Ob Sie einen Hibiskus im Garten oder als Zimmerpflanze kultivieren, die Blüten sind einfach eine Pracht. Die aus Asien stammende Pflanze gehört zur Familie der Malvengewächse. Mehr als 500 Arten sind bekannt. In Deutschland sind der Roseneibisch als Zimmer- oder Kübelpflanze und der Garteneibisch in Freilandkultur sehr beliebt. Welche Blüten sind essbar und wie werden sie zubereitet?

Essbare Hibiskusblüten

Moderne Eibische bringen vom Frühjahr bis zum Herbst dekorative trichterförmige Blüten hervor. Neue Züchtungen sind mit gefüllten Blüten erhältlich. Die dekorativen Blüten des Hibiskus sind nicht nur ein Hingucker, einige Sorten sind essbar. Sie können sie roh oder gekocht essen oder mit ihnen Getränke, Torten und Süßspeisen dekorieren. Zum Haltbarmachen können Sie die Eibischblüten auch in Sirup einlegen.

Chinesischer Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis)

Der immergrüne chinesische Roseneibisch ist seit

1960 die Nationalblume Malaysias. Auf dem Landeswappen ist eine rote Hibiskusblüte zu sehen. In Deutschland wird er auch als chinesische Rose bezeichnet. Hibiscus rosa-sinensis ist nicht für das Freiland geeignet. Er bevorzugt einen warmen Standort, sollte jedoch nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Im Sommer fühlt er sich auch auf dem Balkon sehr wohl.

Die prachtvollen, teilweise gefüllten Blüten können roh zur Verzierung von Speisen und Getränken genutzt und gegessen werden. Die Blüten des chinesischen Roseneibischs gelten als entzündungshemmend. Sie werden in getrockneter Form für Teezubereitungen verwendet. Blüten des Roseneibischs sind besonders farbintensiv. Diese Eigenschaft wird zum Färben von Speisen genutzt.

  • Blüte: weiß, gelb, orange, rot mit roten Staubblättern und gelben Staubgefäßen
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Höhe: bis zu 1,5 Meter hoch
  • Kultivierung: Zimmerpflanze
  • Schnitt: Rückschnitt im Winter zur Anregung der Blüte
  • Standort: warm, feucht, alle 3 Jahre umtopfen
  • Überwintern: an einem geschützten schattigen Standort im Haus

Tipp: Alle Hibiskusarten benötigen viel Feuchtigkeit. Dabei ist Staunässe unbedingt durch einen guten Wasserabfluss zu verhindern. Vor allem bei den Zimmerpflanzen gehört Staunässe zur häufigsten Ursache für ein Ausbleiben der Blüte.

Roselle (Hibiscus sabdariffa)

Die Roselle trägt auch die Namen Sudan-Eibisch oder afrikanische Malve. Sie ist eine herausragende, aus Asien stammende Hibiskusart. In ihrer Heimat werden die Blüten der Roselle bei der Herstellung von Süßspeisen, Likören und Limonaden verwendet. Getrocknet kann aus ihren Blüten ein schmackhafter und gesundheitsfördernder Tee zubereitet werden. Tee aus den Blüten der Roselle regt den Kreislauf an, wirkt entwässernd, beugt Erkältungen vor und hilft bei einer gewünschten Gewichtsverminderung.

Hibiscus syriacus - Straucheibisch - GartenhibiskusBei Frauen in den Wechseljahren wird er erfolgreich gegen depressive Verstimmungen eingesetzt. Im Senegal wird der Tee unter dem Namen "Bissap" mit viel Zucker eisgekühlt serviert. In Trinidad wird aus den Blütenkelchen der Roselle mit Nelken, Zimt und Zucker ein Sirup zubereitet, der als Grundlage für zahlreiche Cocktails und Kaltgetränke Verwendung findet.

  • Blüte: leuchtend rot
  • Blütezeit: August bis September
  • Höhe: bis zu 3 Meter hoch
  • Kultivierung: in Deutschland nur im Gewächshaus
  • Standort: warm, feucht
  • Schnitt: Rückschnitt ab Ende
    März
  • Überwintern: geschützt im Gewächshaus

Straucheibisch (Hibiscus syriacus)

Der in deutschen Gärten weit verbreitete Straucheibisch wird auch als Scharonrose oder Festblume bezeichnet. Diese Sorte hat sich perfekt an das mitteleuropäische Klima angepasst und verwöhnt uns bei einem minimalen Pflegeaufwand mit seiner wundervollen Blütenpracht. Die Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 7 Zentimetern erreichen, haben meist eine dunkelrote Mitte.

Straucheibische eignen sich ausgezeichnet für die Kübelbepflanzung. Die Blüten des Hibiscus syriacus können zur Dekoration von Cocktails oder Sekt genutzt werden. Sie können sie roh oder gekocht essen. Auf Süßspeisen sind sie ein echter Hingucker!

  • Blüte: weiß, rosa, purpurrot, blau, violett, in der Mitte dunkelrot
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Höhe: bis zu 4 Meter hoch
  • Kultivierung: im Freiland oder als Kübelpflanze
  • Standort: warm, feucht
  • Schnitt: Erziehungs- bzw. Erhaltungsschnitt im Frühjahr
  • Überwintern: im Freien, Schutz der Wurzel durch Mulchschicht oder Reisig

Sumpfeibisch (Hibiscus moscheutos)

Ein echter Geheimtipp unter Deutschlands Hobbygärtnern ist der Sumpfeibisch, der Hibiscus moscheutos. Mit seinen riesigen Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen können, wird er auch Riesenhibiskus genannt. Die buschig wachsende Pflanze fühlt sich im Garten an vollsonnigen Standorten wohl. Der Riesenhibiskus benötigt einen nährstoffreichen Boden.

Sie können die wunderschönen Blüten essen, zur Verfeinerung von Salaten nutzen oder für die Teezubereitung trocknen. Ein Salat mit Blüten des Hibiscus moscheutos sieht super aus und ist auf Grund des hohen Gehalts an Vitamin C sehr gesund.

  • Blütenfarben: weiß, rosa, rot
  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Höhe: bis zu 2 Meter hoch
  • Kultivierung: Freiland- oder Kübelpflanze
  • Standort: sehr sonnig, warm, feucht
  • Rückschnitt: im Spätherbst
  • Boden: humusreich
  • Überwintern: im Freiland mit Winterschutz

Hibiskustee herstellen

HibiskusTee aus Hibiskusblüten kann pur oder auch gemischt mit Hagebutten kalt oder heiß genossen werden. Der hohe Gehalt an Vitamin C macht die Blüten zu einem echten Superfood. Mit dem säuerlichen Geschmack wirkt Hibiskusblütentee sehr erfrischend.

Anleitung

  • Blüten auf Küchenkrepp auslegen und trocknen
  • mehrfach wenden
  • getrocknet in Gläsern verschlossen aufbewahren
  • etwa eine Handvoll getrockneter Blüten mit kochendem Wasser übergießen
  • 6 bis 8 Minuten ziehen lassen
  • heiß oder kalt genießen

Hinweis: Verwenden Sie nur die Blüten ungespritzter Pflanzen zur Herstellung von Tee, Sirup und Salat oder zum Dekorieren.

Hibiskusblütensirup herstellen

Hibiskusblütensirup kann mit wenig Aufwand selbst hergestellt werden. Aus einer kleinen Menge Sirup mit Wasser aufgegossen, erhalten Sie zu jeder Zeit ein erfrischendes Getränk. Leckere Cocktails oder auch Sekt lassen sich durch ein paar Spritzer Hibiskusblütensirup verfeinern.

Anleitung für 350 Milliliter Sirup:

  • 0,5 Liter Wasser zum Kochen bringen
  • 20 Gramm getrocknete Hibiskusblüten, eine Zitronenscheibe und 150 Gramm Sirupzucker dazu geben
  • Mischung kurz aufkochen
  • 24
    Stunden ziehen lassen
  • mit Nelken oder Zimt würzen
  • durch ein Tuch seihen
  • mit einem Trichter in kleine Flaschen füllen

Der tiefrote Hibiskusblütensirup ist in dekorative Fläschchen gefüllt ein tolles Geschenk. Wer frische Hibiskusblüten im Sirup einlegen möchte, sollte statt der Flaschen lieber kleine Gläschen verwenden, um die Blüten nicht zu beschädigen. Sehr dekorativ wirkt es auch, wenn Sie eine Hibiskusblüte in hellem Holunderblütensirup einlegen.

Tipp: Gin Tonic mit einer Hibiskusblüte im Glas ist ein echter Hingucker. Das Getränk profitiert von dem säuerlichen Geschmack und der leichten Rotfärbung.

Salat mit Hibiskusblüten

HibiskusIm Salat können Sie Hibiskusblüten wie Kopfsalat verwenden. Eine ausgefallene Idee ist, den Salat nicht nur mit zerkleinerten Blüten zu vermengen, sondern den Salat auch in Blüten des Riesenhibiskus zu präsentieren.

Anleitung

  • nach Belieben Salat aus Gartengemüse zubereiten
  • frische Hibiskusblüten in Streifen schneiden, dazugeben
  • Blüte des Riesenhibiskus in eine flache Glasschale legen
  • Salat einfüllen

Torten mit Hibiskusblüten verzieren

Das Verzieren von Torten mit essbaren Blüten ist tolle Idee für alle Gastgeber, die nach einer Überraschung suchen. Geeignet sind vor allem Quarktorten.

Anleitung

  • Blüten waschen
  • vorsichtig mit Küchenpapier trocknen
  • auf der Torte platzieren
  • im Kühlschrank aufbewahren

Hinweis: "Viel hilft viel", diese Weisheit gilt nicht beim Verzieren von Torten und Süßspeisen mit Blüten des Hibiskus. Bereits eine einzige Blüte in der Mitte zieht alle Blicke auf sich.