WespenEin Wespennest im Haus versetzt die Bewohner sogleich in Alarmbereitschaft. Sofern von den Wespen eine unmittelbare Bedrohung ausgeht für Kleinkinder, eingeschränkt bewegliche Senioren oder Allergiker, dürfen Sie das Nest entfernen. Von einer Beseitigung auf eigene Faust ist dringend abzuraten. Es bedarf einer hohen Fachkenntnis und professionellen Ausrüstung, um ein Wespennest unbeschadet zu entfernen. Sofern Sie einen professionellen Kammerjäger beauftragen, bestimmen die erbrachten Leistungen die Preise. Die folgende Info-Tabelle gibt einen Überblick aller Kosten. Lesen Sie hier, wie Sie als Mieter, Vermieter oder Eigentümergemeinschaft richtig mit der finanziellen Belastung umgehen.

Diese Kriterien bestimmen die Preise

Es sind 3 zentrale Kriterien, die Einfluss nehmen auf die Höhe der Kosten für die Entfernung eines Wespenbaus. Hierzu zählen die Erreichbarkeit, die örtlichen Gegebenheiten sowie die Dringlichkeit des Termins. Einen konkreten Festpreis wird Ihnen ein seriöser Fachmann erst nennen können, wenn er das Nest persönlich in Augenschein genommen hat. Dennoch stehen Ihnen bereits im Vorfeld verschiedene Optionen zur Kostensenkung zur Verfügung.
Machen Sie sich hier mit den Einflussfaktoren näher vertraut.

Erreichbarkeit

Entscheiden Sie sich in der ersten Aufregung nicht für den Kammerjäger mit der größten Werbung. Schlimmstenfalls ist er in einem weit entfernten Ort angesiedelt, sodass hohe Anfahrtskosten auf Sie zukommen. Dieses Risiko umgehen Sie ganz einfach, indem Sie gezielt in den Gelben Seiten oder im Internet nach regionalen Anbietern suchen.

Zugänglichkeit

Die örtlichen Gegebenheiten rund um das Wespennest bestimmen den tatsächlichen Aufwand für die Beseitigung. Verborgen in einer betonierten Fuge oder hinter verwinkelten Dachlatten, sind die Nester schwer zu entfernen. Um einen solchen Bau umzusiedeln, bewegen sich die Preise rasch im oberen dreistelligen Bereich. Das bringt den umwelt- und tierfreundlichen Hausbewohner in eine Zwangslage. Wird das Nest mit Gift bekämpft, sinkt der Kostenaufwand drastisch.

Dringlichkeit

Solange es sich nicht um einen echten Notfall handelt, halten Sie das Kostenrisiko unter Kontrolle, indem Sie Ruhe bewahren. So können die gesamten Anfahrtskosten entfallen, wenn der Kammerjäger den Einsatz bei Ihnen in seine normale Route integrieren kann. Dieser Aspekt verliert natürlich sogleich an Relevanz, wenn die Wespen ins Kinderzimmer gelangen oder ein Hausbewohner allergisch ist. Für diese Notfälle bieten zahlreiche Schädlingsbekämpfer einen 24-Stunden-Notdienst an.

Info-Tabelle aller Kosten

Angesichts der verschiedenen Einflussfaktoren auf die Preise für die professionelle Bekämpfung von Wespennestern, möge die folgende Übersicht der Orientierung dienen.
Kosten für Kammerjäger:
  • Variante 1: ab 119 Euro für einen Routentermin innerhalb von 7-10 Tagen (Einsatz wird in die normale Route integriert)
  • Variante 2: ab 149 Euro für einen Einzeltermin innerhalb von 4-6 Tagen (Einsatz erfolgt zeitnah)
  • Variante 3: ab 189 Euro für einen Eil-Termin innerhalb von 1-3 Tagen (Einsatz als Wespennotdienst)
Wespennest direkt am FensterFür diese Preise kommt der Kammerjäger zu Ihnen, um Sie vor Ort über das weitere Vorgehen sachkundig zu beraten. Da Wespen unter Naturschutz stehen, dürfen Nester nur dann beseitigt werden, wenn von ihnen eine tatsächliche Gefahr ausgeht. Mitunter genügt es bereits, ein störendes Nest so umzugestalten, dass ein friedliches Nebeneinander von Mensch und Insekt möglich ist. Für diese alternativen Methoden ist nicht zwingend der Kammerjäger gefragt. Umweltschutzorganisationen oder der örtliche Imkerverein helfen hier für einen kleinen Obolus gerne weiter.

Kosten für alternative Methoden

  • Umsiedlung durch einen Imker: ab 30 Euro
  • Verlegung des Einfluglochs oder ähnliche Maßnahmen durch Umweltschutzorganisationen: ab 50 Euro
Die Beeinflussung der Flugrichtung kann schon die Lösung des Problems sein, ohne dass hohe Kosten anfallen. Doch auch in diesem Fall ist dringend zu empfehlen, auf sachkundige Hilfe zurückzugreifen. Wer sich einem Wespennest auf mehr als 3 Meter nähert, ohne mit adäquater Schutzkleidung ausgestattet zu sein, handelt leichtsinnig. Ein dicker Pulli oder eine Winterjacke reichen bei weitem nicht aus, um vor dem Angriff wütender Wespen geschützt zu sein. Wie die folgende Aufstellung zeigt, lohnt sich die Investition in einen Spezialanzug für die eigenhändige Beseitigung von Wespennestern kaum:

Kosten für Schutzanzug

  • Leder- oder Gummistiefel: z. B. in Größe 43 ab 18,50 Euro
  • Imkerbluse: z. B. in XL ab 37,90 Euro
  • Jacke mit Wulstkragen: z. B. in XL ab 42,50 Euro
  • Schutzhose: z. B. in XL ab 19,80 Euro
  • Schutzhelm mit Befestigungsmöglichkeit für Schleier: ab 14,90 Euro
  • Overall: z. B. in XL ab 60,00 Euro
  • Handschuhe mit langer Stulpe: ab 12,90 Euro
Damit Sie das Projekt nicht auf direktem Weg ins Krankenhaus bringt, kommen Sie ohne diese Schutzkleidung nicht aus. Hinzuzurechnen ist der Kostenaufwand für adäquate Bekämpfungsmittel und Zubehör.

Tipp: Der Rollladenkasten wird von Wespen vorzugsweise als Nistplatz missbraucht. Versuchen Sie bitte auf keinen Fall, das Einflugloch zu versperren. Die wütenden Wespen finden garantiert einen Ausweg und schwirren aggressiv im Haus umher. Besser ist, den Raum solange nicht zu betreten, bis die Spezialisten vor Ort sind.

Wer zahlt die Rechnung?

Nisten sich Wespen uneingeladen im Haus ein, sind dafür weder Vermieter noch Mieter oder gar die Eigentümergemeinschaft verantwortlich zu machen. Eine eindeutige Regelung darüber, wer die Kostenlast letztlich stemmt, gibt es dennoch.

Hauseigentümer trägt die Kosten

WespeWird ein Wespennest beseitigt oder umgesiedelt, handelt es sich um eine akute und einmalige Maßnahme. Daher stellt der Kammerjäger die Rechnung an den
Hauseigentümer aus. Das gilt unabhängig davon, ob er selbst das betroffene Haus bewohnt oder es als Hauswirt zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu wiederkehrenden Aufwendungen rund um die Schädlingsbekämpfung und Vorbeugung, dürfen diese Kosten nicht als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden. Als Vermieter geht der Aufwand nur dann nicht zu Ihren Lasten, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:
  • Der Mieter hat die Ansiedlung der Wespen selbst verursacht oder mutwillig begünstigt
  • Der Vermieter wurde grob fahrlässig nicht oder nicht zeitnah über den Befall informiert
Es stellt sich als schwierig dar, im Konfliktfall dem Hausbewohner nachzuweisen, dass er verantwortlich ist für ein Wespennest. Aus welchen Gründen sich eine Wespen-Königin für einen bestimmten Standort entscheidet, kann selbst von Wissenschaftlern nicht immer eindeutig beantwortet werden. Grundsätzlich obliegt es dem Vermieter, einen zweifelsfreien Beweis zu erbringen, dass die Insekten fahrlässig angelockt wurden. Andernfalls bleibt es ihm nicht erspart, die Rechnung des Kammerjägers oder der Feuerwehr zu begleichen. Sofern dem Hauseigentümer der Nachweis gelingt, dass das Wespenproblem sich außerhalb seines Verantwortungs- und Pflichtenbereichs befindet, ist der Entlastungsbeweis von den Mietern zu führen.

Problematisch ist ebenfalls, den Mietern nachzuweisen, dass sie gegen die Anzeigepflicht verstoßen haben. Es wäre der Beweis zu erbringen, dass keine Benachrichtigung erfolgte, obschon der Befall durch Wespen im Mietobjekt bekannt war. Prinzipiell sind Wohnungsmieter verpflichtet, dem Hauseigentümer ein Wespennest anzuzeigen und ihm eine angemessene Frist für die Beseitigung zu setzen.

Tipp: Wespen leben nur ein Jahr. Spätestens nach dem ersten Frost stirbt das gesamte Volk ab, bis auf die begattete Jungkönigin. Diese überwintert und sucht sich im nächsten Jahr einen neuen Standort, um dort einen Wespenstaat zu gründen. Das alte Nest wird nie wieder von den Insekten genutzt werden.

Eigentümergemeinschaft schultert den Kostenaufwand

Rücken Kammerjäger oder Feuerwehr an, um ein Wespennest aus einem Gemeinschaftseigentum zu entfernen, tragen alle Wohnungseigentümer die Unkosten. Um späteren Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, sollte der betroffene Wohnungsinhaber sich an die Hausverwaltung wenden. Diese übernimmt die Beauftragung des Spezialisten und reguliert den finanziellen Aufwand zentral für die gesamte Eigentümergemeinschaft.

Versicherung trägt die Kostenlast

Wie unsere Info-Tabelle aufzeigt, kann das finanzielle Budget erheblich belastet werden, wenn Sie ein Wespennest professionell entfernen lassen. Gut zu wissen, dass Sie dieses Kostenrisiko mit einer Versicherung abfedern können. Verschiedene Versicherungsgesellschaften zahlen die Rechnung, wenn diese Art des Schadens in den Vertragsbedingungen enthalten ist. In der Regel handelt es um die Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Überdies kann ein gesonderter Haus-Schutzbrief die Kostenübernahme regeln.

Feuerwehr kommt nur im Notfall

Ein Wespennest aus Ihrem Haus zu entfernen, zählt für die Feuerwehr nicht zu den Pflichtaufgaben, wie das Löschen von Bränden oder die Befreiung eingeklemmter Unfallopfer aus einem Fahrzeug. In der Regel werden Sie eine Absage erhalten, wenn Sie auf den Einsatz von Feuerwehrleuten hoffen, um das Nest zu beseitigen. Die Einsatzkräfte rücken lediglich an, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
  • Es besteht eine konkrete Gefahr für Kleinkinder, Allergiker oder hilflose Senioren
  • Die Zeit drängt und es dauert zu lange, bis ein Kammerjäger zur Stelle ist
  • Es besteht keine Möglichkeit der Selbsthilfe, wie dem Errichten einer Absperrung, bis die Fachleute vor Ort sind
WespeWer die Feuerwehr anfordert, ohne dass ein Notfall vorliegt, muss im Nachhinein tief in die Tasche greifen. Stellt sich heraus, dass der Einsatz unnötig war, wird der Aufwand dem Verursacher in Rechnung gestellt. Dabei kommen Summen zustande, die den Aufwand eines Kammerjägers weit übertreffen, selbst wenn er im Rahmen eines 24-Stunden-Notdienstes herbeieilt.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen einem Wespennest und einem Bienennest?
Wespen bauen ihr Nest aus Holz. Es ist rundlich geformt und erinnert aus der Ferne an einen Ball aus Altpapier. Dementsprechend ist ein Wespennest beige oder grau gefärbt. Demgegenüber besteht ein Bienennest überwiegend aus gelblichem Wachs. Der Bau gibt zudem den Blick frei ins Innere. Hier sind deutlich die senkrechten Wabenplatten zu erkennen mit unzähligen sechseckigen Zellen.

Ich habe auf dem Dachboden ein verlassenes Wespennest an einem schwer zugänglichen Platz entdeckt. Sollte ich es dennoch entfernen?
Ein Wespennest wird zwar niemals ein zweites Mal von einem Volk besiedelt; gleichwohl empfehlen wir Ihnen die restlose Beseitigung. Die nächste Generation von Königinnen wird davon ausgehen, dass dieser Standort seine besonderen Vorzüge hat, da hier eine Vorgängerin mit ihrem Volk residierte. Somit ist die Gefahr groß, dass ein anderer Platz auf dem Dachboden als Nistplatz gewählt wird.

Tipps für Schnellleser

  • Preise hängen ab von Lage, Erreichbarkeit und Dringlichkeit
  • Variante 1: ab 119 Euro für einen Termin innerhalb von 7-10 Tagen
  • Variante 2: ab 149 Euro für einen Termin innerhalb von 4-6 Tagen
  • Variante 3: ab 189 Euro für einen Termin innerhalb von 1-3 Tagen
  • Imker siedeln ein Nest um ab 30 Euro oder auch kostenlos
  • Umweltschutzorganisationen leiten die Flugbahn um oder ähnliches ab 50 Euro
  • Vermieter tragen die Kostenlast
  • Mieter sind verpflichtet, ein Wespennest dem Hauseigentümer anzuzeigen
  • Im Gemeinschaftseigentum zahlt die Eigentümergemeinschaft den Kammerjäger
  • Betroffene Wohnungseigentümer melden den Befall der Hausverwaltung
  • Versicherung übernimmt mitunter den Ausgleich der Rechnung
  • Feuerwehreinsatz erfolgt nur im Notfall
  • Unnötiger Einsatz der Feuerwehr führt zu hohen Kosten