Mittel angewendet werden, um den Juckreiz zu reduzieren.

Tipp: Gerade bei Kleinkindern ist es schwierig, das Kratzen völlig zu verhindern. Es kann hier helfen, leichte Baumwollhandschuhe zur Verhinderung blutiger Wunden einzusetzen.

Wann zum Arzt?

MilbeAuch wenn die Stiche der Grasmilben nicht generell gefährlich sind, können sie für erhebliche Beschwerden sorgen. Infektionen, Wund und Narben sowie allergische Reaktionen sind möglich. Das kann einen Arztbesuch erforderlich machen, vor allem, wenn Kinder davon betroffen sind. Nötig ist dieser unter anderem dann, wenn:
  • Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind
  • Sehr viele Stiche vorhanden sind
  • Extreme Rötungen, Schwellungen und starker Juckreiz auftreten
  • Sich die Haut stark erwärmt und anschwillt
  • Kreislaufbeschwerden, Übelkeit und Schwindel auftreten

Haustiere

Ebenso wie Kinder, sind auch Haustiere oft stärker von Grasmilben befallen, als Erwachsene. Sie laufen durch Gräser und Gebüsch und bieten durch ihr Fell eine große Angriffsfläche für die Herbstgrasmilben. Damit sie die Parasiten nicht aufnehmen, speisen und verteilen, sind die folgenden Maßnahmen wichtig:
  • Tiere regelmäßig bürsten und bei Bedarf baden
  • Abwehrmittel vom Tierarzt verwenden
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen
  • Bei Juckreiz Ursachenforschung betreiben (lassen)
Gerade, wenn Hund du Katze sich frei im Garten bewegen, kann ihr Verhalten eine Vorwarnung sein. Kratzen sie sich häufig, lecken sie ihr Fell übermäßig oder weißen sie gar kahle Stellen auf, sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.