Die Vanilleblume, auch unter ihrem lateinischen Namen Heliotrop bekannt, wird hierzulande meist als einjährige Topf- oder Ampelpflanze kultiviert. Es handelt sich um eine sonnenhungrige Blühpflanze, die einen vollsonnigen, höchstens licht halbschattigen Standort bevorzugt. Leider ist die sehr wärmeliebende Pflanze nicht winterhart, kann jedoch problemlos in einem geeigneten, frostfreien und hellen Raum überwintert werden. Im Winterquartier benötigt sie nur wenig Pflege.

Vanilleblume ist nicht winterhart

Die lavendelblau oder weiß blühende, süß nach Vanille duftende Heliotrop stammt in ihrer Urform aus den peruanischen Anden. Wer jetzt allerdings schneebedeckte Berggipfel vor Augen hat und sich Hoffnungen auf eine robuste, frostharte Balkonblume macht, wird jetzt enttäuscht sein. Heliotropium arborescens wächst nämlich keineswegs in einer rauen Gebirgswelt, sondern in Höhen von lediglich bis zu 500 Metern. Hier
herrscht ganzjährig ein mildes Regenwaldklima vor, weshalb die Vanilleblume natürlich nicht an Frost gewöhnt und daher nicht winterhart ist.

Warum sich ein Überwintern lohnt

Bei der Pflege nicht winterharter Pflanzen haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie erfreuen sich zwischen Mai und Oktober an der herrlichen Blüte und werfen die abgeblühte Pflanze anschließend weg oder aber Sie überwintern sie entsprechend ihrer speziellen Bedürfnisse. Dies ist manchmal mit etwas Aufwand verbunden, kann sich aber lohnen. Heliotrop beispielsweise entwickelt sich mit zunehmendem Alter zu einem baumähnlichen, bis zu einem Meter hohen Gewächs mit einer oft kugelförmigen Krone. Das stattliche Gehölz bildet viele Blätter und Blüten aus und ist eine Zierde für Balkon und Terrasse. Wird die Blume jedoch lediglich einjährig gehalten, bleibt sie buschartig klein und verholzt nicht. Für Liebhaber des Besonderen lohnt sich eine Überwinterung insofern, da ein kleiner Vanilleblumenbaum eine Seltenheit ist.

Tipp: Wer Kinder oder Haustiere besitzt, sollte mit der Kultur von Heliotropium arborescens vorsichtig sein. Alle Pflanzenteile sind stark giftig! Das gilt vor allem für die Überwinterung im Haus, wenn der Zutritt vereinfacht ist und das Kind von der so verführerisch duftenden Pflanze heimlich probieren kann.

Welche Sorten überstehen den Winter am besten?

VanilleblumeMittlerweile gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Sorten der Vanilleblume, die aus der ursprünglichen Naturform herausgezüchtet wurden. Erfahrungsgemäß lässt sich die Ursprungsform am leichtesten über den Winter bringen, die Zuchtformen - oft handelt es sich um Hybriden, d. h. um Kreuzungen, - sind meist sensibler und nehmen Ihnen Pflegefehler im Winter schneller übel. Letztendlich ist die konkrete Sorte jedoch nebensächlich: Wählen Sie möglichst starke, gesunde und in Mitteleuropa gezogene Pflanzen. Diese haben eine höhere Chance, die kalte Jahreszeit zu überstehen - ganz im Gegensatz zu billig produzierten und weit gereisten Exemplaren. Diese leiden oft schon beim Kauf unter dem Stress ihrer schnellen Aufzucht und der weiten Reise, so dass sie den Strapazen einer Überwinterung nicht gewachsen sind.

Die richtige Pflege der Vanilleblume im Winter

Während der Sommermonate sollten Sie die Pflanze sorgfältig und nach ihren Bedürfnissen behandeln. So bleibt sie gesund und tankt reichlich Kraft für die kommenden Wintermonate. Achten Sie darauf, dass Heliotrop
  • möglichst viel Sonne erhält
  • ein vollsonniger Standort ist Pflicht
  • warm und geschützt steht
  • keine Zugluft abbekommt
  • der Wurzelballen immer ausreichend feucht
    ist
  • aber nicht zu nass
  • und ausreichend gedüngt wird
Es handelt sich um einen Starkzehrer, der sowohl reichlich Wasser als auch viele Nährstoffe braucht. Gießen Sie während der Vegetationsperiode regelmäßig, verringern Sie jedoch ab Anfang September allmählich die Wassergaben. Ebenfalls spätestens ab Ende August / Anfang September sollte nicht mehr gedüngt werden. Im Winter wird nur noch sparsam gewässert, so dass der Wurzelstock nicht austrocknet.

Der richtige Zeitpunkt für das Einräumen ins Winterquartier

Heliotrop verträgt keine Temperaturen, die unter fünf Grad Celsius fallen. Daher sollten Sie die Pflanze bereits Anfang Oktober ins Winterquartier räumen, bevor es richtig herbstlich-ungemütlich wird. Neben kühlen Temperaturen können nämlich auch kalter Dauerregen und Wind das Gewächs schädigen. Behalten Sie die Witterung genauestens im Auge: Anstatt die Vanilleblume nämlich gleich hereinzuholen, sollte sie so lange wie möglich draußen bleiben. Ist der Oktober golden-sonnig und warm, lassen Sie sie auf dem Balkon und holen sie gegebenenfalls nur über Nacht hinein. Je länger die Pflanze Licht und Luft bekommt, desto gesünder bleibt sie - und desto besser übersteht sie das Winterquartier.

Rückschnitt vor dem Überwintern

VanilleblumeStellen Sie die Pflanze nicht von jetzt auf gleich in einen kühlen Raum, sondern gewähren Sie ihr eine kurze Zeit des Übergangs. So kann sie sich besser an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und der Schock des Umräumens fällt sanfter aus. Ein leichter Rückschnitt ist möglich, wobei Sie die ganze Pflanze nicht mehr als um ein Drittel zurückschneiden sollten. Die Wurzeln dürfen nicht geschnitten werden, da Heliotrop hier sehr empfindlich ist. Demzufolge ist auch ein starker Rückschnitt nicht sinnvoll, schließlich muss das Gleichgewicht zwischen Wurzelmasse und oberirdischer Blattmasse gewahrt bleiben.

Optimale Pflege im Winter

Eingeräumt ins Winterquartier benötigt die Vanilleblume nun nur noch wenig Pflege. Abgesehen von einer Wassergabe alle paar Wochen brauchen Sie sich nicht um die Pflanze zu kümmern. Wichtiger ist ohnehin der optimale Standort: Da es sich um ein immergrünes Gewächs handelt, braucht es auch bei einer kühlen Überwinterung viel möglichst natürliches Licht. Dabei gilt die Faustregel, dass der Winterstandort umso heller sein muss, je wärmer die Blume steht. Optimal sind Temperaturen zwischen mindestens fünf und höchstens zehn Grad Celsius. Stellen Sie Heliotrop also an einen Fensterplatz (bestenfalls ein nach Süden gerichtetes Fenster!) in einen ungeheizten Raum, beispielsweise einen Wintergarten, ein Gartenhaus oder ein Treppenhaus.

Was tun, wenn die Vanilleblume Blätter verliert?

Über die Wintermonate werden einige Blattränder leicht braun, auch können einzelne Blätter vertrocknen und abfallen. Dieses Verhalten ist vollkommen normal, zumal die Pflanze im kommenden Frühjahr wieder neu austreibt. Nimmt der Blattfall jedoch zu und werden vermehrt noch grüne oder gelbe Blätter abgeworfen, so steht die Blume vermutlich zu dunkel. Hier hilft ein hellerer Standort oder die zusätzliche Installation einer Pflanzenlampe. Allerdings kann das verstärkte Blattsterben auch auf ein zu häufiges Gießen zurückzuführen sein: Überprüfen Sie daher vor jedem Wässern mit dem Finger sorgfältig die Feuchtigkeit des Substrats. Dieses sollte nicht gänzlich austrocknen, aber auch nicht mehr feucht sein. Staunässe verursacht Wurzelfäule und ist daher auf jeden Fall tödlich.

Vorbereitung auf das Ausräumen im Frühjahr

Etwa ab März stellen Sie Heliotrop allmählich wärmer und erhöhen im gleichen
Maße die Gießintervalle. Bedenken Sie jedoch, dass die Blume umso heller stehen muss, je wärmer es ist. Topfen Sie sie gegebenenfalls in frisches Substrat und eventuell in einen größeren Topf um, wobei die Wurzeln auf keinen Fall geschädigt werden dürfen. Anschließend putzen Sie die Pflanze aus, entfernen über den Winter abgestorbene sowie kranke und schwächliche Triebe. Sofern die Vanilleblume nicht in frisches, vorgedüngtes Substrat gesetzt wird, versorgen Sie sie nun mit einem flüssigen Langzeitdünger für Blühpflanzen. Endgültig nach draußen darf die Blume jedoch erst, wenn keine Gefahr durch Nachtfröste mehr droht. Dies ist in der Regel ab Mitte bis Ende Mai der Fall.

Tipp: Räumen Sie die Pflanze nicht plötzlich in die pralle Sonne, sondern gewöhnen Sie sie langsam um: Dies geschieht, indem Sie sie etwa erst einmal nur stundenweise in den Halbschatten und anschließend von Tag zu Tag etwas heller stellen und länger draußen lassen. Anderenfalls droht ein Sonnenbrand auf den Blättern.

Ist das Auspflanzen in den Garten sinnvoll?

VanilleblumeWährend Heliotrop einjährig im Topf nur bis zu 50 Zentimeter hoch wird, erreicht sie ausgepflanzt im Beet eine Höhe von bis zu 80 Zentimeter und wird dabei sehr buschig. Manche Gärtner lassen die Blume daher über den Sommer im Blumenbeet (beispielsweise in einem Kübel vergraben), um sie dann im Herbst wieder auszugraben. Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise möglich, birgt aber die Gefahr von Wurzelschäden - auf die Heliotropium arborescens wiederum sehr empfindlich reagiert. Ein Überwintern im Freien ist nur in entsprechend milden Regionen - beispielsweise am Mittelmeer oder in manchen Weinbaugebieten wie der Mosel-Region - und mit einem entsprechenden Schutz denkbar.