Der Sommer könnte so schön sein, wenn nur diese verdammten Insekten nicht wären. Vor allem Mücken und Zecken werden da schnell zur nervigen Plage. Mitunter bewirken ihre Stiche sogar erhebliche gesundheitliche Probleme. Um sich davor zu schützen, sind Repellents empfehlenswert. Sie funktionieren zwar nicht hundertprozentig, sind bei richtiger Anwendung aber erstaunlich wirkungsvoll, wenn es darum geht, die ungeliebten Plagegeister fernzuhalten.

Repellents

Das Wort Repellent leitet sich vom lateinischen Verb "repellere" ab, was sich mit "vertreiben" oder auch "zurückstoßen" ins Deutsche übersetzen lässt.
Repellents sind folglich meist chemisch hergestellte Wirkstoffe, die auf bestimmten Organismen wie beispielsweise Bremsen abschreckend wirken. Die Tiere nehmen den Stoff in der Regel über ihren Geruchssinn wahr und empfinden ihn als unangenehm oder gar als gefährlich. Sie meiden daher die Quelle oder den Ort, von dem dieser Geruch ausgeht. Bringt man einen derartigen Stoff als Mensch auf der nicht von Kleidung bedeckten Haut auf, müsste die Gefahr, von einem Insekt gestochen zu werden, demnach gleich null sein. Theoretisch stimmt das auch. In der Praxis kommt es bei Repellents allerdings auch sehr darauf an, wie sie aufgetragen werden. Außerdem lässt ihre Wirkung im Laufe der Zeit deutlich nach.

Wirkstoffe

Bei Repellents geht es also immer um die sogenannte Vergrämung von Tieren. Das können übrigens nicht nur Kleinlebewesen sein, sondern auch groß gewachsene Säugetiere wie etwa Wildschweine oder Rehe. Am häufigsten kommen die Mittel jedoch zum Einsatz, wenn es um Insekten geht. Dabei spielen die darin enthaltenen Wirkstoffe die zentrale Rolle. Man unterscheidet zwischen synthetischen und natürlichen Wirkstoffen. Die drei häufigsten sind:
  • N,N-Diethyl-m-toluamid, das man allgemein als DEET kennt (synthetisch)
  • Icaridin (synthetisch)
  • Para-Menthan-3,8-diol, bekannt als Citriodiol (natürlich)
Alle drei Wirkstoffe gelten als enorm effektiv und hautfreundlich. DEET hat sich dabei in den letzten 50 Jahren zu so etwas wie einem Standard entwickelt. Wer trotz der guten Verträglichkeit der synthetischen Produkte keine Chemie auf seine Haut lassen will, greift am besten auf Citriodiol zurück. Dabei handelt es sich um einen vollkommen natürlichen Wirkstoff, der aus den Blättern des Zitronen-Eukalyptus-Baums gewonnen wird. Er ist demnach auch rein pflanzlich.

Hinweis: Andere pflanzliche Wirkstoffe wie Lavendel, Salbei, Thymian oder Zitronengras wirken zwar grundsätzlich auch, haben aber nur eine sehr kurze Wirkungsdauer. Sie gelten daher als wenig effektiv.

Anwendung

Grundsätzlich müssen bei der Anwendung von Repellents die Hinweise des jeweiligen Herstellers beachtet werden - insbesondere, was die Dosierung anbelangt. Nur dann ist ein wirklicher Schutz gegeben. Ganz allgemein lässt sich jedoch sagen, dass das Mittel rechtzeitig und flächendeckend auf alle Hautpartien, die geschützt werden sollen, aufgetragen werden muss. In der Regel werden das Körperteile sein, die nicht von Kleidung bedeckt sind. Bei sehr eng anliegender Kleidung tut man allerdings gut daran, auch von der Kleidung bedeckte Körperpartien mit dem Mittel zu versehen, da sonst die Gefahr besteht, dass der meist dünne Stoff durchstochen wird. Zudem wird oftmals vergessen, auch die Hände miteinzubeziehen. Fehlt dort das Mittel, kann es sehr schnell dazu kommen, dass Bremsen genau dort zustechen.

Wirkungsdauer

Insektenschutz - Insektenspray - RepellentEin Repellent funktioniert - und zwar relativ zuverlässig. Allerdings bietet es keinen hundertprozentigen
Schutz. Das liegt vor allem an der begrenzten Wirkungsdauer der Mittel. Die wird nämlich von einer ganzen Reihe von Faktoren beeinflusst. Die beiden wichtigsten Faktoren sind die aufgetragenen Dosis sowie die Temperaturen. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass die Wirkungsweise von Repellents zu einem nicht unerheblichen Grad auf dem Verdunstungsprinzip basiert. Die Verdunstung hängt aber von der Körper- wie der Außentemperatur ab. Bei hochsommerlichen Temperaturen und bei körperlichen Aktivitäten wie etwa Sport verdunstet das Mittel naturgemäß sehr schnell. Dann muss es zwingend erneut aufgetragen werden.

Begleitende Maßnahmen

Repellents sollten nie die einzigen Schutzmaßnahmen sein, die man gegen Insektenstiche und Zeckenbisse trifft. Ihre Wirkung lässt sich vielmehr mit der richtigen Kleidung steigern. Ist man in der freien Natur unterwegs, sollte unbedingt helle und möglichst weite Kleidung getragen werden. Das verhindert zum einen, dass Insekten durch die Kleidung hindurchstechen können, und zum anderen lassen sich später vor allem die dunkelfarbigen Zecken besser erkennen. Zecken beißen in der Regel nämlich nicht sofort zu, sondern suchen sich erst eine geeignete Bissstelle. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass man nach Aktivitäten im Wald oder in einem Park die Kleidung genau kontrolliert. Zudem ist es ratsam, Stellen, an denen sich insbesondere Mücken bevorzugt aufhalten, nach Möglichkeit zu meiden. Das sind insbesondere Gewässer und Pfützen.

Tipp: Soll beispielsweise beim Baden ein Sonnenschutzmittel mit einem Repellent kombiniert werden, sollte zuerst der Sonnenschutz und erst etwa 30 Minuten später der Insektenschutz aufgetragen werden.

Vorbeugung

Die Wirkung von Repellents lässt sich durch eine Reihe vorbeugender Maßnahmen zusätzlich erhöhen. So ist es beispielsweise sinnvoll, alle offenen Wasserstellen im Garten zu beseitigen bzw. abzudecken. In offenen Gewässern legen vor allem Mücken nämlich ihre Eier ab. Das betrifft im Übrigen auch Regenpfützen, die schnellstmöglich beseitigt werden sollten. Auch eine offene Wassertonne sollte unbedingt mit einem dichten Deckel versehen werden. In der Wohnung schützt man sich am besten vor Bremsen, in dem man den Zugang für die Tiere erschwert. Ein Schlafzimmerfenster sollte zum Beispiel grundsätzlich mit einem Insektenschutznetz, mit dem sich das Fenster dennoch öffnen lässt, versehen sein. Auch in anderen Räumen sind diese Netze im Sommer sinnvoll.